Tagebuch eines schlimmen Jahres

von J. M. Coetzee 
3,8 Sterne bei17 Bewertungen
Tagebuch eines schlimmen Jahres
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schwierig, zunächt verwirrend wegen der unterschiedlichen Erzählstränge, aber besonders die Essays sind es sicher wert, mehrmals gelesen zu ...

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Drei Erzählstränge, die streng durch waagerechte Linien voneinander abgegrenzt werden, ein alternder Schriftsteller, seine junge Schreibkraf...

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Inhaltsangabe zu "Tagebuch eines schlimmen Jahres"

Der neue Roman von Literaturnobelpreisträger John Coetzee, ist ein Spiel in drei Stimmen: J.C., Autor aus Südafrika, jetzt in Sydney lebend, Anya, einer Hausgenossin, die für J.C. die Texte abtippt, und deren Freund Alan, einem Investmentspezialisten, der einen Zinsbetrug an J.C. plant. Coetzees Roman ist eine radikale Abrechnung mit der Gegenwart.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596180462
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.02.2010

Rezensionen und Bewertungen

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    Beagles avatar
    Beaglevor 6 Jahren
    Rezension zu "Tagebuch eines schlimmen Jahres" von J. M. Coetzee

    Der alternde Schriftsteller J.C. schreibt an Ansichten für ein Buch eines deutschen Verlegers. Eines Tages trifft er in der Waschküche des Towers, in dem er lebt, eine sehr hübsche, junge Frau. Als er sie ein paar Tage später im Park wieder sieht, spricht er sie an, ob sie seine Sekretärin werden möchte, die seine Bänder mit den Ansichten ins Reine schreibt.

    „Tagebuch eines schlimmen Jahres“ beinhaltet neben der Geschichte vor allem die Ansichten des Autors über alle möglichen Themen dieser Welt – von Politik, über Mathematik bis hin zu seiner Heimat Südafrika. Zwar ist es stellenweise schwer zu lesen, da man immer wieder blättern muss, aber ansonsten ein sehr gelungenes Buch.

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    Günter Landsbergervor 8 Jahren
    Rezension zu "Tagebuch eines schlimmen Jahres" von J. M. Coetzee

    Das Druckbild der zwei, dann drei verschiedenen Ebenen unterhalb und oberhalb der seitenintern abgrenzenden Striche auf jeder Seite des jüngsten Werkes von J. M. Coetzee, „Tagebuch eines schlimmen Jahres“, hat mich gleich an ein vor Jahrzehnten geschriebenes Buch von Louis Paul Boon erinnert, das ich vor etwa zwei, drei Jahren antiquarisch erworben habe: „Menuett“. Auch hier fand sich ein Trennungsstrich auf jeder Druckseite: Nur wurden da zwei sehr unterschiedliche Erzählungen miteinander verwoben bzw. zusammengezwungen, um in der Konfrontation wo­möglich neue Blicke zu eröffnen. Ähnlich auch bei Coetzee, allerdings so, dass bei ihm Erzähle­risches von Essayistischem unterschieden und Seite für Seite versuchsweise damit verbunden wird.

