Disgrace [DISGRACE]

von J. M. Coetzee 
3,6 Sterne bei32 Bewertungen
Disgrace [DISGRACE]
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Dieses Buch hat mich gebannt. Es beinhaltet so viele streitbare Themen, das macht das Buch so gut. Und nicht nur das. Der Autor weiß es zu s...

Sehr mitreißend. Unheimlich zu empfehlen, wer sich mit dem Autor auseinander setzen oder ein wenig in die Problematik der Apartheid und ihre...

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Inhaltsangabe zu "Disgrace [DISGRACE]"

David Lurie, Literaturprofessor in mittleren Jahren und zweimal geschieden, ist in Ungnade gefallen: eine Affäre mit einer seiner Studentinnen, die er ohne große Leidenschaft und ohne sonderliche Bedenken unterhielt, ist an die Öffentlichkeit gedrungen. Der peinlichen Befragung durch eine Untersuchungskommission entzieht er sich durch ein Schuldbekenntnis. Er quittiert seinen Dienst und verläßt Kapstadt, um sich für eine Weile zu seiner Tochter auf Land zurückzuziehen.§Lucy, die keinerlei Ambitionen in der Welt ihres Vaters hat, versucht auf einem entlegenen Stück Land eine kleine Farm aufzubauen. Zunächst scheint es, als könnten der Einfluß Lucys und der natürliche Rhythmus des Farmlebens Davids aus den Fugen geratenem Leben neuen Halt geben, doch dann werden Vater und Tochter Opfer eines brutalen Überfalls, in dessen Folge der grundlegende existentielle Konflikt zwischen beiden offen zutage tritt.Coetzees faszinierend kompromißloser Roman, der im Südafrika der Nach-Apartheit spielt, ist die Geschichte einer Lebenskrise, einer Bewußtwerdung und einer Neuorientierung.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B001TI5WUK
Sprache:Englisch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Penguin Books
Erscheinungsdatum:31.01.2003

Rezensionen und Bewertungen

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    Marlischens avatar
    Marlischenvor 7 Jahren
    Rezension zu "Disgrace. Schande, englische Ausgabe" von J. M. Coetzee

    Schwarz/Weiß. Südafrika: Das Machtgefälle kehrt sich um. Packend und sprachlich äußerst versiert erzählt der Nobelpreisträger Coetzee die Geschichte des weißen Universitätsprofessors David Lurie.
    Lurie, im mittleren Alter, zwei mal geschieden, verkörpert den gebildeten Dandy, der sein Interesse an jungen Frauen nicht verheimlicht. Eine publik gemachte Affäre mit einer schwarzen Studentin zwingen ihn zum Rücktritt, er verlässt die Stadt, um eine zeitlang bei seiner Tochter Lucy zu wohnen. Lucy bewirtschaftet eine kleine Farm in der Einöde. Das ländliche Gebiet scheint in der Herrschaft der schwarzen Bevölkerung zu sein. Seinen intellektuellen Hochmut bewahrend werden Lucy und David Opfer eines brutalen Überfalls. Das Verhältniss zwischen David und seiner Tochter, die mit den psychischen Folgen des Überfalls zu kämpfen hat, spannt sich. Davids Leben gerät immer nach und nach aus den Fugen... denn "dieser Ort hier, bleibt was er ist!" "Und was ist dieser Ort?" "Südafrika!!"
    Ich bewundere die eindringliche, literarische Sprache. Die Schilderungen der psychischen Spannungsverhältnisse und der Machtkämpfe zwischen Schwarz und Weiß, Hochmut und Verfall, Vater und Tochter ziehen den Leser in den Bann und hinterlassen Nachwirkungen....

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    anlanas avatar
    anlanavor 9 Jahren
    Rezension zu "Disgrace. Schande, englische Ausgabe" von J. M. Coetzee

    Außerordentlich gut geschriebenes Buch, das verschiedenste brisante Themen, wie beispielsweise Sex im Alter, Apartheid oder Vergewaltigung) aufgreift. Coetzee versteht es, dem Leser einen Eindruck der momentanen südafrikanischen Gesellschaft zu vermitteln, ohne dabei mit erhobenem Zeigefinger zu erzählen und trotzdem kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Sehr gelungen!

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Sehr mitreißend. Unheimlich zu empfehlen, wer sich mit dem Autor auseinander setzen oder ein wenig in die Problematik der Apartheid und ihre...
    Rezension zu "Disgrace. Schande, englische Ausgabe" von J. M. Coetzee

    Welche Form von Konventionen und (damit verbundene) Schande gibt es in einer Welt noch, in der Gott oder eine göttliche Idee nicht mehr die größte bzw. die eindämmendste Rolle spielen?
    Das, so könnte man es vielleicht grob formulieren, ist ein Grundthema des Romanes.
    Die Handlung ist schnell erzählt, dabei aber dennoch so vielschichtig:
    David Lurie, gelangweilter, geschiedener Professor für Literaturwissenschaft an der Technischen Universität von Cape Town, hat eine Affäre mit einer Studentin, die ein Verfahren gegen ihn einleitet, David quittiert seinen Dienst und geht für eine Weile nach Grahamstown zu seiner Tochter Lucy, die dort auf einer Farm lebt und sich um Hunde kümmert.
    Damit ist ein Thema umrissen, vor dessen Hintergrund beinah parallel große Fragestellungen aufgeworfen werden..
    Aus der Sicht von David wird diese Geschichte erzählt und beschreibt in den leisen Tönen eines Skeptikers die Problematik des Zusammenlebens von Schwarzen und Weißen, wobei hier eine 'neue', ja, andere Sicht durch die Erzählweise eingenommen wird. Dies ist wohl auch der Grund dafür gewesen, dass das Buch bei Erscheinen eine große Zwiegespaltenheit ausgelöst hat. Denn hier blickt David mit einer sehr differenzierten Haltung auf die Schwarzen, die offensichtlich das Dasein von Weißen in ihrer Arbeitsumgebung nicht wirklich akzeptieren, diese bestehlen, vergewaltigen und verdeckt bekämpfen. Wenn man es nicht derartig grob ausdrücken will, kann man schlichtweg darauf verweisen, wie distanziert die Beziehung dieser Kulturen im Text zu sein scheint. Man arbeitet miteinander, hilft sich bei den nötigen Arbeiten des täglichen Lebens, aber es gibt scheinbar keine freundschaftlich-herzliche Bindungen, diese existieren im Roman nur zwischen den "Rassen" untereinander. Dabei ist der Wille des Zusammenlebens auf Seiten der Weißen durchaus da. Doch man ahnt sie, die lauernde Beobachtung der Anderen, die in eigenen Strukturen leben.
    Der Leser erfährt den befremdeten Blick Luries auf das Leben seiner Tochter, so fern von zivilisierten, Großstadt-typischen oder westlichen Lebensweisen. Einer Tochter, die nicht nur der Liebe zu Männern, sondern auch fürsorglichen Ratschlägen ihres Vaters abgeneigt ist.
    Dabei erleben Vater und Tochter eine unglaubliche Erschütterung auf der Farm: drei schwarze Männer rauben sie aus, vergewaltigen Lucy und zünden Davids Haare an. Dies bildet auch die Grundlage für alle weiteren Gedanken Davids, die seine vergangene Situation um Melanie, seine Studentin, reflektieren, die im selben Alter wie seine Tochter ist, grundlegende Themen des Lebens und Liebens behandeln, wie sie ein 52-Jähriger Mann empfindet, der durch eine linguistisch-literaturwissenschaftliche Ausbildung und langjährige Dozententätigkeit an der Universität geprägt ist und nun mit einem Mal ein anderes Leben leben muss und sieht, wie dieses nicht mehr die metasprachlichen Fähigkeiten, sondern Handeln, Helfen, Arbeiten, Nichtnachfragen fordern.
    Dabei zeigt sich in vielen Facetten die Frage nach Schuld, Hass, menschlichem Versagen (?) und dem Umgang damit für das eigene Leben.
    David kann die sozialen Bedingungen seiner Umgebung nicht ändern, nein, das kann er nicht. Er vermag auch seine erwachsene Tochter, die ihre eigene Entscheidungsfreiheit fordert, nicht zu bevormunden, aber er kann sein Leben leben, so wie es ist. Und dies zeigt "Disgrace" in vielen Momenten, und darüber hinaus wohl noch ein bisschen mehr, etwa, wie man in einer Welt ohne eine leitende göttliche Idee und schlichtweg vorherrschenden Grenzen der menschlichen Interaktion verfährt. Dies tut der Roman nicht moralpredigend, sondern einfach, indem er erzählt und zeigt.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mich gebannt. Es beinhaltet so viele streitbare Themen, das macht das Buch so gut. Und nicht nur das. Der Autor weiß es zu s...
    Rezension zu "Disgrace" von J. M. Coetzee

    Eine ruhige, mitfühlende Sprache, die eine Geschichte offenbart, die rührend, doch auch pragmatisch erzählt ist.
    David Lurie, Professor an der Technischen Universität in Cape Town, verfängt sich in einer Liebelei mit seiner Studentin Melanie, die ihn letztendlich vor ein Universitätstribunal bringt. Er legt sein Amt nieder und fährt zur Farm seiner Tochter in Grahamstown. Dort beginnt er das 'einfache' Leben mit ihr, gerät in Kontakt mit dem rüden Seid des 'Landes', er der von der Stadt kommt, in anderen Dimensionen denkt und lebt. Als er und seine Tochter ausgeraubt werden, klafft plötzlich eine Tiefe wunde zwischen ihm und seinem Leben, seinen Umstehenden.

    Die Geschichte ist aus einer Perspektive geschrieben, wie man sie für da Jahr 1999 wohl noch nicht erwarten konnte, wofür der Autor auch hart geschmäht worden ist. Aus der Perspektive eines Weißen auf die Schwarzen bzw. das Leben im Süden Afrikas wird geschrieben. Dabei kommen sie 'nicht gut weg', die Schwarzen. Darf man so etwas schreiben. Stellt man sich vielleicht die Frage. Wenn man die Geschichte allerdings liest und dabei durch die Perspektive David Luries schaut, kann man das Empfinden und Denken eines Individuums nachvollziehen, welches natürlich auch in Kategorien denkt, von seinem gesellschaftlichen Umfeld determiniert ist. Und doch ist es David auch nicht, aber was ist er dann? Allein, einfach nur allein?

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