Sommer in Maine

von J. Courtney Sullivan 
4,0 Sterne bei100 Bewertungen
Sommer in Maine
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Positiv (80):
L

Eine flüssig erzählte tolle Familiengeschichte; liest sich einfach so weg; hat mir gut gefallen

Kritisch (4):
AllerleiRauschs avatar

Oh Mann, welch unsympathische Charaktere

Alle 100 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Sommer in Maine"

Ein romantisches Ferienhäuschen an der Küste Neuenglands, vier Frauen, die zusammen den Sommer verbringen: eigentlich paradiesisch, aber zwischen Grandma Alice, Tochter Kathleen, Enkelin Maggie und Schwiegertochter Ann Marie knirscht es gewaltig, denn eine jede bringt die Geister ihrer Vergangenheit mit. Während Alice alles dafür geben würde, eine einzige tragische Nacht in ihrem Leben ungeschehen zu machen, haben auch Maggie, Kathleen und die scheinbar so perfekte Ann Marie Angst, dass ihre gut gehüteten Geheimnisse ans Licht kommen könnten. Doch in diesen paar Wochen werden die Karten auf den Tisch gelegt…und es wird ein wunderschöner Sommer.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783833309519
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Berlin Verlag Taschenbuch
Erscheinungsdatum:28.07.2014

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne28
  • 4 Sterne52
  • 3 Sterne16
  • 2 Sterne4
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    lui_1907s avatar
    lui_1907vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Langezogen und fad, leider :-(
    Hatte mir mehr erhofft


    Inhalt

    Ein romantisches Ferienhäuschen an der Küste Neuenglands, vier Frauen, die zusammen den Sommer verbringen: eigentlich paradiesisch, aber zwischen Grandma Alice, Tochter Kathleen, Enkelin Maggie und Schwiegertochter Ann Marie knirscht es gewaltig, denn eine jede bringt die Geister ihrer Vergangenheit mit. Während Alice alles dafür geben würde, eine einzige tragische Nacht in ihrem Leben ungeschehen zu machen, haben auch Maggie, Kathleen und die scheinbar so perfekte Ann Marie Angst, dass ihre gut gehüteten Geheimnisse ans Licht kommen könnten. Doch in diesen paar Wochen werden die Karten auf den Tisch gelegt...und es wird ein wunderschöner Sommer.

    Eigentlich mag ich Bücher bzw. Geschichten, wo Konflikte und Spannungen herrschen und oftmals auch starke Charaktere vorkommen. Auf Grund der recht guten Kritiken hatte ich mir von diesem Buch einiges erhofft. Leider, leider konnte mich jedoch "Sommer in Maine" von J.Courtney Sullivan nicht überzeugen.

    Von den vier Damen konnte ich mich mit keiner identifizieren, einzig das Wesen von Ann Marie fand ich ein wenig interessant. Ja, die einzelnen „Geheimnisse“ waren „real“, mir aber dennoch zu unspektakulär. Schade, aber leider konnte mich der Titel nicht überzeugen und ich habe mich etwas durchgequält.  

    Kommentieren0
    9
    Teilen
    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor einem Jahr
    Seine Familie kann man sich nicht aussuchen

    Seine Familie kann man sich nicht aussuchen

    Die Kellehers besitzen seit vielen Jahren ein Sommerhaus in Maine, das Familienoberhaupt Daniel eher zufällig in die Hände gefallen war. Die Familie verbrachte jedes Jahr die Sommer dort draußen, mit dem Strand vor der Tür. Inzwischen hat sich einiges geändert: Daniel ist bereits seit 10 Jahren tot, Alice, seine Witwe, lebt seitdem allein. Ihre Kinder, längst erwachsen und selbst schon an der Schwelle zum Alter, haben die Sommermonate unter sich aufgeteilt, damit die alte Dame nicht zu viel Zeit allein verbringen muss – was sie im übrigen Jahr ohnehin tut, aber im Sommer und im Sommerhaus ist das etwas anderes, so sagt man sich. Alice und Daniel haben zwei Töchter und einen Sohn, die ihrerseits ebenfalls alle Kinder und teilweise schon Enkelkinder haben.

    J. Courtney Sullivans Roman „Sommer in Maine“ konzentriert sich auf vier Frauen aus dieser Familie: Zunächst ist da die betagte Alice, die aus ihrem wahren Alter ein Geheimnis macht (der Leser weiß, dass sie etwas über 80 ist). Ihre Tochter Kathleen ist nach ihrer Scheidung mit ihrem neuen Lebenspartner nach Kalifornien gezogen, wo die beiden eine Würmerfarm betreiben. Die anderen Familienmitglieder blicken teils verächtlich auf diese Art des Broterwerbs herab. Kathleens Verhältnis zu ihrer Mutter ist sehr schwierig und sie bedauert es nicht, so viele Kilometer zwischen sich und Alice gebracht zu haben. Im Sommerhaus war sie zum Zeitpunkt des Einsetzens der Handlung seit zehn Jahren nicht mehr, nämlich seit dem Tod des Vaters. Kathleens Tochter Maggie versucht, als Schriftstellerin Fuß zu fassen und lebt in einer unglücklichen Beziehung, die droht, endgültig zu zerbrechen, als Maggie endlich mit ihrem Freund Gabe zusammenziehen will, dieser aber seine Freiheit nicht aufgeben möchte. Und Ann Marie, Ehefrau von Alices und Daniels einzigem Sohn Pat und somit Kathleens Schwägerin, hat eine bessere Beziehung zu Alice als deren eigenen Töchter, sieht sich aber auch als diejenige, die eigentlich deren Aufgaben übernimmt, während Kathleen und ihre Schwester Clare sich ihrer Meinung nach aus der Affäre ziehen.

    In alternierenden Kapiteln erfährt der Leser von diesen vier Frauen und ihren Beziehungen untereinander, die gelinde gesagt kompliziert sind. In den Jahren und Jahrzehnten haben sie sich die verschiedensten Verletzungen zugefügt, gerieten sie wieder und wieder aneinander, tragen sich Geschehenes und Gesagtes nach, sodass ein normales Verhalten ihnen fast nicht möglich zu sein scheint. Erschwert wird das Verhältnis von Alice und Kathleen auch durch das Fehlen des Ehemanns und Vaters Daniel, der der Einzige war, der Alice den Kopf zurechtrücken konnte und wenn nötig in die Schranken wies, der zwischen Mutter und Tochter vermitteln konnte und als eine Art Puffer fungierte. Beide haben Daniel sehr geliebt. Alice pflegt ihren strikten aber auch selbstgerechten Glauben, die katholische Kirche spielte immer eine große Rolle in ihrem Leben. Ihr Glaube war es auch, der ihr die Kraft gab, mit einer Schuld zu leben, an der sie seit fast 60 Jahren trägt, als es einen verhängnisvollen Unfall gab. So empfindet Alice die Entscheidung für ihr Leben als Ehefrau und Mutter auch als eine Art Buße an dem, was sie sich nicht verzeihen kann, allerdings lässt sie ihre Töchter, vor allem ihre Älteste Kathleen, auch immer wieder spüren, dass sie eigentlich ein anderes Leben führen wollte, ein freies und unabhängiges, eines ohne Kinder.

    „Sommer in Maine“ erzählt also aus den verschiedenen Perspektiven von den Frauen aus dieser Familie und beleuchtet so ihre Beziehungen untereinander und zum Teil auch zu den anderen Familienmitgliedern, die nur am Rande in Erscheinung treten. Vieles scheint hier festgefahren. Kathleen hat das Gefühl, es ihrer Mutter nie recht machen zu können, die, das kann man nicht anders sagen, eine sehr schwierige und auch verbitterte Person ist. Zu ihrer Schwägerin Ann Marie hat Kathleen ebenfalls kein gutes Verhältnis: In ihren Augen biedert sich Ann Marie bei jeder Gelegenheit an und stellt sich und ihre Kinder über die von Kathleen, die als Geschiedene in ihren Augen gescheitert ist. Kathleen und Maggie dagegen haben ein enges Mutter-Tochter-Verhältnis und erzählen sich fast alles, auch das ist nicht immer komplikationsfrei.

    In der Gegenwart wird darüber gestritten, wer denn nun wann ins Sommerhaus zu Alice fährt, für alle ist dort ohnehin kein Platz, auch wenn es keine vorprogrammierten Spannungen gäbe. Doch parallel dazu entfaltet Sullivan in geschickt eingewobenen Rückblenden die Vergangenheit ihrer Protagonistinnen, sodass man als Leser nach und nach versteht, wieso diese so wurden, wie sie sind und wie die Probleme zwischen ihnen zustande kamen. Deutlich wird auch, wie Verhaltensweisen von Generation zu Generation weitergegeben werden, wie die Frauen Fehler der Vorgängergeneration übernehmen und so oder ähnlich wiederholen. Sullivan hat dafür einen scharfen Blick. Sie weiß auch, dass man, wenn man mit seiner Familie zusammen ist, gern in alte Verhaltensmuster zurückfällt, die man längst glaubte, hinter sich gelassen zu haben. Kathleen kommt auch deshalb so ungern ins Sommerhaus und zu ihrer Mutter, weil sie alle Vernunft und alle Gelassenheit dort verliert und ein anderer Mensch zu sein scheint als daheim bei ihrem Lebensgefährten in Kalifornien.

