J. W. Ironmonger

 4.4 Sterne bei 25 Bewertungen

Alle Bücher von J. W. Ironmonger

J. W. IronmongerDas zufällige Leben der Azalea Lewis
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Das zufällige Leben der Azalea Lewis
Das zufällige Leben der Azalea Lewis
 (25)
Erschienen am 27.07.2015
J. W. IronmongerThe Coincidence Authority
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The Coincidence Authority
The Coincidence Authority
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Erschienen am 01.10.2014
J. W. IronmongerCoincidence
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Coincidence
Coincidence
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Erschienen am 05.06.2014
J. W. IronmongerCoincidence
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Coincidence
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Erschienen am 18.02.2014

Neue Rezensionen zu J. W. Ironmonger

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Rezension zu "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" von J. W. Ironmonger

Ein wunderbar poetischer Roman über das Leben und die Liebe
Buchsensibelvor 6 Monaten

Azaleas Leben ist von einer Reihe tragischer Ereignisse durchzogen. Bereits als Kind ging sie auf einem Rummelplatz verloren und wurde nie gesucht. Zu klein, um der Polizei Auskunft zu geben, wird sie später von einem lieben Ehepaar aus London adoptiert, das kurz darauf in Uganda eine Missionsstation leitet. Bis zu ihrem 13. Lebensjahr lebt sie dort, doch dann überschlagen sich die Ereignisse, als die Station von der „Lord’s Resistance Army“ angegriffen wird.
Die LRA ist eine brutale Miliz, die Kinder verschleppt und sie zu Kindersoldaten macht, welche im seit 20 Jahren wütenden Bürgerkrieg eingesetzt und misshandelt werden.

Als Erwachsene wieder in Deutschland, trifft Azalea eines Tages zufällig (!?) auf Tomas. Tomas ist Philosoph und überzeugter Determinist und liebt Statistiken: er ist der Meinung, dass unser Universum und alles was geschieht auf rein mathematischen und physikalischen Gesetzen beruht, was bedeuten würde, dass wir nicht wirklich einen freien Willen haben. Azalea hingegen liebt die Poesie und glaubt daran, dass alles, was uns im Leben widerfährt einen Sinn hat – dennoch befürchtet sie, dass sie ihrem Schicksal nicht entfliehen kann.

Auf der Suche nach ihren Wurzeln, auf der Suche nach sich selbst, konfrontiert sie Tomas mit ihrer Lebensgeschichte und fordert ihn heraus mit der Frage, ob es Zufälle gibt oder nicht, ob alles vorherbestimmt ist oder doch willkürlich ist. Und vor allem, ob man für sein eigenes Glück verantwortlich sein und es lenken kann.

So reisen wir mit den Beiden von London nach Uganda und zur Isle of Man in Schottland – und durch eine Zeit von über 100 Jahren, vorrangig aber durch die Lebensspanne von Azalea.

In diesem Roman in wunderbarem Schreibstil in poetischer Sprache geht es um philosophische und psychologische Fragen über den Sinn unseres Daseins, das Leben und die Liebe selbst. Besonders interessant fand ich den Mittelteil über Uganda und auch die zusätzlichen historischen Fakten hierzu im Anhang.

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Rezension zu "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" von J. W. Ironmonger

Sehr positiv spezielles Buch
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Wir lernen Azalea im Jahr 1982 als drei Jahre altes Mädchen kennen. Es ist etwa 22 Uhr und wir befinden uns im Wohnwagen des Marktleiters auf einem Rummelplatz in Devon. Wir hören die Durchsagen mit denen nach Azalea Eltern gesucht wird - doch niemand kommt, um Azalea abzuholen. Schließlich kommt ein Streifenwagen - zwei Polizisten steigen aus und befragen Azalea. Doch sie finden keine Anhaltspunkte, nichts, was bei der Suche von Azalea Eltern hilfreich wäre. Azalea kommt in eine Pflegefamilie und kurz darauf wird die Suche nach ihren Eltern beendet - mit dem Ergebnis, dass Azalea wohl ausgesetzt worden ist. Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit, so sollen wir später erfahren. Nun wird Azalea erstmal zur Adoption freigegeben und von Rebecca und Luke Volley adoptiert. Luke stammt aus einer Missionarsfamilie und es ist quasi seine Berufung, die Mission seiner Familie in Uganda weiterzuführen. 

