J. D. Vance Hillbilly-Elegie

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Inhaltsangabe zu „Hillbilly-Elegie“ von J. D. Vance

<p>Seine Großeltern versuchten, mit Fleiß und Mobilität der Armut zu entkommen und sich in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren. Doch letztlich war alles vergeblich. J. D. Vance erzählt die Geschichte seiner Familie - eine Geschichte vom gescheiterten Aufstieg und von der Resignation einer ganzen Bevölkerungssschicht. Sein Buch bewegte Millionen von Lesern in den USA und erklärt nicht zuletzt den Wahltriumph eines Donald Trump.</p>

Bestes Buch, um sich aktuell über die USA zu informieren und das Land aus ungewohnter Sicht zu erfahren.

— Girl56
Girl56

Ergreifend, gesellschaftspolitisch brabndaktuell und betroffen machend. Unbedingt lesen.

— thursdaynext
thursdaynext

Spannend, aktuell, ehrlich und klug! Absolut lesenswert!

— FrauGoldmann_Buecher
FrauGoldmann_Buecher

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    Hillbilly-Elegie
    reisendebuecher

    reisendebuecher

    14. May 2017 um 15:51

    Als bereits im vergangenen Jahr „Hillbilly-Elegie“ von J.D. Vance im Englischen Raum erschienen ist, habe ich mich für das Buch interessiert und es mir auf die Wunschliste gesetzt. Jedoch habe ich es aus einem unerfindlichen Grund nie gekauft, umso erfreuter war ich, als ich jetzt vom Ullstein-Verlag das E-Book auf Deutsch zur Verfügung gestellt bekommen habe.Erfahrungsberichte dieser Art gehören mit zu meiner Lieblingslektüre. Besonders durch aktuellen Entwicklungen in den Vereinigten Staaten angestoßen, ist dieses Buch hochaktuell. Nicht umsonst fragen sich z. B. viele Menschen, wie ein Mann wie Donald Trump, gewählt werden konnte. Klar, das Buch ist nicht darauf ausgelegt eine Antwort auf diese explizite Frage zu geben, doch es zeigt auf, wie das Selbstverständnis dieser Amerikaner ist.Vances Schreibstil ist zu jeder Zeit flüssig und angenehm zu lesen. Dadurch das J.D. Vance über seine eigenen Erfahrungen und sein eigenes Leben erzählt, wird man Leser auch wirklich mitgenommen und man hat nicht das Gefühl irgendeine entfernte soziologische Studie zu lesen. Das machte dies alles sehr angenehm. Aber hierin lag auch meiner Meinung der Schwachpunkt des Buches, durch diese Eigenperspektive hatte ich teilweise Gefühl auf der Stelle zu stehen, bzw. dass sich einige Ereignisse im Kreis drehten und ich – als Leser – nicht wirklich Antworten auf meine Fragen bekam. Insgesamt trübte dies aber nicht mein Leseerlebnis.Noch ein paar kurze Worte zum Inhalt: Vance erzählt seine Geschichte, wie es ist im Hillbilly-Land aufzuwachsen, im sozialen Milieu der armen weißen Arbeiterschicht. Er beschönigt auch nicht seine Familiengeschichte: Gewalt, Drogen und Misshandlung standen leider auf der Tagesordnung. Er versucht anhand seiner eigenen Geschichte zu erklären, warum dieses Milieu sich derzeit so abgehangen fühlt und warum sie nicht der Armut entkommen können.Auch wenn oben Kritikpunkte genannt wurden, ist dieses Buch wirklich sehr gut und nur zu empfehlen. Es hilft einem im Ansatz zu verstehen, warum das weiße Arbeitermilieu sich immer weiter abgrenzt vom restlichen Amerika und es wie ein Teufelskreis die Menschen mit sich zieht und ein Ausbrechen sehr schwer ist

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  • Hillbilly -Elegie - die Lüge des "Pursuit of Happiness"

    Hillbilly-Elegie
    thursdaynext

    thursdaynext

    14. May 2017 um 14:06

    J.D. Vance schrieb seine Lebensgeschichte mit 31 Jahren. Bereits im Vorwort entschuldigt er sich dafür - was ihn mir sehr sympathisch machte - in so jungen Jahren seinen Lebenslauf zu veröffentlichen. Als Entschuldigung bringt er vor, dass er zwar nichts außergewöhnliches zu Stande brachte, doch tatsächlich ist er einer der seltenen Aufsteiger aus dem US amerikanischen "Hillbilly Milieu", allgemein auch als "White Trash" bekannt."Im Hintergrund meiner Geschichte lauert etwas, das mit ethnischer Herkunft zu tun hat. In unserer von Rassenbewusstsein geprägten Gesellschaft reicht das Vokabular oftmals nicht weiter als bis zur Hautfarbe: >>Schwarze<<, >>Asiaten<<, >>Weiße<< (und ihre Privilegien)."Vance ist einer der Millionen weißen Arbeiter Ulster - schottischer Herkunft, den Abgehängten der Gesellschaft die bereits früher als Tagelöhner in der Südstaatengesellschaft der Sklavenhalter Ära schufteten, später im Bergbau und dann in den, damals noch blühenden Industriebetrieben des Rust Belt, die der Globalisierung zum Opfer fielen. Armut ist hier Familientradition, ebenso wie die Wellfare Queens.Die ulster -schottisch/irischen Auswanderer, die Hillbillys der Appalachen die sich im 18. Jahrhundert dort ansiedelten "sind kulturell erstaunlich einheitlich."Religiös, loyal, stark patriotisch, familienorientiert und sehr stolz mit ausgeprägtem Ehrbegriff, besonders, wenn es um ihre Familie geht.Ursprünglich, in Greater Appalachia traditionell demokratisch wählend, änderte sich das Wahlverhalten nach Nixon und krempelte mittels der Wählerwanderung von den Demokraten zu den Republikanern die amerikanische Politik um. Zu Ungunsten der Wechselwähler.Vance schildert seine Jugend und Kindheit nüchtern und sachlich, wird nur emotional wo es um seine Liebe zu Mamaw und Pawpaw geht, seinen Großeltern, die ihm das Entkommen aus Armut, Gewalt, Drogen und Engstirnigkeit erst ermöglichten, ihm die Liebe und Geborgenheit und Werte gaben. Das ist einerseits tief berührend, andererseits empfand ich es als hochgradig beschämend für Menschen wie mich, die ebenjenen "White Trash" verurteilen aufgrund der Einstellung sie wären an ihrer Misere allein selbst schuld. Vance differenziert hier. Er sieht die Arbeitsunlust, den Pessimismus, besonders das Elend der Kinder die in dysfunktionalen Familien, schlechter Ernährung und Hunger, mit drogensüchtigen, saufenden Eltern, meist ohne Vater, oder eher mit häufig wechselnden Ersatzvätern aufwachsen müssen. Es ist eine Spirale aus vielen verschiedenen Einflüssen die, wie mir und wohl auch vielen anderen, egal ob links oder konservativ wählenden und denkenden Menschen die nicht bewusst ist. Die meisten von uns kennen solche Lebensumstände nicht. Können das Denken dieser Menschen, der weißen Arbeiterschicht der USA nicht nachvollziehen, die laut Umfragen die pessimistischste Gruppe in ganz Amerika sind.Vance Anstrengungen diesem Milieu aus Armut, Depression und Elend zu entkommen und ein glückliches, "normales" Leben zu führen sind wirklich äußerst bemerkenswert. Stilistisch schlicht aber packend und ergreifend zu lesen. Besonders, weil er keine wissenschaftliche Studie über das Problem Amerikas geschrieben hat, sondern seinen sehr privaten Werdegang von einem praktisch chancenlosen Kind des mittleren Westens zum Yale Law School Absolvent und erfreulicherweise zufriedenen Menschen. Das ist das Besondere an seiner Lebensgeschichte. Die Stärke, neudeutsch Resilienz diesem psychisch emotional desaströsem Kindheitstraumata zu entkommen und sich ein glückliches, emotional ausgeglichenes, gewaltfreies, selbstbestimmtes Leben zu erkämpfen, denn ein Kampf ist es gewesen.Was mich besonders an Hillbilly - Elegie fasziniert sind die Rückschlüsse die sich daraus ziehen lassen. Nicht nur bezogen auf die USA und die Wahl ihres derzeitigen unsäglichen Präsidenten. Vance Hillbilly - Elegie ist in Teilen und kleinerem Maßstab auch auf Europa übertragbar, wie am Untertitel "...einer Gesellschaft in der Krise" zu erkennen ist. Auch in Europa gewinnen die Populisten die wie Vance schreibt das Gefühlsleben der Zurückgelassenen für sich nutzen und ergo, so unterstelle ich, zumindest ansatzweise nachvollziehen können - was den Linken und den Etablierten bisher nicht gelungen ist - und, so mein Vorwurf, der sich auch an mich selbst richtet aufgrund ihres Unwissens und Unvermögens nicht gelungen ist. Seit Dutschke, der ein großartiger Redner und Rhetoriker war aber in den Teilen der Bevölkerung denen zu helfen man angetreten ist nie ankam und nie verstanden wurde.So sollte dieser New York Times Bestseller Pflichtlektüre für alle sein, die mit dem momentanen Zustand unserer Gesellschaft unzufrieden sind und den Aufstieg des Populismus nicht nachvollziehen können. Vance liefert in seiner Biographie zumindest einige einleuchtende Erklärungsansätze.Ein ergreifendes, Betroffenheit auslösendes, hochpackendes Buch.Ein wenig Einblick in die Lebensumständes des sogenannten White Trash sind in dieser subversiv genialen Serie zu finden:

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