J. D. Salinger Die jungen Leute

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Inhaltsangabe zu „Die jungen Leute“ von J. D. Salinger

Am 22. Juli dieses Jahres veröffentlichte ein kleiner Verlag aus Memphis den Erzählungsband "Die jungen Leute" von J.D. Salinger, die erste Publikation des amerikanischen Kultautors seit fünfzig Jahren. Diese ersten Erzählungen eines der größten und unergründlichsten Schriftsteller unserer Zeit sind ein seltenes literarisches Ereignis. Am 22. Juli 2014 brachte ein kleiner Verlag aus Memphis »Die jungen Leute« heraus, die erste Veröffentlichung des amerikanischen Kultautors J.D. Salinger seit fünfzig Jahren. Es sind seine ersten Erzählungen, und sie lassen bei aller Knappheit ungewöhnliches schriftstellerisches Talent und feines psychologisches Gespür erkennen: Salinger erzählt darin mit wenigen Worten und doch mit vielen Zwischentönen von Sehnsüchten und Eitelkeiten, Schwäche und Ohnmacht in sehr ungleichen Beziehungen, sei es zwischen jungen Eheleuten, Geschwistern oder zwei Partygängern, die unverhohlen auf Partnersuche sind. Eine literarische Entdeckung, die einen neuen Blick auf das schmale Werk des großen Autors ermöglicht.

Im Vergleich zu Salingers "Der Fänger im Roggen" eher unspektakulär. Der große A-ha-Moment fehlt.

— Hamlets_Erbin

Salingers große Stärke ist mit wenigen Worten vieles zu erzählen.

— Maldoror

Salinger steigert sich von Geschichte zu Geschichte!

— Gruenente

Was für eine wunderbare Sprache!

— Viv

Frühe Erzählungen Salingers, die - wie der"Fänger im Roggen" - von der Verletzbarkeit der jungen Seele handeln. Schön und beeindruckend.

— JoBerlin

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    Die jungen Leute

    Creed

    31. December 2015 um 18:48

    Das Buch ist recht seitenarm, leider, bedingt dadurch, dass Salingers Erben (sein Sohn und seine dritte Ehefrau) bis heute bestimmte Veröffentlichungen von ihm verhindern. Dazu gehört offenbar auch das Übersetzen und Publizieren seiner über 20 Kurzgeschichten, die nur im Original existieren. Vorliegende drei Storys, seine beiden ersten und eine ebenfalls recht früh veröffentlichte, wurden im Nachhinein ebenfalls wieder zurückgezogen. Alle noch nicht verkauften Exemplare mußten traurigerweise eingestampft werden. Salinger zeigt in diesen drei Miniaturen (zwei davon schrieb er mit Anfang 20) bereits ein ungeheures Talent in der Charakterisierung seiner Figuren. Und zwar entfalten sich die Akteure fast ausschließlich über die Dialoge, welche unglaublich lebensnah wirken. Salinger schreibt (wie sein Vorbild Hemingway) andeutungsweise, der Leser erfährt Details eher zwischen den Zeilen. Die Geschichte "Die jungen Leute" erzählt von der unbeholfenen Annäherung zweier junger Partygänger, die komplett ins Leere läuft. In "Geh zu Eddie" beklagt sich ein junger Mann bei seiner Schwester über ihren unsoliden, schlampenartigen Lebenswandel und in "Einmal die Woche bringt dich schon nicht um" bittet ein angehender junger Soldat seine Frau, sich in seiner Abwesenheit um seine geistig verwirrte Tante zu kümmern. Alle drei Erzählungen sind kurz, sprachlich genial und einfach gut. Damit das Büchlein doch noch eine gewisse Seitenzahl erhält, befinden sich ein interessantes Nachwort und Salingers Lebensdaten am Ende des Bandes. Fazit: Ein schöner Blick auf das frühe Schaffen eines hervorragenden Autors...realistisch ausgearbeitete Dialoge, faszinierend geschilderte Charaktere und viel Nachdenkliches. Top!

