Letzter Bus nach Coffeeville

von J. Paul Henderson 
4,0 Sterne bei45 Bewertungen
Letzter Bus nach Coffeeville
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (38):
sunlights avatar

Eine super Tour durch die USA mit nicht unproblematischen Reiseteilnehmern.

Kritisch (2):
Kelo24s avatar

Sehr schade, aber Schreibstil und Aufbau waren so gar nicht mein Ding

Alle 45 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Letzter Bus nach Coffeeville"

Drei in jeder Hinsicht ziemlich älteste Freunde reisen in einem klapprigen Tourbus der Beatles quer durch die USA bis nach Mississippi. Mit an Bord: Alzheimer, die grausame Krankheit des Vergessens. Nach und nach steigen noch andere Passagiere mit kunterbunten Lebensläufen zu, die verrückt genug sind, um es mit so einem heimtückischen Mitreisenden aufzunehmen. Ein Buch, bei dem man ebenso oft Tränen weint wie Tränen lacht und das man dabeihaben will, wenn’s im eigenen Leben mal nichts mehr zu lachen gibt.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257243918
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:24.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Duffys avatar
    Duffyvor einem Jahr
    Ein nachdenklich machender Roadtrip

    Doc und Nancy waren  zu Uni-Zeiten ein Paar. Zusammen engagierten sie sich in der Bürgerrechtsbewegung und alles schien auf die große Liebe hinauszulaufen, doch dann kam die überraschende Trennung. 40 Jahre später, als sie sich wiedersehen, erfährt Doc den Grundund soll ein Versprechen einlösen, dass er damals gegeben hat. So kommt es, dass sich drei alte Freunde im geklauten Tourbus von Paul McCartney auf den Weg nach Mississippi machen, nach Coffeeville, wo Nancy sterben will, bevor ihr Alzheimer die letzte Würde nimmt. Mit dabei sind weitere Passagiere, deren Leben die normale Bahn verlassen hat und deren "Karrieren" bewegt genug sind, um mit Nancys Krankheit mitreisen zu können.
    Im ersten Teil des Buches stellt Henderson seine Hauptfiguren vor, wechselt von der Vergangenheit immer wieder in die Gegenwart, verknüpft geschickt die Fäden und bringt den Leser nicht einen Moment durcheinander. Alle Rädchen laufen zusammen und führen bis zum Moment, an dem die Reise losgeht. Dabei ist jeder einzelne Lebenslauf schon eine spannende Geschichte für sich, des Autors Stil ist interessant, aber nicht aufdringlich erzählend, die Dialoge passen in Zeit und Rahmen.
    Der zweite Teil ist die Reise selbst und es passiert genug, dass sie nicht langweilig wird. Man hofft, dass das Buch mit einem kleinen Wunder endet, doch Henderson schließt den Roman genauso ab, wie dessen Verlauf war, schlüssig, wohltuend ruhig und unspektakulär, einzig der aufgebauten Stimmung folgend. Die ist gespannt, wird aber gekonnt und sensibel wieder abgebaut, sodass man den Roman schon als "versöhnlich beendet" bezeichnen kann.
    Ein schönes, manchmal sogar witziges Buch, dessen großer Effekt sich allerdings erst einstellt, wenn man es durchgelesen hat. Dann überwiegt das Nachdenkliche und Tiefgründige, keine Moral, aber die Auseinandersetzung mit dem Unabänderlichen, die Konfrontation mit dem nicht zu lösenden Problem einer Krankheit, die jeden treffen kann. Hendersons Buch ist der beste Beweis, wie man die Literatur benutzen kann, um Unterhaltung und Problembewusstsein zusammenzuführen.

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    FrauRedlichs avatar
    FrauRedlichvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein emotionaler Roadtrip.
    "Es ist so weit, Gene.“


    Mehr braucht es nicht. Fünf Worte, die Eugene Chaney an ein Versprechen erinnern sollen, das er seiner Freundin Nancy vor Jahrzehnten gegeben hat. Und obwohl sie sich ebenfalls jahrzehntelang weder gesehen oder gesprochen haben ist Gene willens dieses Versprechen zu halten: Nancy ist an Alzheimer erkrankt und er, der Mediziner, soll helfen ihr Leben zu beenden bevor sich die Krankheit ihrer total bemächtigt.

    Gemeinsam mit ihrem Studienfreund machen sie sich in einem geklauten Tourbus machen sie sich auf den Weg nach Coffeeville. Unterwegs wächst die Reisegruppe stetig und ein Lebenslauf ist spannender als der andere.

