J. D. Salinger

 3,8 Sterne bei 2.330 Bewertungen
Autorenbild von J. D. Salinger (©Gemeinfrei, Picture by Robert Vickrey for Time Mag.)

Lebenslauf

Der Autor des drittgrößten US-Bestseller aller Zeiten: Der amerikanische Schriftsteller Jerome David Salinger wurde 1919 in New York geboren. Salingers Vater war polnisch-jüdischer Abstammung und seine Mutter schottisch-irischer. Seine Mutter konvertierte vor ihrer Hochzeit zum Judentum. Er besuchte eine Privatschule in Manhattan und ging anschließend auf die Valley Forge Military Academy in Wayne, Pennsylvania. Erste schriftstellerische Versuche unternahm er in der Kadettenzeitschrift "Crossed Sabres." Anschließend reiste er für 5 Monate nach Europa, wo eine Ausbildung in einer Metzegrei machte um darauf vorbereitet zu werden das Importunternehmen seines Vaters zu übernehmen ging er zurück. In Amerika studierte er in Collegeville und an der Columbia Universität. Er verließ beide Universitäten ohne Abschluss, veröffentlichte jedoch seine erste Kurzgeschichte im Story Magazin. 1941 wurde er von der Army eingezogen und nahm im Frankreich aktiv am Kriegsgeschehen teil. Nach Ende des Krieges verbrachte er einige Zeit in psychiatrischer Behandlung, da er die Kriegserlebnisse nicht so einfach verarbeiten konnte. Da er sehr gut Deutsch sprach wurde er im fränkischen Gunzenhausen stationiert. Dort heiratete er die Ärztin Sylvia Welter. Die Ehe hielt aber nur kurze Zeit. Zurück in Amerika heiratet er die 19-jährige Psychologie-Studentin Claire Douglas, die im 2 Kinder gebar. Beide Kinder wurden schriftstellerisch tätig und seine Tochter veröffentlichte ihre Erinnerungen an ihren Vater in ihrem Buch "Dream Catcher." Nach 12 Jahren ließ sich Salinger erneut scheiden und begann eine längere Affäre mit der Yale Studentin Joyce Maynard die in ihrem Buch "at home in the world" von dieser Beziehung berichtet. Ende der 80er Jahre heiratete er zum 3. Mal die Krankenschwester Colleen O’Neill. Nach dem Erfolg von die Fänger im Roggen, lebte er vollkommen zurückgezogen und verbarg sich hinter hohen Mauern in Cornish. Am 27. Januar 2010 starb er eines natürlichen Todes in Cornish, New Hampshire.

Alle Bücher von J. D. Salinger

Cover des Buches Franny und Zooey (ISBN: 9783499245589)

Franny und Zooey

(135)
Erschienen am 01.02.2008
Cover des Buches Neun Erzählungen (ISBN: 9783499251511)

Neun Erzählungen

(46)
Erschienen am 02.05.2013
Cover des Buches Die jungen Leute (ISBN: 9783492056984)

Die jungen Leute

(18)
Erschienen am 01.03.2015
Cover des Buches The Catcher in the Rye (ISBN: 9784871876193)

The Catcher in the Rye

(475)
Erschienen am 02.09.2013
Cover des Buches The Catcher in the Rye (ISBN: 9783150198100)

The Catcher in the Rye

(24)
Erschienen am 01.06.2011
Cover des Buches Nine Stories (ISBN: 0316769509)

Nine Stories

(14)
Erschienen am 18.03.2011

Neue Rezensionen zu J. D. Salinger

Cover des Buches The Catcher in the Rye (ISBN: 9784871876193)

Rezension zu "The Catcher in the Rye" von J. D. Salinger

Ein LovelyBooks-Nutzer
Zwischen Wut und Wahrheit

Ich habe dieses Buch nicht einfach gelesen. Ich bin mit Holden durch diese Tage gegangen und habe mich dabei öfter erkannt, als mir lieb war.

Im Zentrum steht ein junger Mensch, der aus allem herausfällt. Schule, Erwartungen, Gespräche. Nichts fühlt sich für ihn wirklich echt an. Er beobachtet, urteilt, zweifelt. Und gleichzeitig sucht er etwas, das er selbst kaum benennen kann.

