J. W. Ironmonger Das zufällige Leben der Azalea Lewis

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Inhaltsangabe zu „Das zufällige Leben der Azalea Lewis“ von J. W. Ironmonger

Geschieht alles aus einem bestimmten Grund? Diese Frage quält Azalea Lewis, deren Leben von unfassbar vielen Zufällen bestimmt scheint. Da sie befürchtet, dass ihr Lebensweg vorgegeben ist und sie ihr Schicksal nicht ändern kann, vertraut sie sich einem Experten für Zufälle an: Dr. Thomas Post. Als dieser beginnt, die Rätsel ihrer Vergangenheit zu entwirren, werden seine Überzeugungen von der Liebe, dem Leben und seine Statistiken völlig auf den Kopf gestellt. Ein Roman, der die Frage nach der Existenz von Schicksal und Zufällen stellt und von der Liebe zweier sehr unterschiedlicher Menschen erzählt, die auf der Suche nach einer Antwort von der sturmumtosten Beschaulichkeit der Isle of Man bis ins wüstenheiße Afrika reisen. Romantik trifft hier auf Philosophie, Thriller und Abenteuer. Ein fesselnder, sprachlich eleganter, berührender und oft auch amüsanter Roman, für Fans von Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry.

Skeptisch angefangen und schnell begeistert worden. Eine fesselnde Geschichte!

— Bibo1989

Etwas völlig anderes als ich erwartet hatte. Sehr anspruchsvoll zu lesen meiner Ansicht nach, aber interessante Thesen und Informationen

— Brine

Ein tolles, ein unterhaltsames, ein wichtiges Buch! Unbedingt lesen!

— wlatata

Zufall oder Schicksal?? Egal!! Das leben der Azaleha ist auf jeden Fall Lesens wert!!

— Ali02

Schicksal oder Zufall? Wie auch immer: Azaleas Leben ist einen Blick wert. Aufwühlend, tiefgründig und irgendwie doch humorvoll.

— VanaVanille

Eine Spannungsreiche Geschichte, die von Zufällen geprägt ist...

— Arietta

Dieses Werk ist wirklich kein einfaches Buch. Es braucht Geduld und Konzentration, belohnt jedoch mit einem ungewöhnlichen Lesegenuss.

— -Favola-

Berührend, poetisch, einfach toll! Ironmonger erzählt nicht eben zufällig keine großartige Geschichte!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Ernsthafter, als man aufgrund des Klappentextes zunächst annimmt. Ganz sicher nicht seicht, aber wunderbar geschrieben.

— Nirtak_Ehcstuk

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  • Sehr positiv spezielles Buch