Also verlassen wir Großbritannien und begleiten Azalea und ihre neue Familie nach Uganda. Ein Land, das sich wie so viele afrikanische Länder damals und auch heute in einer äußerst instabilen politischen Situation befindet, in dem viele verschiedene, oftmals verfeindete Volksgruppen leben. Ein Land voller Konflikte, die zu beinahe bürgerkriegsähnlichen Zuständen geführt haben. In diesem von Krisen erschütterten Land soll Azalea die nächsten Jahre leben. Wir werden gemeinsam mit ihr Joseph Kony kennenlernen, der auch heute noch zu den meistgesuchtesten Verbrechern der Welt gehört. Er wird mit seiner Lord's Restistance Army - kurz LRA - die Mission der Familie Folley überfallen und Rebecca und Luke werden dabei sterben. Beide am 21.Juni, einem Mittsommernachtstag, wie auch Marion Yves, Azalea leibliche Mutter 10 Jahre zuvor und auch Azalea Großvater, ein Fischer und Azalea leiblicher Vater, der Fischer Gideon.

Das alles wird dazu führen, dass Azalea der Meinung ist, dass alles im Leben aus einem bestimmten Grund geschieht. Sie wird den Zufallsexperten Thomas Post aufsuchen und die Dinge werden sich in eine ganz andere Richtung entwickeln und es wird die ein oder andere Überraschung geben…

Meine Meinung
Das Cover ist definitiv kein alltägliches. Es hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt - ich finde, dass es einfach interessant aussieht. Einerseits ist es so sehr bunt, auf der anderen Seite folgt es klaren Mustern, die eine gewisse Ordnung in dieses ganze bunte bringen. Und jetzt, nach dem Lesen kann ich sagen, dass das Cover wirklich richtig gut zur Geschichte passt. Bei dem Cover handelt es sich um das englische Cover der Taschenbuchausgabe.

Vor dem Lesen hatte ich von dem Buch keine Vorstellung - ich wollte mich einfach überraschen lassen. Überrascht wurde ich von dem Buch wirklich - und zwar auf eine sehr positive Art. Diese komplexe Geschichte, die John Ironmonger hier geschaffen hat, hat mich - das kann ich nicht anders beschreiben - schier überwältigt.

"Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist auf mehreren Ebenen aufgebaut. Wobei die Rahmenhandlung, während der Thomas Post die Geschichte von Azalea einer Freundin erzählt, in einem Zeitraum von etwa 2 Wochen spielt. Die ganze Geschichte besteht aus zahlreichen Handlungssträngen, deren Knoten immer Azalea ist. Diese Handlungsstränge erzählen von ganz unterschiedlichen Zeiten und auch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Auch wenn es nicht immer ganz eindeutig war, was der jeweilige Handlungsstrang jetzt mit der Haupthandlung zu tun hat (den das wird einem oft erst später klar) bin ich doch nie durcheinander gekommen. An dieser Stelle muss ich wirklich mal den Schreibstil von John Ironmonger loben, denn dieser ist einfach nur grandios. Man wird so sehr von der Geschichte mitgenommen und die Handlung ist verschiedene historische Gegebenheiten einfach nur perfekt eingebettet worden. Von den Konflikten in Belfast und der politischen Situation Uganda wird fast nur nebenbei erzählt und trotzdem nimmt man sehr viel mit, ohne dass man irgendwie das Gefühl bekommt, das einem hier Wissen aufgedrängt wird.

Durch die verschieden Erzähler sieht man bestimmte Ereignisse aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und diese Blickwinkel entsprechen oftmals auch nicht der eigenen Überzeugung, dadurch wird man zum Denken angeregt. Ich finde, dass dieses Buch gewissermaßen auch provoziert - wobei ich eher das Gefühl hatte, dass der Autor das gar nicht beabsichtigt hatte. 

Einige der Geschehnisse in dem Buch, z.B. die LRA, die mit Gewalt versucht einen Gottesstaat zu errichten, das erinnert schon an den IS - auch wenn die beiden Gruppen sicher ganz unterschiedlich vorgehen. Das zeigt auch, wie aktuell das Buch ist, obwohl der Autor diese Aktualität keineswegs geplant haben dürfte. Das ist einfach Zufall. 