Was mich berührt hat, ist diese rohe Ehrlichkeit. Holden ist nicht angenehm. Er widerspricht sich, wirkt manchmal überheblich oder verloren. Genau darin liegt seine Wahrheit. Er versucht, sich nicht komplett an eine Welt anzupassen, die ihm oft leer und gespielt vorkommt.

Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass hier jemand Dinge ausspricht, die viele denken, aber selten so klar formulieren. Diese Mischung aus Abwehr, Sehnsucht und stiller Verzweiflung bleibt hängen.

Nicht jede Stelle war leicht zugänglich. Manche Gedanken wirken sprunghaft oder kreisen. Trotzdem entsteht daraus ein sehr klares Bild von innerer Unruhe und Orientierungslosigkeit.

Ich habe aus dem Buch kein „Wissen“ mitgenommen, eher ein Wiedererkennen. Ein Gefühl dafür, wie früh dieser Konflikt beginnt. Zwischen dem, was ich spüre, und dem, was von mir erwartet wird.

Empfehlen würde ich es Menschen, die sich auf unbequeme, ehrliche Stimmen einlassen können. Bücher, die nicht erklären, sondern etwas freilegen.

Cover des Buches Der Fänger im Roggen (ISBN: B00GM4Z9J0)
Trishen77s avatar

Rezension zu "Der Fänger im Roggen" von J. D. Salinger

Trishen77
A wonderful, wonderful book

"Sie hatte eine angenehme Stimme. Vor allem für Telefongespräche geeignet. Sie hätte immer ein gottverdammtes Telefon mit sich herumtragen sollen."

Seit ich auf Amazon.de Rezensionen schreibe, habe ich mich immer bemüht alle Kritikpunkte und Ansätze zu einem Buch in meine Besprechungen mit einfließen zu lassen. Nicht um mich lieb Kind zu machen, sondern weil die Summe aller Meinungen der Spiegel eines jeden Buches ist, ob sie nun zutreffen oder nicht.

Bei jedem Buch, das der amerikanische Schriftsteller J.D. Salinger geschrieben hat (es sind genau 4), fällt mir diese Taktik jedoch sehr schwer. Ich liebe seine Bücher und doch möchte ich nicht ausschließen, dass sie für manche eine eher unbeeindruckende Erfahrung darstellen können, auch wenn ich jedem ans Herz legen möchte, sie zu lesen. Mich haben diese Bücher verändert. Ich kann sie immer wieder lesen, ich bin immer wieder aufs Neue fasziniert und gepackt, gehe immer wieder durch diese Prosa, die ganz ohne Manierismen und fast ohne Sorgfalt auskommt, mit einem Gefühl, als wäre alles, was dort geschrieben steht, ein Geschehen irgendwo zwischen Leben und Kunst, eine nahe und doch zugleich sehr literarische Erfahrung. Auf der Höhe der Literatur und doch in vielen Untiefen.

Der Fänger im Roggen ist nun ein ganz besonderes Werk und ich weiß nicht, ob ich es hinkriege, darüber etwas Gescheites zu schreiben. Ich bin mal wieder, nach der 4ten Lektüre, überrascht, wie schnell dieser Roman doch vorbeigeht und wie viel (in den Zwischenräumen) und zugleich wenig (an der Oberfläche) darin passiert. Doch am meisten hat mich wieder einmal die unglaubliche Nähe, die Aufrichtigkeit und Authentizität, die Empathie und der plötzliche Witz dieses Buches begeistert. Ich frage mich wie immer: Wer traut sich wirklich, so ein Buch zu schreiben, wie "Catcher in the rye" eines ist? So wahr und doch (oder deswegen) so gegen den Strom.
Eine Bekannte, der ich das Buch zu Lesen gab, meinte Holden wäre ein Außenseiter, ein Verrückter gar, ein Nihilist, ein Abgedrehter. Ich bin nicht der Ansicht. Ich glaube Holden geht einfach an der Welt kaputt (und ist nebenbei sehr viel gesünder als die meisten von uns). Aber er geht eben nicht spektakulär kaputt. Überhaupt ist nichts in diesem Buch spektakulär, äußerlich. Es ist alles ganz einfach - und doch so kompliziert. Und Salinger schafft es, dies auf den Punkt zu bringen - er hat ein wundervolles Buch darüber geschrieben, mit einer der besten, in seinen Empfindungen wirklich nachzuempfindenden Figur, die je auf den Leser losgelassen wurde. Wer glaubt, dass Kunst nicht das Leben abbilden könne, weil sie idealisiert, trickst, glättet, der sollte den Fänger im Roggen lesen.