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. January 2016 um 11:20

    Wir lernen Azalea im Jahr 1982 als drei Jahre altes Mädchen kennen. Es ist etwa 22 Uhr und wir befinden uns im Wohnwagen des Marktleiters auf einem Rummelplatz in Devon. Wir hören die Durchsagen mit denen nach Azalea Eltern gesucht wird - doch niemand kommt, um Azalea abzuholen. Schließlich kommt ein Streifenwagen - zwei Polizisten steigen aus und befragen Azalea. Doch sie finden keine Anhaltspunkte, nichts, was bei der Suche von Azalea Eltern hilfreich wäre. Azalea kommt in eine Pflegefamilie und kurz darauf wird die Suche nach ihren Eltern beendet - mit dem Ergebnis, dass Azalea wohl ausgesetzt worden ist. Das entspricht jedoch nicht der Wahrheit, so sollen wir später erfahren. Nun wird Azalea erstmal zur Adoption freigegeben und von Rebecca und Luke Volley adoptiert. Luke stammt aus einer Missionarsfamilie und es ist quasi seine Berufung, die Mission seiner Familie in Uganda weiterzuführen.  Also verlassen wir Großbritannien und begleiten Azalea und ihre neue Familie nach Uganda. Ein Land, das sich wie so viele afrikanische Länder damals und auch heute in einer äußerst instabilen politischen Situation befindet, in dem viele verschiedene, oftmals verfeindete Volksgruppen leben. Ein Land voller Konflikte, die zu beinahe bürgerkriegsähnlichen Zuständen geführt haben. In diesem von Krisen erschütterten Land soll Azalea die nächsten Jahre leben. Wir werden gemeinsam mit ihr Joseph Kony kennenlernen, der auch heute noch zu den meistgesuchtesten Verbrechern der Welt gehört. Er wird mit seiner Lord's Restistance Army - kurz LRA - die Mission der Familie Folley überfallen und Rebecca und Luke werden dabei sterben. Beide am 21.Juni, einem Mittsommernachtstag, wie auch Marion Yves, Azalea leibliche Mutter 10 Jahre zuvor und auch Azalea Großvater, ein Fischer und Azalea leiblicher Vater, der Fischer Gideon. Das alles wird dazu führen, dass Azalea der Meinung ist, dass alles im Leben aus einem bestimmten Grund geschieht. Sie wird den Zufallsexperten Thomas Post aufsuchen und die Dinge werden sich in eine ganz andere Richtung entwickeln und es wird die ein oder andere Überraschung geben… Meine Meinung Das Cover ist definitiv kein alltägliches. Es hat sofort meine Aufmerksamkeit geweckt - ich finde, dass es einfach interessant aussieht. Einerseits ist es so sehr bunt, auf der anderen Seite folgt es klaren Mustern, die eine gewisse Ordnung in dieses ganze bunte bringen. Und jetzt, nach dem Lesen kann ich sagen, dass das Cover wirklich richtig gut zur Geschichte passt. Bei dem Cover handelt es sich um das englische Cover der Taschenbuchausgabe. Vor dem Lesen hatte ich von dem Buch keine Vorstellung - ich wollte mich einfach überraschen lassen. Überrascht wurde ich von dem Buch wirklich - und zwar auf eine sehr positive Art. Diese komplexe Geschichte, die John Ironmonger hier geschaffen hat, hat mich - das kann ich nicht anders beschreiben - schier überwältigt. "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist auf mehreren Ebenen aufgebaut. Wobei die Rahmenhandlung, während der Thomas Post die Geschichte von Azalea einer Freundin erzählt, in einem Zeitraum von etwa 2 Wochen spielt. Die ganze Geschichte besteht aus zahlreichen Handlungssträngen, deren Knoten immer Azalea ist. Diese Handlungsstränge erzählen von ganz unterschiedlichen Zeiten und auch aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Auch wenn es nicht immer ganz eindeutig war, was der jeweilige Handlungsstrang jetzt mit der Haupthandlung zu tun hat (den das wird einem oft erst später klar) bin ich doch nie durcheinander gekommen. An dieser Stelle muss ich wirklich mal den Schreibstil von John Ironmonger loben, denn dieser ist einfach nur grandios. Man wird so sehr von der Geschichte mitgenommen und die Handlung ist verschiedene historische Gegebenheiten einfach nur perfekt eingebettet worden. Von den Konflikten in Belfast und der politischen Situation Uganda wird fast nur nebenbei erzählt und trotzdem nimmt man sehr viel mit, ohne dass man irgendwie das Gefühl bekommt, das einem hier Wissen aufgedrängt wird. Durch die verschieden Erzähler sieht man bestimmte Ereignisse aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln und diese Blickwinkel entsprechen oftmals auch nicht der eigenen Überzeugung, dadurch wird man zum Denken angeregt. Ich finde, dass dieses Buch gewissermaßen auch provoziert - wobei ich eher das Gefühl hatte, dass der Autor das gar nicht beabsichtigt hatte.  Einige der Geschehnisse in dem Buch, z.B. die LRA, die mit Gewalt versucht einen Gottesstaat zu errichten, das erinnert schon an den IS - auch wenn die beiden Gruppen sicher ganz unterschiedlich vorgehen. Das zeigt auch, wie aktuell das Buch ist, obwohl der Autor diese Aktualität keineswegs geplant haben dürfte. Das ist einfach Zufall.  Womit wir auch schon beim nächsten, dem eigentlichen Hauptthema des Buches sind, nämlich beider Frage, ob alles vorherbestimmt ist und wenn ja, wer die Fäden zieht oder ob alles zufällig geschieht und bei der Frage ob der freie Wille vielleicht nur eine Illusion ist. Dazu muss ich sagen, dass ich eigentlich vom freien Willen überzeugt bin, aber einige der Theorien, die in dem Buch vorgestellt werden haben mich echt dazu gebracht daran zu zweifeln. Das Buch bringt einen aber nicht nur zum Nachdenken, sondern es unterhält auch sehr gut. Es ist richtig spannend - ob die Begegnungen mit der LRA in Afrika oder die Frage, ob man Vorherbestimmung aufhalten kann - da konnte ich das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen. Fazit Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen - es ist wirklich richtig, richtig gut und bekommt von mir dafür auch volle fünf Sterne!

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  • Freier Wille oder Schicksal?

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    PrinceXL

    14. November 2015 um 22:00

    Das Buch beginnt sehr packend und emotional: im Jahr 1982 wird auf einem Rummelplatz in Wales ein dreijähriges Mädchen alleine aufgefunden, von den Eltern gibt es keine Spur. Da sie ihren Nachnamen und den Ort, aus dem sie kommt, nicht nennen kann, beginnt eine landesweite polizeiliche Suche nach der Familie. Dieser Start zieht mich gleich in seinen Bann. Und so lernen wir die Hauptdarstellerin Azalea kennen. Im Jahr 2011 sucht Azalea Dr. Post auf. Er beschäftigt sich wissenschaftlich mit Zufällen, und da in Azaleas Leben einige für sie unerklärbare Ereignisse zusammenkommen, die ich zum Erhalt der Spannung nicht verraten werde, erhofft sie sich von ihm dazu Antworten und Erklärungen. Bei normalen Anfragen dieser Art enträtselt er das scheinbar Unerklärliche mit relativ einfacher mathematischer Wahrscheinlichkeit. In Azaleas Fall sind die Vorgänge nicht so leicht zu begründen, und damit läuft es auf die Frage hinaus, ob das alles von einer göttlichen Kraft gesteuert wird, ob alle Ereignisse bereits von Anfang an vorbestimmt sind oder ob es den freien Willen gibt.  Das regt mich zum Nachdenken an. Gibt es eine einfache Antwort darauf? Muss hier nicht jeder seine eigene Wahrheit finden? Wem das zu trocken ist, den kann ich beruhigen: die theoretischen Abhandlungen von Dr. Post dazu belegen nur wenige Seiten. Der Hauptteil des Romans beschäftigt sich mit Azaleas Leben und springt dazu immer wieder in der Zeit zurück. Als 15-jährige lebt sie in einer Mission in einem abgelegenen Gebiet in Uganda. Das Land ist zerrüttet von Bürgerkrieg und die Bevölkerung wird von Rebellen und Kindersoldaten terrorisiert. Speziell die Gruppe um Joseph Kony ist hier aktiv, und leider sind er und das Vorgehen dieser Verbrecher nicht fiktiv, hier hat sich der Autor an Tatsachen orientiert. Zu Recht mahnt er an, dass der Westen zu lange die Augen vor den Grausamkeiten verschlossen hat. Nach mehreren Jahrzehnten Terror und trotz eines Kopfgeldes in Höhe von 5 Millionen US-Dollar ist er immer noch auf freiem Fuß. Bemerkenswert ist der wunderbare Erzählstil. Der gekonnte Umgang mit der Sprache und die gelungene Übersetzung bringen mir Azaleas Schicksal auch immer wieder auf amüsante Weise sehr nahe. Mein Fazit: Gibt es den freien Willen oder ist alles nur Schicksal? Das ist die Kernfrage von „Das zufällige Leben von Azalea Lewis“. Mit Tiefgang erzählt das Buch über ihr ungewöhnliches Leben. Die wundervolle Sprache erschafft hierbei trotz der manchmal schweren Themen eine erstaunliche Leichtigkeit. Vom Verlag ist es als Jugendbuch ab 16 Jahren eingestuft, ich halte es aber auch für Erwachsene spannend und sehr lesenswert. © 2015, Marcus, buecherkaffee.de

