Der Kuss des Menschenfressers: Staatsanwalt Oberlins dritter Fall

von J. J. Caesing 
4,4 Sterne bei7 Bewertungen
Der Kuss des Menschenfressers: Staatsanwalt Oberlins dritter Fall
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Ein düsterer und berührender Kriminalfall, der zur Zeit des Ersten Weltkrieges spielt

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Elsass, Serienmörder, Widerstände bei den Ermittlungen sind gelungene Zutaten für eine informative und spannende Unterhaltung

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Inhaltsangabe zu "Der Kuss des Menschenfressers: Staatsanwalt Oberlins dritter Fall"

Béatrice Bartholdi ist sieben Jahre alt, als sie tot und vergewaltigt im Siehlbach gefunden wird. Dieser Bach fließt vom Hartmannsweiler Kopf in den Vogesen hinunter in die Rheinebene, vorbei am malerischen Örtchen Wattweiler.
Lieselotte Weidling ist ebenfalls sieben und ihr geschändeter Körper wird in der Möhlin, die bei Breisach in den Rhein mündet, gefunden. Doch zwischen den beiden Morden liegen fast 30 Jahre.
Da Lieselotte im Tod den Knopf einer Uniform umklammert hält, ist es klar, dass Militärstaatsanwalt Oberlin es sein wird, der die Ermittlungen aufnimmt. Im Zuge der Untersuchung stößt Oberlin auf verblüffende Parallelen zwischen dem Fall früher und dem Fall heute. Sollte es sich um ein und denselben Täter handeln? In Oberlins Gedanken beginnen sich Fakten und Vermutungen von damals und heute zu vermischen, die Zeit scheint durcheinander geraten zu sein. Für den Staatsanwalt wird die Lösung des Falles ein geradezu persönliches Anliegen: Béatrice Bartholdi war damals Oberlins Klassenkameradin und Wattweiler ist sein Heimatort.
Dann stellt sich heraus, dass die Kindsmorde in Wattweiler und Breisach nicht die einzigen dieser Art sind. Ähnliche Verbrechen geschahen in der Vergangenheit auch in Schönau im Wiesental und in Stetten am kalten Markt auf der Zollernalb. Der Täter hatte eine blutige Spur durch Deutschlands Südwesten und quer durch die Zeit vor und nach der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. gezogen. Und noch immer mordet er weiter...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B07DX2MDDR
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:186 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:20.06.2018

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    rewarenis avatar
    rewarenivor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein düsterer und berührender Kriminalfall, der zur Zeit des Ersten Weltkrieges spielt
    Menschliche Schicksale

    Schmerzhafte Erinnerungen kommen in Militärstaatsanwalt Major Jean Oberlin hoch, als er die Ermittlungen an der kleinen, grausam ermordeten Liselotte aufnehmen soll. Vor über 30 Jahren wurde bereits seine Klassenkameradin Beatrice ähnlich ermordet aufgefunden und der Täter konnte nie gefasst werden. Nun gibt es aber eine Spur, denn das ermordete Mädchen hatte einen Uniformknopf in der Hand. Seine Ermittlungen verlaufen nicht immer einfach. Es herrscht Krieg und seine Reisen führen ihn immer wieder in umkämpfte Kriegsgebiete. Auch muss er erfahren, dass es nicht leicht ist an Informationen heran zu kommen, wenn sich Polizei und Militär ihre Kompetenzen streitig machen. Immer wieder entdeckt er Spuren und Hinweise, die von der Vergangenheit bis jetzt hinein reichen und er kommt drauf, dass der Mörder seine blutigen Taten noch öfters wiederholt hat. Immer näher kommt Jean Oberlin dem Verbrecher und er deckt dabei ein furchtbares und trauriges Menschenschicksal auf.

