J. Ilundáin-Agurruza

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Die Philosophie des Radfahrens

Die Philosophie des Radfahrens

 (4)
Erschienen am 15.01.2017

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Rezension zu "Die Philosophie des Radfahrens" von J. Ilundáin-Agurruza

Selbsterkenntnis auf dem Rad
Koehler-trifft-Buchvor 5 Monaten

Der Inhalt des gut 200 Seiten starkes Buches „Die Philosophie des Radfahrens“  umfasst 15 Essais über das Radfahren, die zugleich so etwas wie ein philosophisches Kompendium des Radfahrens sind. Denn die Autoren um die Herausgeber Jesús Ilundáin-Agurruza, Michael W. Austin und Peter Reichenbach behandeln ganz unterschiedliche philosophische Aspekte des Radfahrens und des Radsports wie den Bewegungsaspekt, die politische Dimension des Radfahrens, die metaphysische Komponente oder die Rolle der Technik. Betrachtet werden aber auch emanzipatorische Überlegungen zum Radfahren, der Wettkampfaspekt und die Verwendung leistungssteigernder Mittel (Doping). Fast alle Autoren haben einen akademischen Hintergrund und sind nicht nur begeisterte Radfahrer, sondern lehren auch als Philosophiedozenten an Hochschulen. Die einzelnen Artikel weisen daher oft Bezüge zu philosophischen Denkschulen auf. Zitiert werden u.a. Nietzsche, Thoreau und Dewey, aber auch Klassiker wie Aristoteles, Epiktet und Marc Aurel, um nur einige zu nennen.

 

So stellt etwa Steven D. Hales in seinem Beitrag sechs Regeln für das Radfahren auf, die das Leben selbst lernt. Wer diese beachtet, hat nach seiner Einschätzung die Chance sich selbst kennenzulernen, also den Leitspruch des Orakels von Delphi zu verwirklichen. Das dabei natürlich an erster Stelle das Training steht, ist klar. Interessant ist aber die fünfte Lektion: „Erwarte das Unerwartete“. Radfahren hat etwas mit Fatalismus zu tun. Für Steen Nepper Larsen vereint das Radfahren die Kategorien Raum und Zeit: Denn mit der Länge der Strecke und der damit verbundenen körperlichen Anstrengung werde aus dem „Hier und Jetzt“, das man auf der Zeitleiste an einem bestimmten Zeitpunkt ablesen könne, ein „ausgedehnter Moment“: „Die Zeit fällt aus den Angeln und erreicht einen Zustand der Vollkommenheit.“ Und für die Ex-Radsportlerin Heather L. Reid ist das Wichtigste, „dass ich das, was ich erreicht habe, selbst erreicht habe“. Dabei komme es nicht nur auf Muskelkraft an, sondern auch auf Klugheit. So sei der wichtigste Umgang mit Bergen, die für jeden echten Pedaleur die Krönung sind, der „Respekt“ vor ihnen. Wie wahr!

 

Die Philosophie des Radfahrens ist ein Buch für alle Freunde des Radsports, die selbst schon hinreichende Selbsterfahrungen auf dem Zweirad gemacht haben und nach einem Sinn und einer Bestätigung für ihr Tun suchen.

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