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  • Eine wundervolle Top-Empfehlung für alle, die ausgezeichnet geschriebene Literatur schätzen.

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    Damaris

    17. August 2015 um 14:48

    Mit "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" verhält es sich so, dass man sich auf den ersten Blick, und vielleicht auch nach dem Lesen der Buchbeschreibung, nicht so recht vorstellen kann, welches Leseerlebnis man hier erwarten darf. Und ich muss zugeben, dass ich etwas ängstlich an diese Geschichte heranging. Geht es um Schicksal? Um Zufälle? Oder vielleicht doch um Liebe? Meine Vorsicht war unbegründet, denn "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist ein wunderbar besonderer Roman, der mich mit seiner Raffinesse an die Seiten gefesselt hat. Dabei behaupte ich nicht, dass das Thema und der ganze Roman einfach wäre. Im Gegenteil. Den Fragen nach Zufällen, Schicksal oder Vorherbestimmung wird im Laufe der Handlung explizit nachgegangen, auch anhand von wissenschaftlichen Beispielen. Zugleich ist das Buch aber ein Abenteuerroman, ein Krimi und eine zarte Liebesgeschichte. Wie der Autor es geschafft hat, diese Dinge miteinander zu verbinden und eine derartige Geschichte zu schreiben, hat mich schwer beeindruckt. Zuerst ist die Handlung ist nicht linear, als Leser springt man zwischen den verschiedenen Jahreszahlen, in denen jeweils eigene Szenen spielen, hin und her. An einem bestimmten Punkt ist man komplett informiert und die Handlung setzt sich linear fort. Obwohl die Geschichte teilweise fast autobiographische Züge hat, wird sie nie aus der der Sicht von Hauptcharakter Azalea erzählt. Einzig einige auktoriale Passagen lassen auf ihre Gefühle schließen. Als Leser fühlt man sich ständig als Beobachter, wird manchmal sogar direkt angesprochen. Die Sprache ist gehoben, dabei sehr fundiert und auch gefühlvoll. "Es hat den Anschein, als würde ich von Zufällen heimgesucht, Dr. Post." "Heimgesucht?" "Heimgesucht. Geplagt. Überfallen. Verhext. Suchen Sie sich ein Wort aus. Die Zufälle scheinen mich auf Schritt und Tritt zu verfolgen oder mich zu beeinflussen. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Irgendwie hatte ich gehofft, dass Sie vielleicht helfen könnten." - S. 142 Azalea Ives (dann Folley, dann Lewis) kommt zu Thomas Post, dem Wissenschaftler, weil sie nicht mehr weiter weiß. Sie ist überzeugt davon, dass ihr Leben, das nur aus Verknüpfungen und Zufällen besteht, komplett vorherbestimmt ist. Sie erhofft sich von ihm eine Erklärung, denn sie möchte diese Dinge unbedingt verstehen. Und so wird Azaleas Leben dem Leser erläutert, bis man versteht, warum Azalea das Bedürfnis hat, ein Erklärung zu erhalten. Das Buch besteht aus vielen einzelnen Geschichten, die dann zusammen Azaleas Leben und Herkunft bilden. Obwohl es viele schöne Dinge im Buch gibt, habe ich mich teils auch sehr erschrocken. Einiges war hart und ging mir sehr nahe, besonders in dem Wissen, dass der Roman zwar erfunden ist, bestimmte Handlungen aber der Realität entsprechen. Das Buch hat mich sehr zufrieden, aber auch emotional aufgewühlt zurückgelassen. Fazit "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist ein anspruchsvolles Buch, bei dem der Leser bereit sein muss, genau zuzuhören und das Gelesene wirken zu lassen. Erklärungen und Erläuterungen gehören dazu, um das Bild dieser Geschichte komplett zu machen. Azaleas Leben, ihr Schicksal und ihre Zukunftsaussichten haben mich tief berührt. Sprache, Charme und Ausdruck des Buches ist für mich allerhöchste Schreibkunst, die vom Autor geschaffenen Verknüpfungen sowieso. Das Buch ist wundervoll! Eine Top-Empfehlung für alle, die anspruchsvolle und ausgezeichnet geschriebene Literatur schätzen.

