Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

von J. Ryan Stradal 
4,1 Sterne bei81 Bewertungen
Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens
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Positiv (63):
buchstabensammlerins avatar

Dieses Buch trifft voll meinen Geschmack

Kritisch (4):
claudi-1963s avatar

Thema verfehlt auch wenn die Geschichte streckenweise leserlich war konnte mich das Buch nicht überzeigen.

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Inhaltsangabe zu "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens"

Eva Thorvalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, um einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Eine Geschichte über die Familie, die man verliert, Freunde, die man findet, und Zufallsbekanntschaften, die ein ganzes Leben bestimmen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783257069754
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:432 Seiten
Verlag:Diogenes
Erscheinungsdatum:24.08.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    buchstabensammlerins avatar
    buchstabensammlerinvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch trifft voll meinen Geschmack
    Dieses Buch trifft voll meinen Geschmack

    Rund ums Buch:
    Titel: Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens
    Autor: J. Ryan Stradal
    Seiten: 422
    Verlag: Diogenes
    Buch: Taschenbuch
    Erscheinungstag Taschenbuch: 24.01.2018
    ISBN: 978 3 257 24420 5
    Preis: 13,00 €

    Cover/Titel:
    Ein Cover und Titel, die Lust auf das Buch machen... Inhalte werden hier dargestellt, was man aber beim ersten Ansehen ja gar nicht vermutet.

    Inhalt:
    Eva Thorvald wird ganz früh von ihrer Mutter verlassen, die sich ein Kind in ihrem Leben nicht vorstellen kann. Der Vater, seines Zeichens Koch, verstirbt früh und Eva wird bei ihrem Onkel groß, fängt früh an sich fürs Kochen zu begeistern und wird schnell in Restaurants aufgenommen. Sie entwickelt eine besondere Gabe und ihre Kochideen werden weltweit zum Extremkochevent. Sie entwickelt Pop-Up Dinner, irgendwo auf der Welt, für die Unsummen gezahlt werden und man aber auf jahrelangen Wartelisten auf einen Platz warten muss.


    Meine Meinung:
    Das Buch ist wie ein Teppich, bei dem die einzelnen Fäden zum Gesamtkunstwerk zusammenlaufen. Es besteht aus acht einzelnen Geschichten, die von Menschen und Kulinarik erzählen, die aber alle irgendwas mit der Protagonistin Eva Thorvald zu tun haben. Jede Geschichte für sich ist wie ein Gang eines Menus, die alle unterschiedlicher nicht sein können. Doch nach dem Dessert ergibt es ein perfektes Essen. Eva kommt teilweise in einigen Geschichten gar nicht wirklich vor, doch die Menschen der Stories hängen irgendwie mit ihr zusammen. Man fängt quasi in jedem Kapitel, was immer eine kulinarische Überschrift und dementsprechenden Inhalt hat, neu an. Und doch verlaufen die Geschichten nachher zusammen, was unglaublich gut und überraschend geschrieben ist. Was mir besonders gefallen hat, ist die ehrliche Schreibweise, die Verwendung von Lebensmitteln betreffend und man merkt, dass der Autor Ahnung von Kochen und Küche hat. 

     
    Fazit:
    Ich hätte endlos weiter „essen“ können, denn dieses Buch trifft voll meinen Geschmack.

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    Eternitys avatar
    Eternityvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Über eine Leidenschaft, die in den Wurzeln verankert ist, und den Lauf des Lebens
    Über eine Leidenschaft, die in den Wurzeln verankert ist, und den Lauf des Lebens

    Die Frage, ob die Erbanlagen oder der Umwelteinfluss einen Menschen grundlegend prägend, gibt es seit Jahrzehnten und eine eindeutige Antwort ist bis heute nicht darauf gefunden. Die einen sagen so, die anderen sind dagegen. 
    Auch in der Geschichte stellt sich die Frage: Ist die Leidenschaft fürs Kochen vom Vater auf die Tochter übergetreten? Woher kommt diese Passion, wenn sie nicht mit den Gegen vererbt wurde? 
    Wer weiß...


    Aber man weiß, dass das Thema Kochen und gutes Essen die ganze Geschichte zusammenhält. Vom ersten bis zum letzten Bissen, äh Seite, ist sie eine Köstlichkeit, die immer anders schmeckt. Mal ist sie süß, mal bitter, mal sauer, mal traurig-salzig. So, wie das Leben eben ist.