    Schon das Cover zeigt einen furchteinflößenden Wasserspeier am Straßburger Münster und der Titel ,, Der Kuss des Menschenfressers´´ passt perfekt zu dem Roman von J.J. Caesing. Hier ermittelt bereits zum dritten Mal Staatsanwalt Oberlin und man kann sehr gut ohne die Vorgängerbände zu kennen das Buch lesen. Die Geschichte spielt im Ersten Weltkrieg, wo speziell am Harmannsweiler Kopf furchtbare Kämpfe statt gefunden haben. Diese Ereignisse lässt der Autor sehr intensiv und düster vor den Augen des Lesers auferstehen. Seine Protagonisten leiden unter der Armut, hoffen darauf, dass ihre Liebsten gesund wieder kommen und er zeigt auch wie schwer es damals war mit einfachen Mitteln Spuren zu sichern und wie anstrengend und auch gefährlich es sein kann, wenn  große Strecken durch Kriegsgebiete zurück gelegt werden mussten. Hierbei muss ich sagen, dass es mir immer wieder vorgekommen ist, eine Art Reisetagebuch zu lesen, da es auf annähernd jeder Seite einen Ort oder eine Landschaft gegeben hat, durch die jemand durchgefahren ist. Auch sind sehr viele Personen vorgekommen, wo man nie wusste, ob man sich den Namen für den weiteren Verlauf des Romanes merken soll oder nicht.

    Der Autor lässt Oberlin die Geschichte selbst erzählen und man dringt dadurch immer wieder tief in die Gedanken und Gefühlen des Staatsanwaltes ein. Gut gefallen hat mir, dass sich auch die allemannischen Ausdrücke und die Umgangsformen der damaligen Zeit sich angepasst haben an die Erzählung. Interessant waren auch die Vernehmungsprotokolle, die immer wieder dazwischen in kursiver Schrift eigefügt worden sind und Freunde, Bekannte.... des Täters zu Wort kommen ließen. Man kann zwar sehr schnell erahnen um wen es sich handelt, aber man wird dazwischen auf eine falsche Spur umgeleitet und es ist spannend und vor allem traurig zu lesen, warum es zu diesen furchtbaren Verbrechen gekommen ist. Dabei erfährt man auch, welch einen unrühmlichen Beitrag  die  Kirche dabei geleistet hat. Der Autor hat sehr gut und sehr viel recherchiert und hat dadurch einen berührenden , spannenden und auch geschichtlich interessanten Kriminalroman rund um Staatsanwalt Jean Oberlin geschrieben.


    Kommentare: 2
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    0_Lavender_0vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Elsass, Serienmörder, Widerstände bei den Ermittlungen sind gelungene Zutaten für eine informative und spannende Unterhaltung
    Jagd nach einem Serienmörder in den Wirren des 1. Weltkriegs

    Zum Cover:

    Das Cover zeigt einen Wasserspeier des Doms zu Straßburg, der von den Einheimischen „Menschenfresser“ genannt wird. Der Blick wird von einer steinernen Figur angezogen, besonders das weit aufgerissene Maul mit dem gähnenden schwarze Schlund bietet eine ausgesprochen passende Symbolik, denn vor dem Kuss des Täters in diesem Buch, sollte man sich fürchten, besonders wenn man ein kleines Mädchen ist.

     

    Zum Inhalt:

    Nach „Der dritte Tote“ und „Tod eines Ehrenmannes“ ist dies bereits der dritte Fall des Militärstaatsanwalts Jean Oberlin. Ohne diese beiden Bücher zu kennen, ist es trotzdem einfach, sich einzulesen und dem Protagonisten zu folgen, der in der Zeit des 1. Weltkrieges den abscheulichen Mord an einem kleinen Mädchen im Elsass aufklären soll. Welche Bedeutung hat der Uniformknopf in der Hand des Kindes? Details dieser Tat erinnern ihn an seine Kindheit, denn vor ca. 30 Jahren war in seinem Heimatort an seiner Klassenkameradin Beatrice ein ähnliches Verbrechen verübt worden, das nie aufgeklärt wurde.

    Im Rahmen seiner Ermittlungen stößt Oberlin auf immer mehr Parallelen, sodass er sich bald sicher sein kann, einen Serienmörder zu verfolgen. Das gestaltet sich allerdings schwierig, denn die Front verläuft genau da, wo Oberlin Nachforschungen anstellen muss. Außerdem werden mehrere Personen unter Druck gesetzt mit dem Ziel, die Ermittlungen fallenzulassen.

    Wer steckt dahinter? Wer schützt den Verbrecher? Und: Wer ist der Täter?