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  • Von Zufällen und Schicksal und eigentlich viel mehr

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    VanaVanille

    27. July 2015 um 13:05

    Ich mag es sehr gerne, von Büchern überrascht zu werden; wenn man den Klappentext liest und merkt, dass sich dahinter einer wundervolle Geschichte verbirgt, man aber selbst noch nicht erahnen kann, welche Richtung diese einschlagen wird. Wie ihr euch an dieser Stelle bereits denken könnt, ist Das zufällige Leben der Azalea Lewis genau solch ein Werk. Cover und Beschreibung ließen auf ein positives, vielleicht sogar etwas verrücktes Buch schließen; wahrscheinlich mit einer süßen Liebesgeschichte darin; nicht flach, aber auch nicht besonders anspruchsvoll. Aber dann liest man die ersten Seiten und spürt, dass man wohl etwas fehlgeleitet wurde, dass hier Größeres versteckt liegt, dass man auf eine Geschichte gestoßen ist, die man nicht mehr so einfach vergessen wird. Ja, es geht um Schicksal und Zufälle; ja, es gibt eine Liebesgeschichte (eigentlich sind es sogar ein paar mehr) und ja, dieses Buch passt sehr gut ins script5-Programm, da es den gewöhnlichen Jugendbuchrahmen so sehr sprengt, dass wir hier eher von junger Belletristik sprechen müssen. Aber das eigentlich Aufwühlende - das Tiefgründige - erleben wir nicht im Büro des Zufallsexperten Thomas Post, sondern in einer Mission in Afrika, wo wir auf gutherzige Menschen, aber auch auf brutale Religionsfanatiker und blutige Bürgerkriege stoßen. Der Autor umgarnt uns so mit seiner Protagonistin und deren Vergangenheit, dass wir erst gar nicht bemerken, auf welchen anderen Weg er uns gleichzetig führt. Welche Welt er uns sehen lässt, die wir, hätten wir vorher gewusst, was uns erwartet, vielleicht gar nicht hätten sehen wollen. Selten lässt mich ein Buch so verstört zurück und kann mich gleichzeitig mit seinem Humor und seiner Sprache dermaßen packen, dass es mich auch im geschlossenen Zustand die ganze Zeit verfolgt. Ich habe mich vorher für einen aufgeklärten Menschen gehalten, der um die Leiden der Welt weiß; doch muss ich gestehen, dass ich nicht besser bin als jene Ignoranten, die glauben, es reiche, zu Weihnachten eine UNICEF-Spende zu tätigen um mit seinem Gewissen im Reinen zu sein. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ich behaupte, ein Buch hätte mir die Augen geöffnet, aber hier fällt mir keine bessere Aussage ein.

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  • "... diese ganze Diskussion ist größtenteils irrelevant..."

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    R_Manthey

    26. July 2015 um 18:40

    Diese Bemerkung geht auf den Philosophen John Locke zurück. Sie wird vom Autor jedoch erst im vorletzten Absatz seines Buches aufgegriffen. Natürlich ist das keineswegs ein Zufall, denn wäre sie bereits am Anfang der Geschichte ins Spiel gekommen, hätte sie wohl eine zerstörende Wirkung entfaltet. Wenn es um die Rolle von Zufall oder Vorbestimmung in einer Lebensgeschichte geht, mögen die Ansichten darüber geteilt sein, ähnlich wie bei der Frage, ob es einen Gott gibt oder nicht. Ein bedeutender Lehrsatz der Mathematischen Logik sagt, dass wir diese Fragen niemals endgültig beantworten können werden. Aber verlockend bleiben sie natürlich für viele Menschen trotzdem. Und weil das so ist, benutzt sie der Autor, um seine eher durchschnittliche Geschichte, die eigentlich im Bürgerkrieg Ugandas angesiedelt ist, interessanter zu machen. Azalea Lewis verliert auf sonderbare Weise ihre Mutter an einem Mittsommertag in England. Ihr vermutlicher Vater, den sie nie kennenlernte, kam an einem solchen Tag um, ebenso ihre Adoptiveltern. Azalea leitet daraus eine Zwangsläufigkeit ab: Bald wird auch ihr Ende an diesem verfluchten Tag kommen. Ob das tatsächlich geschehen wird, kann hier nicht verraten werden. Azalea lebt abwechselnd in England und Uganda. In Afrika unterhielten ihre Adoptiveltern eine Missionsstaion und ermöglichten Waisenkindern ein geregeltes Leben. Doch in Uganda herrscht ein brutaler Bürgerkrieg, der auch vor christlichen Missionsheimen nicht haltmacht. Diese Geschichten zu erzählen, war wohl der ursprüngliche Gedanke des Autors. Das Interesse in Europa an solchen Kriegen und den Schicksalen der Menschen hält sich jedoch in engen Grenzen. In den Rahmen einer scheinbar philosophischen Frage gepresst, tritt das eigentliche Geschehen erst einmal in den Hintergrund. Der Leser wird mit einem Problem gelockt, was in Wirklichkeit keines ist, weil man es niemals lösen, aber ewig diskutieren kann. Eine vortreffliche Situation für einen Autor, die Ironmonger nicht ungenutzt lassen kann. Als das Schicksal Azalea wieder einmal nach England führt, trifft sie dort ganz zufällig einen Universitätsexperten, der sich trefflich mit dem Zufall auszukennen scheint. Er soll ihr fast schon psychotherapeutisch aus der selbst gestellten Mittsommertagsfalle helfen. Das versucht er auch recht motiviert, weil sich dabei sein Herz für Azalea öffnet. Für einen mit Zufallsfragen nicht ganz vertrauten Leser mag das, was dann folgt, vielleicht spannend klingen. Tatsächlich offenbart Ironmonger nun jedoch sein eigenes Unverständnis. Was sein Experte da alles berechnen können will, lässt sich in Wirklichkeit so gar nicht durchführen. Und wenn doch, dann nur unter Voraussetzungen, die völlig lebensfremd sind, aber gerne hinterher vergessen werden. Obendrein wird die Sache auch noch dadurch erschwert, dass eine solche Berechnung überhaupt keinen Nutzen für Azalea besitzt. Ohne hier eine Vorlesung über Wahrscheinlichkeitstheorie halten zu wollen, sei daran erinnert, dass ein Sechser im Lotto eine Wahrscheinlichkeit besitzt, die eigentlich Null ist. Dennoch gibt es jedes Jahr viele glückliche Lottomillionäre. Und wenn die statistische Lebenserwartung achtzig Jahre beträgt, dann ist das eine Mittlung aus einem Datensatz der Vergangenheit. Leider weiß dann der einzelne immer noch nicht auf welcher Seite der zukünftigen Daten er stehen wird. Das bedeutet, selbst wenn man eine Wahrscheinlichkeit ausrechnen könnte, sagt sie überhaupt nichts über ein Einzelschicksal aus. Noch ein Grund mehr für die Irrelevanz der ganzen Diskussion. Unabhängig von diesem Tatbestand erzählt Ironmonger seinen Lesern eine Geschichte aus dem ugandischen Bürgerkrieg. Das macht er trotz gelegentlicher Längen recht gut. Die Idee, seine Geschichte mit der Frage nach einer eventuellen Vorbestimmung von Leben zu befördern, ist brillant, wenngleich sie keinerlei wirkliche Bedeutung besitzt, die Story aber spannender macht als sie eigentlich ist.

