Ein Fantasybuch über Pilze ist mal was anderes. Der Roman zählt nur ca. 240 Seiten, aber die waren unterhaltsam, wenn auch nicht komplex.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist flüssig. Für meinen Geschmack dürfte es mehr Bilder und Metaphern geben, aber insgesamt lässt sich der Text lesen. Dass es auch einige Erklärungen gibt, die manchmal etwas bremsen, liegt in der Natur der Dinge: Man kann kaum ein Buch mit einem derart komplexen Worldbuilding lesen, ohne dass manches erklärt werden muss. Hin und wieder waren mir die Dialoge allerdings zu gekünstelt.
4 Sterne
Charaktere:
Wirklich Tiefgang besitzen die Figuren nicht. Ich fand es in Ordnung, ihnen zu folgen, aber mehr auch nicht. Da ist Luft nach oben.
3 Sterne
Handlung und Struktur:
Die Kapitel und die darin enthaltenen Abschnitte sind kurz, was ich als angenehm empfand, weil sie sich dadurch schnell weglesen lassen. Sieht man von den dem Worldbuilding geschuldeten Erklärungen (ich erwähnte es bereits) ab, ist die Handlung stringent. Sicher ist sie nicht sonderlich komplex. Es ist eben eine Abenteuerreise. Die fand ich aber durchaus auf ihre Art und Weise unterhaltsam.
4,5 Sterne
Tiefgang:
Der Roman wirbt für mehr Respekt und Toleranz gegenüber Mitmenschen (oder Pilzen?) in ganz unterschiedlichen Bereichen. Diese Botschaft war mir an vielen Stellen etwas zu offensichtlich, das hätte man vielleicht auch geschickter verpacken können. Letztlich ist das aber auch einfach eine Frage der Zielgruppe – für jüngere Leser*innen passt es bestimmt.
Allerdings, das sei angemerkt, gab es auch eine für mich unnötig brutale Wendung, die nicht ganz zu der Zielgruppe passen will, sodass ich manchmal das Gefühl hatte, dass sich der Autor nicht wirklich entscheiden konnte, für wen er eigentlich schreibt. Für Erwachsene? Dann hätte manchmal der Ton anders, die Botschaft subtiler und die Handlung komplexer sein müssen. Für Jugendliche? Dann aber bitte ohne Gewalt gegen Kinder.
4 Sterne
Worldbuilding:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas Vergleichbares gibt: einen Fantasyroman über Pilzvölker. Das ist definitiv was anderes und hier verbirgt sich viel Kreativität. Ganz konsistent war für mich allerdings nicht alles: Was hat denn in dieser Welt beispielsweise Schokolade verloren oder warum spezialisiert sich ausgerechnet das Nordvolk auf Süßwaren aus Marzipan? Aber darüber sehe ich nun aufgrund der Ungewöhnlichkeit hinweg und gebe trotzdem volle Punktzahl.
5 Sterne
Das Buch war auf jeden Fall mal was anderes. Für meinen Geschmack war es zu wenig komplex – irgendwie hat mich dieses Pilzabenteuer aber trotzdem unterhalten und ich habe gerne nach diesen (zugegeben nicht dicken) Buch gegriffen. Ich würde sagen, für jüngere Leser*innen als mich oder als nette Unterhaltungslektüre zwischendurch ist es auf jeden Fall zu empfehlen. Wer außerdem Herbstlektüre sucht, ist mit dieser Pilzwelt sicherlich ebenfalls gut bedient.
Gesamtwertung: 4,1 Sterne, macht gerundet 4 Sterne