    Wer den „Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg…“ mochte, wird dieses Buch lieben, denn es erinnert im Erzählstil doch sehr daran. Im Laufe der Geschichte erfährt man nach und nach in Rückblicken die Werdegänge der drei Freunde und ihrer Wegbegleiter und zum Teil sind diese sehr skurril, dramatisch, das Leben eben.

    Seien es die Schicksalsschläge, die Doc durchleben musste, der gemeinsame Kampf gegen Rassendiskriminierung oder Bobs Begegnung mit Che Guevara. So ist der Roman nicht nur ein emotionaler Roadtrip, sondern auch eine Reise durch die Geschichte der USA der letzten 50 Jahre.

    Je mehr man über die Reisegruppe erfährt, umso mehr wünscht man sich, dass sie ihr Ziel nicht erreichen. Denn man möchte einfach nicht Abschied nehmen von diesen Menschen, die einem so sehr ans Herz wachsen. Und über allem schwebt die Hoffnung und sei der Funken noch so klein, dass es Nancy besser gehen wird.

     

    Der Autor J. Paul Henderson arbeitet unteranderem als Busfahrer und Finanzbuchhalter, bevor die Alzheimererkrankung seiner Mutter ihn zum Schriftsteller werden ließ. Was die emotionale Authentizität des Romans erklärt. Mich ließ das Ende jedenfalls in Tränen zurück und das war gut so.

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    buecherkompasss avatar
    buecherkompassvor einem Jahr
    LETZTER BUS NACH COFFEEVILLE. J. PAUL HENDERSON.

    INHALT

    Seit Generationen erkranken die Frauen in Nancys Familie an Alzheimer. Und so ahnt sie bereits in jungen Jahren, dass sie eines Tages das selbe traurige Schicksal ereilen wird. Ihr einziger Hoffnungsschimmer: Ihr Jugendfreund Eugene Chaney, dem sie das Versprechen abnimmt, dass er Nancy, sollte es soweit kommen, nach Coffeeville begleiten und ihrem Leben ein Ende setzen wird.

    Und so braucht sie nur zum rechten Zeitpunkt zum Hörer greifen, um ihre Reise in Gang zu setzen.

    MEINUNG

    Letzer Bus nach Coffeeville, im Original 2014 erschienen, ist der Debütroman des Autors J. Paul Henderson und kein schlechter noch dazu, aber mal der Reihe nach.

    Klappentext und Cover sprachen mich an und auch die Stimmen zum Buch versprachen nur Gutes. Also griff ich beherzt zu und ließ mich in die Geschichte fallen, neugierig der Dinge harrend, die mich dort erwarten würden.

    Im ersten Teil des Buches wird man mit den Protagonisten bekanntgemacht. Man lernt also zunächst die Lebensgeschichte eines jeden Charakters kennen, bevor man selbst Teil der Reisegesellschaft wird, die sich auf den Weg nach Coffeeville und somit auf Nancys letzte Reise begibt.

    Nancy und Eugene werden auf ihrer Fahrt nicht nur von ihrem guten Freund Bob begleitet, sondern auch von einem Waisenkind das verloren ging, ebenso wie von Eugenes Patensohn Jack. Während die Stimmung in der Truppe zu Beginn der Reise gefährlich oft zu kippen scheint, kommen sich die Protagonisten im Verlauf der Geschichte zunehmend näher, sodass aus einem bloßen Zusammenleben letztlich wahre Freundschaft wird.

    Aus dem bunten Mosaik der mehr oder weniger zufällig zusammengewürfelten Reisegesellschaft ergaben sich stets die skurrilsten Situationen, die mich ebenso häufig zum Schmunzeln wie zum Lachen brachten. Und dennoch gab es Augenblicke, in denen sich das Leid der Krankheit wie ein dunkler Schleier über die Geschichte legte und ihr zeitweise die Leichtigkeit nahm. Es sollte jedoch nur Augenblicke dauern und schon brachen helle Strahlen der Freundschaft durch den dunklen Schleier und beraubten ihn seiner Macht.

    J. Paul Henderson illustriert die Tücken einer Krankheit und wie Freundschaft heilen kann – nicht körperlich, aber seelisch. Er zeigt wie Humor hilft, ohne zu verharmlosen. Und er macht in seiner Geschichte vor allen Dingen eines deutlich: Ein Jeder hat sein Päckchen zu tragen, doch wenn wir Freundschaft schließen mit uns selbst und anderen, wird das Päckchen leichter – nicht nur das eigene.

