J. J. Preyer

 4 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Nahtod, Sherlock Holmes und die Moriarty-Lüge und weiteren Büchern.

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Nahtod

Nahtod

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Erschienen am 03.02.2016
Giftgarten

Giftgarten

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Erschienen am 02.05.2017
Rosmarie Weichsler und das Echo von Steyr

Rosmarie Weichsler und das Echo von Steyr

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Erschienen am 28.08.2014
Wiener Blaupausen

Wiener Blaupausen

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Erschienen am 07.02.2018
Hassmord

Hassmord

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Erschienen am 04.02.2015

Neue Rezensionen zu J. J. Preyer

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ChrischiDs avatar

Rezension zu "Nahtod" von J. J. Preyer

Vereint Melancholie und Spannung
ChrischiDvor 3 Jahren

Mehr aus Pflichtbewusstsein denn tatsächlichem Interesse begleitet Chefinspektor Viktor Grimm seinen Freund zur Lesung Nora Furtners, deren Roman ihn interessiert, aber auch verstört zurücklässt. Als das Ehepaar Furtner kurz hintereinander zu Tode kommt und sich eine tiefere Verbindung zu Grimms Freund David abzeichnet, lässt der Chefinspektor sich vorsorglich beurlauben und taucht ab. Journalist Christian Wolf ist nicht nur daran gelegen Viktor Grimm zurückzuholen, sondern auch den Fall zu lösen, egal welche Enthüllungen dieser bereithalten wird...

„Nahtod“ ist der dritte Fall für den Journalisten Christian Wolf und seinen guten Freund Viktor Grimm, Chefinspektor der Steyrer Polizei. Wer bereits einen oder beide Vorgänger gelesen hat, weiß ob der Besonderheit der Sprache, die hier gewählt wird. Eine eher melancholische Grundstimmung untermalt gekonnt das Geschehen, dem es dennoch nicht an Spannung fehlt. Vielmehr besinnt der Leser sich auf Grund der Basis immer wieder der Ruhe und Entspannung, die notwendig sind, um seine Gedanken zu ordnen. Denn nur dann ist es möglich den wahren Tathergang zu rekonstruieren und den Täter zu stellen.

Ein wichtiger Aspekt sind immer auch die Charaktere und ihr Leben. Man taucht regelrecht ein in eine Gemeinschaft, die sich mitunter selbst gerade erst besser kennenlernt. So bekommt man einen tieferen Einblick in die Denkweise der Protagonisten, wie es ansonsten selten der Fall ist. Ob man sich mit einzelnen Figuren identifizieren kann sei dahingestellt, nichtsdestotrotz ergeben sich durch die Zusammenkünfte und Ermittlungsansätze der Gruppe diverse Hinweise, bei denen es sich durchaus lohnt einmal genauer hinzuschauen und der ein oder anderen Spur zu folgen.

Die Spannung entwickelt sich, passend zur Atmosphäre, eher gemächlich, aber dennoch stetig. Zwar kommt man ziemlich rasch einer Ahnung näher, wie sich alles abgespielt haben könnte, es fehlen allerdings noch einige Erkenntnisse im Hinblick auf das Motiv, so dass man im Grunde eher von einem Bauchgefühl denn einem tatsächlich begründetem Verdacht sprechen sollte. Auch wenn so manches Ereignis vorhersehbar erscheint, ist man doch häufig überrascht ob der Wendungen, die sich hin und wieder anschleichen und einen überrumpeln.

J. J. Preyer hat mit Christian Wolf und Viktor Grimm ein Gespann erschaffen, das man gerne noch während weiterer Fälle begleiten möchte.

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Svanvithes avatar

Rezension zu "Nahtod" von J. J. Preyer

Symbiose
Svanvithevor 3 Jahren


Als der Architekt und Kunstmäzen Oscar Furtner im Schlaf stirbt, gehen alle von einem natürlichen Tod durch Herzversagen aus. Doch kurze Zeit später stürzt seine Frau, die bekannte Schriftstellerin Nora Furtner, die Kellertreppe herunter und rückt den Tod ihres Mannes in ein anderes Licht. Untersuchungen ergeben, dass er mit einem Mittel, das bei totkranken Tieren Verwendung findet, regelrecht eingeschläfert wurde, was wiederum auf eine mögliche Beteiligung des Tierarztes Dr. Gustav Lemberger hindeutet oder hindeuten soll.

Chefinspektor Viktor Grimm und sein Freund, der ehemalige Journalist Christian Wolf, haben zunächst zwei Morde zu lösen. Dabei wird es jedoch nicht bleiben...

Mit „Nahtod“ kehrt J. J. Preyer zurück nach Steyr, jener Stadt in Oberösterreich, die bereits in „Mörderseele“ und „Hassmord“ Schauplatz zahlreicher Verbrechen wurde.