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  • Die jungen Leute

    Die jungen Leute

    Carooooo

    02. September 2015 um 23:12

    Drei Geschichten, die einen für eine kleine Weile in eine vergangene Zeit blicken lassen ohne dass drauf der Fokus liegt.  Sie handeln von ganz unterschiedlichen Menschen und doch liegt über jeder Geschichte die typisch rauchige Atmosphäre. Ob es nun um junge Menschen auf einer Party geht, eine hübsche Dame die von Bobby besucht wird oder um einen Mann, der nicht weiss, ob er mit seiner Tante nochmals in Kino gehen wird, Salinger schafft es in kleine zwischenmenschliche Begegnungen eine Tiefe und Bedeutung zu legen, wie es nur wenigen schaffen. Von mir eine klare Empfehlung für einen verregneten Abend auf dem Sofa!

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  • Was neues von Salinger? Wie geht das denn?

    Die jungen Leute

    Gruenente

    05. May 2015 um 18:23

    Ja: es gibt ein Buch mit Geschichten von ihm.  Sie sind neu, weil sie erstmalig auf Deutsch  veröffentlicht wurden.Die jungen Leute“ beschreibt eine Party. Eine Party von jungen Menschen, zumeist Studenten. Gastgeberin ist Lucille Henderson. Sie versucht, nachdem „die Party ordentlich in Fahrt gekommen war“ auch die Außenseiterin Edna einzubinden und stellt ihr William Jameson junior vor. Die beiden führen eine verkrampfte Unterhaltung auf dem Balkon, Bill reagiert auf Ednas Annäherungsversuche nicht und will einfach nur zurück in den Raum um weiter mit einigen anderen jungen Männern den Star des Abends „die kleine Blonde“ zu hofieren. Kommt mir alle sehr bekannt vor: ein Party, eine Außenseiterin, eine hübsche, hinter der alle Jungs her sind. Oberflächliche Gespräche, Alkohol, Zigaretten, laute Musik. Wie heute auch. 8pardon, zumindest wie damals, als ich noch zu den jungen Leuten gehörte…). Das Setting dieser Geschichte ist somit irgendwie zeitlos. Interessant ist die im Gespräch verwendete Sprache, kurze, oft nur halbe Sätze, ein wenig zeitgemäßer (damalige Zeit) Slang aber alles noch jungen Leuten aus gutem Hause angemessen. Die Dialoge sind lebendig, die Beschreibungen bildhaft. Kopfkino läuft. „Geh zu Eddie“. Hier wurde der wohl am häufigsten in der Geschichte vorkommende Satz als Titel  gewählt. Anders als in der ersten Geschichte war mir anfangs nicht so ganz klar, wie die beiden Protagonisten zueinander stehen. Da ist zum einen die schöne Helen, die in einem wohl ausgestatteten Zimmer mit Bad ihrer Körperpflege nachgeht, als das Hausmädchen den Besuch von „Mr Bobby“ meldet. Helen zieht sich „ihren königsblauen Morgenmantel so zurecht, dass er ihre langen nackten Beine bedeckte“ und lässt bitten. Wer ist Helen? Eine reiche, verwöhnte Frau? Eine Prostituierte? Und wer ist Bobby? Das klärt sich im Laufe des Gesprächs: Bobby ist Helens Bruder, er versucht die Schauspielerin dazu zu bringen einen Job anzunehmen. Diesen würde eben dieser Eddie bieten. Doch Bobby Einflussmöglichkeiten auf seine Schwester sind gering. In dieser Geschichte steht für mich die bildhafte Beschreibung des Raumes und der beiden Geschwister im Vordergrund: „Die Sonne, die nun auf beiden lag, sättigte ihre milchige Haut, bei Bobby dagegen offenbarte sie lediglich dessen Schuppen und die Säcke unter seinen Augen.“.  