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  • Schicksalhaft fantastisch!!!

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    MagicAllyPrincess

    21. July 2015 um 20:39

    Natürlich spielt das Schicksal in unser aller Leben eine entscheidende Rolle. Als Erwachsene dachte Azalea oft über die unwahrscheinliche Abfolge von Ereignissen nach, die ihr Leben dirigiert zu haben schien. (Seite 63) Zufälle basieren auf einer gewissen Synchronizität. Sehen wir uns einmal John Adams und Thomas Jefferson an, zweiter bzw. dritter Präsident der USA. Und dreimal darfst du raten: Sie sind beide am selben Tag gestorben, am 04.Juli 1926 - exakt fünfzig Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung, die beide mit unterzeichnet hatten. (Seite 239) Wenn ich dich davon überzeugen wollte, dass meine Zufälle mehr sind als nur unglückselige, willkürliche, schicksalhafte Ereignisse, dann könnte ich auf deine Website gehen und etwas vorhersagen, das mir zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft möglicherweise widerfahren wird. (Seite 254) Azalea Lewis Leben wird durch unzählige Zufälle und wiederkehrende Ereignisse bestimmt. Sie befürchtet, dass ihr Schicksal unabwendbar und ihr Lebensweg unumstößlich vorgeschrieben ist. So beschließt sie, sich dem Experten für Zufälle Dr. Thomas Post anzuvertrauen. Thomas glaubt ganz fest daran, dass es keine Zufälle gibt. Dank seiner jahrelangen Studien ist es ihm möglich, jeden anscheinend vorherbestimmten Moment zu erklären und jeden Zufall zu widerlegen. Doch als Azalea in sein Leben tritt, geraten seine Überzeugungen und seine Statistiken ziemlich ins wanken. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine Reise in die Vergangenheit und versuchen das Rätsel "Azalea Lewis" zu entschlüsseln. Da ich selbst an das Schicksal und so manche Vorherbestimmung glaube, war ich sofort begeistert davon, ein Buch über genau dieses Thema zu lesen. Das großartige Cover das übrigens perfekt zum Inhalt passt, sowie der doch ungewöhnliche, aber ebenso passende Titel, machten mich unfassbar neugierig auf "Das zufällige Leben der Azalea Lewis". Schon nach dem Lesen der ersten Seiten, war ich fasziniert von dieser Geschichte und unglaublich gespannt darauf, wohin mich die weitere "Reise" durch Azaleas Leben führen würde. J.W. Ironmonger hat hier keineswegs eine lockere Lektüre geschaffen, ganz im Gegenteil. Azalea hat es definitiv nicht leicht, ihr Leben besteht nicht nur aus wirklich unglaublichen Zufällen, sondern auch aus einigen Schicksalsschlägen, die man noch nicht einmal seinem größten Feind wünschen würde. Wer also eine Geschichte für Zwischendurch sucht, sollte wohl eher nicht zu diesem Buch greifen. Wer allerdings absolut ungewöhnliche und besondere Storys liebt, welche einen auch zum Denken anregen, dem lege ich "Azalea" sehr ans Herz. Denn trotz all der Widrigkeiten und unschönen Erlebnisse ist Azaleas Weg dennoch außergewöhnlich und immer wieder auch von wunderschönen Momenten und Lebensabschnitten geprägt, die so mit Sicherheit fast einzigartig sind. Vor allem die Menschen die Azalea begleiten und zur Seite stehen, sind sehr wertvoll. So erfährt die junge Frau selbst in den schlimmsten Momenten immer wieder wie es ist, bedingungslos geliebt zu werden. All diese Erlebnisse machen Azalea natürlich auch zu einer wahnsinnig interessanten Protagonistin. Ich war und bin immer noch begeistert von ihrem Optimismus, ihrem starken Willen, ihrer Liebenswürdigkeit und ihrer unumstößlichen Lebensfreude. Auch Thomas Post ist definitiv ein interessanter Hauptcharakter. Schon alleine seine Studien - und Berufswahl "Experte für Zufälle" ist mehr als selten. Thomas hat einen sehr durchgeplanten Tagesablauf und hält auch ansonsten sehr an seinen Prinzipien und seinen wissenschaftlichen Thesen fest. Als er und Azalea sich das erste Mal begegnen, prallen also wirkliche Gegensätze aufeinander, und dennoch ist die Chemie zwischen den beiden vom ersten Augenblick an spürbar. Es war einfach großartig Azalea und Thomas miteinander zu erleben. Das gegenseitige Agieren und Reagieren, ist trotzt der oft ernsten Themen einfach nur amüsant. Es ist berauschend und bezaubernd zugleich wie viele Zufälle es gibt, und wie viele sich davon dann letztendlich doch tatsächlich erklären lassen. J.W. Ironmongers Schreibstil ist sehr komplex, die Sätze sind schön formuliert und gut strukturiert. Dadurch empfand ich das Lesen zwar überhaupt nicht anstrengend, ich flog aber auch nicht durch die Seiten. Ich habe mir genügend Zeit genommen, seine Worte und das eben gelesene auf mich wirken zu lassen. J.W. Ironmongers Geschichte macht auf eine ganz spezielle Weise nachdenklich, sie berührt und bleibt mit Sicherheit noch sehr lange in meinem Gedächtnis präsent. Glaubt ihr an das Schicksal und seid immer wieder überrascht, was in eurem Leben für Zufälle passieren? Dann solltet ihr unbedingt zu J.W. Ironmongers Buch "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" greifen. Ein faszinierendes Grundthema, sowie unglaublich interessante Charaktere, sorgen für einen Lesegenuss der ganz speziellen Art.

