J. R. R. Tolkien Die Legende von Sigurd und Gudrún

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Inhaltsangabe zu „Die Legende von Sigurd und Gudrún“ von J. R. R. Tolkien

Gibt es ein Werk, das für uns so wichtig und prägend ist wie Ilias und Odyssee für die Antike? 'Ja!', sagt der Erfinder der modernen Fantasy: Die nordische Sage von Sigurd und Gudrún! Und J.R.R.Tolkien dichtete selbst den ehernen Stoff der Edda und des Wölsungenlieds für unsere Zeit neu. Lesen Sie, wie Sigurd den fürchterlichen Drachen Fáfnir tötet. Wie er die schlafende Brynhild erweckt aus einem Feuerwall. Und wie am Hof der Nibelungen große Liebe entbrannte und auch großer Hass. Tolkien schöpft hier ein Werk von unvergleichlicher Sprachkraft und einem Rhythmus, der alle Sinne erfasst. Der reich kommentierte Band gibt Tolkiens Originalverse neben der deutschen Übersetzung wieder.

Für Insider und Kenner - ein unbekannter Tolkien.

— Kay_Noa
Kay_Noa

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  • Leserunde zu "Die Chronik des Eisernen Druiden - Verhext" von Kevin Hearne

    Verhext
    Klett-Cotta_Verlag

    Klett-Cotta_Verlag

    Mit »Verhext« von Kevin Hearne, dem zweiten Teil der »Chronik des Eisernen Druiden« erwartet euch ein witziges und temporeiches Fantasy-Abenteuer. Mehr zum Buch: »Man braucht nur einen Gott zu erschlagen, schon wollen alle mit dir reden« Der Druide Atticus will nur eines: seine Ruhe haben vor all den Göttern, Hexen und Feen. Aber dieser Wunsch bleibt ihm verwehrt – denn in Tempe, Arizona, wütet ein neuer Hexenclan, der den einst so friedlichen Landstrich mit schmutziger Magie überzieht. Nachdem Atticus in Notwehr eine hohe Gottheit getötet hat, wollen plötzlich alle etwas von ihm. Am ärgsten macht ihm der ortsansässige Hexenorden zu schaffen. Kurz bevor er mit ihnen einen Friedenspakt schließen kann, taucht auch noch eine ganze Heerschar neuer Hexen in Arizona auf. Ihre dunkle Vergangenheit reicht bis zurück in den Zweiten Weltkrieg. Zum Glück hat Atticus ein magisches Schwert und einen Vampir-Anwalt … Hier findet Ihr die Leseprobe Kurzinfo zum Autor: Kevin Hearne. geboren 1970, lebt in Arizona und unterrichtet Englisch an der High School. »Die Chronik des Eisernen Druiden« machte ihn unter Fantasylesern mit einem Schlag weit über die USA hinaus bekannt. Seid ihr neugierig geworden? Dann bewerbt euch doch bei der Leserunde!

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    Readandbeyourself

    Readandbeyourself

    22. April 2012 um 10:28

    Anders als so einige Belletristik, die bei mir in den letzten Monaten ins Regal gewandert ist, muss man sich für das neueste Werk aus der Feder Tolkiens viel Zeit nehmen. Intensiv beginnt es schon mit einem ausführlichen erklärenden Vorwort von Christopher Tolkien, der nach dem Tod seines Vaters die noch vorhandenen Werke veröffentlichen möchte. J.R.R. Tolkien war seinerzeit Sprachwissenschaftler und muss sich mit der "Edda" beziehungsweise mit dem Codex Regis intensiv auseinandergesetzt haben. Bereits die ersten Zeilen seiner Neuinterpretation der im Codex Regis enthaltenen Geschichten strahlen nur so vor Tolkien-Leidenschaft. Jedes einzelne Zeilchen, jede Strophe, jeder Reim wirkt so wohlüberlegt und genau durchdacht, dass ich abwechselnd die Englische und die deutsche Version genüsslich langsam laut lese. Der Übersetzer Hans-Ulrich Möhring ist nur wärmstens zu loben! "Die Legende von Sigurd und Gudrún" ist ein must-have für all jene Tolkienfans, die sich auch begeistert durch das Silmarillion gekämpft haben. Es ist aber auch eine höchst interessante Lektüre für Germanisten und Sprachinteressierte - vor allem jene die auch gerne englische Literatur schätzen. Mit dieser Rezension möchte ich auch sagen: nehmt euch Zeit für dieses Buch, für jedes Gedicht darin. Jede Zeile ist es wert!