    Vielleicht gibt es ein paar kleine Längen. Vielleicht sind die Protagonistinnen in ihrer Selbstgerechtigkeit manchmal ein bisschen übertrieben dargestellt, so dass ich mich gefragt habe, ob ihr Verhalten noch realistisch ist. Andererseits ist das eben Familie, und da gelten andere Regeln, verletzt sich auch mal absichtlich, nur um eine Reaktion zu provozieren. Letztendlich ist „Sommer in Maine“ gute und intelligente Unterhaltung um die Probleme einer Familie, die nicht recht mit- aber auch nicht ohneeinander kann. Und falls es so was wie ein typisches Sommerbuch gibt, dann ist „Sommer in Maine“ genau das. Ein Buch für Sonne, Strand und Meer.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    InkeHamkenss avatar
    InkeHamkensvor 2 Jahren
    Sommer am Atlantik

    Sommer in Maine, oder "Maine" im Original, ist ein sehr gelungener Familienroman mit fein ausgearbeiteten Figuren, toll beobachteten und erschaffenen Konstellationen zwischen den Grosseltern (der Grossmutter im Wesentlichen) und ihren drei Kindern samt Kindeskindern. Die vielen Befindlichkeiten, Prägungen durch Ereignisse und Beziehungen zueinander sind raffiniert und immer vollständig authentisch. Jedes einzelne Familienmitglied lernt man besser kennen und verstehen mit seinen Beweggründen. Courtney Sullivan hat ein vielschichtiges Portrait geschaffen, in dem sich jeder irgendwie wiederfinden kann. Nur zu empfehlen!

    Kommentieren0
    20
    Teilen
    engineerwifes avatar
    engineerwifevor 2 Jahren
    Die Großfamilie ... Fluch oder Segen? ...

    Im nordöstlichsten Zipfel der USA spielt die Geschichte der Familie Kelleher. Eine Familie mit irischen Wurzeln, deren Großeltern Mitte des 19. Jahrhunderts die grüne Insel verließen um in Amerika ihr Glück zu suchen. Sie halten zusammen wie Pech und Schwefel und dennoch bekriegen sie sich hinter verschlossenen Türen. Zu unterschiedlich haben sich die einzelnen Familienstränge entwickelt, als dass sie mit einander auskommen könnten. Zu viel Schuld hat die älteste noch lebende Familienangehörige in ihren eigenen Augen auf sich geladen, als dass sie je wirklich glücklich sein dürfte. In vier Erzählsträngen, die immer wieder zu einem verwoben werden und auch die Vergangenheit nach und nach ans Licht bringen, lernen wir sie kennen, die Männer und Frauen der Familie Kelleher. Die Atmosphäre des Sommers am Meer im wunderschönen Staat Maine wird auf wunderbare Weise vermittelt. Man kann es sich direkt bildlich vorstellen, das kleine Sommerhaus in den Farben blau und weiß. Weniger einfach ist die Geschichte der vier Frauen. Sie kommen doch oft sehr ungerecht, ja regelrecht zickig oder weinerlich rüber, das war mir manchmal fast zu viel. Der Schreibstil der Autorin erinnert ein bisschen an den von Anne Tyler oder auch besonders an den der tollen Schriftstellerin Anita Shreve. Leider kann Julie Courtney Sullivan den beiden nicht ganz das Wasser reichen. Besonders stimmig ist das Cover der deutschen Ausgabe, das einen sofort animiert, das Buch in die Hand zu nehmen. 

    Kommentare: 1
    34
    Teilen
    Federfees avatar
    Federfeevor 2 Jahren
    Missverständnisse und Kommunikationsprobleme

    Titel und Cover wecken Assoziationen an eine Sommeridylle, aber tatsächlich handelt es sich um eine Familiengeschichte voller Probleme und Missverständnisse.