"Aber wenn man am Leben bleiben will, muss man eben dieses Zeug mitmachen."

Ein Buch das sagt: Take it or leave it und das doch im Geheimen weiß: So einfach ist es nicht. Viele Leute sehen in Holden gerne einen klassischen Antihelden (aber Held und Antiheld sind Konstruktionen der Kunst und damit wird man Holden nicht gerecht) oder einen sehr sprunghaften, sonderbaren Kerl. Aber werden wir nicht alle von denselben Dingen wie er umgetrieben? Spontane Abneigung, Verlorenheit, Daseinsjammer und oft dieses Gefühl der Oberflächlichkeit, als hätte man sich in einer Welt der Schemata und Konventionen verlaufen, aus denen stets nur das immer gleiche, beschränkte erwächst – wo man selbst doch nur ein bisschen etwas Wahres haben will? Salinger hat sich getraut diese Emotionen und Ideen am Beispiel eines Heranwachsenden wunderbar zu durchleuchten, das ganze Problem, mit der Welt klarzukommen, mit den Menschen, die alle so verschieden sind und die doch alle in einer Gleichung zusammenkommen sollen, die man Zusammenleben nennt.

Und doch ist Der Fänger im Roggen kein Manifest, keine psychologische Studie und Holden ist kein Ankläger, keine Thomas Bernhard Figur, keiner, der es sich in seiner Opposition leicht macht. Nein, auch er sucht nur seinen Platz in dem Ganzen und hält sich selbst für reichlich schwierig. Dabei zeigt sich gerade an seinem Beispiel, wie schwierig es ist, man selbst zu sein, wenn dieses selbst sich fast nirgendwo mit der Umwelt deckt und sich nicht in eine maßgeschneiderte Existenz begeben will.
Dies alles und noch mehr, verteilt und oft unscheinbar, steckt in diesem Buch.

Mancher mag meinen, es sei ein bloßer Kniff aus Stilmitteln und Vulgärsprache, wie Salinger Holden reden lässt und das sei das ganze Revolutionäre an diesem Buch. Weit gefehlt - weiter geht kaum mehr. Wer den Fänger im Roggen auf diese Dinge festmacht, wird ein großartiges Buch versäumen. Denn all diese sprachlichen Kleinigkeiten - wenn man genau hinhört, nachfühlt, sind es Signale der Seele, wie auch wir selbst sie für einen Moment oft spüren. Dinge, die einen umhauen. Die einen wütend machen. Die einen abrutschen lassen in eine plötzlich Melancholie oder Abgewandtheit. Die einen euphorisch machen oder einen irgendwie seltsam beruhigen oder gar glücklich machen. Dinge, die uns eben umtreiben, weil wir in einer Welt leben, die ständig mit uns kommuniziert und unser Selbst auch ausmacht. All das hat Salinger seiner Figur eingegeben und wenn man dies beim Lesen bedenkt, ist es wahrlich umwerfend, das er dieses Buch überhaupt geschrieben hat. Vor allem, dass er es geschrieben hat, ohne es zu kommentieren, ohne in irgendeiner Weise in Rhetorik oder Abhandlung oder Essayistik zu verfallen.

Bei allem was ich sage, möchte ich dennoch nicht verhehlen, dass dieses Buch kein Wegweiser ist oder eine wirkliche Philosophie vertritt. Holden ist nicht Salinger und selbst wenn, dann ist Holden kein Prophet. Er ist ein Mensch, ein Teenager, wie tausend andere und er spricht mit der Stimme eines solchen und nur damit. Und das, diese einfache Tatsache, macht dieses Buch letztlich (und allein schon) so lesenswert. Nichts türmt sich darüber auf, keine unterschwellige philosophische Strömung hat dieses Werk aufgeschüttet. Es ist ein Werk, das einfach erzählen will, wie das so ist, das Problem mit dem Leben, mit der Schule, mit den Mädchen, mit der Freude, mit der Liebe, mit der Angst, mit dem Glück. Man kann Salinger nur dankbar sein, dass er es geschrieben hat. Für mich und vielleicht nur für mich, ist der Fänger im Roggen eines der schönsten und eindrucksvollsten Werke, die je zwischen zwei Buchdeckeln veröffentlicht wurden. So konzentrierte Erzählkunst und doch ist es ist kein großer, erlesener Roman - es ist viel mehr als das, viel näher am Leben. Es ist Literatur, im besten Sinne.