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. March 2012 um 13:39

    Inhalt: Das Buch behandelt die Legende von Sigurd und Gudrún in einer von Tolkien selbst verfassten Version. Sigurd, der Held, der den Drachen Fáfnir tötet, der Brynhild erweckt und sich am Hofe der Nibelungen in Gudrún verliebt. Eine Liebe, die Hass und Kampf bringen wird. Und Gudrún als vielschichtige Frau, die erst voller Liebe, zum Schluss voller Hass ist und schließlich das Schicksal der Beteiligten selbst in die Hand nimmt. Meinung: Beowulf und das Nibelungenlied sind Heldenepen, die jeder kennt. Mit ihnen gehen Persönlichkeiten wie Sigurd und Gudrún Hand in Hand. Wer Heldenepen liebt, liebt somit auch die berühmte Legende über die beiden. Tolkien als Philologe war fasziniert von dieser altnordischen Saga. Und dank seines Sohnes Christopher Tolkien, dürfen wir diese Faszination durch dieses Buch miterleben. Das Buch enthält eine Version dieser Saga, die Tolkien selbst übersetzt und interpretiert hat. Zudem findet man auch noch eine Version des neuen Gudrúnlieds in diesem Buch. Ausgeschmückt wird dies mit einer Einleitung zum Thema sowie Kommentaren zu den beiden Liedern. Was dem Buch von Anfang an einen großen Bonus von mir einbrachte: In der deutschen Ausgabe kann man als Leser selbst entscheiden, ob man die beiden Lieder in englisch, also der Fassung Tolkiens, oder in der deutschen Übersetzung lesen möchte. Nicht nur Freunde der Sagen- und Epenwelt werden daran gefallen finden. Auch Tolkienfans ist es ratsam, dieses Buch zu lesen. Wer sich mit Tolkiens Welt Mittelerde beschäftigt hat, wird schon des öfteren gemerkt haben, dass dort Elemente aus alten Heldenepen enthalten sind. Und dieses Buch zeigt, was genau ihn zu seinen Büchern über Mittelerde inspiriert hat. Und als ob das nicht reichen würde, erhält man am Ende des Buches noch einen kleinen Geschichtsunterricht vom Meister selbst über die Zeit, in der dieses Epos gespielt haben soll. Was will man als Tolkienfan mehr? Fazit: Ein Muss für jeden Tolkien Fan, ein Traum für jeden Liebhaber alter Epen.

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. February 2012 um 13:55

    Handlung: J.R.R. Tolkien´s Version der Sage um Sigurd und Gudrún. Buchtitel: Da gibt´s nicht viel zu sagen, der Titel spiegelt die Geschichte des Buches wider. Cover: Das Cover gefällt mir außerordentlich gut. Die Brauntöne harmonieren gut und die verschlungenen Buchstaben verdeutlichen das mystische der Geschichte. Kurzum das Cover gefällt mir. Fazit: Zu allererst muss ich sagen "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von Tolkien ist das erste Buch dieses Autor´s welches ich gelesen habe. Deswegen kann ich auf keine Parallelen zu den anderen Werken des Autor´s eingehen bzw. ich kann nicht sagen inwiefern sich dieses Buch von den anderen unterscheidet. Dieses Buch ist nicht als Geschichte im eigentlichen Sinne verfasst - so wie es bei anderen Romanen der Fall ist - sondern in einer Art Gedichtform. Aber genau diese Eigenheit macht das Buch so außergewöhnlich und einzigartig. Der Schreibstil ist nicht unbedingt leicht zu lesen und zu verstehen. Mir persönlich gefällt jedoch genau das sehr sehr gut. Interessant ist vor allem auch, dass der Autor die Sage um Sigurd und Gudrún nicht 100%ig so widergegeben hat wie sie jeder kennt, sondern die Geschichte aus seiner Sicht geschrieben hat. Das bedeutet, dass das eine oder andere dazu geschrieben, ein anderes Detail wiederum weggelassen wurde. Der Autor hat seine Gedanken, Ansichten und Interpretationen dazu in die Geschichte miteinfließen lassen und so ein persönliches und einzigartiges Werk geschaffen. Mir persönlich hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter, allerdings begrenzt. Ich würde das Buch vor allem den Lesern ans Herz legen welche Interesse an Nordischen Sagen haben und aufgeschlossen für Interpretationen dieser sind. 5 von 5 Sternen von mir!