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  • Eine Achterbahnfahrt über Ängste und Gefühle

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    Arietta

    21. July 2015 um 16:33

    Meine Meinung zum Inhalt: Es ist nicht ganz leicht das ganze gerecht wieder zu geben. Es kommt darauf an aus was man für einem Blickwinkel das ganze betrachtet. Hier geht es für mich in erster Line um Azalea und deren Leben gleicht einer Achterbahn . Die kleine 3 jährige Azalea blieb alleine auf dem Rummelplatz zurück, ihre Mutter bleibt Spurlos verschwunden. Hier fängt die ganze Geschichte die einer Odyssee von Azaleas an.  Angefangen von der 3 Jährigen bis hin zur 33 Jährigen jungen Frau. Erst die Ergebnisse lose Befragung durch die Polizei, die Spurensuche der Mutter, bis sie endlich ein neues zu Hause bei ihren Adoptiveltern Luke und Rebecca Folley  findet.  ihre Mutter gilt als Tod, an einem 21. Mittsommertag wurde sie wahrscheinlich ein Mordopfer. Sie reist mit ihren neuen Eltern nach Uganda, zu einer Missionsstadion die sie dort Leiten. Auch hier geht es dramatisch und aufregend zu. Der berüchtigte Josoph Kony und seine Kindersoldaten besuchen die Missionsstadion. Und wieder spielt der 21. Mittsommertag eine große Rolle. Dieses Datum scheint Azalea zu verfolgen und schlägt jedes Mal das Schicksal Erbarmungslos zu. Die nun herangewachsene Azalea, die mit den Lewis nach England. Dort will es der Zufall das sie auf den Philosophen und Wissenschaftler Dr. Thomas Post trifft. Wie es die Fügung will  vertraut sie sich ihm an und erzählt ihm von diesen merkwürdigen Zufällen und das auch sie an einem 21. sterben wird. Er ist genau der richtige für sie, er ist geradezu beseelt von diesen merkwürdigen Zufällen und mit Feuereifer stürzt er sich in diese Sache. Er spürt geradezu wie das ganze Azalea quält und ihr Leben beschäftigt, dieser verflixte und 21. Mittsommertag. Er als Experte möchte dieses Rätsel unbedingt lösen und der Sache auf den Grund gehen. Ob er es schafft Azalea am 21. Mittsommertag vor dem Tod zu bewahren, ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Zum Autor: J.W. Ironminger Schreib-und Erzählstil ist schon sehr ausgefallen und Speziell. Er stellt einem beim Lesen immer wieder vor neue Rätsel und neue Blickwinkel. Kein leichtes Buch, nichts so für zwischen durch , zwischen Tür und Angel. Keine sehr einfache Geschichte, sie fordert einem ganz schön. Stellenweise ist es sehr traurig und oft schockierend, Besonders das Thema Afrika, Uganda und den berüchtigten und realen Joseph Kony, die Resistance Armee (LRA), die Menschen verschleppte und die Kindersoldaten. Das alles nimmt einem sehr mit. Wir erfahren einiges aus Azaleas Leben, ihren Eltern und Vätern, von Uganda und der Missionsstadion Langadi. Man gewinnt tiefe Einblicke in dunkle und Schreckliche Abgründe. Nimmt teil an den Hoffnungen und Träumen der Protagonisten....Azalea wächst einem mit der Zeit ans Herz und Dr. Thomas Post Erläuterungen sind oft interessant. Eine Spannende und Schicksalshafte Geschichte, er der man sich fragt ob man Zufälle beeinflussen kann...  