    Von mir gibt es eine absolute Buchempfehlung für eine wunderbar tragisch-komische Geschichte und ihre liebenswerte Besatzung.

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    L
    Lesebegeistertevor einem Jahr
    ..eine Reise...

    Ein Versprechen, das in Jugendzeiten gegeben wurde, wird in diesem Buch zum letzten großen Abenteuer. Die Krankheit Alzheimer lässt Nancy Stück für Stück alles vergessen. Gene, ein Freund reist deshalb mit ihr quer durch die USA, denn das hat er ihr einst versprochen. Ein Roman bei dem man lachen und auch ein bisserl weinen muss. Für Fans von Harold Fry.

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    Angie*s avatar
    Angie*vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr berührende Geschichte ,,,
    Eine sehr berührende Geschichte,,,,

    Zitat Seite 41, Nancy fragt  Gene (Doc):

    "Ich weiss nicht, ob wir jemals heiraten, aber ich bin sicher , wir bleiben auf jeden Fall für immer Freunde. Du würdest alles für mich tun , oder? "

    Dieser  Roman ist ein Roadtrip über unterschiedlichste  Menschen  und beschreibt den Verlauf einer von vielen möglichen Alzheimer Erkrankungen,,, und wie man auf ungewöhnliche Weise damit leben ( und sterben) kann und muss,,, ein Buch voll von schrägem Humor, witzigen Dialogen und Situationskomik der Protagonisten   -  aber auch die Ernsthaftigkeit und Gefühlstiefe der Romancharaktere  werden aufgezeigt !

    Rezension (8.8.17)

    MEINE MEINUNG:

    Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt und der Autor stellt sorgfältig und genau die sehr unterschiedlichen Protagonisten Nancy, Gene (Doc), Bob, Jack, Eric vor, ihre Kindheit und Jugend, ihre Gemeinsamkeiten und Beziehungen  untereinander und ihre Lebensgeschichten vor. Das Thema Alzheimer wird am Anfang nur behutsam , eher gar nicht erwähnt. Man bekommt mehr Einblick in die Geschichte,  das Leben und gesellschaftliche  Geschehen der USA, was ich als sehr interessant  und lesenswert empfand! Nancy und Gene führen nach dem Zerbrechen ihrer jungen Liebe jeweils ein Familienleben mit anderen Partnern, fühlen sich aber freundschaftlich lebenslang miteinander verbunden. 
    Der Schreibstil des Autoren ist sehr ansprechend, flüssig und angenehm zu lesen, langweilt nie und ich habe mich trotz des ernsten Thema sehr gut unterhalten gefühlt. Seine Schreibweise hat mein Herz berührt, traurig gemacht und mich plötzlich durch witzige Situationskomik wieder zum Lachen gebracht.  
    Trotzdem steuert die Geschichte im zweiten Teil unaufhaltsam  auf das Thema Alzheimer und Demenz zu, welches am Ende jedes Menschenleben zu Charakterveränderungen und einem völlig anderem Lebensgefühl führen kann. 
    Nancy und Gene haben sich vor Nancy's Erkrankung  eine Lösung zurecht gelegt und sie vertraut ihrer ersten Liebe und Jugendfreund Gene, der Arzt von Beruf ist , voll und ganz.  Auch für Gene ist es ein wichtiges Erlebnis in seinem Ruhestandsdasein und er mobilisiert all seine Kraft, Wissen und Beziehungen um Nancy beizustehen.  
    Und er tut ALLES für sie, ob man das nun als Verfehlung ansehen mag oder als leichte, gleitende  Hilfe in das Jenseits.

    Ein Buch, welches zum Nachdenken anregt über unsere Hilflosigkeit dem Sterben gegenüber. 
    Herzlichen Dank an den Diogenes Verlag für dieses wertvolle Rezensionsexemplar.

    Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE 




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    Kendras avatar
    Kendravor einem Jahr
    melancholisch, traurig, aber manchmal auch etwas langatmig

    "Letzter Bus nach Coffeeville" von J Paul Henderson ist ein gefühlvoller Roman, der uns die Schonungslosigkeit des Lebens aufzeigt und bei mir dazu führt, dass man das Buch mit einer leichten melancholischen Stimmung liest.
    Denn bereits zu Beginn weiß man schon eigentlich wie das Buch ausgehen wird….doch die Reise bis dahin lenkt den Leser immer wieder ab, so dass der traurige Schluss, erstmal ausgeblendet werden kann.
    Denn die Reise an sich verspricht am Anfang wirklich abenteuerlich zu werden, doch dann muss ich gestehen, hat sich teilweise ein wenig Langatmigkeit und Uninteresse meinerseits eingeschlichen…Auch die Charaktere an sich, waren mir manchmal etwas zu abstrus entwickelt worden….bzw. deren etwas zu weit hergeholten Vergangenheit.
    Auch Erics Geschichte an sich finde ich schon relativ kurios…
    Doch ich möchte nicht zu viel verraten, denn gerade die einzelnen Schicksale der Reisegefährten tragen sehr viel zur Geschichte bei….bzw nehmen den größten Teil davon ein.
    Besonders im Mittelpunkt steht jedoch Doc, dem nicht nur eine sehr innige Freundschaft zu seiner einstigen Partnerin Nancy verbindet, sondern auch ein Versprechen, dass er ihr einst gab. Gerade dieser Schwur führt ihn und seine Freunde zum letztendlichen Ziel…..
    Dabei versuchen sie noch die Zeit zu genießen, die ihnen allesamt miteinander verbleibt….und so zögert Doc immer weiter den Zeitpunkt heraus, indem er sein Versprechen einlösen muss….

    Zitat Seite: 499:
    „Drei alte Freunde , die, nach Jahrzenten endlich wieder vereint, sich bald für immer voneinander verabschieden würden“


    Ein Buch das wirklich sehr emotional, aber auch auf einer wunderbaren empfindsamen Art und Weise, das Thema: Alzheimer und den Tod thematisiert.
    Dennoch waren mir größtenteils die einzelnen Storys um die anderen Personen etwas zu fantasiereich und mit keinem von ihnen verband ich eine Zuneigung….Nur zu Nancy und dem Doc konnte ich ein wenig Sympathie entwickeln.
    Dennoch ein schönes Buch, dass einem wieder mal zeigt, wie wichtig Freunde sind. Nicht wegen diesem extrem starken Freundschaftsbeweis……sondern, dass man mit ihnen die Höhen und Tiefen im Leben viel besser meistern kann, so wie der Doc es zusammen mit Bob, Jack und Eric zu tun vermochte.

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    Bris avatar
    Brivor 2 Jahren
    Das Leben - Reisen im großen Stil

    Unabhängig voneinander haben die beiden üblichen Verdächtigen Thursdaynext und Bri einen Roman gelesen, dessen Cover sie dazu verleitet und nicht enttäuscht hat. Ihre zwar getrennt erlesenen Eindrücke findet ihr nun hier zusammen geworfen – denn sie sind sich einig: Der Roadtrip, den der Bus und seine Insassen hinter sich bringen darf nicht unbeachtet bleiben.

    Der letzte Bus nach Coffeeville hat eine lange Reise hinter sich. Quer durch Zeit, Raum, US – politische und gesellschaftliche Strömungen finden sich hier alte Freunde wieder und nein sie sind nicht auf der Suche nach der verlorenen Zeit – auch wenn eine von ihnen gerade dabei ist ihr Hirn zurückzulassen – sie geniessen das Leben, den Rückblick darauf und (ihre) die Gegenwart.

    Gene, Nancy und Bob kennen sich seit Ewigkeiten. Gemeinsam waren sie schon einmal miteinander unterwegs. Im Bus und mit politischem Hintergrund. Nun sind viele Jahre vergangen und Gene, der bereits pensionierter Arzt ist, muss das Versprechen, dass er seiner damaligen Liebe Nancy gegeben hatte, einlösen, ihr zu Hilfe zu eilen, wenn sie tatsächlich an Alzheimer erkranken wird. Und so beginnt ein ungewöhnliches Roadmovie, neue Passagiere inbegriffen.

    Auch wenn die beiden üblichen Verdächtigen sich im Kern einig sind, Nuancen in der Wahrnehmung möchten wir euch nicht vorenthalten. So fällt Thursdaynexts Eindruck absolut positiv aus:

    J. Paul Henderson hat sich mitsamt seinen Protagonisten in mein Herz geschrieben. Er ist ein Dampfplauderer, der lässig höchst skurriles einstreut, und das so, dass es sich nahtlos in die Geschichte einfügt. Darin ähnelt er stark dem verehrten John Irving, der das Leben in all seinen Facetten, Unwahrscheinlichkeiten und Unvorhersehbarkeiten ebenso liebt wie fürchtet. Noch fehlt Henderson stilistisch und sprachlich der letzte Schliff. Der Meister (Irving) ist eben meisterlich, aber Henderson ist auf einem sehr, sehr guten Weg und im nächsten Buch werde ich ihn gespannt wieder begleiten wollen.