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    SarahSky

    SarahSky

    27. December 2010 um 23:55

    John Ronald Reuel Tolkien ist wohl einer der, wenn nicht so der, bedeutendste Fantasy-Autor aller Zeiten. Umso größer war die Überraschung als sein Werk „Die Legende von Sigurd und Gudrun“ erschien. Ein neues Werk vom alten Meister. Kritik Zunächst mal sei gesagt, dass man mit „Die Legende von Sigurd und Gudrun“ nichts vor sich hat, was man möglicherweise als typischen Tolkien bezeichnen könnte. Denn was erwartet man von Tolkien? Ein episches Fantasy-Werk womöglich, etwas dem Herr der Ringe ähnlichen. Eine der vielen Geschichten aus Mittelerde. Doch dahingehend wird man enttäuscht, denn es handelt sich tatsächlich um ein episches Gedicht. Das war auch für mich zunächst überraschend. Hier einmal die wichtigsten Fakten: Die Legende von Sigurd und Gudrun entspringt keineswegs Tolkiens Fantasie, er hat sie lediglich neu gedichtet und dieses Gedicht niedergeschrieben. Es handelt sich um eine alte nordische Sage, die der Nibelungendichtung angehört. Das Gedicht ist in der deutschen Version von Klett-Cotta sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zu finden, sodass man auch in den Genuss des Originals kommen kann ohne sich das Original extra kaufen zu müssen und gleichzeitig die deutsche Übersetzung hat. Dies allerdings halte ich in diesem Fall auch für zwingend notwendig, da ein Gedicht kaum eins zu eins übersetzt werden kann und der Charakter schnell verloren geht. Das ist hier vermieden worden, obwohl ich die deutsche Übersetzung für sehr gelungen halte, soweit ich das zu beurteilen fähig bin. Vor dem eigentlich Gedicht, dem Hauptwerk, findet sich zunächst einmal eine Vorlesung Tolkiens über die „Ältere Edda“, also über eine Sammlung alter Nibelungengedichte. Sicherlich interessant für Linguisten, Historiker oder solche, die sich aus anderen Gründen für alte Sagen und Mythen interessieren. Allerdings keine leichte Kost. Obwohl man das von Tolkien natürlich gewohnt ist. Das Niveau ist eben, wie immer, gewohnt hoch. Das Gedicht selbst ist natürlich vom Inhalt her keine Geschichte bei der man mitfiebern kann oder deren Handlung besonders spannend zu lesen ist. Aber die Gedichtform ist schon etwas ganz besonderes, die es eher zu genießen als mit Spannung zu verfolgen gilt. Problematisch wird es hin und wieder mit den ganzen auftauchenden Göttern und Personen. Die Namen habe ich vor allem zu Beginn durchaus häufig durcheinander geworfen. Vor allem die Zeit, bevor Sigurd auftaucht, ist ein wenig verwirrend. Insgesamt kommt es bei der Bewertung dieses Buches wohl darauf an, was man erwartet. Ist man sich der Tatsache bewusst, dass es sich um ein episches Gedicht handelt, um eine nordische Sage und ist man sich der Tatsache bewusst, dass es keine leichte Bettlektüre ist, dann sollte man sich einfach auf diese Art der Literatur einlassen und sich von den Reimen tragen lassen (es reimt sich übrigens nicht). Wenn man einen typischen Tolkien oder einfach eine spannende Geschichte sucht, dann sollte man sich eher anderen Werken zuwenden. Wobei man sagen muss, dass die Geschichte insgesamt nicht unspannend ist, ganz im Gegenteil. Dies ist eben mal ein ganz anderes Lesevergnügen bei dem man sich nicht so schnell entmutigen lassen darf. Denn hat man sich erstmal dran gewöhnt, dann wird es immer besser. Die gebundene Ausgabe ist, das muss man auch sagen, optisch ein kleines Highlight und wird auch durch die gute Qualität des Buches insgesamt unterstrichen. Der zunächst recht hoch erscheinende Preis lässt sich sowohl mit dem Namen des Autors als auch mit der herausragenden Qualität der deutschen Ausgabe rechtfertigen. Für Tolkien-Sammler oder Fans von nordischen Sagen also ein absolutes Muss.

