J. M. Ilves

 3,3 Sterne bei 13 Bewertungen

Lebenslauf

Finnisches Nordic Noir: J. M. Ilves ist das Pseudonym zweier Finnen. Gemeinsam schreiben sie Kriminalromane im düsteren, nordischen Stil, im Stil des Nordic Noir, nach dem Vorbild anderer großer skandinavischer Romanreihen wie beispielsweise „Die Brücke“. Und genau wie ihre Vorbilder wurde auch Ilves‘ Reihe „Bordertown“ für das Fernsehen adaptiert. Und die Serie begeistert nicht nur in Finnland und Skandinavien die Massen: die Rechte wurden in über 40 Länder verkauft, sodass „Bordertown“ ein internationaler Erfolg ist.

Alle Bücher von J. M. Ilves

Cover des Buches Bordertown – Der Puppenmeister (ISBN: 9783518468203)

Bordertown – Der Puppenmeister

(10)
Erschienen am 15.11.2017
Cover des Buches Bordertown – Die Abrechnung (ISBN: 9783518469224)

Bordertown – Die Abrechnung

(2)
Erschienen am 12.03.2019
Cover des Buches Bordertown - Der Puppenmeister (ISBN: 9783942175968)

Bordertown - Der Puppenmeister

(1)
Erschienen am 13.11.2017

Neue Rezensionen zu J. M. Ilves

Cover des Buches Bordertown – Der Puppenmeister (ISBN: 9783518468203)
Pascal_Maesss avatar

Rezension zu "Bordertown – Der Puppenmeister" von J. M. Ilves

Pascal_Maess
Solider Krimi – aber kein Nordic Noir

Bordertown – Der Puppenmeister wird oft dem Genre Nordic Noir zugeordnet – als großer Fan genau dieses Genres hatte ich entsprechend hohe Erwartungen. Nach der Lektüre bleibt bei mir allerdings ein gemischter Eindruck zurück: Ja, es ist ein gut geschriebener nordischer Krimi – aber für mich ist es kein Noir.

Die Story ist solide aufgebaut, spannend erzählt und kommt ohne unnötige Längen aus. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Schluss erhalten, auch wenn das Finale eher klein ausfällt. Die Ermittlungsarbeit wirkt glaubwürdig und logisch aufgebaut. Besonders gut gefallen haben mir einige unerwartete Wendungen, die die Geschichte frisch halten.

Was mir persönlich gefehlt hat, ist die typische Noir-Atmosphäre: diese düstere, melancholische Grundstimmung, die Einsamkeit, die Kälte. Stattdessen verlagert sich die Handlung aus Helsinki in eine Region an der finnisch-russischen Grenze – aber die klassische nordische Tristesse bleibt aus. Der Frühling bringt Licht, Wärme und fast schon eine wohltuende Stimmung. Das ist zwar stimmig im Buchkontext, aber es weckt bei mir eben keine Noir-Assoziationen.

Stark fand ich den Erzählstil: Es wird zwischen der Erzählerperspektive in der Vergangenheit und der Ich-Perspektive im Präsens gewechselt. Dadurch fühlt man sich besonders nah an der Hauptfigur Kari Sorjonen, einem introvertierten Ermittler, der fast autistisch wirkt. Seine Gedankenwelt ist authentisch und nachvollziehbar, was eine echte Verbindung zum Charakter ermöglicht.

Was das Thema Korruption angeht – das wird zwar angedeutet, bleibt aber im Hintergrund. Auch das hätte für ein Noir-Werk ruhig mehr Gewicht haben dürfen.

Fazit: Für mich kein Noir, aber trotzdem ein unterhaltsamer, angenehm zu lesender Krimi mit stimmiger Sprache und interessanter Hauptfigur. Ich werde die Reihe definitiv weiterlesen – mit dem Wissen, dass es sich eher um nordische Krimikost handelt als um klassischen Nordic Noir.

Cover des Buches Bordertown – Der Puppenmeister (ISBN: 9783518468203)
page394s avatar

Rezension zu "Bordertown – Der Puppenmeister" von J. M. Ilves

page394
die Stadt der guten Menschen

Krimis aus dem Norden sind bekanntlich oft besonders brutal und düster. Diese Annahme hat mich auch veranlasst, Der Puppenmeister zu lesen. Leider wurde ich enttäuscht.