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  • kein einfaches Buch, aber ein ungewöhnlicher Lesegenuss

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    -Favola-

    21. July 2015 um 11:07

    Bücher von Script5 sind oft spezielle und gerade deswegen liebe ich sie auch so sehr. "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" hat ein richtig tolles Cover und auch der Inhalt versprich, alles andere als 0815 zu werden. Dass es dann jedoch derart anders werden würde, hätte ich mir nicht träumen lassen ... Wie bekommen hier das Leben von Azalea Lewis erzählt, das geprägt ist von Schicksalsschlägen und vor allem extrem vielen Zufällen. Aus diesem Grund wendet sie sich an Thomas Post, der zwar Doktor der Philsophie ist, sich jedoch vor allem auf 'gesellschaftlich normierte Auslegung ungewöhnlicher Ereignisse' spezialisiert und versucht diese mathematisch zu erklären. Doch wir erfahren nicht nur sehr vieles über Azaleas Leben, sondern viel, viel mehr. J. W. Ironmonger berichtet über Uganda, das Leben am Westnil, Missionare, den Bürgerkriegen, Josoph Kony und Kindersoldaten. Zum Teil werden einem da gebündelte Fakten aufgetischt, dass man sich beim Lesen wirklich sehr konzentrieren muss. Doch gerade die Passagen in Afrika haben mir sehr gut gefallen und stellen einen tollen Kontrast zur Isle of Man dar. Man spürt, dass dem Autor sehr viel an diesem Land und der Problematik liegt. "Azaleas Zufälle lagen ausserhalb alles Messbaren. Sie liessen sich nicht erklären. Zumindest nicht mathematisch. [...] Genau genommen sind diese Zufälle möglicherweise der Beweis dafür, dass unser Universum nicht das ist, wofür wir es gehalten haben."     (Seite 35) Azalea und Thomas waren mir von Anfang an sympathisch und das, obwohl sie unterschiedlicher kaum sein können. Wenn man von Azaleas Vergangenheit und Ängsten liest, erstaunt es, wie optimistisch sie durchs Leben geht. Sie ist wirklich eine sehr spannende und starke Frau. Thomas ist für mich so der typische etwas verstaubte Professor, der sich im fünften Stock ohne Fahrstuhl und mathematischen Formeln versteckt. Zusammen sind sie auf jeden Fall ein sehr interessantes Gespannt und zwischen den beiden entwickeln sich immer spannende und zum Teil auch köstliche Diskussionen. "Ich muss ein wenig vom Thema abschweifen", sagt Thomas.     (Seite 83) Aber wie Thomas es gleich selber sagt, ist das Buch auch nicht ganz einfach zu lesen, denn es wird oft vom Thema abgeschweift. Die Geschichte um Azalea und ihre Frage zu ihren Zufällen stehen zwar im Zentrum, doch der rote Faden wirkt ab und zu etwas ausgefranst oder verzettelt. Die Kapitel spielen in verschiedenen Zeiten. Jedes zweite ist im jetzt und dann springt man wieder in die Vergangenheit von Azalea. Zudem wird ab und zu verschachtelt erzählt. Thomas erzählt die ganze Geschiche einer alten Freundin, die er ja wiederum von Azalea erzählt bekommen hat. Der Einstieg hat mich sofort neugierig gemacht und ich wollte unbedingt die Geheimnisse um dieses dreijährige Mädchen aufdecken. Danach musste ich erst einmal Geduld und Konzentration aufbringen und mich zum Teil sogar etwas durchbeissen. "Das Zufällige Leben der Azalea Lewis" liest sich weder locker noch flockig, entwickelt jedoch seine ganz eigene Faszination. Und je länger man liest, desto mehr wird man mit einem wirklich aussergewöhnlichen Lesegenuss entlöhnt.  Dieses Werk ist bestimmt nicht jedermans Sache, darum würde ich empfehlen, erst einmal einen Blick in die Leseprobe zu werfen. Fazit: "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist wirklich kein einfaches Buch. Es braucht Geduld und Konzentration, belohnt einen jedoch mit einem ungewöhnlichen Lesegenuss. Glaubt ihr ans Schicksal? Oder häufen sich Zufälle in eurem Leben? Dann solltet ihr Azalea und Thomas unbedint kennenlernen. Die Lektüre wird bestimmt auch euch überraschen.

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  • Es ist ein ganz besonderes Buch