Zuletzt zur Übersetzung: Übersetzungen sind immer so eine Sache. Ich glaube nicht, dass man Den Fänger im Roggen im Original lesen muss, auch wenn das wiederum eine ganz besondere Erfahrung ist. Die neue Übersetzung von Schönfeld finde ich auch okay, wobei mir die von Böll besser gefällt, wenn sie auch anfangs etwas verstellt wirkt. Aber in dieser Übersetzung habe ich mehr das Gefühl, dass das Werk wirklich in die deutsche Sprache übersetzt wurde und ihren Ansprüchen, ihrer Art gerecht wurde, während Schönfelds Übersetzung mehr ein Versuch ist, die Legerheit und Eigenheit der englischen Version auch im Deutschen erreichbar zu machen (aber es ist nun mal das Problem, dass diese Art im Englischen total gut kommt, mit ihrer Knappheit etc., aber im Deutschen etwas zu BAM-mäßig klingt). Sind eben zwei Konzepte, die man beide nicht aburteilen sollte.

Konsequent erzählte Ich-Sicht, stilistisch stark. Inhaltlich Geschmackssache, Plot etwas dünn.

»Der Fänger im Roggen« bekommt von mir 4 Sterne. Schreibstilistisch fand ich das Buch wirklich stark: Die konsequent durchgezogene Ich-Perspektive funktioniert hervorragend, sehr flüssig, sehr gleichmäßig und mit einem erstaunlich hohen Sog. Salinger schafft es, einen Ton zu halten, der gleichzeitig authentisch und literarisch ist – das ist bemerkenswert.

Inhaltlich ist es für mich eher Geschmackssache. Ein jugendlicher, der sich auf seinem Selbstfindungsweg windet, strauchelt, sucht und reflektiert – das ist solide erzählt, aber thematisch nicht unbedingt das, was mich am meisten fesselt. Der Plot selbst hätte für meinen Geschmack etwas spannender oder vielschichtiger sein dürfen. Trotzdem bleibe ich bei 4 Sternen, weil die Umsetzung stilistisch überragend ist, obwohl mich das Thema weniger interessiert.


Ich würde tatsächlich gerne einmal ein Werk von Salinger lesen, in dem er dieselbe erzählerische Technik auf einen etwas spannenderen oder komplexeren Plot anwendet. Vielleicht hat jemand eine gute Empfehlung?

Gespräche aus der Community

Gewinnspieltag 4 auf meinem Blog :) Um mitzumachen, bitte hier eintragen:
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0 BeiträgeVerlosung beendet
Ein Buch, das ca. am Ende des 2. Weltkrieges geschrieben wurde. Fast würde ich sagen ein Klassiker. Ein paar haben es vielleicht in der Schule gelesen. Wer Lust und Zeit hat, kann sich gerne an der Leserunde beteiligen!
32 Beiträge
marimirls avatar
Letzter Beitrag von  marimirl
So, jetzt habe ich mich auch endlich überwunden, auch die letzten Seiten zu lesen. Gegen Ende, vor allem als Phoebe ins Spiel kam, fand ich das Buch etwas besser als am Anfang. Gerade zu Beginn hat mich die Sprache ziemlich gestört, was sich mit der Zeit aber legte, nicht weil es besser wurde, sondern weil ich mich einfach daran gewöhnt habe. Auch wenn mir das Buch nicht wirklich zusagt, kann ich schon verstehen, warum es zum Klassiker wurde bzw. warum so viele davon schwärmen. Es geht hier nicht um Spannungsaufbau (der mir eindeutig gefehlt hat), sondern um die menschliche Psyche. Holden zu analysieren gäbe bestimmt einiges her. Ich denke, es geht um das Erwachsenwerden, um die verstörte Jugend. Trotzdem, es passiert halt nichts, und das hat es für mich eher langweilig gemacht. Off-topic: Ich lese schon wieder ein Buch mit einer seltsamen Sprache...

Zusätzliche Informationen

J. D. Salinger wurde am 31. Dezember 1918 in New York (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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