    Die amerikanische, irisch-stämmige Familie Kellehen hat durch eine Wette ein Grundstück am Meer gewonnen, dort ein Sommerhaus gebaut, wo sich jedes Jahr im Sommer die zahlreichen Familienmitglieder treffen.

    Der Roman schildert aus der Sicht von drei Generationen 
    Frauen die Konflikte, die aus ständigen Kommunikationsproblemen erwachsen, aber auch tiefer liegende Gründe haben.

    Das Buch endet wie es angefangen hat, offen; es stellt quasi eine Momentaufnahme im immer währenden Fluss des Lebens dar. Das ist in Ordnung, aber dennoch fand ich keinen richtigen Zugang zu diesem Roman, weil ich die meisten Verhaltensweisen der handelnden Personen nicht nachvollziehen konnte. Dennoch war es ein interessanter Einblick in das Leben und die Gedankenwelt anderer Menschen.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    sweetyentes avatar
    sweetyentevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr toller Sommerroman, der unterschiedlichste Charaktere und Geschichten bietet!
    Ein Buch, das meine Erwartungen übertroffen hat

    Dieses Buch lag schon länger auf meinem SuB. Irgendwie fehlte mir aber immer der letzte Schritt, um mich wirklich für dieses Buch zu entscheiden. Diesen Sommer war es dann aber soweit - und es hat all meine Erwartungen übertroffen.

    Der Roman ist viel tiefgründiger als es zuerst den Anschein hat. Die Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein, gehören aber doch irgendwie zusammen. Jeder hat seine ganz eigenen Probleme und doch kann man jeden irgendwie verstehen. Der Schreibstil ist leicht, so dass es sich gut lesen lässt, doch das Buch bleibt trotzdem lange in Erinnerung.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Kati80s avatar
    Kati80vor 3 Jahren
    Wunderbarer Roman in toller Kulisse über Familiengeheimnisse

    Drei Frauengenerationen bewohnen das urige Urlaubsdomizil in Maine. Da herrscht nicht immer Harmonie und Verständnis. Alice, das strenge, oft unnahbare Familienoberhaupt, macht den anderen Frauen und auch der übrigen Familie während des Urlaubs das Leben nicht immer leicht…
    Es ist ein ganz besonderes Lesevergnügen langsam aber sicher hinter alle Geheimnisse der Protagonisten zu kommen - und da gibt es einige. Und was gibt es schöneres als das man beim Leben den Wunsch verspürt, dass die Geschichte nicht so schnell enden sollte.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 3 Jahren
    Familie und andere Hindernisse

    Die 83-jährige Alice Kelleher, verbringt seit fast 60 Jahren die Sommermonate auf dem Familienferiensitz in Cape Neddick in Maine, Neuengland. Das Grundstück hatte ihr Ehemann Daniel damals durch eine Wette gewonnen und dort das Ferienhaus für seine Familie errichtet, welches inzwischen mehrere Millionen Dollar wert ist. Die Sommerferien werden unter der immer größer werdenden Familie durch einen ausgeklügelten Plan aufgeteilt, der festlegt, wann wer das Sommerhaus benutzen darf, zumal zwischen den einzelnen Familienmitgliedern auch reichlich Konfliktpotential herrscht und man nicht unbedingt mehr Zeit als nötig miteinander verbringen will. Bevor die ersten Gäste kommen, räumt Alice entschieden alte Sachen und Erinnerungen weg, um sich vom Ballast zu befreien. Schon bald trifft Enkelin Maggie als Erste aus New York ein, um ihre Wunden zu lecken, denn gerade hat sie sich von ihrem langjährigen Freund getrennt, dabei ist sie schwanger und weiß noch nicht, wie es in ihrem Leben weitergehen soll. Ann Marie, Alice‘ Schwiegertochter, reist viel früher an, als geplant, um sich um Alice zu kümmern und sich für einen Wettbewerb mit dem Bau eines Puppenhauses zu befassen. Wäre da nicht Maggies Mutter Kathleen, die seit 10 Jahren nicht mehr in Maine war, doch durch die Nachricht ihrer Tochter über deren Schwangerschaft so aus der Bahn geworfen wurde, dass sie kurzerhand Californien den Rücken kehrt und ebenfalls im Sommerhaus auftaucht. Vier Frauen, die sich nicht sonderlich gut verstehen, müssen sich nun auf engstem Raum auseinander setzen, dabei werden viele Dinge aus der Vergangenheit hervorgeholt und Geheimnisse enthüllt, die bisher sorgsam gehütet wurden.