Abermalig vermag es der Autor, dem Leser ein umfassendes und illustratives Bild der örtlichen Gegebenheiten zu vermitteln, in dem er zahlreiche Schauplätze mit realen Vorbildern vor Ort und in der nahen Umgebung verwendet, die Einheimische und Kenner der Region wahrscheinlich auf den ersten Blick erkennen werden.

Preyer weiß erneut mit seinem ruhigen Schreibstil zu unterhalten. Die psychologische Geschichte lebt von vielen Gesprächen, durch die der Autor intensiv das komplexe Seelenleben seiner Protagonisten, insbesondere das Verhältnis zwischen Opfern und Täter auslotet, Tiefen ergründet.

Wie auch schon in den vorhergehenden Bänden der Reihe, steht neben der Ermittlung in den Mordfällen, die lebenslange Freundschaft von Christian Wolf und Viktor Grimm im Mittelpunkt. Noch immer kann diese sich auf ein stabiles Fundament stützten, ist allerdings etwas abgekühlt, seit sich Grimm mehr oder weniger offiziell zu seiner Homosexualität bekannt hat und eine Beziehung mit dem Psychotherapeut David Gründler führt.

"... Es ist einerseits möglich, dass Liebe blind macht, dass man lange Zeit etwas nicht wahrhaben möchte, weil man den Menschen, von dem Böses ausgeht, liebt..." (Seite 252)

David erscheint Wolf mehr als Alter Ego seines Freundes Grimm. Der Psychotherapeut ist wie jener korpulent, lächelt oft und umständlich und ist scheinbar zu keiner Aggression fähig, jedoch mit einem gefährlichen Glitzern in den Augen, sobald ihm etwas zuwiderläuft. Es ist offensichtlich, dass sich Grimm und Gründler sich in das jeweilige Spiegelbild verliebt haben und nun eine symbiotische Partnerschaft bilden.

Und genau durch die Beziehung zu David gerät Viktor in Zwiespalt. Einerseits ist er David zugetan, weil er so außergewöhnlich ist und sich scheinbar keine Schranken setzt, keine Grenzen kennt. Andererseits erwartet er Ehrlichkeit, und ist enttäuscht, als dieser wegen der Behandlung von Dominik, dem Sohn der ermordeten Furtners, vor Lügen nicht Halt macht und nicht nur deswegen verschlossen reagiert. Letzten Endes führt genau dies dazu, dass der Psychotherapeut selbst in Verdacht gerät, etwas mit den Morden zu tun zu haben.

„Der Kapitän muss das Schiff steuern, damit nicht die Ratten das Kommando übernehmen." (Seite 149)

Grimm zieht die Reißleine und sich selbst zurück. Er hadert mit sich und fällt in ein tiefes Loch. Eigentlich will er für immer Ruhe haben, aber vor den mit dem Sterben verbundenen Anstrengungen – Angst und Schmerz – schreckt er zurück, und er schiebt es auf. Er wird sich bewusst, dass er – dem eigentlich nur die Begegnung mit Menschen genügt, die Betrachtung der Natur und das Sammeln von Eindrücken und Gegenständen, den falschen Beruf gewählt hat, er nicht die Wahrheit finden und keine Fälle lösen will.

Und so überlässt er Wolf die Ermittlungen. Diesem wiederum liegt das Sammeln von Details nicht, er findet die Beschäftigung damit ermüdend. Deshalb bedauert er, dass Grimm verschwunden ist und diesen Teil der Ermittlungen nicht wie üblich übernommen hat. Bislang hatten die zwei eine Arbeitsteilung. Grimm versorgte Wolf unermüdlich und mit innerer Ruhe gegen unvorhergesehene Entwicklungen gewappnet mit einer Vielzahl an Beobachtungen und Erkenntnissen, und Wolf sichtete und ordnete diese.

Um nicht zu scheitern, unternimmt er alles, um Grimm zurück an den Platz zu bringen, an den er gehört. Bis dahin bekommt er dieses Mal unter anderem auch Hilfe von Grimms Sekretärin, Yvonne Beranek, die beispielsweise Gelegenheit hat, ihre (verdeckten) Ermittlerfähigkeiten in einem Swingerclub unter Beweis zu stellen.

In diesem Zusammenhang sei ein Manko des Romans erwähnt: Es wird ständig getrunken, zu jeder Gelegenheit und bei jedem Treffen. Nicht nur Frau Beranek benötigt immer einen Tropfen Alkohol, damit sich ihre Zunge löst. Es zieht sich wie ein roter (Rotwein)Faden durch die Handlung und stößt beim Lesen leider negativ auf.

"Ich glaube an das, was ist, und sehe, dass es nirgendwo nur Gutes oder nur Schlechtes gibt. Es gibt nicht die absolute Helligkeit oder das absolut Finstere, nur Übergänge zwischen den fiktiven Extremen." (Seite 243)

Wolf fällt es schwer, in diesem Fall klar zu sehen. Immer wieder steht er wie vor einer Wand, die er mit dem Kopf nicht einrennen kann. Stattdessen muss er ein paar Schritte zurücktreten, um nach einer Tür zu suchen, die ihn der Lösung des Falles näher bringt. Denn neben der Aufklärung des mörderischen Geschehens beschäftigt Wolf noch etwas anderes:

Als er Maria Schadend der Schwester der toten Nora Furtner, begegnet, ist ihm die große, beinahe priesterlich wirkende Frau, deren ruhiger Blick Intelligenz und menschliche Tiefe verrät, sofort sympathisch. Sie hat eine starke Wirkung auf ihn und verwirrt ihn gleichzeitig. Ihr Lächeln macht ihn unruhig, und er ist im Begriff, sich in sie zu verlieben, weil sie ihm ein Gefühl von Heimat vermittelt und bei ihr an ein Ziel zu gelangen scheint, das er sich nicht mehr vorstellen konnte.

So sind letzten Endes auch Wolf und Grimm gezwungen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Bedeutung eine Beziehung in ihrem Leben zukommt, wie symbiotisch diese sein darf, und welche Gefahren von zu viel Nähe ausgehen kann. J. J. Preyer gelingt diesbezüglich eine glaubhafte und nachhaltige Darstellung.

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lesefreude_books avatar

Rezension zu "Nahtod" von J. J. Preyer

Wolf ermittelt in seinem dritten Fall
lesefreude_bookvor 3 Jahren

Oscar Furtner und seine Frau Nora sterben kurz hintereinander. Anonyme Briefe deuten an, dass die beiden keineswegs eines natürlichen Todes gestorben sind. Chefinspektor Grimm und der Journalist Christian Wolf beginnen zu ermitteln ohne zu ahnen welchen Irrungen und Wirrungen sie hier auf der Spur sind. Als Grimms Freund, der Psychotherapeut David Gründler ins Visier der Ermittler gerät, lässt sich Grimm beurlauben. Schließlich könnte zu viel Nähe zwischen Ermittler und Täter die Auflösung des Falles gefährden.

Für mich war „Nahtod“ nach „Mörderseele“ der zweite Fall für Wolf. Insofern war ich etwas überrascht über die Veränderungen im Privatleben der Protagonisten, die sich im Laufe des zweiten Falls („Hassmord“) ergeben haben. Dennoch ist das Buch auch ohne jegliche Vorkenntnis verständlich und gut zu lesen.

Ich bin ein großer Fan von J.J. Preyers Schreibstil. Seine Hassliebe zu Steyr, das Leiden des Lebens in einer Kleinstadt und dennoch diese große Liebe zu einer wunderschönen, romantischen Altstadt wie Steyr mit seinen modernen Ausläufen ist immer wieder ein Genuss. So habe ich auch schmunzelnd Wolfs Einkehr bei „Knapp am Eck“ gelesen, wo ich auf jeden Fall die Spinatnockerl empfehlen würde, die leider keine Erwähnung fanden.

J.J. Preyer baut einen gelungen Psychothriller auf. Die Spannung steigt rasch und wird bis zum Schluss gekonnt gehalten. Dabei stehen Beziehungen und vor allem die Frage wie eng Beziehungen sein dürfen, um sich nicht gegenseitig zu Schaden im Vordergrund und regen zum Nachdenken an.

Wolf ist ein intelligenter Mensch und erkennt viele Verbindungen. Leider geht dies manchmal etwas zu schnell und als Leser hat man Mühe mitzubekommen, wie es zu dieser raschen Wendung im Fall kam. So hatte ich gerade bei einer Wendung am Ende das Gefühl, dass Wolfs Talent hier genutzt wurde um zu einem Ende der Geschichte zu gelangen.

Grimms Sekretärin fand ich sehr sympathisch und es gefiel mir gut, dass sie bei den Ermittlungen mithilft. Ihr starker Alkoholkonsum fiel allerdings sehr negativ auf. Die Frau hält es keine zwei Minuten aus ohne ein Gläschen zu fordern. Dabei ist sie gar nicht wählerisch was das alkoholische Getränk betrifft und schüttet alles in sich hinein was sie kriegen kann.

Fazit:
Ein gelungener Thriller in einer wunderschönen Stadt. Übermäßiger Alkoholkonsum und manche rasche Wendung geben dem Lesevergnügen einen kleinen Dämpfer. Jeder der schon einmal durch die Gassen Steyrs gewandelt ist, wird mit diesem raffinierten Thriller seine Freude haben.

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