     

    Zum Stil:

    Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben und lässt den Leser das Geschehen aus der Sicht des Ermittlers erleben, seine Überlegungen und Gedanken mitdenken. Darüber hinaus wird die Stimmung, die Angst und Gefahr, die durch den Frontverlauf gegeben ist, plastisch eingefangen.

    Die Kritik an der Vorgehensweise von kirchlichen Würdeträgern und sozialkritische Gedanken sind geschickt in der Story verpackt.

     

    Fazit:

    Der gut recherchierte Roman bietet nicht nur spannende Unterhaltung, er wartet auch mit vielen informativen Details über Land und Leute auf. Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend, der sympathische und menschliche Militärstaatsanwalt Oberlin wächst einem sofort ans Herz.

    Ich vergebe 5 von 5 Sternen und werde die ersten beiden Bände lesen.

     

     

     

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    Katharina_Hohenfelss avatar
    Katharina_Hohenfelsvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Hiermit wurde ein gelungener Krimi geschaffen.
    Ein gelungener Krimi

    Ein kleines Mädchen, brutal ermordet. Doch mit diesem Schicksal ist sie nicht alleine. Staatsanwalt Oberlin beginnt schnell, diesen Mord mit einem anderen aus seinen Kindheitstagen in Verbindung zu bringen. Noch zweifelt er an diesem Zusammenhang, doch schon bald kommt es zu einer Reihe weiterer Morde an kleinen Mädchen und Oberlin begreift: Er muss schnell handeln, sonst werden dem Täter noch mehr Mädchen zum Opfer fallen.
    Seltsamerweise scheint es jedoch bald so, als gäbe es da jemanden, der seine Ermittlungen behindern möchte. Da ist etwas, was nicht ans Licht geraten soll...

    Mit „Der Kuss des Menschenfressers", dem 3. Fall von Staatsanwalt Oberlin, welcher zur Zeit des 1. Weltkriegs in Deutschlang spielt, hat J. J. Caesing einen gelungenen Krimi geschaffen. Dieser lässt sich komplett unabhängig von den beiden ersten Bänden lesen.

    Anfangs hatte ich jedoch noch Schwierigkeiten, überhaupt in die Handlung reinzufinden. Man wird von den vielen Personen förmlich erschlagen. Und dann taucht da jemand auf, der für den Rest der Handlung gar keine Rolle spielt. Oder vermeintlich keine Rolle spielt. Puh, sich da zurechtzufinden war für mich wirklich nicht leicht. Ein Personenregister hätte an dieser Stelle ausgeholfen.

    Die Handlung an sich fand ich sehr gelungen. Während man auf den ersten paar Seiten noch denkt „ganz gewöhnlicher Krimi", wird man dann doch von den Wendungen überrascht. Das Ende ist in keinem Fall vorhersehbar, jedoch realistisch – ein gelungener Kompromiss!

    Die Art und Weise, wie die Personen sprechen und miteinander umgehen, ist geprägt durch die Zeit und den Raum der Handlung. Auch an dieser Stelle ist es dem Autor gut gelungen, die Geschichte realistisch darzustellen und sie geichzeitig für den Leser verständlich zu gestalten.

    Anschließend möchte ich noch zu den Figuren sagen, dass Staatsanwalt Oberlin mir wirklich sehr ans Herz gewachsen ist. Er ist eine Figur, die man wirklich gerne begleitet, weshalb ich auch darüber nachdenke, mir die anderen beiden Bände zu besorgen.

    Mein Fazit:
    Ein Krimi, der besonders gegen Ende durch die überraschende Wendung überzeugt. Schreibstil, Handlung, Figuren - aus meiner Sicht alles top und deshalb auf jeden Fall lesenswert.

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    Booky-72s avatar
    Booky-72vor 3 Monaten
    Der Kuss des Menschenfressers

    Der dritte Fall für Staatsanwalt Jean Oberlin zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Es gibt Parallelen zum Fall von vor 30 Jahren, als seine Klassenkameradin auf brutale Weise ermordet wurde. Damals gab es keine Aufklärung. Er tut alles dafür, mit dem neuen Mord auch den damaligen weiter zu untersuchen und tatsächlich gibt es einen Zusammenhang.