    Besonders gelungen ist auch der stetige Perspektivwechsel. Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer anderen Person geschrieben, die aber stets, mal mehr, mal weniger, mit der eigentlichen Hauptfigur verbunden ist. So entsteht ein Personengeflecht, des perfekt miteinander verwoben ist.


    Großartig! Und absolut lecker! :)

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    abas avatar
    abavor einem Jahr
    Rezension zu "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" von J. Ryan Stradal

    Ganz nach meinem Geschmack!

    Eva Thorvald hinterlässt bei jedem Menschen, der ihr begegnet, einen bleibenden Eindruck, sogar bei flüchtigen Begegnungen. Das liegt daran, dass sie eine gewisse, schwer zu deutende Ausstrahlung hat, der man sich nicht entziehen kann.

    J. Ryan Stradal hat die Figur von Eva Thorvald kreiert und hat die Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens bewusst oder unbewusst beeinflusst hat, in seinem Debütroman "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" zu Wort kommen lassen.
    Jede ihrer Geschichten beinhaltet einen direkten oder indirekten Blick auf Eva. Es sind Erfolgs- oder Versagensgeschichten, und in allen spielt sie eine Rolle. Indem diese Menschen über ihre Leben berichten, erzählen sie auch über Evas Leben. Ihre Person wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, und genau das ist das Besondere und Spannende an diesem Roman.

    Viele Perspektiven, viele Schicksale und eine Gemeinsamkeit in Form einer Person: Eva Thorvald.
    "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack: Charismatische Figuren, die sich tief in das Herz des Lesers einnisten, um lange da zu verweilen, eine interessante Handlung mit einem unerwarteten Ende und ein Schreibstil, der mit jeder Seite besser wird.

    "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" ist eine schöne und warme Geschichte voll mit Überraschungen, an die ich sehr lange denken werde. Mehr kann man von einem Buch eigentlich nicht erwarten

    Kommentare: 1
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    Bücherfüllhorn-Blogs avatar
    Bücherfüllhorn-Blogvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein armes und einfaches Mädchen wird zur Starköchin, Freunde und Bekannte erzählen die Geschichte. Mit viel Liebe zwischen den Zeilen.
    Armes kulinarisch-begabte Mädchen wird Starköchin

    Eine Geschichte, die mir viele Fragezeichen hinterlassen hat. Eine Geschichte, in der verschiedene Protagonisten aus ihrem Leben erzählen, und immer eine Verbindung, und sei sie noch so klein, zur Hauptprotagonistin Eva aufbauen. Die Menschen, die hier erzählen, sind fast alle arm und manchmal auch aus prekären sozialen Verhältnissen, wie Eva selber. Ihre Eltern werden unter „White Trash“ zusammen gefasst, aber Eva ist so ganz anders als andere und das bietet sich geradezu in Schulzeiten als Angriffsfläche einiger angesagter Kids an. Eva ist kein schönes Kind und später auch keine schöne Frau, dafür ist zu „stämmig“ und zu groß. Aber sie hat Charakter und geht unbeirrt ihren Weg. Aus ärmlichen Verhältnissen kocht sie sich in die Starliga der Köche hoch. Trotz Niederlagen und persönlicher Fehlschläge vieler Protagonisten ist diese Geschichte mit ganz viel Liebe und einem wunderschönen Erzählton geschrieben, aus dem immer wieder zwischendurch ein wenig Humor durchblitzt, ein subtiler Witz, der mich lächeln und schmunzeln lies. Charmant.

    Aber auch verwirrend, weil manch angefangene Geschichte, wie die von Jordy, nicht weitergeht, das Kapitel ist zu Ende, aber ich hatte immer noch gehofft, irgendwo versteckt einen Hinweis zu ihm zu finden. Oder wie mit Braque, Evas Cousine. Braque ist schwanger, und die Frage ob sie das Kind behält oder nicht wurde erst viele Jahre und Seiten später, nicht expliziert erwähnt, aber so nebenbei erfahre ich als Leser, zumindest im kleinen Teil, was passiert ist. Solche Ansatzpunkte gab es viele, viele Handlungsstränge, die nicht fertig gestellt wurden und das ganz bewusst.

    Wer sich aus diesem Buch zudem viele Rezepte erhofft, wird wohl auch enttäuscht werden. Es gibt leckere Rezept-Ideen, Menu-Zusammenstellungen, aber wenige. Richtige Rezepte gibt es nur drei Stück, und die finden sich alle in dem Kapitel über Pat mit ihrem Riegeln.

    Mir bleibt aus diesem Buch, dass manche Menschen einfach ihr „Ding“ finden und es durchziehen. Bei Eva war es das kochen, sie hatte eigentlich keine Wahl, sie musste einfach weitermachen, weil das Kochen und schmecken ein großer Teil ihrer Seele war. Die Suche nach neuen unverfälschten Lebensmitteln treibt so mancher auf einen ironischen Höhepunkt. Des weiteren waren die Beschreibungen aller Charaktere so voller Volumen, ich habe über jeden gern gelesen. Und überall steckte Liebe drin, auch wenn sie oft nicht erwidert wurde.  

    Alles in allem: Ein Buch, dass sich leicht und schnell lesen lässt. Ich hoffte und bangte mit allem Protagonisten mit, auch wenn bei einigen am Schluss ein Fragezeichen stand und ich eigentlich so gar nicht richtig wusste, „wo ich denn nun dran war“, also auch Verwirrung pur.  Zudem ein Buch über die Suche nach kulinarischen Raritäten, manchmal überspitzt dargestellt.

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    Andrea-Karminrots avatar
    Andrea-Karminrotvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kurzweilig und wer es mag, mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor
    Schwarz humorig und unterhaltsam

    Hast du schon mal etwas von Lutefisk gehört? Das ist ein Traditionsessen zu Weihnachten aus Norwegen. Lars kann diesen ganz hervorragend vorbereiten. Einziger Nachteil, Lars stinkt nach diesem Fisch und bekommt den Geruch nicht aus der Nase. Aufgrund von diesem Geruch, denkt er, nie eine Frau zu finden. Doch er sollte Glück haben und die großgewachsene Cynthia treffen, sie heiraten und mit ihr ein Kind, Eva bekommen. Cynthia verlässt allerdings die kleine Familie, bevor Eva überhaupt denken kann und Lars stirbt an einem Herzinfarkt kurz nachdem Cynthia auf und davon war. Eva wird unkompliziert an den Bruder von Lars weitergegeben und wächst so als Tochter von Jarl und Fiona auf.

    Eva ist ein seltsames Mädchen. Sie ist hübsch, schlaksig, hat zu große Füße und interessiert sich ungemein für die gute Küche, den Anbau von Gemüsen und Kräutern. Sie hat einen ausgeprägten Geschmackssinn und probiert auch gerne neue Speisen, lässt sich inspirieren. Sie fällt in der Schule auf und wird nicht von jedem geliebt. Aber das stört das Mädchen fast nie. Sie findet einen Weg, sich zu bestätigen.


    Eva trifft auf Menschen, die ihr Leben bestimmen. Die nicht immer die beste Wahl sind, aber für Eva, Meilensteine zu ihrem späteren Wohlstand. Sie ist der Rote Faden durch dieses Buch, aber nicht in jedem Kapitel im Vordergrund. Ich finde es sehr geschickt gemacht, wie Eva immer wieder auftaucht aber nicht die Hauptrolle spielt. Die Kapitel strotzen vor Neid, Mißgunst und Mißbilligung. Die Akteure geben sich diesen Gefühlen hin und zeigen sich in ihrem eingeschränkten Leben. Der Leser bekommt einen ungeschönten Blick in die Wirklichkeit der Protagonisten. J.Ryan Stradal hat eine besondere Art zu schreiben. Mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Man findet schnell in die Story und hat wirklich Spaß am Lesen.

    Als Bonus gibt es das ein oder andere Rezept. Rezepte, die man durchaus probieren könnte. Interessante Kombinationen, mit denen Eva am Ende ihr Leben in unglaubliche Bahnen lenkt.

    Als ich den Klappentext las, war ich mir nicht schlüssig, ob ich dieses Buch lesen möchte. Man vermutet eine Familiengeschichte, ein MutterTochterDing, das sich aber so nicht im Buch wiederfand. Ein sehr kurzweiliges Buch, das auf jeden Fall gelesen werden sollte.

    J.Ryan Stradal  hat bisher nur dieses Buch herausgegeben. Ich hoffe, es war nicht das Letzte. Er schrieb allerdings Kurzgeschichten für Zeitschriften, produziert Fernsehserien und ist selber Lektor.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderbares Buch für alle die Essen lieben!
    "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" von J. Ryan Stradal

    Autor: J. Ryan Stradal
    Titel: Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens
    Gattung: Roman, Lebensgeschichte, Essensroman
    Erschienen: 2015
    Gelesene Ausgabe: Diogenes, 2016
    ISBN: 978-3-257-86297-3
    Gelesen auf: Deutsch (Englisch)
    Gelesen im: September 2016   

     

    Zum Buch:
    Einen ganz neuen Weg optisch ging der Diogenes Verlag mit dem Buch von J. Ryan Stradal: es ist nicht im normalen Diogeneschic mit weißem Rahmen, sondern großformatig mit einer Zeichnung im Comicformat geschmückt. Auch inhaltlich ist die poppige Geschichte von einem kleinen Independent Autor ein Update. Die berühmte Köchin Eva Thorwald ist am Höhepunkt ihrer Karriere, Menschen nehmen Preise im vierstelligen Bereich und jahrelange Wartezeiten für eines ihrer Essen auf sich - doch einer davon, geht es nicht um das Essen, sondern darum jemanden wiederzusehen von dem sie sich viel zu früh getrennt hat: ihre Tochter. Ein wunderschönes Buch über Essen und die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Weg geht.

     

    Eine der Lieblingsstellen
    Zitat:
    "Sie wollen ein vier Monate altes Kind mit Möhrenkuchen füttern?, fragte Dr. Latch. "Nicht viel", erwiderte Lars. "Nur eine kleine Portion. Eine Babyportion. Ich mache mir bloß Sorgen wegen der Nüsse. Wahrscheinlich könnte ich den Kuchen auch ohne Nüsse zubereiten, aber meine Mum hat ihn immer mit Nüssen gemacht. Was meinen Sie?“[1]

     

    Stil und Sprache: relativ locker, allerdings viele Anspielungen auf die Foodkultur, teilweise fast zu genau und den Lesefluss ein wenig störend.
    Zitat: "Early Girl ist doch keine traditionelle Sorte. Das ist ein gezüchter F1-Hybrid." "Doch, das ist eine alte Sorte." "Nein, die Sorte gehört Monsanto. Das sind keine schlechten Tomaten, aber wenn du eine echte frühreifende alte Sorte suchst: Mir gefällt die Moskwitsch ganz gut. Die hat genau die gleiche Größe, die gleiche Form, den gleichen ungleichmäßigen Wuchs, alles. Gibt es gerade bei Heirloohm Johnny Lao auf dem Wochenmarkt in St. Paul. Die wachsen hier in unserer Klimazone gut. Die Erde muss nur warm sein. Und ich würde die Samen vorher in die Eierschalen vorkeimen lassen.“[2]

    Schlüssigkeit der Handlung: Doch meist vorhanden, chronologisch mit einigen Rückblenden.

    Das hat mir gefallen: Die vielen Rezepte und Rezeptideen, den Ausschnitt in das Leben einer außergewöhnliche Frau und ihrer ebenso unübliche Familie.
    Das hat mir nicht gefallen:  Die Charaktere bleiben sehr flach.

    In One Sentence: Ein wunderbares Buch für alle die Essen lieben!

    Sterne: 4

     


    [1] S.20
    [2]
    S.212

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    Aspasias avatar
    Aspasiavor 2 Jahren
    Von Lutefisk und dem absoluten Geschmack

    Der Mittlere Westen, also jene zwölf Bundesstaaten, deren Image ungefähr so aufregend ist wie das der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover ist die Titel gebende Region des Romans, der alles aber nicht langweilig ist. Die Weiten, besiedelt von Abkömmlingen Nordeuropas, die wir als wertkonservative Gesellen mit einer Vorliebe für Jagd und Kirchgang kennen.

    Eine dieser Familien, die sich einst im südlichen Minnessota niederließ, ist die des Autors J. Ryan Stradal, der in seinem Erstling Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens all unsere Vorurteil bestätigt und sie doch auch Lügen straft.

    In seiner Geschichte stolpern wir schon auf der ersten Seiten über einen Toten, den jungen Lars Thorwald, der wie jetzt sein skandinavischer Name vielleicht vermuten ließe, nicht in freier Natur, sondern auf den Treppenstufen zu seinem Apartment das zeitliche segnet. Jener hat sich in seiner Jugend durch sein außerordentliches Talent in der Zubereitung des norwegischen Nationalgerichts des "Lutefisk" (getrockneter Kabeljau) hervorgetan, was ihm zwar die Achtung seiner Kirchengemeinde, deren Pastor sein Vater war, aber zum Gespött seiner Mitschüler. Geruch wie Ablehnung Gleichaltriger hafteten an ihm bis zum Ende seiner Schulzeit, so dass ihn trotz oder gerade wegen der vereinnahmenden Familienbande, nichts in seinem Geburtsort hielt.