Die Atmosphäre eines verschwenderisch, sehr weiblichen Boudoirs wird heraufbeschworen. Das steht mir alles klar vor Augen. Verschwommen ist für mich aber auch nach dem Gespräch der beiden das tatsächliche Verhältnis. Ist da etwas mehr, als es sich für Geschwister gehört? Lebt Bobby von den Gagen seiner Schwester? Weiß er, dass sie ihn belügt? Auf mich wirkt gerade diese Geschichte wie ein Romanfragment. Ich wüsste zu gerne mehr! Das Meisterstück dieser Geschichtensammlung ist für mich  „Einmal die Woche bringt dich schon nicht um“ März 1944. Ein junger Mann, wohlhabend, verheiratet, aus gutem Haus packt einen Koffer. Er zieht in den Krieg. Seine junge, naive Frau hat den Ernst der Zeit wohl nicht ganz begriffen. Der Krieg ist halt nicht in Amerika nagekommen. Sie gibt ihm gut gemeinte Ratschläge: „Die Kavallerie ist reizend… Ich finde diese kleinen Schwertdinger so hinreißend, die die da am Kragen haben.“ Ehe währt noch nicht sehr lange: „seit drei Jahren ging das nun, und immerzu hatte sie mit ihm im Kursiven gesprochen.“ Die junge, verwöhnte Virginia sorgt sich nicht um ihren Mann. Eher darum, dass er hoffentlich nach England kommt und ihr schöne Stoffe, z.B. Tweed mitbringt. Er sorgt sich nicht um seine Frau, sondern um seine Tante. Er versucht Virginia dazu zu bringen die alte Dame einmal pro Woche ins Kino auszuführen.  Das würde sie nicht umbringen, wie er mehrmals wiederholt.  Er weiß, das Virginia dazu keine Lust hat, denn „sie ist so plemplem“. Die Tante, nicht Virginia. Im zweiten Teil der Kurzgeschichte besucht er seine Tante in ihrem schönen Zimmer im oberen Stockwerk. Sie wirkt liebenswürdig, leicht schrullig und gar nicht „plemplem“. Er will sich auch von ihr verabschieden. Sie ist im wichtig. „Er hatte gewollt, dass sie die eine Frau im Jahr 1944 war, die von keinem die Sanduhr im Blick behalten sollte. Jetzt wusste er, dass er ihr seine eigene geben musste.“  Im Angesicht seiner Tante erlaubt er sich an seinen bevorstehenden Kriegseinsatz und seine möglichen Konsequenzen zu denken. Bei seiner oberflächlichen Frau war das nicht möglich. Sie führen ein liebevolles Gespräch über die Vergangenheit. Erst am Ende geht dem Leser auf, dass die Tante in dieser vergangene Zeit Zeit lebt. Sie lebt in der Zeit, als ihre Sammelalben, mit denen sie den Tag verbringt, entstanden sind. Er schafft es nicht zu ihr durch zu dringen, ihr zu sagen dass er auch in den Krieg zieht.  Denn sie wartet immer noch auf die Heimkehr desjenigen den sie ziehen ließ. Ebenfalls in den Krieg. Aber in einen, der schon Geschichte ist. Diese letzte Geschichte ist meisterhaft. Tolle Dialoge, sehr gute Beschreibung des Umfeldes. Der Leser weiß direkt wen er vor sich hat, wie die Protagonisten leben, was ihnen wichtig ist. Wie die Beziehungen zwischen ihnen aussehen. Ich habe diese Zimmer vor Augen, die Handelnden, die Atmosphäre. Und obwohl es eine kurze Erzählung ist, wirkt sie rund, alles ist gesagt. Ergänzt werden die drei Erzählungen von einem Nachwort von Thomas Glavinich, der das Phänomen Salinger in verschiedenen Facetten zu ergründen versucht. Hier ausführlicher: http://leckerekekse.de/wordpress/die-jungen-leute/

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  • Was für eine wunderbare Sprache!

    Die jungen Leute

    Viv

    02. April 2015 um 18:28


    Allein aus alltäglichen Dialogen beschwört Salinger vielschichtige Charaktere herauf und skizziert damit in wenigen, aber präzisen Strichen ein Bild der amerikanischen Jugend der 1940er-Jahre.

    Der Autor gehörte selbst dieser Generation an und verfasste die Texte als sensibler Beobachter seiner Zeit und Mitmenschen, noch bevor er Fünfundzwanzig war – sehr beeindruckend!

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