    Die Ermittlungen gestalten sich schwierig und gefährlich, gerade im Laufe des Krieges ist es nicht einfach, die Spuren komplett zu verfolgen.

    Ein historischer Kriminalroman mit gut ausgearbeiteten Fakten. Man ist mitten in Geschehen und Spannung.


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    echs avatar
    echvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Spannender historischer Kriminalroman vor der Kulisse des 1. Weltkrieges
    Spannender historischer Kriminalroman vor der Kulisse des 1. Weltkrieges

    Mit diesem Buch legt der Autor J. J. Caesing den bereits dritten Fall mit Jean Oberlin vor, den man aber auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden problemlos lesen und verstehen kann.

    Der Militärstaatsanwalt Jean Oberlin übernimmt im Herbst des Jahres 1915 die Ermittlungen in einem mysteriösen Mordfall, da bei der Leiche der kleinen Lieselotte ein Knopf gefunden wird, der von einer Uniform stammt und somit auf einen Soldaten als Täter hindeutet. Im Zuge der Ermittlungen ergeben sich erstaunliche Parallelen zu einem ungeklärten Mord, der vor 30 Jahren in Oberlins Heimatort geschehen ist. Auch weitere Mörde an jungen Mädchen können dem Täter zugeordnet werden. Oberlin setzt alles daran, den grausamen Mörder zu stoppen.

    Der Autor erzählt die gut aufgebaute Geschichte komplett aus der Perspektive seiner Hauptfigur und fängt dabei die Stimmung aus der Zeit des 1. Weltkrieges sehr gut ein. So ergibt sich eine atmosphärisch dichte Geschichte, die mit einem packenden und sehr bildhaften Schreibstil  vorangetrieben und am Ende auch überzeugend aufgelöst wird.
    Auch wenn die immer wieder eingestreuten Vernehmungsprotokolle den Verdacht sehr schnell auf eine bestimmte Person lenken, bieten die Überführung des Täters und die Motive für die Morde am Ende doch noch die eine oder andere faustdicke Überraschung.

    Ein kleiner, aber feiner historischer Kriminalroman, der mich bestens unterhalten konnte und den ich Liebhabern des Genre uneingeschränkt empfehlen kann.


    Diese Rezension bezieht sich auf die Printausgabe des Buches, die im 4D Verlag erschienen ist.

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    Annette126vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Krimi der ganz besonderen Sorte aus einer nicht grade einfachen Zeit - in meinen Augen ein sehr angenehmes und wertvolles Buch...
    Liebenswert und sehr spannend

    Der "Kuß des Menschenfressers" vom guten J. J. Caesing kommt aus dem sehr interressanten Krimi-Bereich und spielt im Zeitraum des Ersten Weltkrieges. Geschrieben wurde es aus der Sicht des sympathischen Staatsanwaltes Oberlin in Ich-Form. ........In den Jahren 1915/1916 passiert etwas nicht gutes. Das Mädchen Liselotte wurde ermordet und mißbraucht aufgefunden. Der liebe Staatsanwalt Oberlin wird in die Sache mit einbezogen. Erinnerungen aus seiner Kindheit werden dabei wach. Gibt es Gemeinsamkeiten in den Fällen? ?? Die Ermittlungen dabei gehen in alle Richtungen und sind nicht sehr einfach, da ihm dabei auch Steine in den Weg gelegt werden...auch hinsichtlich der Zuständigkeitsbereiche von Polizei und Militär. Auch wegen dem weiteren Krieg im Vogesen - Land. Oberlin ist auf der Suche nach der Bedeutung des Uniformknopfes, welcher in der Hand des Mädchens lag. WIRD ER DIE LÖSUNG für diesen Fall finden??? .............Beim Durchlesen fällt mir sehr auf, das es der liebe Autor versteht - das sich eine bildhafte Darstellung im Kopf bildet. In meinen Augen ist es sehr interressant, wie alles zu damaligen Zeiten ablief. ......Den Schreibstil finde ich dabei sehr angenehm, da es in der richtigen Lesegröße geschrieben wurde. Die regionalen Ausdrücke zwischendurch finde ich dabei sehr in Ordnung. ....Spannung ist in jeder Zeile vorhanden. Das Buch ist bereits der dritte Teil aus der Oberlin-Reihe. Und in meinen Augen auch sehr verständlich verfaßt worden. Die Bedeutung des sehr ansprechenden Buchcovers klärt sich im weiteren Verlauf des Buches auf. .......Mein Gesamteindruck davon: Recht angenehm und sehr lesenswert - Schulnote 1 und die VOLLEN 5 Sterne. Ich kann dieses SEHR GUTE Buch daher wärmstens weiterempfehlen.