Der Kommissar Kari Sorjonen zieht mit seiner Frau und seiner Tochter von Helsinki nach Lappeenranta an der russischen Grenze – ein beschaulicher Ort, der auch "die Stadt der guten Menschen" genannt wird. Hier möchte Kari sich von den Strapazen seines Jobs in der finnischen Hauptstadt erholen und mehr Zeit für seine Familie haben. Aber wie es der Zufall so will, sind selbst in Laappenranta die Menschen nicht alle gut und so wird Kari an seinem neuen Arbeitsplatz prompt in einen Mordfall verwickelt. Ein abgelegener Ort klingt nach perfekten Voraussetzungen für eine düstere Handklung, aber bis auf gelegentliche Erwähnungen von einem See oder Wald wird nicht damit gearbeitet. So gesehen hätte Kari also genauso gut in Helsinki bleiben können.

Leider lässt für mich die gesamte Handlung und vor allem die Spannung stark zu wünschen übrig. Das geschehene Verbrechen ist selbstredend nicht gerade schön, wer aber gerne härtere Krimis oder Thriller liest, wird es unspektakulär finden. Die Auflösung des Mordes bedient sich Klischees wie "Ermittler folgt seiner Intuition und gelangt zur Lösung" oder "Opfer redet mit Täter um Zeit zu schinden". Wirklich mitdenken muss man hier kaum und wenn man es tut, weiß man als Leser nach spätestens der Hälfte des Buches, wer sich hinter dem "Puppenmeister", dem geheimnisvollen Drahtzieher hinter den Vorkommnissen, versteckt.

Die Handlung selbst wird aus immer wechselnden Perspektiven beschrieben, was gut funktionieren kann, im Fall von Der Puppenmeister aber bekommt man so als Leser zu viele Einblicke, was die Spannung nimmt. Außerdem erlangt man für keinen der Charaktere Sympathie und sobald man sich in eine neue Szene eingelesen hat, ist sie auch schon wieder zu Ende. Als Protagonist kann man wohl Kari bezeichnen, der aber dennoch nicht greifbar wird. Warum er seinen Beruf weiter ausübt, obwohl er ihn so sehr hasst und beim Anblick von Leichen Panikattacken bekommt, wird nicht erklärt. Kari wird als empathieloser, die Familie vernachlässigender und eher schwieriger Mensch dargestellt, aber kann man wirklich so unsensibel sein, seiner eigenen Frau zu sagen, sie könne als Plus Size Model arbeiten? Kari wurde für mich leider die ganze Handlung über nicht greifbar oder sympathisch und so verhält es sich auch mit fast allen anderen Charakteren.


Atmosphäre und Spannung sind hier leider Fehlanzeige und obwohl Der Puppenmeister sicher ein passables Jugendbuch abgegeben hätte, finde ich ihn als Krimi für Erwachsene einfach zu fad. Mit knapp 300 Seiten ist es aber auch ein kurzweiliges Buch und durch den flüssigen Schreibstil schnell gelesen, also keine große Zeitverschwendung.


Cover des Buches Bordertown – Der Puppenmeister (ISBN: 9783518468203)
Schurkenblogs avatar

Rezension zu "Bordertown – Der Puppenmeister" von J. M. Ilves

Schurkenblog
Ein kurzweiliger Thriller der anderen Art für Leser, die keine Stangenware erwarten.

Ein Thriller der anderen Art für Leser, die keine Stangenware erwarten.

Eigentlich will der Ermittler Kari Sorjonen Entschleunigung. Mehr Zeit für die Familie. So lässt er sich ins Hinterland versetzen. Doch die Toten, die er ohnehin nicht mag, folgen ihm. Denn kurz nach seiner Ankunft gibt es eine Tote und somit den ersten Fall.

Kari Sorjonen wirkt etwas unbeholfen im Umgang mit Menschen. Selbst seine Tochter stichelt bei jeder Gelegenheit an ihm rum. Er hat also nicht nur Schwierigkeiten mit Toten, sondern auch mit Lebenden.
Das macht ihn natürlich interessant. Und menschlich.

Der Fall selbst ist relativ einfach gestrickt und für Thrillerverhältnisse beinahe harmlos. Obwohl es natürlich Tote gibt. Ermordete. Diese beinahe Harmlosigkeit würde man nicht annehmen, zumal der Fall in Richtung Menschenhandel führt, politische Kreise nicht ausschließt und Spuren nach Russland führen.
Doch genau das widerrum hebt ihn von der Masse ab. Er knallt nicht ein, er erschlägt einen nicht mit Brutalität und doch hat er das gewisse Etwas trotz - oder genau deswegen - aller Kurzweiligkeit. Unterhaltsam zu lesen, überraschend anders, aber nichts was einen Leser erschlagen würde.

Interessanter Auftakt, allerdings mit Luft nach oben!

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

17 Bibliotheken

2 Merkzettel

1 Leser*innen

Worüber schreibt J. M. Ilves?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks