J. Pollaschek Professor Koslows Äthermaschine

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Inhaltsangabe zu „Professor Koslows Äthermaschine“ von J. Pollaschek

Ein Zug verschwindet spurlos auf offener Strecke. Ihn wieder aufzuspüren, ist für Ada von Rony und Jakob Ros nicht schwer. Anschließend am Leben zu bleiben, ist für die abenteuerlustige Komtesse und den Erfinder von Kaffee- und Zauberautomaten hingegen eine Herausforderung. Plötzlich sind dubiose Russen und mordlustige Pülcher hinter ihnen her. Und dann ist da noch die verschleierte Dame mit rätselhaften Absichten.
Wirklich kompliziert wird es für Ros, als er sein Herz an Ada verliert. Denn eine Liaison zwischen einer Adeligen und einem Bürgerlichen ist anno 1865 undenkbar.
Professor Koslows Äthermaschine ist ein Dampfpülcher-Abenteuer* in und um Wien.

*Dampfpülcher ist die Wiener Version von Steampunk, mit Kaffeehäusern anstelle von Teestuben, Kaiser statt Königin und besserem Wetter.

Originelle Kriminalgeschichte, die das Steampunk-Genre ins historische Wien des 19. Jahrhunderts verlegt

— JohannaStoeckl

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  • Steampunk in Wien - eine grenzgeniale Idee

    Professor Koslows Äthermaschine

    JohannaStoeckl

    06. October 2017 um 10:19

    Ich muss vorausschicken: Steampunk ist prinzipiell kein Genre, das es mir besonders angetan hätte und das mich bisher besonders begeistern konnte.Die Idee aber, eine Steampunk-Geschichte nicht im viktorianischen England, sondern im Wien des Jahres 1865 spielen zu lassen, ist einfach genial und hat mich dann ziemlich begeistert. Sicher liegt es auch daran, dass man als Wienerin natürlich viele der Schauplätze der Geschichte selbst kennt und sich noch viel besser in die Geschichte hineinversetzen kann: Der Spittelberg, das Café Griensteidl, die Palais der Wiener Innenstadt entstehen da dank der atmosphärischen Schilderungen des Autors ebenso plastisch vor dem inneren Auge wie die einfachen Wirtshäuser oder die Landschaft des Weinviertels.Der Autor beweist in dem Buch, dass er sich ein profundes Wissen über die Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angeeignet hat, und die charakteristischen Elemente des Steampunk fügen sich so in den historischen Kontext ein, dass man sie schon nach wenigen Seiten als selbstverständlich annimmt und sich fast wundert, dass es im Technischen Museum heute kein Vapormobil der Lohnerwerke als Ausstellungsstück gibt.Die Charaktere sind sehr sympathisch, menschlich und plastisch geschildert; man würde sich noch weitere Abenteuer mit der unkonventionellen Komtesse Ada von Rony und dem Erfinder Jakob Ros wünschen. Auch die Nebenfiguren sind stimmig und gut beschrieben. Die sich langsam entwickelnde Romanze zwischen den Protagonisten ist sehr gefühlvoll und nicht ohne eine gehörige Portion Witz beschrieben. Zu Beginn der Geschichte nimmt sich der Autor viel Zeit, den Leser in die Atmosphäre seiner Welt eintauchen zu lassen. Die Spannung baut sich langsam auf, steigert sich gegen Schluss deutlich, die Handlung nimmt einige unerwartete Wendungen, und erst auf den letzten Seiten klärt sich dann alles auf. Kein Thriller, aber eine gut konstruierte Kriminalgeschichte mit viel Humor und Augenzwinkern, auch wenn so mancher der Gags für Nicht-Wiener vermutlich nur halb so lustig ist.Fazit: Steampunk trifft Wiener Schmäh - eine unwiderstehliche Mischung und eine unbedingte Leseempfehlung.

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  • Spannendes Steampunk-Abenteuer

    Professor Koslows Äthermaschine

    Burkhard_Sonntag

    25. May 2017 um 09:45

    Wien zur Zeit von Kaiser Franz Joseph und Sissi: Der sympathisch-zurückhaltende Ingenieur Jakob Rose trinkt im  Café Griensteidl seinen Kaffee, während nebenan ein verrückter Professor mit seinen Studenten debattiert, als ein Zeitungjunge mit einer Sensationsmeldung hereinplatzt: Ein Eisenbahnzug ist verschwunden, hat sich offenbar in Luft aufgelöst. Ros (der im Text nur selten mit Vornamen angesprochen wird) verspricht seinem Bruder, der für das Evidenzbureau -  den K.u.K. Geheimdienst - arbeitet, bei der Lösung des Falles behilflich zu sein, wobei er die hübsche Komtesse Ada Rony kennenlernt.Es beginnt ein Abenteuer mit Dampfautos, Luftschiffen und privaten Eisenbahnzügen, das sich bald wie ein historischer Krimi liest. Ist es aber nicht. Zwar ist die historische Kulisse perfekt recherchiert, das Wiener Lokalkolorit mit herrlich hintergründigem Humor beschrieben, aber der Plot verlangt nach rasenden Vapormobilen, Dampfrobotern, und anderen Maschinen, die Jules Verne sich nicht besser hätte ausdenken können.Letztendlich dreht sich alles um ein verschwundenes Manometer. Wer steckt dahinter: italienische Anarchisten, ein russischer Geheimbund oder gar das Evidenzbüro selbst?Die Geschichte ist toll und flüssig geschrieben, der Plot hält, was er verspricht, auch wenn die titelgebende Äthermaschine erst ziemlich spät auftaucht.Einziger Kritikpunkt ist, dass man oft nicht weiß, wo die Fiktion anfängt und die historisch-korrekte Recherche aufhört (alchimische Lampen? dieser Kaffeeautomat, den Herr Ros erfunden hat?). Zwar gibt es ein Glossar, aber auch hier hat man den Eindruck, dass Fiktion und Realität vermischt sind.Insgesamt: ein tolles Buch - und ich bin gespannt darauf, ob es eine Fortsetzung geben wird. (Original-Rezension auf meinem Blog)

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