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Rezension zu "Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte" von J.B. Morrison

So könnte es Ihnen auch eines Tages gehen....
lila-lunavor 3 Jahren

J.B.Morrison: Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte. Roman aus dem Englischen von Karin Meddekis. Lübbe, Köln. 286 Seiten, 14,99 Euro Paperback

Beim Namen J. B. Morrison klingelt es bei dem einen oder anderen vielleicht im Musikgedächtnis, denn der vielseitige britische Autor war Mitglied der berühmten Indie-Rock-Band Carter USM und hat außerdem schon mehrere Soloalben veröffentlich, Drehbücher geschrieben und trat sogar in einem Musical auf. Mit "Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte" fühlt er sich mit seinen 55 Jahren problemlos in die Welt alter Leute ein.

Im Grunde bestimmt die Langeweile das Leben des Protagonisten Frank Derrick, der alleine mit seinem Kater Bill in einem Haus wohnt. Frank macht sich so seine Gedanken, wie es weitergeht, wenn er durch einen Unfall ans Haus gefesselt ist. Schafft er es dann noch die Kredithaie, Dachdecker, Versicherungsvertreter abzuwimmeln und erst recht die Hersteller von Treppenlifts. Und dann kommt Franks 81. Geburtstag und das abstruse Unglück passiert, er wird von einem Milchwagen überfahren. Der Milchmann hatte bei acht Kilometern pro Stunde die Kontrolle über seinen Wagen verloren. Für Frank nicht so witzig wie für den Leser.

Nach der Krankenhausentlassung mit eingegipstem Arm kommt jedoch das Glück in Franks Leben in Form von "Weihnachten". Kelly Christmas, die Haushaltshilfe betreut den Alten wöchentlich für einige Stunden. Das bringt den im Kopf eigentlich ganz jung gebliebenen Greis auf immer wieder neue Ideen. Frank Derrick entdeckt, dass es außerhalb seiner vier Wände noch eine Welt gibt mit vielen teils seltsamen Menschen. Er beginnt diese Welt zu erkunden, erlebt viele kleine Abenteuer und wird immer mutiger. In Franks humorvoll Ausdrucksweise mit Sioux-Namen, die er einigen Leuten gibt: "Die-die-das-Buch-lesen" werden ihren Spaß an dem feinsinnigem Humor haben.

Sehr empfehlenswert für jeden, der alt werden möchte,  sich einmal auf diese sehr witzige Weise mit den großen und kleinen Problemen des Altwerdens zu beschäftigen. Wie dieses Buch sehr schön verdeutlicht ist Altern nicht nur ein körperlicher Prozess, sondern auch ein geistiger und emotionaler, dem jeder nach seinen Möglichkeiten etwas entgegensetzen kann.

 

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Caillean79s avatar

Rezension zu "Wie Frank Derrick mit 81 Jahren das Glück kennenlernte" von J.B. Morrison

Ernüchternd realistische Darstellung des Alltags im Alter
Caillean79vor 3 Jahren

Dem Klappentext nach sollte es ein witziges Buch werden, das vielleicht mit einem Augenzwinkern die kleinen Marotten von Senioren auf den Arm nimmt. Eine herzerwärmende Geschichte, wie ein über 80 jähriger Rentner sein spätes Glück findet.

Als ich das Buch gestern zuklappte, war ich nicht nur ein wenig enttäuscht, wie wenig sich meine Erwartung mit dem Inhalt gedeckt hat, sondern regelrecht geschockt. Denn das, was Frank Derrick in diesem Buch widerfährt, hat wenig mit Glück zu tun. Wie so oft ist der deutsche Titel meiner Ansicht nach absolut unpassend, das Original „The extra-ordinary life of Frank Derrick, age 81“ trifft es dann doch um einiges besser.

Und der pathetische Satz „Und schon bald wird ihm klar, dass es die kleinen Abenteuer des Alltags sind, die das Leben zu einem großen Wunder machen“ passt meines Erachtens überhaupt nicht. Frank ist, so wie man ihn im Verlauf des Buches kennenlernt, ein fast schon bedauernswerter alter Mann, der zwar mit viel Witz und Charme gesegnet ist (dafür habe ich ihn wirklich geliebt), dem es das Leben aber nicht gerade einfach macht. Und wer glaubt, dass Frank beim obligatorischen Happy End mit seiner Pflegerin und neuen besten Freundin Kelly in den Sonnenuntergang schaut, dem ziehe ich diesen Zahn lieber gleich. Denn wer den Alltag von Pflegekräften kennt, der weiß wie wahrscheinlich das ist. Und wenn dieses Buch eins ist, dann realistisch.

Ich dachte, dies wäre ein witziges Buch über das Älterwerden bzw. Alt sein. Dabei war es letztlich eine eher bedrückende Darstellung des modernen Senioren. Der zwar weiß, was eine App ist und ohne Probleme einen Computer bedienen kann, dem das aber seine nach Übersee ausgewanderte einzige Tochter auch nicht näher bringt… Denn wer kann einem schon per Skype beim Anziehen helfen?

Wenn Sie neugierig sind, wie Sie später mal leben werden, lesen Sie dieses Buch – es gibt Ihnen ein ziemlich realistisches Alltagsporträt Ihrer „Altersruhe“. Wenn Sie ohnehin Respekt oder gar ein wenig Angst vor dem Älterwerden haben – lesen Sie es nicht. Sie wollen nicht wissen, was auf Sie zukommt.

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