J. R. R. Tolkien Gute Drachen sind rar

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Inhaltsangabe zu „Gute Drachen sind rar“ von J. R. R. Tolkien

Hauptstück des Bandes ist der Aufsatz 'Die Ungeheuer und ihre Kritiker' (1936) über das angelsächsische Epos 'Beowulf', in dem sich der Oxfordprofessor Tolkien, ungeachtet aller philologischen Ernsthaftigkeit, u. a. zu der These versteht: 'Helden gibt es viele; gute Drachen sind rar.' Der Aufsatz 'Über Märchen' (1939) geht hauptsächlich den Fragen nach: Was ist ein Märchen? Wo liegen seine Ursprünge? Und: Welchen Werten und Zwecken - wenn überhaupt - dient es? Im dritten Aufsatz schließlich gesteht Tolkien eine Leidenschaft, von der er freilich vermutet, daß sie, gerade bei Erwachsenen, verbreiteter ist, als gemeinhin angenommen: es ist das Komponieren von Privatsprachen. Tolkien hatte schon als Junge begonnen, aus 'Liebe zu den Wörtern' seine eigene Sprachen zu entwerfen, und mehrere von ihnen zu einer gewissen Komplexität ausgeformt. So war z.B. das 'Animalic' entstanden, ein frühes, hinsichtlich des Wortschatzes vergleichsweise eindimensionales System persönlichen Ausdrucks. Später ersann er ein Idiom namens 'Nevbosh' oder 'New Nonsense', Instrument schon einer weit exklusiveren Verständigung, oder dann das 'Naffarin' - Sprachen, für die er nicht nur Lautgruppen, Wörter und Grammatik erfand, sondern auch eine spezielle Sprachgeschichte.
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  • Leserunde zu "Das Geheimnis des Nebels" von Pia Hepke

    Das Geheimnis des Nebels
    wonderfulrose

    wonderfulrose

    Mein Buch ist gerade am 05.März erschienen und ich wollte ein wenig Werbung machen. Zu diesem Zweck habe ich also diese Leserunde hier gestartet und verlose auch 2 Exemplare.
    Hoffe, dass ich hier ein paar neue Leser dazugewinne und freue mich bereits auf viele Fragen; ich diskutiere gerne!

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  • Rezension zu "Gute Drachen sind rar" von J. R. R. Tolkien

    Gute Drachen sind rar
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. September 2010 um 14:03

    Dieses Buch enthält drei Aufsätze Tolkiens. Es ist somit eher ein wissenschaftliches Buch, aber für Tolkien-Fans sehr interessant, da es tiefe Einblicke in Tolkiens Denk- und Arbeitsweise gewährt, vor allem in Bezug auf sein Literaturverständnis und seine Motivationen und Einstellungen. Das Essay "Ein heimliches Laster" stammt ca. aus dem Jahr 1931 und handelt vom Sprachen erfinden. Tolkien beschreibt hier zunächst einige Sprachen, die er als Kind erfunden hat, und geht dann über zu den Elbensprachen, wo er auch einige Gedichte als Beispiele anführt. So erfährt man nicht nur einige interessante Dinge aus seiner Kindheit, sondern man erhält auch Einblick in seine Motivationen, Sprachen zu erfinden - dies ist sehr wichtig, schließlich hätte es ohne diese Sprachen Mittelerde nie gegeben! Tolkien äußert sich auch zur Kunstsprache Esperanto. Das Essay ist wirklich etwas Besonderes, weil Tolkien sich sonst nur selten über so private Dinge wie diese Leidenschaften des Sprachen erschaffens äußerte. "Über Märchen" stammt aus dem Jahr 1939. Hier beschreibt und definiert Tolkien die Gattung der Märchen und Fantasiegeschichten und erklärt ihren Nutzen für Kinder und Erwachsene. So erfährt man viel über Tolkiens Einstellung zu seinen eigenen Geschichten, was sehr interessant ist. Er etabliert Märchen als eigenständige, künstlerische Gattung, und man sieht, was ihn selbst motivierte, Fantasiegeschichten zu schreiben. Es ist sehr spannend, zu sehen, wie seine wissenschaftlichen Überzeugungen und seine schriftstellerischen Tätigkeiten sich gegenseitig beeinflussten und bereicherten. Die Vorlesung "Beowulf: Die Ungeheuer und ihre Kritiker" wurde 1936 über das altenglische Heldenepos Beowulf gehalten. Tolkien beschreibt in dieser Vorlesung die bisherigen Forschungsergebnisse zum Beowulf und stellt seine eigenen Forschungen vor. Seiner Meinung nach wurde das Epos bisher fast ausschließlich als historische Quelle gesehen, während sein literarischer Wert vernachlässigt wurde. Dabei ist er der Ansicht, dass man den Beowulf unbedingt als literarisches Werk von eigenem Wert ansehen müsse. Diese Vorlesung war ein Meilenstein in der Beowulf-Forschung, aber sie zeigt auch viel von Tolkiens eigenem Literaturverständnis. Und nicht zuletzt hatte der Beowulf viel Einfluss auf die Welt Mittelerdes. Die drei Aufsätze befassen sich also nicht in erster Linie mit Mittelerde und Tolkiens literarischem Schaffen, aber sie lassen den Leser quasi einen Blick hinter die Kulissen werden, so dass man den Künstler Tolkien besser kennen lernen und seine Arbeit sowie seine Motivation besser verstehen kann.

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