    Trotz dieser Erfahrung blieb er der Arbeit in der Küche treu, lernte dort auch die Mutter seiner zukünftigen Tochter Eva kennen, der eigentlichen Protagonistin des Romans. Diese verschwindet schon sehr schnell nach der Geburt der Tochter aus dem Leben der beiden, um ihre Karriere als Sommelierin voranzutreiben.

    Thorwald geht ganz auf in seiner Vaterrolle, Wunderbar, wie Thorwald die zukünftige Karriere seiner Tochter als gehypte und hofierte Sterneköchin schon im Säuglingsalter befördert, als er generalstabsmäßig ihre kulinarische Frühentwicklung plant und wirklich getroffen ist als der Kinderarzt gegen Schweinelende in Thymiansud interveniert.

    Gut, dass der Gott der Gourmets ein Einsehen hat, und der Lebensmittel verrückte Vater dank einer Herzattacke beim Transport des verhassten Lutefisks nicht mehr erleben muss, wie Evas Zieheltern das kleine Mädchen mit Junkfood füttern.

    In den insgesamt 8 Kapiteln erfährt der Leser aus wechselnden, männlichen und weiblichen Perspektiven, ihrer Lebensbegleiter wie in den nächsten 30 Jahren die Kraft der Gene sich gegen jede soziologische Widrigkeit durchsetzt, wie aus der Waise Eva , die Frau mit dem absoluten Geschmack wird.

    Von der einträglichen Chilizucht im Kleiderschrank für ein mexikanisches Restaurant, über die öffentliche Verspeisung von extra scharfen "Circle to Hell" Chicken Wings gegen Wetteinsatz entspricht Eva dem Klischee des typischen Bewohners des Mittlerer Westen, der weiß, dass das Leben einen Einsatz fordert und Kämpfe zu schlagen sind.

    Wie der Titel vielleicht schon vermuten lässt, ist dies nicht nur Evas Geschichte, sondern auch ein kulinarisches Portrait der Namen gebenden Region, deren Geheimnisse, die von Mikrowellen Burritos, über ländliche Backwettbewerbe bis zum Eskapismus der Foodisten, die ihren Götzendienst in den Sternerestaurants dieser Welt versehen, reicht, hier nun gelüftet werden.

    Ein wunderbar ironischer Roman mit skurilen Charakteren für Gerne-Esser und noch lieber Leser.

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    leserattebremens avatar
    leserattebremenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Unglaublich spannend aufgebaut und großartig geschrieben.
    Eine ganz besondere Frau

    Eva Thorvald ist eine bemerkenswerte Frau. Sie ist noch ein Baby, als ihre Mutter ihren Vater und sie verlässt. Nur kurz danach stirbt ihr Vater und sie wächst bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf, die sie als ihre Tochter annehmen. Doch ihr leiblicher Vater hat ihr etwas Besonderes hinterlassen: einen außergewöhnlichen Geschmackssinn und die Fähigkeit, diesen als Köchin zu nutzen. Bald zahlen Menschen Tausende von Dollar und warten monate- wenn nicht jahrelang, um nur einmal in den Genuss ihres Essens zu kommen.
    Mit Eva hat J. Ryan Stradal eine spannende Hauptfigur geschaffen, um die sich die gesamte Geschichte dreht, ohne sie jemals wirklich in den Mittelpunkt zu stellen. All die Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens trifft, erzählen ihre Geschichte, einen Abschnitt ihres Lebens, in dem sie auf Eva treffen, die sie alle nachhaltig beeindruckt und beeinflusst. Diese Geschichten beschreibt Stradal so flüssig und ineinander fließend, dass es beim Lesen gar nicht stört, dass sich die Perspektive ständig wechselt und teilweise größere Zeitabschnitte übersprungen werden. Im Gegenteil, wird es durch die verschiedenen Positionen nur umso abwechslungsreicher, Evas wirklich besonderem Lebensweg zu folgen. Man merkt gar nicht, wie die Zeit beim Lesen verfliegt, zu spannend ist es, Eva im nächsten Abschnitt wieder völlig neu kennenzulernen, ihre Talente und Ideen aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Dabei entwickeln sich auch die Menschen um sie herum natürlich immer weiter und halten manche Überraschung bereit, wenn man sie im Verlauf des Buches plötzlich in kleinen Nebenfiguren wieder erkennt.
    Mich hat J. Ryan Stradals Roman „Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens“ begeistert, die Geschichte ist sehr durchdacht und feinsinnig aufgebaut, so dass sie einen als Leser gar nicht mehr loslässt. Eva ist mir bei der Lektüre regelrecht ans Herz gewachsen mit ihrer ungewöhnlichen Art, das Leben zu meistern und so konnte ich ihr zum Abschluss des Buches nur das Beste wünschen für den Teil ihres Lebens, an dem wir als Leser leider nicht mehr teilhaben können. 