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    Kanya

    20. July 2015 um 19:48

    Inhalt Dr. Thomas Post ist ein Experte für Zufälle. Für ihn gibt es keine Zufälle, denn hinter allem steckt eine logische und mathematische Erklärung. Doch dann tritt Azalea Lewis in sein Leben. Ihr Leben ist geprägt von unglaublich vielen Zufällen und sie hat Angst, dass ihr Schicksal schon vorgegeben ist und sie nichts daran ändern kann. Gemeinsam versuchen die beiden Azaleas Vergangenheit zu entwirren und auf einmal geraten die Überzeugungen von Thomas ins wanken, denn Azaleas Vergangenheit stellt alles Logische auf den Kopf... Meine Meinung "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist ein Buch, bei dem ich vor dem Lesen nicht so wirklich wusste, was mich erwartet. Es ist ein Buch über das Schicksal, Wahrscheinlichkeiten, über Zufälle, über die politische Situation in Afrika und über ein ganz besonderes Leben einer starken Frau. Schon von der ersten Seite an war ich gefesselt, denn es beginnt mit Azaleas Vergangenheit und man erfährt, dass sie dort auf einem Rummelplatz völlig allein gefunden wurde. Ab da wollte ich mehr über Azaleas Leben und Schicksal erfahren und so konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.  An sich hat mir dieses ungewöhnliche Buch richtig gut gefallen, doch ist es auf jeden Fall sehr komplex und nichts für zwischendurch.  Alleine schon der Schreibstil ist nicht ohne, aber gerade deswegen mochte ich das Buch so. Der Plot wird komplett von Thomas erzählt, was zu dem Aufbau des Buches passt. Der Autor springt scheinbar wild in den Zeiten herum und wechselt oft die Orte an denen das Buch spielt. Ohne die Kapitelüberschriften, in denen die Zeit und der Ort steht, hätte ich wohl schnell die Orientierung verloren. J. W. Ironmonger schreibt dabei auf höchstem Niveau, was nicht immer ganz einfach zu lesen ist. Er beschreibt teils schwierige Themen mit wissenschaftlichem Hintergrund und Fakten, was dann etwas trocken wirkt, aber gut ins Gesamtbild passt. Allerdings muss man sich beim Lesen ziemlich konzentrieren um auch wirklich alle Zusammenhänge verstehen zu können. Und gerade die Quantenphysik und die mathematischen Berechnungen des Buches waren nicht immer mein Fall, aber darüber konnte ich hinwegsehen. Die Protagonisten Azalea und Thomas konnten mich komplett begeistern, gerade weil sie doch anders sind, als viele andere Portagonisten und gerade Azaleas Vergangenheit hat es mir angetan. Sie musste vieles in ihrem Leben erdulden und hat so manchen Schicksalschlag erlebt, doch hat sie nie ihren Lebensmut und Optimismus verloren, was sie einfach stark und sympathisch macht.  Und auch Thomas, der an alles logisch herangeht, ist ein spannender Protagonist, der etwas ganz besonderes ist. Aber auch die Ausarbeitung sämtlicher Charaktere des Buches ist außerordentlich gelungen. Der Plot an sich ist teils sehr traurig und schockierend und vor allem die Thematik über Afrika, die sehr wichtig für den Plot ist, ist nicht einfach zu verdauen. Doch das Ende ist stimmig und insgesamt konnte mich das Buch wirklich fesseln. Es macht nachdenklich und wird mir wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Fazit "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist kein einfaches Buch für zwischendurch, aber wer an das Schicksal glaubt, sollte sich dieses außergewöhnliche Buch nicht entgehen lassen. Es ist ein Buch, das ich noch lange im Gedächtnis behalten werde und was auf eine besondere Art berührt.

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  • Eine Geschichte über das Leben, wie es spielen kann

    Das zufällige Leben der Azalea Lewis

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Thomas Post ist Herr der Zufälle. Für ihn gibt es für jeden Zufall eine logische und mathematische Erklärung. Bis Azalea Lewis in sein Leben tritt. Die 33-jährige berichtet ihm von ihrem Leben und zwingt ihn, sich mit der Möglichkeit auseinanderzusetzen, dass nicht alles logisch erklärbar ist, selbst wenn man es versucht. Kann Thomas da mithalten? Oder wird er Azalea beweisen, dass ihre scheinbaren Vorhersehungen nur Humbug sind? "Das zufällige Leben der Azalea Lewis" ist das Debüt von J. W. Ironmonger und hat mir sehr gut gefallen. Obwohl als Jugendbuch ab 14 Jahren eingeordnet, hat es mich durch seine unglaubliche Geschichte und den wundervollen Erzählstil in seinen Bann gezogen. Obwohl der Roman von einem auktorialen Erzähler berichtet wird, hatte ich die gesamte Zeit das Gefühl, als wenn ich der erzählenden Person gegenüber sitze und sie mir lebhaft von den Begebenheiten erzählt. Dabei springt der Autor gern in Zeit und Ort hin und her. Als Orientierung dienen die genannten Zeiten über den Kapiteln, ansonsten könnte man leicht durcheinander kommen. J. W. Ironmonger verwebt die Gegenwart mit einer weit zurückliegenden Vergangenheit, erzählt von mehreren Leben, wie sie zusammenhängen und warum alles so kam, wie es kommen musste. Obwohl hierbei klar Azalea im Vordergrund steht, habe ich so auch Thomas Post, die Eltern Azaleas und einen Teil Afrikas kennenlernen dürfen. Toll! Die Story selbst hat mich vom ersten Satz an gefangen genommen. Azaleas Leben hat so viele Kurven wie eine Rennstrecke und dabei hat sie Dinge erlebt, die man keinem Menschen wünscht. Und genau mit so einer Wendung hat der Autor mich endgültig gepackt. Denn so locker-flockig-leicht sein Stil ist, so berührend, traurig und teilweise schockierend ist die Geschichte, die er damit erzählt. Dieser krasse Gegensatz bewirkte, dass ich mit Spannung immer weiterlas und nicht vom Buch lassen konnte. Die Seiten flogen nur so dahin, auch wenn das große Thema Afrika kein leichtes war. Und auch wenn Azalea die Hauptperson darstellt, ist mir eine andere Figur sehr ans Herz gewachsen: Thomas Post. Der Mann für Zufälle schwadroniert so herrlich über die mathematischen Möglichkeiten, erklärt sein Wissen mit einer Überzeugung, die man selten trifft und tut das in meinen Augen so bildhaft, dass ich einfach weiterlesen konnte. Selbst wer in Quantenphysik und Stochastik nicht bewandert ist, lernt mit Thomas schnell, wie Zufälle wirklich zu sehen sind. Herrlich! Der Schluss ist passend, wenn auch nicht abschließend. Für mich geht das allerdings in Ordnung, denn so passt er sehr gut zur gesamten Geschichte. Der Stil von J. W. Ironmonger ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist besonders, denn er erzählt so leicht und immer wieder mit ironischen oder witzigen Seitenhieben. Ich hatte das Gefühl, ich bin die gesamte Zeit dabei und bekomme Details gezeigt, die mir sonst verborgen geblieben wären. Einfach toll! Fazit: ein für mich großartiges Buch, das Jugendliche zum Innehalten anregen wird. Eine klare Empfehlung von mir!

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