J. D. Vance

 4.1 Sterne bei 34 Bewertungen

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Rezension zu "Hillbilly Elegy: A Memoir of a Family and Culture in Crisis" von J. D. Vance

A personal story
snegelevor einem Monat

J. D. Vance discribes his life in a poverty stricken, economically deprived part of the US. He offers a glimpse into the mindset of its people, the obstecles they face and how the deprivation forms their political stance. 

It is a private account of his life, however for me it offered a glimpse into the mindset of a people we as europeans hardly understand. 

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Rezension zu "Hillbilly-Elegie" von J. D. Vance

Kriegsgebiet Elternhaus
Waschbaerinvor 7 Monaten

Warum bleiben Arme arm? Diese Frage stellt sich auch J.D. Vance, der als Erster in seiner Familie studierte. Eine Antwort auf diese Frage gibt er in dem Buch "Hillbilly-Elegie" Untertitel: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise.

Dies ist ein amerikanisches Buch und wie der Autor bemerkt, auch hauptsächlich ein amerikanisches Problem. Hillbillies, White Trash oder auch Rednecks nennt man sie, die Verlierer des American Dream. Oftmals sind es "drop outs", also Menschen ohne Schulabschluss und ohne die Möglichkeit oder den Willen gute Bildung zu erlangen. Schuld sind (immer) die Anderen. Der Autor bringt das Beispiel eines jungen Paares: Viel zu frühe Schwangerschaft. Doch sie als auch er bekam einen Job. Nach geraumer Zeit wurde beiden wieder gekündigt, weil die junge Frau, trotz leichter Büroarbeit, jeden dritten Tag der Arbeit fern blieb, er  nur jede Woche einmal. Als die Kündigung kam war der Ärger groß. Die Einsicht oder Erkenntnis des eigene Versagens fehlte. Wobei, das ist nicht nur auf die USA beschränkt. 

Menschen  arbeiteten in der nahen Fabrik und als die Fabrik schloss, standen sie auf der Straße, hatten mangels Ausbildung keine sonstige Perspektive. So auch im Umfeld des J.D.Vance. Seine Familie nennt er "Sippe von Verrückten" (S. 25).

Aufgewachsen bei seiner drogenabhängigen und gewalttätigen Mutter, die ihre Männer wechselt wie andere Leute die Handtücher. Seite 264: ".... warum meine Mutter , die zweitbeste Absolventin ihres High-School-Jahrgangs, ein Baby hatte und geschieden war, aber nicht einen Fuß in ein College gesetzt hatte, bevor ihre Teenagerjahre zu Ende waren. ...Chaos erzeugt  Chaos, Instabilität erzeugt Instabilität". Später bekam sie eine Ausbildung zur Krankenschwester, doch da war sie schon zu sehr in der Spirale verhaftet. Immer öfters warf sie Pillen ein, ihren verkorksten Alltag zu bewältigen, bis sie die Arbeit verlor und auf Entzug musste. Doch es wiederholt sich alles.

Ein Lebensmodell, das von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Ein schlechter Start ins Leben. Und doch bekam J.D. Vance dank seiner resoluten Großmutter noch rechtzeitig die Kurve. Sie setzte ihren alkoholkranken und gewalttätigen Ehemann vor die Tür, für den es selbstverständlich war, am Wochenende mit seinen Kumpels in Bars rumzuhängen und Frauen anzumachen. Als das Zusammenleben mit seiner Mutter für den Enkel unerträglich wurde, zwang sie ihre Tochter den Sohn in ihre Obhut zu geben. Fing an, das bekannte Schema zu durchbrechen. Sie erkannte, dass gute Bildung für den Ausstieg aus diesem miesen Leben eine Grundvoraussetzung ist.

Der Autor schreibt auf Seite 8: "Ich war eines dieser Kinder mit einer trostlosen  Zukunft. Ich hätte die High School beinahe nicht geschafft. Ich hätte mich fast der tiefsitzenden Wut und Verbitterung ergeben, die alle in meinem Umfeld erfasst hatte...." Die Mahlzeiten holte man aus dem Diner oder einem der vielen Schnellrestaurants. Über das Kaufverhalten auf Seite 160: "...und je mehr Fertigkost er kaufte umso größer war die Wahrscheinlichkeit, dass er arm war". Man kochte nicht zu Hause.

