J. M. Coetzee Leben und Zeit des Michael K.

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Inhaltsangabe zu „Leben und Zeit des Michael K.“ von J. M. Coetzee

Der Titelheld, der seine Zeit nicht versteht und nichts mit ihr zu tun haben will, macht sich davon. In der Stadt tobt der Aufstand, es kommt zu Plünderungen und Schießereien, Macht und Gegenmacht spielen ihr blutiges Spiel. Michael K., einer der Ärmsten unter den Armen, flieht aufs Land. In einer verlassenen Farm lebt er ein Leben jenseits der Zivilisation. Er lebt von Tieren, die er mit der Hand erhaschen, von Pflanzen, die er unter großen Mühen ziehen kann, ein Robinson am Rande der modernen Welt.

Coetzees Ballade über diesen unmöglichen Sonderling, der mit seiner Behauptung einer eigenen Zeit die Zeit herausfordert, hat wegen ihrer Aufrichtigkeit Leser in der ganzen Welt gefunden. Für diesen Roman erhielt J. M. Coetzee 1983 den Booker Award, den bedeutendsten englischen Literaturpreis.

Südafrika im Bürgerkrieg und ein junger Mann mittendrin, der so gar nichts damit anzufangen weiß. Ein schönes Buch!

— Nele

Ein sehr bewegendes Buch, das sich um Südafrika dreht.

— Moni 3007

Das Gewaltmonopol eines autoritären Staates gegen das Recht des Individuums auf Unabhängigkeit und Freiheit. Eine grauenhafte Vision! Ein Meisterwerk! Sollte zur Pflichtlektüre für Politiker erhoben werden! :-)

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Rezension zu "Leben und Zeit des Michael K." von J. M. Coetzee

    Leben und Zeit des Michael K.

    Nele

    27. January 2010 um 18:24

    Michael K. ist ein junger Mann, der so irgendwie gar nicht in seine Zeit hineinpassen will / kann. Er wächst in Südafrika zur Zeit des Bürgerkrieges auf. Nachdem seine Mutter schwer erkrankt, will er ihr einen Gefallen tun und begibt sich mit ihr auf eine Reise hin zu dem Ort ihrer Kindheit. Auf der Reise verstirbt die Mutter und Michael sieht sich alleine mit der Asche seiner Mutter zurück auf der Strecke. Es beginnt eine Odyssee mit verschiedensten Aufenthaltsorten und verschiedensten Personen denen er begegnet. Das Buch ist geprägt von Zwangsarbeitern und Arbeitslagern, in die Michael immer wieder eingewiesen wird, nachdem er versucht, sich selbst durch das Leben zu schlagen. Auch seine Abneigung gegen Nahrung wird im Buch dargestellt. Er wüsste nicht, warum er im Krankenlager essen sollte, früher hätten sich Leute auch nicht dafür interessiert ob er isst oder nicht. Es ist schon erschütternd zu lesen, wie Michael eine Reise durch eine Zeit antritt, die gefährlich genug ist. Er, der sich dagegen wehrt, sich mit ihr zu beschäftigen, hat es noch viel schwerer. Auf sich alleine gestellt erlebt er mancherlei Abenteuer und mausert sich zu einem jungen Erwachsenen, der sein Leben versucht in den Griff zu bekommen. Stellenweise hat mir die Sprache des Buches nicht zugesagt, ich kam leider nur schleppend hinein. Das die Geschichte allerdings eine Gute ist, kann ich bestätigen (Coetzee ist nicht umsonst Literaturnobelpreisträger). Das Bild Südafrikas zur Zeit des Bürgerkriegs wird gut und abschreckend für den Leser dargestellt. Ein lesenswertes Buch!

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  • Rezension zu "Leben und Zeit des Michael K." von J. M. Coetzee

    Leben und Zeit des Michael K.

    Moni 3007

    15. December 2009 um 12:31

    Wie ein Tor irrt Michael K. durch ein von bürgerkriegsähnlichen Wirren zerklüftetes Südafrika. Er irrt durch das Land, um die Asche seiner Mutter an die Stätte ihrer Kindheit und sich selbst vor den Menschen in Sicherheit zu bringen. Ein tragischer Tor, der sich an den Rand der modernen Welt zurückzieht. Ich habe schon mehrere Bücher von dem Nobelpreisträger gelesen. Er hat im Jahre 2oo3 für sein sehr gutes Buch "Schande" den Nobelpreis für Literaur erhalten. Er wurde auch mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Er hat ganz ehrlich für mich sehr gute und wichtige Bücher geschrieben, die sich meistens über Südafrika drehen. Sie sind sehr gut und bewegend geschrieben. Michael K. hat am Ende der Geschichte auch noch menschliches erfahren. Für mich hat er zurecht den Nobelpreis für Literatur erhalten und ich kann nur seine Bücher jedem ans Herz legen.

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  • Rezension zu "Leben und Zeit des Michael K." von J. M. Coetzee

    Leben und Zeit des Michael K.

    Beagle

    26. October 2009 um 07:40

    Wie kann man überleben, wenn um einen herum Krieg, Misstrauen und die blanke Hölle herrschen? Was macht jemanden dazu fähig, sich ohne Auflehnung gegen das Regime zu wenden? Michael K. zeigt es uns. Sein Leben und seine Zeit, das waren die Unruhen in Südafrika, es herrschte Bürgerkrieg und nichts war mehr, wie es gewesen war. Michael, ein einfältiger, nicht sehr heller Zeitgenosse, dessen Herz aber am rechten Fleck saß, war sein Leben lang ein Außenseiter, einzig zu seiner Mutter hielt er den Kontakt aufrecht. Er war zufrieden, sich in den Grünanlagen von Sea Point als Gärtner verwirklichen zu dürfen, die Gesellschaft anderer Menschen war ihm egal. Von einem Tag auf den anderen war es seiner Mutter aber Leid, die ewigen Anschläge und Unruhen in der Stadt miterleben zu müssen – sie möchte zurück aufs Land, wo sie geboren und aufgewachsen war. Michael hat nichts dagegen einzuwenden, findet die Idee im Gegenteil sehr gut. Doch unterwegs stirbt die Mutter in einem Krankenhaus, sie wird eingeäschert und die Asche Michael in einem Pappkarton überreicht. Schnell findet er sich damit ab, dass seine Mutter nun tot ist, er stellt sich auf das neue Leben ein, möchte aber dennoch ihre Asche zurück zu ihrem Geburtsort bringen, was ihm schließlich nach einer Odyssee auch gelingt. Lange Zeit erfahren wir nur von der Eintönig- und Einsamkeit des Daseins, das Michel K. auf einer verlassenen Farm führt. Nur einmal wird er von einem Nachfahren der Farmer gestört – und beschließt, zu gehen, sich der Verantwortung zu entziehen, dass jemand in seiner Nähe ist, womöglich seine Hilfe in Anspruch nehmen würde. Sein Weg führt K. in die Berge, in einer Höhle beginnt nun ein kurzes, noch einsameres und einfacheres Leben. Als er schließlich vom Militär gefangen und in ein Lager gesteckt wird, ist er nur noch Haut und Knochen, doch sein Kampf geht weiter. Coetzee lässt seinen Protagonisten ohne Waffen und ohne seinen geringen Verstand einzusetzen kämpfen, sich gegen die Unruhen, den Bürgerkrieg auflehnen. Nur eines möchte er, seine Ruhe und Frieden (für sich, denn die anderen sind ihm egal, ohne, dass er dabei egoistisch erscheint). Aber ist Michael K. so einfältig und dumm, wie wir ihn in der Geschichte, oberflächlich betrachtet, erleben? Ist es ausschließlich naiv, sich nach seinen eigenen Regeln und Vorstellungen verwirklichen zu wollen? Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, wie sehr sich doch das Leben eines einzelnen wenden kann, was er durchmachen muss, um den Wirren zu entgehen. Ein durchdachtes Buch, mit einem sehr „schlauen und klugen“ Protagonisten.

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  • Rezension zu "Leben und Zeit des Michael K." von J. M. Coetzee

    Leben und Zeit des Michael K.

    Duffy

    12. July 2009 um 18:30

    Fast ist man geneigt auszurufen: "Ja, genauso muss es sein, so muss es sich anfühlen", wenn Coetzee aufs genaueste beschreibt, wann sich Körper und Geist auf einer Ebene treffen, auf der nichts, aber auch gar nichts mehr da ist, ausser die bloße Funktionsfähigkeit zum Leben, noch nicht mal der Willen zum Überleben oder die Angst vor dem Tod. Die Wanderschaft des Michael K. beginnt mit einer Aufgabe ( die Asche seiner Mutter heimzubringen) und entwickelt sich nach deren Eledigung zu einer Reise ohne offensichtlichen Sinn durch das kriegsgeschüttelte Südafrika. Ohne Ziel, die eigene Identität nicht verleugnend, weil er keine für sich in Anspruch nimmt, begegnet er der Welt und sich selbst mit nichts weiter als der Unfähigkeit, einen Ort zu finden, an dem er heimisch werden kann. Reduziert auf die funktionale Existenz gelingt ihm ein Überleben, das ihm keine Fragen stellt, die er ohnehin nicht beantworten könnte. Cotzee schreibt eindringlich und mit atemberaubender Sicherheit von den Grundlagen des Menschseins. Ein weiterer Höhepunkt im Schaffen des Nobelpreisträgers.

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  • Rezension zu "Leben und Zeit des Michael K." von J. M. Coetzee

    Leben und Zeit des Michael K.

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. October 2008 um 10:11

    Es ist ein bedrückendes Szenario, das hier geschildert wird. Michael, unehelicher Sohn einer Tagelöhnerin, scheinbar geistig etwas zurückgeblieben, bekommt die Urne mit der Asche seiner Mutter in die Hand gedrückt und wird ins Leben "entlassen", das er nun allein auf sich gestellt meistern muss. Immer wieder eckt er bei den Autoritäten des Staats an, nur weil er irgendwie anders ist, wird in Erziehungslager gesteckt und gequält, flieht, wird wieder aufgegriffen, eine endlose Spirale seines Freiheitswillens gegen das Gewaltmonopol eines autoritären Staates, dessen Regeln er nicht einmal verstehen kann. Eigentlich möchte er nur in Ruhe gelassen werden, versteckt sich in einer einsamen menschenleeren Gegend, fristet seinen Lebensunterhalt von den Früchten der Erde, immer in der Angst, wieder aufgegriffen zu werden. Aber man lässt ihn nicht so sein wie er leben möchte: frei und unabhängig, niemandem zur Last fallend. Eine solche Existenz scheint aber für die Autoritäten eine Provokation, gar eine Bedrohung nach dem Motto: Wenn jeder so ... Ihre Antwort: Umerziehung, Arbeitslager!!! Eine fiktive Situation? O nein! Wie viele Staaten/Gesellschaften verhalten sich gerade so gegenüber Schwachen und Andersartigen?

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  • Rezension zu "Leben und Zeit des Michael K." von J. M. Coetzee

    Leben und Zeit des Michael K.

    Wolkenatlas

    01. September 2008 um 12:43

    J. M. Coetzee entführt den Leser in seinem parabelhaften Roman "Leben und Zeit des Michael K." in ein von Krieg gebeuteltes und anarchistisches Kapstadt (wobei die Kaphalbinsel hier symbolisch für ganz Südafrika ist), ein Horrorszenario, in dem auf den Straßen geplündert und geschossen wird. Die Regierung führt einen "Krieg", der jeden betrifft, dessen Grund (bzw. Motivation) aber offensichtlich niemand verstehen kann. Michael K., der sympathische, vaterlose Antiheld, der in einem Heim aufgewachsen ist, der fast identitätslos und wurzellos ist, der die Welt nicht verstehen kann und auch nicht verstehen will, der eigentlich nur Gärtner sein will, flieht trotz seiner Apathie, trotz fehlender Leidenschaft, aus reinem Pflichtbewusstsein zuerst mit seiner Mutter, nach ihrem Tod nur noch mit ihrer Asche aufs Land um dort in Ruhe von dem zu leben, was das Land ihm geben kann. Einzig der Wunsch, Gärtner zu sein, scheint ihn zu beflügeln. Er wird von den Behörden schikaniert, in ein Lager gesteckt, aus dem er fliehen kann, bis er als vermeintlicher Helfer einer terroristischen Gruppe verhaftet, aber aufgrund seines schwachen Zustands in ärztliche Behandlung in ein weiteres Lager (hier wird ihm sogar das letzte bisschen Identität genommen, das er noch hat, er wird hier statt Michael K. nur mehr Michaels genannt) kommt. An dieser Stelle wechselt Coetzee die Erzählperspektive und lässt nun den Arzt fast Reporthaft seine Eindrücke schildern. Der letzte, ganz kurze dritte Teil ist dann wieder Michael K. vorbehalten. Es ist faszinierend, wie einfach und lakonisch J. M. Coetzees Prosa ist, wie genau er mit wenigen Worten sagt, was er sagen will. Ein Roman, der Spuren hinterlässt, der betroffen macht, der sehr lange im Gedächtnis bleibt. Ein Meisterwerk und einer jener seltenen Romane, bei denen die Fünf-Punkte-Wertung eigentlich ungenügend ist.

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