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    Marie1990

    Marie1990

    22. December 2010 um 19:43

    Ein neu entdeckter Tolkien! Im Nachlass entdeckt und endlich von Tolkiens Sohn Christopher veröffentlicht: J. R. R. Tolkiens Version der großen Sage der nordischen Welt ist eine Sensation für die Nibelungendichtung und ein wunderbares Geschenk für alle Tolkienfans. Wie rezensiert man eine Heldensage? Gute Frage, weiß ich nicht. Ich mach es also auf meine Art. Tolkien hat mit diesem Buch eine Sage geschaffen, die mit der nordischen Edda vergleichbar ist. Sein Sohn, Christopher. hat dazu ein Vor-und Nachwort geschrieben, was größtenteils sehr informativ ist, jedoch aber teilweise auch sehr theoretischdargestellt wurde, wenn es um Reimschemata ging. Die Sage an sich ist in Reimform geschrieben und deshalb nicht einfach zu lesen.Daher kann ich dieses Buch auch nur Sprachwissenschaftlern oder anderen Fans dieses Sagen Genres empfehlen, denn alle anderen werden davon abgeschreckt werden. Schon nach wenigen Seiten tat sich bei mir Langeweile auf, denn ich bin schlichtweg nicht an so etwas gewöhnt und dafür auch nicht zu begeistern. Ich konnte einfach nicht mehr weiterlesen. Jedoch ist das Cover top. Der Inhalt wird nur eingefleischte Fans begeistern.

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    JED

    JED

    21. November 2010 um 21:37

    Hervor kam Fáfnir Feuer schnaubend, den Berg hinunter blies er giftigen Dunst. Kurzinhalt: Die mittelhochdeutsche Nibelungensage ist sicher bekannt: Siegfried, der Drachentöter, möchte die Königstochter von Worms, Kriemhild, heiraten. Dafür soll er jedoch zunächst die Hand Brünhilds für Kriemhilds Bruder Gunther gewinnen. Die wehrhafte Brünhild verliebt sich jedoch in Siegfried und muss erst von diesem besiegt werden, um ihm widerwillig nach Worms zu folgen. All diese Figuren finden sich der von Tolkien aufgegriffenen nordischen Variante wieder: der Drache Fafnir, der titelgebende Sigurd (der aus der Nibelungensage bekannte Siegfried), Gudrun (Kriemhild) und Brynhild (Brünhild) sowie Högni ((Hagen von Tronje). Aber auch andere Figuren erhalten zusätzliches Gewicht, wie etwa die die Mutter Gudruns. Vorangestellt sind der Geschichte Elemente der nordischen Völsunga Sage, in der es um die Vorgeschichte Sigurds geht, seinen Vater und seine Schwester. Tolkien hat die Stoffe zusammengefügt, leicht modernisiert und ergänzt - Abenteuer, Verrat, Stolz, Gewalt und Mord bleiben jedoch im Mittelpunkt. Meine Meinung: Bei dem Buch handelt es sich um eine Veröffentlichung von Dokumenten, die Tolkiens Sohn Christopher nach dessen Tod in seinem Nachlass fand. Nicht jeder weiß vielleicht, dass Tolkien nicht nur der Vater von Mittelerde, sondern vor allem auch Professor für alte Sprachen war und sich in diesem Zusammenhang mit Sagen aus der frühen Überlieferungszeit der Menschheit beschäftigt hat. Viele Motive der alten Zeit finden sich in seinen eigenen Werken später wieder. Sofort nach dem Aufschlagen dieses Buches wird klar, dass es sich hierbei jedoch nicht einfach um einen weiteren Tolkien" handelt. Hier trifft die nordische Heldensage einen Professor für alte Sprachen mit großer Fabulierkunst. Der Leser findet also keine abgeschlossene Welt vor, sondern einen fragmentarisch überlieferten Stoff, den Tolkien nicht nur neu übersetzt hat (in dem Fall findet sich auf der linken Seite des Buches die englische Variante), sondern auch bemüht war, die vorhandenen Lücken der Geschichte mit der ihn auszeichnenden Phantasie zu schließen und der damaligen Sprache anzupassen. Es ist als Verdienst des deutschen Übersetzers Hans-Ulrich Möhring anzusehen, dass auch die rechte Seite des Buches voller Sprachgewalt und Bilder steckt. Sensibel ist er mit dem Englisch Tolkiens umgegangen. Anspruchsvoll, wenn man bedenkt, dass ein Großteil des Buches in den für die damalige Zeit üblichen Versen gehalten ist, wie man es etwa aus dem Original-Nibelungenlied kennt. Es bleibt dem Leser überlassen, welche Sprache er bevorzugt. Tatsächlich kann man sich in beiden Sprachvarianten, die so voller Poesie sind, verlieren. Auch wenn es zum Teil wirklich anstrengend ist, sich längere Zeit auf dieses Werk einzulassen, wenn man neben der Fabulierkunst auch die aufwendig gestaltete sprachliche Form nicht aus den Augen verlieren will. Ein Werk, für das man sich viel Zeit nehmen sollte, um die darin enthaltene Melodie zu hören. Abgerundet wird es durch ausführliche Erläuterungen zum Ursprung und der Veränderung der Sage im Laufe der Zeit sowie zum literarischen Beitrag Tolkiens in diesem Kontext, welcher einen zusätzlichen Einblick in den Umgang mit den alten Texten gewähren und damit in die Arbeit des Mediävisten. Zudem wird deutlich, welche Faszination die alten Stoffe auf Tolkien ausübten, aus denen er letztlich die Inspiration für seine eigenen Werke zog. Es steht jedoch zur Debatte, ob diese weitläufigen Erklärungen, die einen großen Raum in dem Buch einnehmen, wirklich für jeden Leser so geeignet und interessant sind. Fazit: Ein anderer Tolkien, aber deswegen nicht weniger lohnenswert. Für Interessierte an nordischen Heldensagen, die sich auch für den historischen Hintergrund der Stoffe interessieren, eine absolute Leseempfehlung. Für alle anderen durchaus eine Herausforderung, jedoch ein lohnenswerter Ausflug in die Mediävistik.

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    MissMango

    MissMango

    20. November 2010 um 22:19

    Gibt es ein Werk, das für uns so wichtig und prägend ist wie Ilias und Odyssee für die Antike? „Ja!“, sagt der Erfinder der modernen Fantasy: Die nordische Sage von Sigurd und Gudrún! Und J.R.R.Tolkien dichtete selbst den ehernen Stoff der Edda und des Wölsungenlieds für unsere Zeit neu. Lesen Sie, wie Sigurd den fürchterlichen Drachen Fáfnir tötet. Wie er die schlafende Brynhild erweckt aus einem Feuerwall. Und wie am Hof der Nibelungen große Liebe entbrannte und auch großer Hass. Tolkien schöpft hier ein Werk von unvergleichlicher Sprachkraft und einem Rhythmus, der alle Sinne erfasst. Der reich kommentierte Band gibt Tolkiens Originalverse neben der deutschen Übersetzung wieder. Normalerweise würde an dieser Stelle etwas zum Inhalt des Buches stehen, doch da es sich hierbei vielmehr um ein Gedicht handelt, beschränke ich mich lediglich auf meine Meinung. Im obigen Klappentextwurde meiner Meinung nach schon alles gesagt wurde, was wichtig für die Handlung ist. Cristopher Tolkien hat in seinem seitenlangen Vorwort sehr viele Erinnerungen integriert. Man merkt selbst in diesem, dass sich das Talent zur gehobenen Sprache vererbt hat. Mit sehr viel Emotionalität berichtet er über die Entstehung des Buches, hält es aber dennoch sachlich. Tolkien selbst weiß sich wie kein Zweiter Auszudrücken. Seine Metaphern sind nur ein Beispiel für die Sprachgewandtheit, die sich durch die ganze Nibelungensage zieht. Dieses Buch hat mich wahrhaft sprach- und wortlos gemacht und macht Lust auf alte Sagen und Märchen. 5 von 5 Sterne

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    22. October 2010 um 15:59

    Die Edda durch Tolkiens Augen Der Professor für Sprachen (Altenglisch und Altnorwegisch) hatte schon früh ein Faible für alte Sagen, Überlieferungen, Texte. Überlieferungen, in denen sich grundmenschliche Erfahrungen von Gut und Böse, vom Kampf des Lebens gegen Feinde und unwirtliche Umstände, niederschlugen. Eine besondere Affinität hatte Tolkien zur Edda, der altnordischen Sage, die als Grundmuster und Blaupause in Kernelementen auch in das deutsche Nibelungenlied mit eingeflossen ist. Nun wäre es eine Täuschung (und später Enttäuschung), in diesem nun, aus dem Nachlass Tolkiens durch seinen Sohn bearbeiteten, Buch eine in sich abgeschlossene Abenteuergeschichte wie den kleinen Hobbit oder den Herrn der Ringe vorzufinden. Die Welterfolge Tolkiens waren nicht Druckerzeugnisse seiner wissenschaftlichen Arbeit und persönlichen Faszination, sondern beruhten auf diesen als ausformulierte Geschichten mit ihrem fundierten und mit tief wissendem Hintergrund in der alten Sagen- und Mythenwelt verankert. Aus dem Nachlass des großen Meisters entnimmt sein Sohn eine Neu-Übersetzung der altnordischen Saga, die Tolkien durchmischt mit anderen Völkermythen wie dem Nibelungenlied. Wobei, und das ist das spannende an diesen Notizen und machen sie zu einem echten Tolkien, es sich um interpretierende, teils freie Übersetzungen und Zusammenstellungen durch den Professor handelt. Diese gießt er wiederum in Verse, so dass der Kern des Buches aus eben jenem Versepos aus der Hand Tolkiens besteht, ergänzt und erläutert durch Kommentare und Hilfen zum Verständnis durch seinen Sohn. Inhaltlich versucht Tolkien vor allem, Lücken der alten Überlieferungen zu schließen. So begleitet Tolkien Siegfried (Sigurd) in der Zeit nach der Tötung des Drachen bis hin zum Racheschwur Brunhildes. Ebenso widmet er sich Kriemhild (Gudrun) nach dem Tode Siegfrieds. Beides Momente, die in den verschiedenen Kulturen in späteren Zeiten ebenfalls ergänzt und hinzugedichtet wurden, die allerdings in den zugrunde liegenden Mythen keine Erwähnung finden. Und anders als die bekannten Geschichten setzt Tolkien seine Akzente. Die Mutter Kriemhilds speilt eine wesentlich entscheidendere Rolle, der später Mann Krimhields, Atilla (Atli) erfährt ein anderes Schicksal. Gerade die Form macht eine Bewertung des Buches schwer. Sprachlich versiert und mit fundiertem Wissen bietet Tolkien in wunderbaren Versen seine Version der altbekannten Geschichten dar. Letztlich aber stellt die Legende von Sigurd und Gudrun kein Buch im gewohnten Tolkien Sinne dar. Eher finden sich hier in Stil und Ausdruck zwei Versepen, die im kleinen Hobbit und im Herrn der Ringe ihren Platz als Lieder gefunden hatten. Wer sich darauf einzulassen vermag, wird von Tolkien tatsächlich dann aber, prachlich meisterhaft und inhaltlich mit neuen Schwerpunkten, in den Bann gezogen und auf eine Lesereise der ganz anderen Art geschickt werden. Zudem werden auf dieser Lesereise Elemente in den Raum treten, die später von Tolkien aufgenommen wurden. Nicht nur altnordische Sagen also, sondern auch Wurzeln und Anregungen für Tolkiens Welterfolge liegen in seiner Arbeit an der Edda und dem Nibelungenlied vor Augen.

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. September 2010 um 18:56

    Hervor kam Fáfnir Feuer schnaubend, den Berg hinunter blies er giftigen Dunst. In J.R.R. Tolkiens Nachlass entdeckte sein Sohn Christopher Tolkiens Arbeit an der englischen Version der alten nordischen Edda-Sage, die die Geschichte des Helden Sigurd und der schönen Gurdrun erzählt. Dieses Buch ist ein Muss für alle Tolkien-Fans! Dennoch sollte man darauf hinweisen, dass es sich hier um eine nordische Heldensage handelt, die in Versen geschrieben ist und nicht in Prosa. Wer das "Nibelungenlied" oder die "Kudrun" kennt, wird hier keinen vollkommen neuen Stoff antreffen, aber eine wunderbare Bearbeitung, der dem nordischen Ursprungsstoff recht nahe kommt. Es ist ein sprachgewaltiges Epos, wie man es von Tolkien kennt. Doch nicht nur die Neuerzählung der Geschichte des großen Helden Sigurd macht dieses Buch so wunderbar, sondern auch die ganze Aufmachung des Buches. Der Leser erhält nicht nur den reinen Epos-Text, sondern auch einen vollständigen Kommentar zu beiden Heldensagen, wie auch eine ausführliche Einführung in das Thema. Diese Einführung beruht auf Tolkiens Vorlesungen, die er in seiner Zeit als Professor in Oxford gehalten hat. Sein Sohn Christopher hat wunderbare Arbeit geleistet und dieses Buch wunderbar zusammengestellt. Aber auch die Geschichte ist eine, wie man sie von Tolkien kennt: es geht um Helden, Fabelwesen, Macht, Habgier, Mut, Ehre, Liebe, Hass, Leben und Tod. Ich kann dieses Buch jedem Tolkien-Fan empfehlen, weil es wirklich ein wunderbares Stück in jeder Sammlung ist. Allerdings sollte man auch gerne einmal einen Text in Versen lesen. :)

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  • Rezension zu "Die Legende von Sigurd und Gudrún" von J. R. R. Tolkien

    Die Legende von Sigurd und Gudrún
    Papiertourist

    Papiertourist

    20. August 2010 um 00:06

    Im Nachlass Tolkiens entdeckt und von Sohn Christopher veröffentlicht, ist dieses Buch für den Literaturmarkt ohne Frage eine kleine Sensation. Aber eine Warnung vorweg: Wer einen neuen „Hobbit“, oder gar den nächsten „Herr der Ringe“ erwartet, der wird zwangsläufig von „Die Legende von Sigurd und Gudrún“ enttäuscht sein, es sei denn, er mochte zum Beispiel die Gesänge in "Der Herr der Ringe", also die Textpassagen in Strophenform. Wenn das auf Euch zutrifft, dürftet ihr dieses Buch lieben, denn die Geschichte wird komplett in genau dieser Form erzählt. Tolkien war fasziniert von der Edda, von den alten Geschichten der nordischen Welt und er hat mit "Die Legende von Sigurd und Gudrun" seine Version dieser Geschichte erzählt. Es handelt sich also ausdrücklich nicht um eine Übersetzung der alten Sagen, sondern um eine Neuerzählung! Um seine Neuerzählung. Wie soll man nun diese Geschichte in wenigen Worten zusammenfassen? Das wird tatsächlich nicht ohne weiteres möglich sein, darum schneide ich das Thema auch nur kurz an: Es sind Götter- und Heldensagen, es ist aber kein durchgängig erzähltes Epos. Ein großer Teil der Geschichte wird beispielsweise in Form von Dialogen erzählt . Es geht in verschiedenen Varianten immer wieder um Tod, Rache, Mord, Hass und Liebe. Dabei war ich doch überrascht, wie viele Parallelen es zu Tolkien's anderen Werken gibt. Der Drache Fafnir beispielsweise bewacht einen Schatz. Ein Teil dieses Schatzes ist ein verfluchter Ring. Das ist nur eines von vielen Beispielen. Es ist also davon auszugehen, das sich Tolkien Inspiration geholt hat, bei diesen altnordischen Geschichten, die ihn schon als Kind so sehr fasziniert haben. Mit der Übersetzung einer Geschichte steht oder fällt bekanntlich auch immer ein wenig die Qualität eines Buches und in diesem Fall ist eine gelungene Übertragung in die deutsche Sprache sicherlich besonders schwierig und wichtig gewesen. Hans Möhring hat hier meiner Meinung nach ganz hervorragende Arbeit geleistet. Der Text befindet sich im Buch jeweils im englischen Original auf der einen, und in der Übersetzung auf der anderen Seite. Ihr habt also die Möglichkeit, direkt zu vergleichen und Euch selber von der Kraft und Eleganz der deutschen Übersetzung zu überzeugen. Für wen ist dieses Buch also nun geeignet? Auf jeden Fall sicherlich schon mal für all die Leute, die Tolkien's Werke sammeln (ganz klar), darüber hinaus für Anhänger der nordischen Götter- und Heldensagen und für Freunde sprachgewaltiger Literatur. Trotzdem empfehle ich unbedingt, zunächst einen Blick ins Buch zu werfen. Das empfehle ich im Allgemeinen sowieso immer, in diesem speziellen Fall aber ganz besonders, um eventuellen Enttäuschungen vorzubeugen. Die Gründe habe ich weiter oben ja bereits genannt.

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