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    badwomans avatar
    badwomanvor 3 Monaten
    Düstere Zeiten

    Militärstaatsanwalt Jean Oberlin ermittelt in den Jahren 1915 und 1916 in einem schrecklichen Fall: Das junge Mädchen Lieselotte wurde brutal missbraucht und ermordet. Dieses Verbrechen erinnert Jean an einen Mordfall aus seiner Kindheit: Seine Klassenkameradin wurde dreißig Jahre zuvor auf ähnliche Weise ermordet und der Täter nie gefunden. Doch können diese Fälle zusammenhängen? Jean ermittelt in alle Richtungen und wird dabei nicht überall gern gesehen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Krieg in den Vogesen gnadenlos wütet und die Zuständigkeiten nie ganz klar sind, wo ist das Militär und wo ist die Polizei zuständig? Lieselotte hielt einen Uniformknopf in ihren starren Händen. Das deutet doch auf die Militärpolizei hin – oder?

    Der Krimi „Der Kuss des Menschenfressers“ von J. J. Caesing nimmt den Leser mit in die Wirren des Ersten Weltkrieges. Der Autor versteht es, im Kopf des Lesers Bilder entstehen zu lassen – Bilder, die einen nicht so schnell wieder loslassen. Auch die Polizeiarbeit ist natürlich eine andere als heutzutage, interessant, wie das damals ablief. Zumindest macht das Gelesene den Eindruck, dass der Autor gut recherchiert hat. Jean Oberlin ist in seinem Bestreben, diese schrecklichen Fälle zu lösen, sympathisch; manchmal aber schießt er etwas über das Ziel hinaus, was aber auch nachvollziehbar ist. Alles in allem ist er also ein recht sympathischer und vor allem engagierter Protagonist. Der Schreibstil ist dem Zeitalter angepasst und mit etlichen regionalen Ausdrücken gespickt – man muss schon konzentriert lesen! Und doch sind die 221 Seiten schnell gelesen – die Spannung wird recht gut auf einem hohen Niveau gehalten. „Der Kuss des Menschenfressers“ ist schon der dritte Fall für Jean Oberlin, man kann diesen Band aber problemlos lesen, ohne die ersten Teile zu kennen.

    Das Cover mit diesem gruseligen Wasserspeier fällt auf – mich hat es zum genaueren Hinschauen inspiriert. Der etwas reißerische Titel klärt sich im Buch auf.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Caesings avatar
    Bei "Der Kuss des Menschenfressers" handelt sich um einen historischen Roman, der zeitlich im Ersten Weltkrieg angesiedelt ist. Der Militärstaatsanwalt Major Jean Oberlin untersucht darin einen Kindsmord, der ganz offensichtlich von einem Soldaten begangen wurde. Im Rahmen der Ermittlungen stößt der Staatsanwalt auf erstaunliche Parallelen zu einem Mord an seiner Schulkameradin. Der aber liegt fast 30 Jahre lang zurück und es kann deshalb nicht sein, dass der Täter der selbe ist – oder etwa doch?
    Die Ermittlungen führen Oberlin hinauf auf den stark umkämpften Hartmannsweiler Kopf in den Vogesen, einem der blutigsten Schlachtfelder des Krieges. Doch später führt die Spur über den Schwarzwald hinauf auf die Schwäbische Alb. Zu spät erkennt Oberlin, dass die beiden Mädchenmorde doch zusammenhängen...
    Hier stelle ich mich zur ersten Mal mit einem Buch der Oberlinreihe der Kritik der Leser. Frühere Bücher wurden zwar schon in der Presse besprochen aber außer ab und zu einem kurzem Feedback eines Buchkäufers habe ich noch nie eine echte Diskussion über eines meiner Bücher gehabt.
    Ich bin sehr gespannt auf Euere Wertung und freue mich auf eine rege Diskussion!
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