    Wer sich aktuell auf diese Reise einlässt, findet zuhauf kleine Weisheiten, viel Witz, Charme und Augenzwinkern. Es ist alles da, man kann es finden, Offenheit vorausgesetzt. Für mich war es beste amüsante Unterhaltung, die bereicherte und belebte und immer wieder sachte, doch beharrlich an der Oberfläche kratzte und die Schrecken darunter entzauberte.

    Fabulierfreude, liebenswerte Charaktere, USA Innenansichten und zahlreiche Nebenhandlungen stehen für Lesespaß und puren Lesegenuß. Einen Debut Dodo und einen für das Cover, das endlich einmal hielt was ich mir davon versprach😉

    Bri war ein klein wenig strenger: Auch ich empfand die Reise mit dem Bus durch Zeit und Raum als grundsätzlich spannend und angenehm, bisweilen sehr skurril und deshalb schön. Ernste Themen werden nicht bierernst angesprochen aber auch nicht der Lächerlichkeit preisgegeben, das muss man erst einmal können. Ähnliches findet man bei Christoph Poschenrieders Mauersegler. Doch während Poschenrieder mit Stil und Sprache glänzt, hat Henderson hier noch ein wenig aufzuholen. Zu Beginn haben den Lesefluß die Zeitsprünge, die der Autor hinlegte etwas verlangsamt, für ein Debüt wie dieses allerdings ist das das gewisse Jammern auf hohem Niveau. Gestört hat es mich allerdings trotzdem und deshalb war ich nicht ganz so überschwänglich.

    Abholen konnte mich Henderson dennoch – seine Figuren sind lebendig und glaubhaft. Die Geschichten zwischen ihnen warm, menschlich und bitter-süß. Das Leben wie es ist: nicht ohne Schattenseiten, aber eben auch mit viel Sonne. Deshalb auch von mir eine unbedingte Reiseempfehlung – löst das Ticket für den Bus nach Coffeville beim Buchhändler eures Vertrauens am besten schnell, ihr wisst, es ist der letzte …

    Kommentare: 3
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    AnjaScs avatar
    AnjaScvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein gemeinsamer Ausflug von Freunden durch die USA in einem Bus. Berührend, lustig und Lebensgeschichten gepackt in einen Roadtrip.
    Ein Roadtrip der etwas anderen Art

    Das Buch handelt um ein einzulösendes Versprechen von Gene alias Doc an Nancy, als die beiden an der Uni ein Paar waren und das ist 40 Jahre her. Beide sind seither ihre eigenen Wege gegangen, aber trotzdem reicht ein Anruf von Nancy und Gene eilt an Ihre Seite um Ihr beizustehen. Wir reisen in die Vergangenheit von Doc und Nancy, lernen die beiden als junge Menschen kennen, erleben sie als Paar und als Kämpfer für die Gleichberechtigung der Afroamerikaner in den USA. Für Nancy ist dies besonders schwierig aber auch wichtig, denn sie kommt aus Mississippi und ist mit dem festverwurzeltem Glauben aufgezogen worden, dass "Schwarze" nicht gleich sind und nicht die gleichen Rechte haben. Wir lernen den gemeinsamen Freund Bob kennen, der Afroamerikaner ist und lernen Kapitel für Kapitel was die 3 gemeinsam erlebt und unternommen haben. Nancy nimmt in diesen jungen Jahren Gene das Versprechen ab, dass er ihr hilft ihrem Leben ein würdiges Ende zu setzen, wenn sie auch an Alzheimer erkrankt so wie alle Frauen in ihrer Familie. Gene stimmt nach einiger Diskussion zu, denn er ist davon überzeugt, dass die Medizin bis dahin ein Heilmittel hat, wenn es denn überhaupt so weit kommt. Wir wissen alle, dass das leider nicht der Fall ist und damit beginnt auch die Geschichte und die gemeinsame Reise der Freunde durch die USA. Wir erfahren in den einzelnen Kapiteln über jeden einzelnen Charakter des Buches die Geschichte des bisherigen Lebens. Es sind lustige Geschichten, traurige Begebenheiten, die einen aber doch zum Schmunzeln bringen und zum Teil sind auch abstruse Sachen dabei. Das Buch nimmt einen mit auf die Reise durch die Leben der einzelnen Leute, die jetzt alle zusammen in dem geklauten Tourbus von Paul McCartney sitzen und durch die USA fahren. Wir begleiten die bunt gewürfelte Truppe, wie sie Nancy aus der geschlossenen Abteilung aus dem Altenheim "entführen", wie sie zu einer besonderen Familie zusammenwachsen. Wir lachen mit ihnen, wir verfolgen die bewegenden Momente und erleben Freundschaft, Liebe und Familie der besonderen Art. Ein Buch, das ein schweres Thema als Grundlage hat aber trotzdem mit Humor geschrieben wurde und auch wenn wir eigentlich alle wissen, wie es ausgehen wird, lesen wir das Buch ohne Wehmut oder bitteren Beigeschmack. Klare Empfehlung von mir für ein wundervoll geschriebenes Buch über das Leben.

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    thursdaynexts avatar
    thursdaynextvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Fabulier u. Erzählfreude mit liebenswerten Charakteren & detailreicher Nebenhandlung. Lesespaß &Genuss pur. Fehlt nur wenig zum 5* er
    Leben - reisen im großen Stil

    Der letzte Bus nach Coffeeville hat eine lange Reise hinter sich. Quer durch Zeit, Raum, US - politische und gesellschaftliche Strömungen finden sich hier alte Freunde wieder und, nein sie sind nicht auf der Suche nach der verlorenen Zeit - auch wenn eine von ihnen gerade dabei ist ihr Hirn zurückzulassen – sie geniessen das Leben, den Rückblick darauf und (ihre) die Gegenwart.

    J. Paul Henderson hat sich mitsamt seinen Protagonisten in mein Herz geschrieben. Er ist ein Dampfplauderer, der lässig höchst skurriles einstreut, und das so, dass es sich nahtlos in die geschichte einfügt. Darin ähnelt er stark dem verehrten John Irving, der das Leben in all seinen Facetten, Unwahrscheinlichkeiten und Unvorhersehbarkeiten ebenso liebt wie fürchtet. Noch fehlt Henderson stilistisch und sprachlich der letzte Schliff. Der Meister (Irving) ist eben meisterlich, aber Henderson ist auf einem sehr guten Weg und im nächsten Buch werde ich ihn gespannt wieder begleiten wollen.

    Wer sich aktuell auf diese Reise einlässt findet zuhauf kleine Weisheiten, viel Witz, Charme und Augenzwinkern. Es ist alles da, man kann es finden, Offenheit vorausgesetzt. Für mich war es amüsante Unterhaltung die bereicherte und belebte und immer wieder sachte, doch beharrlich  an der Oberfläche kratzte und die Schrecken darunter entzauberte.

    Einen Debut Dodo und einen für das Cover das endlich einmal hielt was ich mir davon versparch ;)

     

    Kommentare: 3
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    Callsos avatar
    Callsovor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Leider etwas langatmige Unterhaltung über alternde Freunde - ich war recht enttäuscht!
    Ein Bus voller alter Narren

    Oh, schade, ich hatte so hohe, freudige Erwartungen und hatte einige gute Kritiken von dem Roman gelesen; aber ich wurde arg enttäuscht.

    Mich hat die Geschichte nicht gefesselt, besonders humorvoll war das Treiben der Oldies zudem für mich auch nicht

    "Doc" Gene ist die Hauptperson. Der pensionierter Arzt hat mit den Jahren privat eine ordentliche Leidenszeit hinter sich. Zugleich hält er die anderen Hauptpersonen Nancy, Bob und Jack nach vielen, vielen Jahen ordentlich zusammen. Ich empfinde es jedoch so, als findet in der Geschichte bei Gene überhaupt keine Entwicklung statt. Etwas konturenlos vegetiert er dahin.

    Freundschaft, Demenz und die Suche nach intakten Familien sind die Kernthemen der Geschichte. Als großen Minuspunkt muss ich indes anmerken, dass sich die Geschichte immer wieder verfranst. Es kommen neue Charaktere dazu, die intensiv vorgestellt werden. Dadurch verliert die (etwas dünne) Geschichte zusätzlich an Reiz; von Tempo möchte ich bei den alten Gesellen schon gar nicht sprechen.

    Gerade der Road-Trip mit dem Bus beginnt beispielsweise erst nach rund der Hälfte des Werkes.
    So fehlte mir vielfach der Lesespaß udn ich war überrascht, wie vielfach positiv der Roman bewerzez wurde. Ausnahme: Der Schluss indes, der war dann schon reichlich emotional...

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