    J. Courtney Sullivan hat mit ihrem Buch „Sommer in Maine“ einen Familienroman der besonderen Art vorgelegt. Der Schreibstil ist schön flüssig, dabei sprachlich anspruchsvoll. Die Handlung spielt hauptsächlich in der Gegenwart, erzählt aber auch in vielen Rückblenden von der Vergangenheit, die bis in die Zeit des 2. Weltkrieges zurückreicht. Die einzelnen Kapitel teilen sich unter den Frauen auf, deren Leben und Sichtweise jeweils geschildert wird. Die Charaktere sind sehr vielfältig und detailliert angelegt. Die Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein. Alice ist die Patriachin der irisch-amerikanischen Familie, sie wirkt kalt unnahbar und unbarmherzig, wenig sympathisch, aber in seltenen Momenten zeigt sich auch ihre verletzliche Seite, wenn sie an ihre Vergangenheit und ihre „Schuld“ denkt, die ihren Lebensweg praktisch vorgezeichnet hat. Alice ist eine strenge Katholikin, die allerdings auch rassistisch angehaucht ist und mit ihren bissigen Kommentaren oft über das Ziel hinaus schießt. Kathleen hat ein sehr schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter Alice, weshalb sie sich auch jahrelang nicht mehr in Maine hat blicken lassen. Kathleen ist trockene Alkoholikerin und betreibt mit ihrem Freund eine Würmerfarm für biologischen Dünger. Sie ist eine Chaotin, die mit einem häuslichen Leben nichts am Hut hat. Sie lehnt ihre Mutter dermaßen ab, dass sie grundsätzlich das Gegenteil von Alice macht. Doch ihre Tochter Maggie liegt Kathleen wirklich am Herzen. Ann Marie ist Alice Schwiegertochter. Sie führt eine mustergültige Ehe mit ihrem wohlhabenden Ehemann. Ihre Kinder sind ihre Crux, besonders Sohn David schlägt aus der Bahn. Ann Marie will es allen recht machen, gestattet sich nur im Gedanken eine Liaison mit dem Freund ihres Mannes und stürzt sich in das Bauen von Puppenhäusern, um von ihren geheimen Wünschen abzulenken. Sie ist so sehr bemüht, allen zu gefallen, dass sie regelrecht unterwürfig und unsympathisch daher kommt. Als Leser hofft man immer, dass sie mal aus sich heraus kommt und auf den Tisch haut. Maggie ist der Sympathieträger der ganzen Handlung, abgesehen von Alice‘ Ehemann Daniel – der ist allerdings schon tot. Maggie ist eine unsichere Frau, die Angst vor Verantwortung hat. Sie hat sich mit Freund Gabe einen Mann ausgesucht, der keine Verantwortung tragen will, den sie kontrolliert und damit einengt, weshalb es zum Bruch kommt. Dabei sehnt sie sich nach einer starken Schulter zum Anlehnen, einem Mann, der ihr Entscheidungen abnimmt. Doch erst einmal muss sie lernen, eigene Entscheidungen zu treffen.

    Mit „Summer in Maine“ schafft es J. Courtney Sullivan, den Leser einen Platz in einer katholischen irisch-amerikanischen Familie zu verschaffen und hautnah mitzuerleben, welche Geheimnisse die einzelnen Frauen hüten und wie ihr Leben und ihre Entwicklung miteinander zu tun haben. Einzig und allein das Romanende enttäuscht etwas, denn es schließt die Geschichte nicht rund ab, sondern wird zu schnell abgehandelt, was zum Rest des Buches nicht so recht passen will.

    Ein toller Urlaubsschmöker der anspruchsvolleren Art, der Freunden von Familiengeschichten besonders gefallen dürfte. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

     

    Kommentieren0
    57
    Teilen
    Barbara62s avatar
    Barbara62vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein sehr unterhaltsamer, leicht geschriebener und dennoch gehaltvoller amerikanischer Familienroman.
    “Wer sich in Familie begibt, kommt darin um” (Heimito von Doderer)

    Seit Jahrzehnten verbringen die Mitglieder der irisch-amerikanischen Familie Kelleher die Sommerferien in ihrem Ferienhaus in Cape Neddick, Maine. Was lange der Treffpunkt für die Eltern Alice und Daniel mit ihren drei Kindern und deren Familien war und vor Leben pulsierte, ist nach Daniels Tod und der Aufteilung der Ferienmonate nur noch ein Ferienhaus, das man abwechselnd nutzt.