Womit wir auch schon beim nächsten, dem eigentlichen Hauptthema des Buches sind, nämlich beider Frage, ob alles vorherbestimmt ist und wenn ja, wer die Fäden zieht oder ob alles zufällig geschieht und bei der Frage ob der freie Wille vielleicht nur eine Illusion ist. Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich vom freien Willen überzeugt bin, aber einige der Theorien, die in dem Buch vorgestellt werden haben mich echt dazu gebracht daran zu zweifeln.

Das Buch bringt einen aber nicht nur zum Nachdenken, sondern es unterhält auch sehr gut. Es ist richtig spannend - ob die Begegnungen mit der LRA in Afrika oder die Frage, ob man Vorherbestimmung aufhalten kann - da konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit
Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen - es ist wirklich richtig, richtig gut und bekommt von mir dafür auch volle fünf Sterne!

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PrinceXLs avatar

Rezension zu "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" von J. W. Ironmonger

Freier Wille oder Schicksal?
PrinceXLvor 3 Jahren

Das Buch beginnt sehr packend und emotional: im Jahr 1982 wird auf einem Rummelplatz in Wales ein dreijähriges Mädchen alleine aufgefunden, von den Eltern gibt es keine Spur. Da sie ihren Nachnamen und den Ort, aus dem sie kommt, nicht nennen kann, beginnt eine landesweite polizeiliche Suche nach der Familie. Dieser Start zieht mich gleich in seinen Bann. Und so lernen wir die Hauptdarstellerin Azalea kennen.

Im Jahr 2011 sucht Azalea Dr. Post auf. Er beschäftigt sich wissenschaftlich mit Zufällen, und da in Azaleas Leben einige für sie unerklärbare Ereignisse zusammenkommen, die ich zum Erhalt der Spannung nicht verraten werde, erhofft sie sich von ihm dazu Antworten und Erklärungen. Bei normalen Anfragen dieser Art enträtselt er das scheinbar Unerklärliche mit relativ einfacher mathematischer Wahrscheinlichkeit. In Azaleas Fall sind die Vorgänge nicht so leicht zu begründen, und damit läuft es auf die Frage hinaus, ob das alles von einer göttlichen Kraft gesteuert wird, ob alle Ereignisse bereits von Anfang an vorbestimmt sind oder ob es den freien Willen gibt. 

Das regt mich zum Nachdenken an. Gibt es eine einfache Antwort darauf? Muss hier nicht jeder seine eigene Wahrheit finden? Wem das zu trocken ist, den kann ich beruhigen: die theoretischen Abhandlungen von Dr. Post dazu belegen nur wenige Seiten. Der Hauptteil des Romans beschäftigt sich mit Azaleas Leben und springt dazu immer wieder in der Zeit zurück. Als 15-jährige lebt sie in einer Mission in einem abgelegenen Gebiet in Uganda. Das Land ist zerrüttet von Bürgerkrieg und die Bevölkerung wird von Rebellen und Kindersoldaten terrorisiert. Speziell die Gruppe um Joseph Kony ist hier aktiv, und leider sind er und das Vorgehen dieser Verbrecher nicht fiktiv, hier hat sich der Autor an Tatsachen orientiert. Zu Recht mahnt er an, dass der Westen zu lange die Augen vor den Grausamkeiten verschlossen hat. Nach mehreren Jahrzehnten Terror und trotz eines Kopfgeldes in Höhe von 5 Millionen US-Dollar ist er immer noch auf freiem Fuß.

Bemerkenswert ist der wunderbare Erzählstil. Der gekonnte Umgang mit der Sprache und die gelungene Übersetzung bringen mir Azaleas Schicksal auch immer wieder auf amüsante Weise sehr nahe.

Mein Fazit:

Gibt es den freien Willen oder ist alles nur Schicksal? Das ist die Kernfrage von „Das zufällige Leben von Azalea Lewis“. Mit Tiefgang erzählt das Buch über ihr ungewöhnliches Leben. Die wundervolle Sprache erschafft hierbei trotz der manchmal schweren Themen eine erstaunliche Leichtigkeit. Vom Verlag ist es als Jugendbuch ab 16 Jahren eingestuft, ich halte es aber auch für Erwachsene spannend und sehr lesenswert.

© 2015, Marcus, buecherkaffee.de

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