Alkohol, Drogen und Gewalt waren alltäglich. Herointote keine Seltenheit. Gab es irgendwo Probleme, wurden diese von den Menschen auf eigene Faust - das ist wörtlich zu nehmen - gelöst oder man half auch mal mit der Knarre nach. Seine Großmutter ging nur selten unbewaffnet aus dem Haus.

Seite 147 wird ein Lehrer zitiert: " Sie wollen, dass wir diese Kinder wie Schafe hüten. Aber niemand redet darüber, dass viele von ihnen zu Hause von Wölfen großgezogen werden."
Seite 169: "Kriegsgebiet Elternhaus". Damit gibt der Autor Einblicke in Familien und Elternhäuser, die diese Namen nicht verdienen.

Als er sich zu den Marines meldete und angenommen wurde, bekam er das beigebracht, was bei ihm zu Hause vergessen wurde. Er lernt über den Tellerrand zu schauen. Später studierte er dank eines Stipendiums an einer Elite-Universität. Versucht seit dem, den Hillbilly in sich klein zu halten. Erst im Erwachsenenalter lernt er, dass Menschen auch sorgsam und freundlich miteinander umgehen und nicht aus Frust aufeinander rumhacken müssen. Dies ist ein sehr sozialkritisches Buch, das uns der Autor vorstellt und er beschönigt nichts. Im Grunde will man es nicht wahrhaben, doch wegschauen nützt nichts. Verschiedentlich verweist er auf Studienergebnisse, die aber an der Sachlage nichts ändern.

Gleichzeitig ist er selbst aber auch das beste Beispiel dafür, (Seite 278) "dass man alles erreichen kann, wenn man sich anstrengt".





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Radagasts avatar

Rezension zu "Hillbilly-Elegie" von J. D. Vance

Ein aktuelles und wichtiges Buch für uns alle!!!
Radagastvor einem Jahr

Ich bin leidenschaftliche Leserin der Wochenzeitung "Falter". Vor einigen Wochen war "Hillbilly-Elegie" eine Leseempfehlung der Wochenzeitung. Die kurze Rezension die ich durchgelesen habe, hat ausgereicht mich neugierig auf dieses Buch zu machen. Und wie es der Teufel will, hatte ich früher als erwartet meine Nase in diesem Buch. Hillbilly bedeutet so viel wie "Landei" oder "Hinterwäldler". Der Autor J. D. Vance ist ein Hillbilly und beschreibt in diesen Buch sein turbolendes Leben. Sein Leben ist alles andere als der amerikanische Traum, eher der wahr gewordener Alptraum. Zerrüttete Familienverhältnisse, Umzüge, Drogen, Alkohol, Streit und Schlägerein prägen den jungen J. D. Vance. Sein einziger Anker in seinem chaotischen Leben sind seine Großeltern und seine Verwanden. Und mit viel Glück und Rückhalt seiner Familie schafft er als erster von seiner Familie ein Jurastudium an der Eliteuniversität Yale zu absolvieren. In diesen Buch kommt ganz deutlich die gesellschaftliche Kluft zwischen Arm und Reich zu Tage. Dabei reflektiert der Autor auf nachvollziehbarer Weise wie die weiße Arbeiterschicht im Süden von Amerika denkt und handelt. Die verschiedenen Ansichten von J. D. Vance, warum es dazu gekommen ist, dass die Arbeiterschicht so gravierend in die Armut gerutscht sind, hat mir sehr gut gefallen. Und für mein Verständnis ziemlich gut auf den Punkt gebracht, wo der Hacken hängen geblieben ist.

Ich kann diesem Buch mehr als fünf Sterne geben! Dieses Buch wird in mein Regal einziehen und als Geschenkbuch 2018 weiter verschenkt. Dieses Buch hat mich während dem Lesen innerlich bewegt, bewegt vorallem zum Nachdenken und zur Selbstreflextion, zu einem brandaktuellen Thema das jeden von uns angeht.

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