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    G
    Gisevor 2 Jahren
    Ungewöhnlicher Roman mit ganz eigenem Charme

    Eva Thorwald verliert ihre Eltern bereits als Baby: Ihre Mutter entdeckt, dass sie die Mutterrolle gar nicht mag und verschwindet, ihr Vater stirbt an einem Herzinfarkt. Aufgezogen wird sie von Onkel und Tante. Doch vom Vater hat sie den absoluten Geschmackssinn geerbt. In Jugendjahren experimentiert sie mit Chilischoten, später wird sie als Köchin sehr berühmt werden. In mehreren Zeitsprüngen erfährt der Leser bedeutende Meilensteine aus Evas Leben wie auch aus dem ihrer Begleiter, bis sie später so erfolgreich ist, dass Interessierte sich auf eine jahrelange Warteliste setzen lassen und horrende Preise für das Essen zahlen. Erst im letzten Kapitel laufen alle Fäden zusammen. Interessant sind die in den Text gestreuten Rezepte, die eine besondere Note in die Geschichte hineinbringen. Der eingestreute trockene Humor würzt die Geschichte an den richtigen Stellen, so dass der Leser sich gerne auf Evas Leben einlässt.
    Schade allerdings, dass der Klappentext so weit voraus greift. Hier hätte man einfach auf Evas Begabung und auf ihren Lebensweg bis zur gefeierten Köchin hinweisen können, das wäre der Erzählung eher gerecht gewesen. Sehr schön und passend dagegen das Cover, das wichtige Etappen in Evas Leben aufgreift und somit gezielt bündelt.
    Es ist ein eher ungewöhnlicher Roman, den J. Ryan Stradal hier präsentiert, und auch ich musste mich etwas umgewöhnen beim Lesen. Doch die Geschichte entwickelt einen ganz eigenen Charme, der jeden bezaubert, der sich auf diese Art des Lesens einlassen kann.

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    raveneyes avatar
    raveneyevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Kulinarische Reise durch das Leben verschiedener Menschen
    Streiflichter

    Eva Thorvald ist die Tochter von Lars Thorvald und Cynthia Hargreaves. Doch kurz nach ihrer Geburt verliert sie beide. Ihr Leben scheint nun durch ihre Arbeit mit Lebensmitteln geprägt zu sein, und denn Menschen denen sie auf ihrem Weg begegnet.

    Das Buch hat mich mit dem ersten Satz gefangen genommen und nicht mehr losgelassen.

    Schon das Cover des Buches ist sehr ansprechend gestaltet und in kombination mit dem Titel (der zwar eher nach einen Kochbuch klingt als nach einem Roman, aber das Buch quasi in einem Satz perfekt auf den Punkt bringt) war meine Neugier geweckt. Ich mag ungewöhnliche Romane, die nicht umbedingt dem Mainstream entsprechen, auch wenn ich diesem nicht abgeneigt bin.
    Der Schreibstil und die Sprache des Buches sind locker und flüssig und laden zum Lesen regelrecht ein.
    Jedes Kapitel ist aus der Sicht von jemand anderem gezählt und man bekommt einen guten Einblick in die Charaktere der einzelnen Personen. Jede dieser Personen ist auf die eine oder andere Art mit Eva verbunden, und der Leser lernt Eva durch die Augen anderer kennen. Was ich eine sehr schöne Art finde ihre Geschichte zu erzählen.
    Das Buch ist also eine Art Sammlung von Momentaufnahmem vieler Personen und Eva. Streiflichter ihres Lebens.

    Wer einmal anfängt das Buch zu lesen, kann es nur schwer aus der Hand legen. Mir ging es so. Kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Top.

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