J. Jefferson Farjeon

 3.9 Sterne bei 57 Bewertungen
Autor von Geheimnis in Weiß, Geheimnis in Weiß: Kriminalroman und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Geheimnis in Weiß

 (53)
Neu erschienen am 22.09.2018 als Taschenbuch bei Klett-Cotta.

Neue Rezensionen zu J. Jefferson Farjeon

Neu
yesterdays avatar

Rezension zu "Geheimnis in Weiß" von J. Jefferson Farjeon

Briten-Krimi mit Weihnachts- und Winterstimmung
yesterdayvor einem Monat

Auch “Geheimnis in Weiß” von J. Jefferson Farjeon reiht sich nahtlos in die wunderbare kleine Reihe von neu oder wieder aufgelegten britischen Kriminalromanen aus der Zwischenkriegszeit bei Klett-Cotta ein.

Für alle die sich jetzt schon den Winter herbeisehnen, sich literarisch abkühlen wollen oder nach einem feinen Weihnachtsgeschenk suchen, eignet sich dieser Krimi wunderbar. Er erschien erstmals 1937 und spielt auch zu dieser Zeit. Ein Zug ist eingeschneit und die Passagiere, die der Leser kennenlernt, gehen ganz unterschiedlich damit um. Es sind ganz verschiedene Charaktere, die das Schicksal hier zusammenführt.

Die Geschwister Carrington,  Miss Noyes, Mister Maltby, Mister Thomson und Mister Hopkins sitzen in einem Abteil. Was sich aus belanglosen Gesprächen über ihre Vorhaben an Weihnachten und das Ziel ihrer Fahrt entwickelt, ist ein höchst unterhaltsamer, spannender und tief berührender Roman über Befindlichkeiten, Stolz und Gruppendynamik.

Zwischendurch scheint der Fall klar, dann wieder verworren, als Leser kann man selbst raten, wer nun tot ist und warum. Neben der einfach Frage “Wer wars?” entpuppt sich die Geschichte aber wesentlich vielschichtiger. Hauptschauplatz ist ein altes, eingeschneites Anwesen, das erleuchtet, aber leer ist. Die Protagonisten sich auf sich gestellt, ohne Telefon, und versuchen, die kleinen Hinweise die es gibt, zu einem Puzzle zusammensetzen, das ihnen verrät, was passierte bevor sie das Haus erreichten. Wie sie überhaupt erst dort hinkamen, liest du im Roman.

Andere Großbritannien-Krimis aus der kleinen Serie mit Leineneinband sind “Geheimnis in Rot”, “Mord in Cornwall” und “Das Geheimnis der Grays”.

Kommentieren0
2
Teilen
A

Rezension zu "Geheimnis in Weiß" von J. Jefferson Farjeon

Ein Literaturklassiker
AnnetteTraksvor 4 Monaten

Vom Londoner Bahnhof Euston kommend, bleibt am Heiligabend ein Zug im dichten Schneetreiben auf offener Strecke in der Nähe des Dorfes Hemmersby liegen. Sechs Passagiere eines Dritte-Klasse-Abteils sehen bald ein, dass sie ihre Bestimmungsorte nicht mehr erreichen werden.

Nachdem Edward Maltby von der Königlich-Parapsychologischen Gesellschaft den Zug als Erster verlassen hat, um sich zu Fuß weiter durchzuschlagen, folgen ihm kurz darauf die Geschwister David und Lydia Carrington, die Revuetänzerin Jessie Noyes sowie der Buchhalter Robert Thomson. Später macht sich auch der ältliche Nörgler Hopkins auf den Weg.

Alle, und zusätzlich noch ein gewisser Smith, treffen in einem offensichtlich verlassenen Landhaus wieder aufeinander: Die Tür ist nicht verschlossen worden, innen brennt Licht, im Kamin lodert ein Feuer, der Tisch ist gedeckt und die Vorratskammer gut gefüllt. Die Reisenden sind sicher, dass die Eigentümer ihnen ihr Eindringen in Anbetracht der Umstände verzeihen werden, richten sich notdürftig in dem Cottage ein und versuchen, dessen Geheimnis zu ergründen - kein ungefährliches Unterfangen.

Resümee:
Die Handlung dieses Kriminalromans beginnt relativ unspektakulär, wenn in einem Zugabteil zufällig sechs grundverschiedene Personen aufeinandertreffen, die sich - mit Ausnahme der Geschwister Carrington - nicht kennen.

Doch dann verbindet sie jäh ein gemeinsames Schicksal: Wegen der Wetterverhältnisse muss der Zug auf offener Strecke halten, eine Weiterfahrt ist auf Sicht unmöglich. Teils für sich alleine, teils gemeinsam treffen sie die Entscheidung auszusteigen, um zu Fuß eine Zuflucht zu suchen. In dem verlassenen, aber gastfreundlich hergerichteten Cottage treffen alle schließlich wieder aufeinander.

Dort entwickelt sich nun eine Gruppendynamik, bei der jeder gemäß seines Charakters eine bestimmte Rolle übernimmt, die die Handlung bestimmt. Ihr gemeinsames Anliegen ist es, das Geheimnis des Hauses und seiner verschwundenen Bewohner zu ergründen. Dabei zieht vor allem Mr. Maltby mit seiner hervorragenden Beobachtungs- und Kombinationsgabe aus vielen Eindrücken und Entdeckungen messerscharfe Schlussfolgerungen und bestimmt dadurch weitestgehend den weiteren Handlungsverlauf.

Spannung und Dramatik steigern sich kontinuierlich, immer wieder gibt es neue Wendungen, nicht zuletzt deshalb, weil Mr. Maltbys Schlüsse zwar aufgrund des aktuellen Wissensstands absolut logisch sind, jedoch stets Erkenntnisse hinzukommen, die wieder neue Rätsel aufwerfen.

Erst ganz zum Schluss ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild, das alle Fragen beantwortet.

 Die grundverschiedenen Charaktere sind äußerst interessant entwickelt:

Haben die Personen zunächst keine Namen, sondern sind ganz allgemein "die Revuetänzerin", "der ältliche Nörgler", "der Buchhalter", "die andere Dame und ihr Bruder" sowie "der alte Mann in der Ecke", so bekommen sie, in dem Maße, wie sie aufeinander angewiesen sind, zunächst Namen und schließlich individuelle Wesensmerkmale.

Der Schreibstil ist, obwohl das Buch bereits vor 80 Jahren entstanden ist, erstaunlich flüssig, die Dialoge, auf denen hier der Schwerpunkt liegt, sind oft humorvoll und feinsinnig.

Fazit: Spannung, intelligente, humorvolle Dialoge und messerscharfen Schlussfolgerungen, machen dieses Werk zu einem faszinierenden Klassiker, bei dem einfach alles passt, sodass das Lesevergnügen garantiert ist.

Kommentieren0
2
Teilen
Aglayas avatar

Rezension zu "Geheimnis in Weiß" von J. Jefferson Farjeon

Starker Anfang, driftet dann aber ab
Aglayavor 9 Monaten

Während eines Schneesturms an Heiligabend bleibt ein Zug auf offener Strecke stecken. Eine Gruppe von Passagieren will nicht auf die Weiterfahrt warten und macht sich zu Fuss auf den Weg zum nächsten Bahnhof. Vom Weg abgekommen treffen sie auf ein verlassenes Haus, in dem nicht alles mit rechten Dingen zu und her zu gehen scheint…

Die Geschichte wird in der Beobachterperspektive erzählt und bevorzugt keine der vielen verschiedenen Figuren. Zu Beginn hatte ich grosse Mühe, die vielen Namen auseinanderzuhalten. Mit der Zeit wurde das zwar besser, aber ein plastisches Bild konnte ich mir trotzdem von keiner der Figuren machen, sie waren mir einfach zu blass und zweidimensional.

Die Handlung beginnt recht spannend. Die Gruppe der Zugreisenden sucht während eines Schneesturms in einem Haus Unterschlupf, dass zwar offensichtlich leer ist, aber anhand des brennenden Kaminfeuers und des Teewassers auf dem Herd wird klar, dass bis vor wenigen Minuten noch jemand da gewesen sein musste. Wo sind die Bewohner hin, was ist mit ihnen passiert, hat hier ein Verbrechen stattgefunden? Leider driftet die Erzählung bald ins Übersinnliche ab und der alte Mann, der die Gruppe anzuführen scheint, zaubert die unmöglichsten Antworten aus dem Hut, ohne klar begründen zu können, wie er sie gefunden hat. Ich habe zwar eigentlich nichts gegen Gespenstergeschichten, aber hier hätte ich mir einen klassischen Krimi gewünscht.

Das Buch stammt aus den 1930ern und das ist den Schreibstil auch anzumerken. Die Frauen werden grundsätzlich als weniger gebildet, weniger belastbar und auch als dümmer erachtet (auch wenn eine der Protagonistinnen dagegen anzukämpfen versucht). Da mir das Entstehungsdatum des Romans bewusst war, hat mich das nicht gestört, damals hatte man halt einfach noch andere Ansichten als heute. Als Leser sollte man sich aber bewusst sein, dass hier heftig mit der Klischee-Keule ausgeteilt wird.

Mein Fazit
Starker, gruseliger Anfang, driftet dann aber ins Übersinnliche ab.

Kommentieren0
24
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Klett-Cotta_Verlags avatar
Kriminalromane gehören genau wie Rotkraut und die Weihnachtsgans zu Weihnachten. Nichts ist schöner als eingekuschelt und mit dem liebsten Heißgetränk ausgestattet einen Krimiklassiker zur Hand zu nehmen und sich zu fragen: Wer hat es getan?
Mit »Geheimnis in Weiß« von J. Jefferson Farjeon hat Klett-Cotta eben so einen Klassiker neu aufgelegt und wir möchten nun mit euch eine winterlich-weihnachtliche Leserunde veranstalten!

HIER GEHT ES ZUR LESEPROBE

»Vier Morde an einem halben Tag! So verdient man sich seine Weihnachtsgans.«

An Heiligabend bleibt ein Zug im Schneetreiben in der Nähe des Dorfes Hemmersby stecken. Mehrere Passagiere suchen Zuflucht in einem verlassenen Landhaus. Die Tür ist offen, der Kamin brennt und der Tisch ist zum Tee gedeckt, doch niemand scheint da zu sein. Aufeinander angewiesen, versuchen die Reisenden das Geheimnis des leeren Hauses zu lüften – als ein Mord passiert.

Trotz heftigen Schneefalls hat eine skurrile Ansammlung von Reisenden London am Weihnachtstag pünktlich verlassen. Auf offener Strecke bleibt der Zug jedoch im Schnee stecken. Die Passagiere beschließen daraufhin nach und nach, ihr Abteil zu verlassen und sich zum nächsten Dorf durchzuschlagen. Auf dem Weg stoßen sie auf ein scheinbar verlassenes Cottage – obwohl die Tür offen steht und es hell erleuchtet ist. Doch dies ist nicht das einzige Geheimnis, das das Haus birgt und nur zu einem hohen Preis offenbart. Wenn der Schneesturm schließlich nachlässt, werden vier Personen das Weihnachtsfest nicht überlebt haben.
»Geheimnis in Weiß« ist ein von der British Library wiederentdeckter Krimiklassiker, der hier erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt.

Kriminalroman
1. Aufl. 2016, 282 Seiten, gebunden, bedruckter Leinenband, Lesebändchen
ISBN: 978-3-608-96102-7
14,95 €
Auch als E-Book verfügbar für 9,99€

dorlis avatar
Letzter Beitrag von  dorlivor 2 Jahren
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 113 Bibliotheken

auf 26 Wunschlisten

von 2 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks