J. Ryan Stradal Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

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Inhaltsangabe zu „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ von J. Ryan Stradal

Eva Thorvalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, um einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Eine Geschichte über die Familie, die man verliert, Freunde, die man findet, und Zufallsbekanntschaften, die ein ganzes Leben bestimmen.

Ich fand es wunderbar :)

— Schlinkepuetz

Super Sommerbuch!

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Über eine Leidenschaft, die in den Wurzeln verankert ist, und den Lauf des Lebens

— Eternity

Ein armes und einfaches Mädchen wird zur Starköchin, Freunde und Bekannte erzählen die Geschichte. Mit viel Liebe zwischen den Zeilen.

— Bücherfüllhorn-Blog

Ein wundervolles Buch über Essen, Familie, Bestimmung und die Tatsache, dass alles irgendwie zusammengehört.

— boergerwelt

Ein wunderbares Buch für alle die Essen lieben!

— beerenbücher

Kurzweilig und wer es mag, mit einer ordentlichen Portion schwarzen Humor

— andrea_strickliesel

Kulinarische Reise durch das Leben verschiedener Menschen

— raveneye

Eine bewegende Lebensgeschichte, die interessant erzählt wird.

— Fiordilatte

Kulinarisch und fesselnd, ungewöhnlich und bewegend

— raven1711

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  • Über eine Leidenschaft, die in den Wurzeln verankert ist, und den Lauf des Lebens

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    Eternity

    30. July 2017 um 14:49

    Die Frage, ob die Erbanlagen oder der Umwelteinfluss einen Menschen grundlegend prägend, gibt es seit Jahrzehnten und eine eindeutige Antwort ist bis heute nicht darauf gefunden. Die einen sagen so, die anderen sind dagegen. Auch in der Geschichte stellt sich die Frage: Ist die Leidenschaft fürs Kochen vom Vater auf die Tochter übergetreten? Woher kommt diese Passion, wenn sie nicht mit den Gegen vererbt wurde? Wer weiß...Aber man weiß, dass das Thema Kochen und gutes Essen die ganze Geschichte zusammenhält. Vom ersten bis zum letzten Bissen, äh Seite, ist sie eine Köstlichkeit, die immer anders schmeckt. Mal ist sie süß, mal bitter, mal sauer, mal traurig-salzig. So, wie das Leben eben ist.Besonders gelungen ist auch der stetige Perspektivwechsel. Jedes Kapitel ist aus der Sicht einer anderen Person geschrieben, die aber stets, mal mehr, mal weniger, mit der eigentlichen Hauptfigur verbunden ist. So entsteht ein Personengeflecht, des perfekt miteinander verwoben ist.Großartig! Und absolut lecker! :)

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  • Rezension zu "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" von J. Ryan Stradal

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    aba

    28. March 2017 um 19:32

    Ganz nach meinem Geschmack!Eva Thorvald hinterlässt bei jedem Menschen, der ihr begegnet, einen bleibenden Eindruck, sogar bei flüchtigen Begegnungen. Das liegt daran, dass sie eine gewisse, schwer zu deutende Ausstrahlung hat, der man sich nicht entziehen kann.J. Ryan Stradal hat die Figur von Eva Thorvald kreiert und hat die Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens bewusst oder unbewusst beeinflusst hat, in seinem Debütroman "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" zu Wort kommen lassen.Jede ihrer Geschichten beinhaltet einen direkten oder indirekten Blick auf Eva. Es sind Erfolgs- oder Versagensgeschichten, und in allen spielt sie eine Rolle. Indem diese Menschen über ihre Leben berichten, erzählen sie auch über Evas Leben. Ihre Person wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, und genau das ist das Besondere und Spannende an diesem Roman.Viele Perspektiven, viele Schicksale und eine Gemeinsamkeit in Form einer Person: Eva Thorvald."Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack: Charismatische Figuren, die sich tief in das Herz des Lesers einnisten, um lange da zu verweilen, eine interessante Handlung mit einem unerwarteten Ende und ein Schreibstil, der mit jeder Seite besser wird."Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" ist eine schöne und warme Geschichte voll mit Überraschungen, an die ich sehr lange denken werde. Mehr kann man von einem Buch eigentlich nicht erwarten

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  • Armes kulinarisch-begabte Mädchen wird Starköchin

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    Bücherfüllhorn-Blog

    28. February 2017 um 20:06

    Eine Geschichte, die mir viele Fragezeichen hinterlassen hat. Eine Geschichte, in der verschiedene Protagonisten aus ihrem Leben erzählen, und immer eine Verbindung, und sei sie noch so klein, zur Hauptprotagonistin Eva aufbauen. Die Menschen, die hier erzählen, sind fast alle arm und manchmal auch aus prekären sozialen Verhältnissen, wie Eva selber. Ihre Eltern werden unter „White Trash“ zusammen gefasst, aber Eva ist so ganz anders als andere und das bietet sich geradezu in Schulzeiten als Angriffsfläche einiger angesagter Kids an. Eva ist kein schönes Kind und später auch keine schöne Frau, dafür ist zu „stämmig“ und zu groß. Aber sie hat Charakter und geht unbeirrt ihren Weg. Aus ärmlichen Verhältnissen kocht sie sich in die Starliga der Köche hoch. Trotz Niederlagen und persönlicher Fehlschläge vieler Protagonisten ist diese Geschichte mit ganz viel Liebe und einem wunderschönen Erzählton geschrieben, aus dem immer wieder zwischendurch ein wenig Humor durchblitzt, ein subtiler Witz, der mich lächeln und schmunzeln lies. Charmant. Aber auch verwirrend, weil manch angefangene Geschichte, wie die von Jordy, nicht weitergeht, das Kapitel ist zu Ende, aber ich hatte immer noch gehofft, irgendwo versteckt einen Hinweis zu ihm zu finden. Oder wie mit Braque, Evas Cousine. Braque ist schwanger, und die Frage ob sie das Kind behält oder nicht wurde erst viele Jahre und Seiten später, nicht expliziert erwähnt, aber so nebenbei erfahre ich als Leser, zumindest im kleinen Teil, was passiert ist. Solche Ansatzpunkte gab es viele, viele Handlungsstränge, die nicht fertig gestellt wurden und das ganz bewusst. Wer sich aus diesem Buch zudem viele Rezepte erhofft, wird wohl auch enttäuscht werden. Es gibt leckere Rezept-Ideen, Menu-Zusammenstellungen, aber wenige. Richtige Rezepte gibt es nur drei Stück, und die finden sich alle in dem Kapitel über Pat mit ihrem Riegeln. Mir bleibt aus diesem Buch, dass manche Menschen einfach ihr „Ding“ finden und es durchziehen. Bei Eva war es das kochen, sie hatte eigentlich keine Wahl, sie musste einfach weitermachen, weil das Kochen und schmecken ein großer Teil ihrer Seele war. Die Suche nach neuen unverfälschten Lebensmitteln treibt so mancher auf einen ironischen Höhepunkt. Des weiteren waren die Beschreibungen aller Charaktere so voller Volumen, ich habe über jeden gern gelesen. Und überall steckte Liebe drin, auch wenn sie oft nicht erwidert wurde.   Alles in allem: Ein Buch, dass sich leicht und schnell lesen lässt. Ich hoffte und bangte mit allem Protagonisten mit, auch wenn bei einigen am Schluss ein Fragezeichen stand und ich eigentlich so gar nicht richtig wusste, „wo ich denn nun dran war“, also auch Verwirrung pur.  Zudem ein Buch über die Suche nach kulinarischen Raritäten, manchmal überspitzt dargestellt.

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  • Schwarz humorig und unterhaltsam

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    andrea_strickliesel

    04. January 2017 um 18:24

    Hast du schon mal etwas von Lutefisk gehört? Das ist ein Traditionsessen zu Weihnachten aus Norwegen. Lars kann diesen ganz hervorragend vorbereiten. Einziger Nachteil, Lars stinkt nach diesem Fisch und bekommt den Geruch nicht aus der Nase. Aufgrund von diesem Geruch, denkt er, nie eine Frau zu finden. Doch er sollte Glück haben und die großgewachsene Cynthia treffen, sie heiraten und mit ihr ein Kind, Eva bekommen. Cynthia verlässt allerdings die kleine Familie, bevor Eva überhaupt denken kann und Lars stirbt an einem Herzinfarkt kurz nachdem Cynthia auf und davon war. Eva wird unkompliziert an den Bruder von Lars weitergegeben und wächst so als Tochter von Jarl und Fiona auf. Eva ist ein seltsames Mädchen. Sie ist hübsch, schlaksig, hat zu große Füße und interessiert sich ungemein für die gute Küche, den Anbau von Gemüsen und Kräutern. Sie hat einen ausgeprägten Geschmackssinn und probiert auch gerne neue Speisen, lässt sich inspirieren. Sie fällt in der Schule auf und wird nicht von jedem geliebt. Aber das stört das Mädchen fast nie. Sie findet einen Weg, sich zu bestätigen. Eva trifft auf Menschen, die ihr Leben bestimmen. Die nicht immer die beste Wahl sind, aber für Eva, Meilensteine zu ihrem späteren Wohlstand. Sie ist der Rote Faden durch dieses Buch, aber nicht in jedem Kapitel im Vordergrund. Ich finde es sehr geschickt gemacht, wie Eva immer wieder auftaucht aber nicht die Hauptrolle spielt. Die Kapitel strotzen vor Neid, Mißgunst und Mißbilligung. Die Akteure geben sich diesen Gefühlen hin und zeigen sich in ihrem eingeschränkten Leben. Der Leser bekommt einen ungeschönten Blick in die Wirklichkeit der Protagonisten. J.Ryan Stradal hat eine besondere Art zu schreiben. Mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Man findet schnell in die Story und hat wirklich Spaß am Lesen. Als Bonus gibt es das ein oder andere Rezept. Rezepte, die man durchaus probieren könnte. Interessante Kombinationen, mit denen Eva am Ende ihr Leben in unglaubliche Bahnen lenkt. Als ich den Klappentext las, war ich mir nicht schlüssig, ob ich dieses Buch lesen möchte. Man vermutet eine Familiengeschichte, ein MutterTochterDing, das sich aber so nicht im Buch wiederfand. Ein sehr kurzweiliges Buch, das auf jeden Fall gelesen werden sollte. J.Ryan Stradal  hat bisher nur dieses Buch herausgegeben. Ich hoffe, es war nicht das Letzte. Er schrieb allerdings Kurzgeschichten für Zeitschriften, produziert Fernsehserien und ist selber Lektor.

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  • "Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens" von J. Ryan Stradal

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    beerenbücher

    01. January 2017 um 19:54

    Autor: J. Ryan StradalTitel: Die Geheimnisse der Küche des Mittleren WestensGattung: Roman, Lebensgeschichte, EssensromanErschienen: 2015Gelesene Ausgabe: Diogenes, 2016ISBN: 978-3-257-86297-3Gelesen auf: Deutsch (Englisch)Gelesen im: September 2016      Zum Buch:Einen ganz neuen Weg optisch ging der Diogenes Verlag mit dem Buch von J. Ryan Stradal: es ist nicht im normalen Diogeneschic mit weißem Rahmen, sondern großformatig mit einer Zeichnung im Comicformat geschmückt. Auch inhaltlich ist die poppige Geschichte von einem kleinen Independent Autor ein Update. Die berühmte Köchin Eva Thorwald ist am Höhepunkt ihrer Karriere, Menschen nehmen Preise im vierstelligen Bereich und jahrelange Wartezeiten für eines ihrer Essen auf sich - doch einer davon, geht es nicht um das Essen, sondern darum jemanden wiederzusehen von dem sie sich viel zu früh getrennt hat: ihre Tochter. Ein wunderschönes Buch über Essen und die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Weg geht.   Eine der LieblingsstellenZitat: "Sie wollen ein vier Monate altes Kind mit Möhrenkuchen füttern?, fragte Dr. Latch. "Nicht viel", erwiderte Lars. "Nur eine kleine Portion. Eine Babyportion. Ich mache mir bloß Sorgen wegen der Nüsse. Wahrscheinlich könnte ich den Kuchen auch ohne Nüsse zubereiten, aber meine Mum hat ihn immer mit Nüssen gemacht. Was meinen Sie?“[1]   Stil und Sprache: relativ locker, allerdings viele Anspielungen auf die Foodkultur, teilweise fast zu genau und den Lesefluss ein wenig störend.Zitat: "Early Girl ist doch keine traditionelle Sorte. Das ist ein gezüchter F1-Hybrid." "Doch, das ist eine alte Sorte." "Nein, die Sorte gehört Monsanto. Das sind keine schlechten Tomaten, aber wenn du eine echte frühreifende alte Sorte suchst: Mir gefällt die Moskwitsch ganz gut. Die hat genau die gleiche Größe, die gleiche Form, den gleichen ungleichmäßigen Wuchs, alles. Gibt es gerade bei Heirloohm Johnny Lao auf dem Wochenmarkt in St. Paul. Die wachsen hier in unserer Klimazone gut. Die Erde muss nur warm sein. Und ich würde die Samen vorher in die Eierschalen vorkeimen lassen.“[2] Schlüssigkeit der Handlung: Doch meist vorhanden, chronologisch mit einigen Rückblenden. Das hat mir gefallen: Die vielen Rezepte und Rezeptideen, den Ausschnitt in das Leben einer außergewöhnliche Frau und ihrer ebenso unübliche Familie.Das hat mir nicht gefallen:  Die Charaktere bleiben sehr flach. In One Sentence: Ein wunderbares Buch für alle die Essen lieben! Sterne: 4   [1] S.20[2] S.212

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  • Von Lutefisk und dem absoluten Geschmack

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    Aspasia

    05. December 2016 um 11:34

    Der Mittlere Westen, also jene zwölf Bundesstaaten, deren Image ungefähr so aufregend ist wie das der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover ist die Titel gebende Region des Romans, der alles aber nicht langweilig ist. Die Weiten, besiedelt von Abkömmlingen Nordeuropas, die wir als wertkonservative Gesellen mit einer Vorliebe für Jagd und Kirchgang kennen.Eine dieser Familien, die sich einst im südlichen Minnessota niederließ, ist die des Autors J. Ryan Stradal, der in seinem Erstling Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens all unsere Vorurteil bestätigt und sie doch auch Lügen straft.In seiner Geschichte stolpern wir schon auf der ersten Seiten über einen Toten, den jungen Lars Thorwald, der wie jetzt sein skandinavischer Name vielleicht vermuten ließe, nicht in freier Natur, sondern auf den Treppenstufen zu seinem Apartment das zeitliche segnet. Jener hat sich in seiner Jugend durch sein außerordentliches Talent in der Zubereitung des norwegischen Nationalgerichts des "Lutefisk" (getrockneter Kabeljau) hervorgetan, was ihm zwar die Achtung seiner Kirchengemeinde, deren Pastor sein Vater war, aber zum Gespött seiner Mitschüler. Geruch wie Ablehnung Gleichaltriger hafteten an ihm bis zum Ende seiner Schulzeit, so dass ihn trotz oder gerade wegen der vereinnahmenden Familienbande, nichts in seinem Geburtsort hielt.Trotz dieser Erfahrung blieb er der Arbeit in der Küche treu, lernte dort auch die Mutter seiner zukünftigen Tochter Eva kennen, der eigentlichen Protagonistin des Romans. Diese verschwindet schon sehr schnell nach der Geburt der Tochter aus dem Leben der beiden, um ihre Karriere als Sommelierin voranzutreiben.Thorwald geht ganz auf in seiner Vaterrolle, Wunderbar, wie Thorwald die zukünftige Karriere seiner Tochter als gehypte und hofierte Sterneköchin schon im Säuglingsalter befördert, als er generalstabsmäßig ihre kulinarische Frühentwicklung plant und wirklich getroffen ist als der Kinderarzt gegen Schweinelende in Thymiansud interveniert.Gut, dass der Gott der Gourmets ein Einsehen hat, und der Lebensmittel verrückte Vater dank einer Herzattacke beim Transport des verhassten Lutefisks nicht mehr erleben muss, wie Evas Zieheltern das kleine Mädchen mit Junkfood füttern.In den insgesamt 8 Kapiteln erfährt der Leser aus wechselnden, männlichen und weiblichen Perspektiven, ihrer Lebensbegleiter wie in den nächsten 30 Jahren die Kraft der Gene sich gegen jede soziologische Widrigkeit durchsetzt, wie aus der Waise Eva , die Frau mit dem absoluten Geschmack wird.Von der einträglichen Chilizucht im Kleiderschrank für ein mexikanisches Restaurant, über die öffentliche Verspeisung von extra scharfen "Circle to Hell" Chicken Wings gegen Wetteinsatz entspricht Eva dem Klischee des typischen Bewohners des Mittlerer Westen, der weiß, dass das Leben einen Einsatz fordert und Kämpfe zu schlagen sind.Wie der Titel vielleicht schon vermuten lässt, ist dies nicht nur Evas Geschichte, sondern auch ein kulinarisches Portrait der Namen gebenden Region, deren Geheimnisse, die von Mikrowellen Burritos, über ländliche Backwettbewerbe bis zum Eskapismus der Foodisten, die ihren Götzendienst in den Sternerestaurants dieser Welt versehen, reicht, hier nun gelüftet werden.Ein wunderbar ironischer Roman mit skurilen Charakteren für Gerne-Esser und noch lieber Leser.

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  • Eine ganz besondere Frau

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    leserattebremen

    22. November 2016 um 10:11

    Eva Thorvald ist eine bemerkenswerte Frau. Sie ist noch ein Baby, als ihre Mutter ihren Vater und sie verlässt. Nur kurz danach stirbt ihr Vater und sie wächst bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf, die sie als ihre Tochter annehmen. Doch ihr leiblicher Vater hat ihr etwas Besonderes hinterlassen: einen außergewöhnlichen Geschmackssinn und die Fähigkeit, diesen als Köchin zu nutzen. Bald zahlen Menschen Tausende von Dollar und warten monate- wenn nicht jahrelang, um nur einmal in den Genuss ihres Essens zu kommen. Mit Eva hat J. Ryan Stradal eine spannende Hauptfigur geschaffen, um die sich die gesamte Geschichte dreht, ohne sie jemals wirklich in den Mittelpunkt zu stellen. All die Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens trifft, erzählen ihre Geschichte, einen Abschnitt ihres Lebens, in dem sie auf Eva treffen, die sie alle nachhaltig beeindruckt und beeinflusst. Diese Geschichten beschreibt Stradal so flüssig und ineinander fließend, dass es beim Lesen gar nicht stört, dass sich die Perspektive ständig wechselt und teilweise größere Zeitabschnitte übersprungen werden. Im Gegenteil, wird es durch die verschiedenen Positionen nur umso abwechslungsreicher, Evas wirklich besonderem Lebensweg zu folgen. Man merkt gar nicht, wie die Zeit beim Lesen verfliegt, zu spannend ist es, Eva im nächsten Abschnitt wieder völlig neu kennenzulernen, ihre Talente und Ideen aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. Dabei entwickeln sich auch die Menschen um sie herum natürlich immer weiter und halten manche Überraschung bereit, wenn man sie im Verlauf des Buches plötzlich in kleinen Nebenfiguren wieder erkennt. Mich hat J. Ryan Stradals Roman „Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens“ begeistert, die Geschichte ist sehr durchdacht und feinsinnig aufgebaut, so dass sie einen als Leser gar nicht mehr loslässt. Eva ist mir bei der Lektüre regelrecht ans Herz gewachsen mit ihrer ungewöhnlichen Art, das Leben zu meistern und so konnte ich ihr zum Abschluss des Buches nur das Beste wünschen für den Teil ihres Lebens, an dem wir als Leser leider nicht mehr teilhaben können. 

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  • Ungewöhnlicher Roman mit ganz eigenem Charme

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    Gise

    19. November 2016 um 15:46

    Eva Thorwald verliert ihre Eltern bereits als Baby: Ihre Mutter entdeckt, dass sie die Mutterrolle gar nicht mag und verschwindet, ihr Vater stirbt an einem Herzinfarkt. Aufgezogen wird sie von Onkel und Tante. Doch vom Vater hat sie den absoluten Geschmackssinn geerbt. In Jugendjahren experimentiert sie mit Chilischoten, später wird sie als Köchin sehr berühmt werden. In mehreren Zeitsprüngen erfährt der Leser bedeutende Meilensteine aus Evas Leben wie auch aus dem ihrer Begleiter, bis sie später so erfolgreich ist, dass Interessierte sich auf eine jahrelange Warteliste setzen lassen und horrende Preise für das Essen zahlen. Erst im letzten Kapitel laufen alle Fäden zusammen. Interessant sind die in den Text gestreuten Rezepte, die eine besondere Note in die Geschichte hineinbringen. Der eingestreute trockene Humor würzt die Geschichte an den richtigen Stellen, so dass der Leser sich gerne auf Evas Leben einlässt.Schade allerdings, dass der Klappentext so weit voraus greift. Hier hätte man einfach auf Evas Begabung und auf ihren Lebensweg bis zur gefeierten Köchin hinweisen können, das wäre der Erzählung eher gerecht gewesen. Sehr schön und passend dagegen das Cover, das wichtige Etappen in Evas Leben aufgreift und somit gezielt bündelt. Es ist ein eher ungewöhnlicher Roman, den J. Ryan Stradal hier präsentiert, und auch ich musste mich etwas umgewöhnen beim Lesen. Doch die Geschichte entwickelt einen ganz eigenen Charme, der jeden bezaubert, der sich auf diese Art des Lesens einlassen kann.

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  • Streiflichter

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    raveneye

    07. November 2016 um 14:48

    Eva Thorvald ist die Tochter von Lars Thorvald und Cynthia Hargreaves. Doch kurz nach ihrer Geburt verliert sie beide. Ihr Leben scheint nun durch ihre Arbeit mit Lebensmitteln geprägt zu sein, und denn Menschen denen sie auf ihrem Weg begegnet. Das Buch hat mich mit dem ersten Satz gefangen genommen und nicht mehr losgelassen. Schon das Cover des Buches ist sehr ansprechend gestaltet und in kombination mit dem Titel (der zwar eher nach einen Kochbuch klingt als nach einem Roman, aber das Buch quasi in einem Satz perfekt auf den Punkt bringt) war meine Neugier geweckt. Ich mag ungewöhnliche Romane, die nicht umbedingt dem Mainstream entsprechen, auch wenn ich diesem nicht abgeneigt bin. Der Schreibstil und die Sprache des Buches sind locker und flüssig und laden zum Lesen regelrecht ein. Jedes Kapitel ist aus der Sicht von jemand anderem gezählt und man bekommt einen guten Einblick in die Charaktere der einzelnen Personen. Jede dieser Personen ist auf die eine oder andere Art mit Eva verbunden, und der Leser lernt Eva durch die Augen anderer kennen. Was ich eine sehr schöne Art finde ihre Geschichte zu erzählen. Das Buch ist also eine Art Sammlung von Momentaufnahmem vieler Personen und Eva. Streiflichter ihres Lebens. Wer einmal anfängt das Buch zu lesen, kann es nur schwer aus der Hand legen. Mir ging es so. Kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Top.

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  • Keine Schöne-Heile-Welt

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    Fiordilatte

    04. November 2016 um 17:51

    Der Buchtitel "Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens" lässt nur wenige Rückschlüsse auf den Inhalt des bewegenden Romans von J. Ryan Stradal zu. Er erzählt die Lebensgeschichte von Eva Thorvald, die bereits mit dem Verlust ihrer Eltern beginnt und sich zu einem manchmal steinigen, manchmal berührenden Lebensweg entwickelt. Der Roman macht dabei in jedem Kapitel, das immer eine kulinarische Spezialität zum Thema hat, bei einer anderen Person Station, die mit Evas Leben in Verbindung steht. Damit lernt man die Köchin von verschiedenen Perspektiven kennen; der Autor versteht es, die unterschiedlichen Ebenen miteinander zu verflechten und die Charaktere nach und nach miteinander in Kontakt treten zu lassen. Dies ist für den Leser sehr interessant - er weiß nie, zu welcher Station in Evas Leben das nächste Kapitel springt und wie viel Zeit bis dahin vergangen sein wird. Garniert wird der Roman mit eingestreuten Rezepten, die allesamt verlockend klingen. Stradal schafft es, einen gewöhnlichen Lebenslauf außergewöhnlich werden zu lassen und den Leser ohne eine "schöne-heile-Welt" von seiner Protagonistin zu überzeugen. Der Roman erzählt eine bewegende Geschichte und lässt dabei gerade genug Leerstellen, die der Leser mit seiner eigenen Fantasie füllen darf.

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  • Kulinarisch und fesselnd, ungewöhnlich und bewegend

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    raven1711

    24. October 2016 um 16:09

    Klappentext:Eva Thorvalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, um einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Eine Geschichte über die Familie, die man verliert, Freunde, die man findet, und Zufallsbekanntschaften, die ein ganzes Leben bestimmen.Meinung:Es ist gar nicht so einfach, den Inhalt dieses Buchs zusammen zu fassen, ohne zu viel von der Geschichte selber zu verraten. In diesem Buch geht um Eva Thorvald und um das Thema Essen. Eva Thorvald ist eine erfolgreiche Köchin, die Event-Dinner veranstaltet. Bevor Eva aber so weit ist, wird erst einmal ihr Werdegang erzählt, angefangen bei ihren Eltern, ihrer Geburt, prägende Jahre in der Jugend und ihren Zwanzigern. Immer steht das Essen in den großen Kapiteln mit im Vordergrund, denn Evas Werdegang wird nicht hauptsächlich aus ihrem Blickwinkel erzählt, sondern von Menschen, die ihr Leben in irgendeiner Weise maßgeblich mitbeeinflusst haben. Und so taucht Eva mal mehr, mal weniger präsent in jedem Abschnitt auf.Die verschiedenen Blickwinkel sorgen zwar dafür, dass man beim Lesen ein etwas distanzierteres Bild von Eva erhält, aber man erfährt allerdings auch mehr über die Umstände, in denen sie aufwächst und die sie maßgeblich prägen. Ein wenig Schade fand ich es schon, nicht so viel über Evas Gefühlswelt zu erfahren, auf der anderen Seite aber war es so sehr interessant, wie Eva die Leben von anderen Menschen beeinflusst, ohne dass ihr das so bewusst ist. Denn die Person, die gerade den jeweiligen Abschnitt erzählt, gibt dabei ziemlich viel von sich und seinen Gefühlen preis. Bei manch einem Charakter hätte ich mir daher fast gewünscht, mehr über seinen Werdegang erfahren zu können. Aber letztendlich geht es im Buch ja um Eva und ihre Familie und der Autor schafft es, dass ich am Ende des Romans doch mit allen Figuren und Entwicklungen zufrieden war.J. Ryan Stradal hat einen sehr ungewöhnlichen und kulinarischen Roman geschrieben, den Anna-Nina Kroll sehr fesselnd übersetzt hat. So bekommt man während des Lesens richtig Lust aufs Kochen, findet zwischen den Seiten sogar einige Rezepte und kann dank der schönen Bildsprache die Gerichte und Gerüche förmlich spüren, sehen und schmecken. Nach einem etwas zähen Start auf den ersten Seiten hatte das Buch mich spätestens mit dem zweiten Kapitel gepackt und ich konnte und wollte den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Dabei ist der Verlauf eigentlich eher normal und gediegen, aber es ist so nah am Leben und die Charaktere agieren so gelungen miteinander, dass man einfach weiterlesen möchte.Erzählt werden die jeweiligen Kapitel in der dritten Person, wobei der Blickwinkel der Protagonisten von Kapitel zu Kapitel variiert. Diese Herangehensweise erzeugt schon einen starken Spannungsfaktor, denn man muss sich erst ein wenig in die Geschichte hineinlesen, bevor man mehr über Eva erfährt und warum gerade diese Person so wichtig für den Handlungsverlauf ist. Die Kapitel sind zwar recht lang, lesen sich aber absolut kurzweilig.Fazit:Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens ist nicht nur ein sehr kulinarisches Buch, sondern auch ein sehr fesselndes. J. Ryan Stradal setzt dabei den Fokus auf die Lebensmittel, kombiniert mit der Lebensgeschichte einer jungen Frau. Dabei zeigt er die Vielfalt des Essens auf, aber auch Schattenseiten der modernen Livestyle-Küche auf. Denn letztendlich ist die heimische Küche doch immer noch die Beste ;)Von mir gibt es 4,5 von 5 Punkten.Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar.

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  • Guter Schreibstil

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    Dominikus

    18. October 2016 um 20:04

    J. Ryan Stradal hat einen ganz besonderen Schreibstil. Die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens ist kein Kochbuch sondern ein Roman über eine Köchin mit dem absoluten Geschmackssinn. Es gibt ein paar wenige Rezepte. Es fängt mit Lars Thorwald dem Vater von Eva an, der ein begeisterter Koch ist. Als er Eva das erste Mal auf dem Arm hält, „schmolz sein Herz dahin wie Butter auf warmen Brot und sollte nie wieder seine ursprüngliche Form annehmen“. Diesen Ausspruch fand ich wunderschön. Evas Mutter verlässt die Familie und Lars stirbt als Eva ein halbes Jahr alt ist. Eva ist ein besonderes Kind, sie hat die Liebe zum Kochen im Blut. Schon mit 10 Jahren übt sie sich mit der Chili Zucht im Kleiderschrank. Sie hat eschon inen guten Geschäftssinn. Dann nimmt der Roman einen ganz neuen Weg, er wird auf verschiedene Geschichten erzählt, irgendwie, manchmal nur ganz kurz haben alle etwas mit Eva zu tun. Ihr Werdegang zur Meisterköchin wird nur sporadisch und in großen Schritten umrissen. Der Autor geht in jeder Geschichte total auf die Charaktere der jeweiligen Hauptpersonen ein. Mir kommt der Schreibstil jedes mal etwas anders vor, aber immer einfühlsam und originell. Das Ende ist wunderbar stimmig und rundet die Geschichte ab.. Mich hat der Roman sehr gut unterhalten.

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  • Tragischön

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    Equida

    19. September 2016 um 14:33

              Armes kleines Mädchen. Eva Thorvald wird von ihrer Mutter verlassen,als sie erst 3 Monate alt ist.Ihr charmant verrückter Vater,der Eva abgöttisch liebt, stirbt nur wenige Monate später an Weihnachten.Eva's Onkel Jarl und seine Frau Fiona übernehmen die Elternschaft,jedoch ohne Eva von ihrer wahren Herkunft zu erzählen.Eva hat es nicht leicht,Jarl und Fiona sind arm und können sich gerade so über Wasser halten. Eva,die schon als Baby viel größer war als alle Anderen,wird in der Schule gehänselt und gequält,ohne daß ihr jemand hilft. Einzig ihr Cousin Randy,der wegen seiner Drogensucht zum Außenseiter wurde und ihre Cousine Braque stehen ihr bei.Als Eva sich auf ihre eigene Art mit Hilfe der Chili Pflanzen,die sie in ihrem Kleiderschrank anbaut ,an ihren Peinigern rächt,bekommt sie einen Schulverweis und flüchtet zu Braque....Dieses Buch erzählt in einer sehr einlullenden Art und Weise die Geschichte eines hässlichen kleinen Entleins,das sich mit viel Mut und Durchsetzungsvermögen durch das Leben kämpft und schließlich dank ihres perfekten Geschmacksinnes, ein erfolgreicher, schöner Schwan wird.Besonders ansprechend fand ich,daß der Autor  Zeitsprünge macht,wir den Protagonisten aber immer wieder begegnen und so die offenen Fragen doch noch beantwortet werden. Ein wunderschönes Buch,das alles hat was der Leser sich wünscht:Witz und Tragik ,Komödie und Tragödie,gewürzt mit Rezepten,die man sofort nachkochen möchte. Perfekt für einen schönen Sommertag in der Hängematte,oder aber für einen Regentag,den man gemütlich mit einem schönen Buch auf dem Sofa verbringen möchte.       

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  • Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens blieben mir verborgen

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    LisaMe

    17. September 2016 um 19:56

    Klappentext: Eva Thorwalds Kochkunst ist legendär: Für einen Platz bei einem ihrer Pop-up-Dinner zahlt man vierstellige Beträge und wartet mehrere Jahre. Für Cynthia Hargreaves jedoch geht es dabei um mehr als bloße Gaumenfreuden, es ist ihre einzige Chance, einen schrecklichen Fehler wiedergutzumachen. Schon das erste Kapitel des Romans für sich genommen ist ein Kunstwerk. Mit der Kapitelüberschrift „Lutefisk“ konnte ich erst mal nichts anfangen, aber das wird noch aufgeklärt. Der Autor startet direkt mit dem Ende des Kapitels – was mir zu dem Zeitpunkt noch nicht klar war. Von dort reflektiert der Erzähler in den letzten Sekunden seines Lebens seinen bisherigen Werdegang. In dem Zuge stellt er uns auch seine Tochter Eva vor. Eva ist sozusagen die Hauptperson des Buches. Trotzdem kommt sie nicht dauerhaft vor. Nur ein Kapitel ist aus ihrer Perspektive geschrieben und sie tritt manchmal seitenlang gar nicht auf. Stattdessen ist sie der rote Faden, der alle Kapitel zusammenhält. Bei ihr laufen alle Erzählstränge zusammen. Der Roman von Stradal ist eine Komposition aus verschiedenen Geschichten, die sich an gewissen Stellen überschneiden. Ich fand es spannend, bei jedem neuen Kapitel erst mal ganz neu in das Buch einsteigen zu müssen. Oft beginnen die Kapitel mit einer neuen Person oder jemandem, die in einem anderen Kapitel bloß eine Nebenrolle hatte. Dann musste ich mich jedes Mal wieder neu orientieren. Der Leser wird beim Lesen dieses Buches sehr gefordert. Die Kapitel enden mit einem wichtigen Ereignis oder einer großen Erkenntnis und das Buch macht an einer ganz anderen Stelle, manchmal erst Jahre später, weiter. Dann muss man die Informationen, die manchmal nur nebensächlich erwähnt werden, selbst zusammenführen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Zusammenhänge verstanden habe. Gerade das finde ich aber toll an dem Roman. Wenn ich es nochmal lese, entdecke ich sicher Neues. Die besten Liebesgaben waren rar, persönlich und unerwartet. Er könnte zum Beispiel ihr Schließfach bis obenhin mit Moonglow-Tomaten füllen und nicht mal eine Nachricht hinterlassen. (Stradal, 178) Der Titel des Romans, sowie das Cover, versprechen das Thema Essen. Es spielt auch immer wieder eine Rolle steht allerdings meiner Meinung nach nicht im Mittelpunkt. Stradal hat ein paar Rezepte untergebracht, das gefällt mir gut und er macht immer mal wieder Menüvorschläge, die ich allerdings im Leben nicht nachkochen würde. Insgesamt sind mir die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens eher verborgen geblieben, weil mir viele der Zutaten überhaupt nichts sagen. Trotzdem hat mir der Umgang mit der Thematik gut gefallen. Es gibt einige Stellen, die Bezug auf gesunde Ernährung nehmen, aber der Roman wird auch nicht zum Ernährungsratgeber. Im Mittelpunkt stehen die Geschichten der Protagonisten. „Was ist da drin?“ […] „Butter“, sagte Pat. „Puderzucker, Erdnussbutter, Vollmilch-Schokotropfen. Graham-Cracker.“ Dylan und Oona starrten sie an. „Butter? […] Was für welche? Meinen Sie Mandelmuß?“ (Stradal, 350) Das Buch ist wirklich ein Meisterwerk. Es fordert den Leser, man muss ein bisschen Zeit investieren und konzentriert lesen, aber es lohnt sich und man bekommt viel zurück. Ein ganz und gar gelungenes Debüt, ich hoffe auf weitere Bücher von J.Ryan Stradal. Meine Rezension findet ihr auch auf meinem Blog unter: https://winterkindliest.wordpress.com/2016/09/15/die-geheimnisse-der-kueche-des-mittleren-westens-sie-bleiben-mir-verborgen/

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  • Evas Geschichte

    Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens

    SanneL

    15. September 2016 um 10:16

    Ein guter Anfang: Drei Söhne, zwei davon vom Vater schikaniert und sozial ausgegrenzt. Einer, Lars, findet ein neues Leben; er wird Koch, sogar ein richtig guter. Die Liebe findet er auch, heiratet, wird mit Leib und Seele Vater. Bedauert nur, dass er sein Töchterchen Eva statt mit Säuglingsnahrung nicht mit kulinarischen Leckerbissen verwöhnen kann. Die Mutter möchte nicht Mutter sein und verlässt die Familie. Lars verunfallt, als Eva noch kein Jahr alt ist. Ihr Onkel und seine Frau adoptieren sie. Eva, groß und kräftig, hat es schwer, sich durchzusetzen. Immer aber interessiert sie sich für die Zubereitung spezieller Gerichte und hochwertige Zutaten. Jetzt werden viele neue Charaktere eingeführt, die alle etwas mit Eva zu tun haben. Ihre Cousine z.B. Nachdem ihre Geschichte interessant geworden ist, wird sie abgebrochen. Ihr Freund. Auch hier baldiger Themenwechsel. Seine Familie. Wechsel. Ein Küchenchef mit interessanten Dinnerparties. Seine Freundin.... Inzwischen ist Eva sehr erfolgreich, veranstaltet Kochevents. Immer mit exquisiten Zutaten. Viele interessante Rezepte, dass ist schön. Backnatron könnte allerdings mit "Backpulver" übersetzt werden. Mir hätten weniger Begleitpersonen, deren Leben aber ausführlicher gezeigt worden wäre, besser gefallen. So verliert man ein wenig die Übersicht, dabei sind die meisten der angerissenen Lebensverläufe verfolgenswert. Das Ende versöhnt, ein insgesamt schönes Buch.

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