    Mit Blick auf Coetzees Buch könnte man nun respektlos böse sein, zumal es euphorische Kritiken zu diesem Buch (unter Einschluss des Klappen- und Rückseitentextes) schon genug gibt.
    Coetzee hatte ursprünglich eine Essaysammlung veröffentlichen wollen, war damit wohl aber nicht ganz zufrieden. Es fehlte ihm - abgesehen von dem zum Teil ja auch bereits konventionell ge­wordenen zeitdiagnostischen Pessimismus aller Essays - am Ende vielleicht doch soetwas wie das geistige Band und die nachvollziehbare geistige Gewichtung. Da nun aber auch der hinzugefügte er­zählende Teil als Roman nicht hätte allein bestehen können, wurde beides vorsichtshalber zu­sammengenommen, damit es sich wie die fallenden Steine eines Gewölbes womöglich wechselsei­tig zu stützen vermöchte. Um sich aber gegen jede denkbare Kritik überhaupt immun zu machen, erfand sich der Autor neu. Er ersetzte sich durch ein alter ego an Schriftsteller, der zwar immer noch gewisse Ähnlichkeiten mit ihm selber als Autor aufweist, aber vorsichtshalber fünf Jahre älter gemacht wird und so auch nicht alle Lebensgewohnheiten und -umstände mit ihm teilen muss. Da der nun also als Ich auftritt, hat Coetzee ihm auch seine eigenen Essays vermacht und sich so ein wenig von der gedanklichen Verantwortung dafür befreit. Hätte er das nötig gehabt? Um dies zu überprüfen, müsste hier die fiktionalperspektivisch ungebrochene, gedankliche Auseinandersetzung mit dem Gehalt der Essays selber einsetzen.
    Überhaupt müsste das Buch mindestens zweimal, wenn nicht dreimal gelesen werden. Ich habe erst meine erste Lektüre hinter mir. Zunächst hatte ich die beiden Anfangsessays gelesen, danach den ganzen unter dem Strich befindlichen, leicht lesbaren dreistimmig erzählenden Teil des Essay­romans und erst dann wieder sämtliche Essays der Reihe nach hintereinander.
    In einer zweiten Lektüre müsste ich nun das ganze Buch über die Trennungsstriche hinweg Seite für Seite in der verfremdenden Reihenfolge lesen, wie es gedruckt worden ist, und so vielleicht zu einem weiteren Ergebnis kommen.

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    Wolkenatlass avatar
    Wolkenatlasvor 10 Jahren
    Rezension zu "Tagebuch eines schlimmen Jahres" von J. M. Coetzee

    Traumhaft schön, genial !

    "Tagebuch eines schlimmen Jahres" ist ein absolutes Meisterwerk. Kühle, präzise Prosa, die durch ihre Reduktion auf das Wesentliche um so mehr trifft. J. M. Coetzee lässt gleichzeitig drei Erzählebenen ablaufen, auf jeder Seite genau unterteilt. Die erste Ebene befasst sich mit den Essays, die Anya für den Schriftsteller J. C. abtippt. Die zweite Erzählebene ist die des Schriftstellers J. C., während die dritte Erzählebene die von Anya ist. Ich habe das Buch chronologisch gelesen, also Seite für Seite, und nicht die einzelnen Erzählstränge bis zu den immer wieder auftretenden Zäsuren. Daher ergeben sich immer wieder besondere Überlappungen, bzw. Verschiebungen der horizontalen Erzählung (Ebenen 2 und 3), was die Sicht auf verschiedene Situationen immer wieder ändert, weil diese beiden Ebenen eben nicht synchron ablaufen.
    Coetzee schreibt so wunderbar, so genau, daß man sich sehr oft beim wiederholten Lesen eines Satzes ertappt. Schon die erste Beschreibung Anyas ist ein Geniestreich, zärtlich, ohne jegliche Schwülstigkeit, wahnsinnig erotisch und kühl auf ein Minimum reduziert, nur ein paar Sätze: Traumhaft! Schon diese Sätze habe ich sehr oft gelesen.
    Dieses Buch gehört ohne Zweifel zu den besten Büchern der letzten Jahre, literarisch kaum zu toppen, wahrscheinlich nur vom Meister aus Südafrika (der nun in Australien lebt) selbst.
    Über die Story möchte ich nichts erzählen, da der Klappentext, sowie der hier bei Amazon als Beschreibung verwendete Text alles sagen, was man vor der Lektüre wissen muss (wenn überhaupt). Die feine Schönheit dieses Buches liegt im Wesen der Erzählung selbst, dem "Wie". Ein traumhafter Roman, große Kunst, gäbe es mehr Sterne zu vergeben, ich würde sie hier alle vergeben!

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    Anja_Levs avatar
    Anja_Levvor 9 Jahren
    Kurzmeinung: schwierig, zunächt verwirrend wegen der unterschiedlichen Erzählstränge, aber besonders die Essays sind es sicher wert, mehrmals gelesen zu ...
    Buecherstapels avatar
    Buecherstapelvor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Drei Erzählstränge, die streng durch waagerechte Linien voneinander abgegrenzt werden, ein alternder Schriftsteller, seine junge Schreibkraf...
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    giulianna
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    SicaUeevor 9 Monaten
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    Chrissi2484vor 3 Jahren
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    Frank_Hohlvor 5 Jahren
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    Schelmuffskyvor 6 Jahren

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