    Doch in diesem Sommer ist alles anders und so treffen plötzlich vier Frauen aus drei Generationen des Clans aufeinander: Alice, die alte Matriarchin, die ihre Lebensträume nie verwirklichen konnte und lebenslang eine heimliche alte Schuld abbüßt, ihre Tochter Kathleen, geschieden, ehemalige Alkoholikerin, die sich vor der Familienenge nach Kalifornien geflüchtet hat und dort mit einem Althippie eine Wurmfarm betreibt, deren scheinbar perfekte Schwägerin Ann Marie, die sich in die Welt ihrer Puppenhäuser geflüchtet hat, und Kathleens Tochter Maggie, schwanger ohne Partner, die das selbstbestimmte Leben führt, das ihrer Großmutter verwehrt blieb. Der große Knall kann bei diesem Aufeinandertreffen nicht ausbleiben und was lange verdrängt und verschwiegen wurde, kommt nun auf den Tisch.

    Abwechselnd erzählen die Frauen aus ihrer Perspektive über sich und die anderen und über die Möglichkeiten verschiedener Frauengenerationen, mal sarkastisch, mal nachdenklich, mal voller Bosheit, mal humorvoll, und am Ende kehrt jede dankbar in ihr Leben außerhalb Maines zurück.

    Ein sehr unterhaltsamer, leicht geschriebener und dennoch gehaltvoller Familienroman.

    Kommentieren0
    36
    Teilen
    W
    wollweissvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Lebendige Charaktere, mit denen man mitlebt. Dennoch hätte man diesen Roman kürzen können. Dem Schluss konnte ich nichts abgewinnen.
    Schöner Frauenroman

    Die Autorin hat hier Charaktere erschaffen, die einen bewegen. Die charismatische Alice wurde mir mit jedem Kapitel unsympathischer und ich habe mich mehr als einmal über ihre Art geärgert; die biedere Ann Marie, der ich anfangs nur wenig abgewinnen konnte, gewinnt im Laufe des Buchs dazu und irgend wann mochte ich sie; bei Kathleen bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich von ihr halten soll, aber auf jeden Fall war sie mir nicht egal. Und Maggie habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen.
    Alle 4 haben ihre Geschichte und keine davon ist langweilig. Nur waren es mir in Summe zu viele Beschreibungen und ich habe mich dabei ertappt dass ich sie manchmal überflogen habe.
    Der Schluss passt meines Erachtens nach nicht zu diesem realistischen Buch und hat mich bewogen, statt 4 nur 3 Sternchen zu vergeben.

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Berlin_Verlags avatar
    »Wenn Sie nur ein einziges Buch in die Ferien mitnehmen wollen, dann sollten Sie dieses einpacken!« BRIGITTE  

    Und wenn ihr diesen Sommer nur ein Buch gemeinsam mit anderen lesen wollt, dann solltet ihr euch für diese Leserunde bewerben:

    Sommer in Maine von  J. Courtney Sullivan

    Ein romantisches Ferienhäuschen an der Küste Neuenglands, vier Frauen, die zusammen den Sommer verbringen: eigentlich paradiesisch, aber zwischen Grandma Alice, Tochter Kathleen, Enkelin Maggie und Schwiegertochter Ann Marie knirscht es gewaltig, denn eine jede bringt die Geister ihrer Vergangenheit mit. Während Alice alles dafür geben würde, eine einzige tragische Nacht in ihrem Leben ungeschehen zu machen, haben auch Maggie, Kathleen und die scheinbar so perfekte Ann Marie Angst, dass ihre gut gehüteten Geheimnisse ans Licht kommen könnten. Doch in diesen paar Wochen werden die Karten auf den Tisch gelegt…und es wird ein wunderschöner Sommer.

    Leseprobe

    Um in den Lostopf zu springen, müsst ihr nur unsere Frage beantworten:

    Wie stellt ihr euch euren Traumurlaub vor?  Würdet ihr euch am liebsten gleich mit unseren Protagonistinnen im Strandhaus einquartieren, bevorzugt ihr ruhige Stunden auf dem Land, zieht es euch eher in die große Stadt oder habt ihr ganz andere Pläne?

    Wir freuen uns auf eure Bewerbung und wünschen euch viel Glück bei der Auslosung – und auf jeden Fall eine schöne Ferienzeit!

    Euer Berlin Verlag
    S
    Letzter Beitrag von  SLovesBooksvor 4 Jahren
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks