J.G. Ballard High-Rise

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Inhaltsangabe zu „High-Rise“ von J.G. Ballard

Der Psychiater Dr. Robert Laing wohnt in einem hochtechnisierten Hochhaus mit 40 Stockwerken, das seinen Bewohnern den größten Komfort verspricht: Alles ist hier vorhanden, vom Supermarkt über Swimming-Pools bis zu Kindergärten, so dass die gutsituierten Bewohner das Haus nur noch zur Arbeit verlassen müssen. Eine perfekt scheinende »Gated Community« für die Mittelklasse. Allerdings sind die Etagen sowie die Parkplätze nach Einkommen und Status geordnet. Laing macht nicht nur die Bekanntschaft des Fernsehjournalisten Richard Wilder, der im zweiten Stock wohnt, sondern auch die des Architekten und Schöpfers des Hochhauses, Anthony Royal, der über allen ganz oben residiert. Nachdem im Hochhaus nach und nach bestimmte Funktionen ausfallen, Aufzüge blockieren, die Müllschlucker ihren Dienst versagen, kommt es zu Konflikten zwischen den Parteien und den drei Protagonisten. Eine immer offenere Tyrannei tritt zu Tage und jeder gibt sich in der entstehenden Anarchie seinen Perversionen und Obsessionen hin. Keiner verlässt mehr das Haus, und die Zustände eskalieren in sinnloser Zerstörungswut…

Endzeitstimmung in einem Luxushochhaus in London, Anwohner des Hauses scheinen in dem Sog des Hochhauses gefangen zu sein.

— AnjaSc
AnjaSc

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  • Endzeitstimmung in einem Luxushochhaus

    High-Rise
    AnjaSc

    AnjaSc

    05. February 2017 um 15:22

    Der erste Satz des Buches lässt erahnen, dass es sich um eine wirklich verstörende Geschichte handeln wird: "Später, als er auf dem Balkon saß und den Hund aß, dachte Dr. Robert Laing über die außergewöhnlichen Ereignisse nach, die sich während der vergangenen drei Monate in diesem riesigen Apartmentgebäude zugetragen hatten." Wenn die Bewohner eines Luxusapartmenthauses sich gegeneinander wenden... 40 Stockwerke, 1000 Wohneinheiten, versagende Elektronik = kritische Masse! Wir erleben mit dieser Geschichte, wie die Bewohner des Hauses aufeinander losgehen und was zuerst mit harmlosen Konfrontationen beginnt, nimmt bald eine dramatische Wendung. Die unteren Etagen kämpfen gegen die oberen Etagen. Während die mittleren Etagen zuerst als Pufferschicht dienen, können sich die Bewohner nicht dauerhaft aus den Provokationen, Kämpfen und Verteidungen der eigenen Etage  heraushalten. Die Sprache wird während des Buches rauer, die Geschehnisse brutaler und die Verrohung der Menschen immer offensichtlicher. Tagsüber gibt es eine Art stillschweigenden Waffenstillstand, aber mit Anbruch der Nacht gehen die Auseinandersetzungen immer wieder los. Wir beobachten, dass das Apartmenthaus einen eigenen kleinen Mikrokosmus darstellt, dem sich die Bewohner anscheinend nicht entziehen können und einfach mit schwimmen bzw. aktiv an den Gräueltaten teilnehmen. Die Bewohner kapseln sich immer mehr von der Außenwelt ab und leben zum Teil Ihre Perversionen voll aus. Die Absurdität der Situation steigert sich im Laufe der Zeit immer weiter und J.G. Ballard ist in seiner Art sicherlich nicht subtil. Wir erleben, wie der Verfall des Hochhauses den Verfall der Moral der Bewohner vorantreibt. Wer geht als Sieger aus diesem Kampf hervor, oder wird es überhaupt einen Sieger geben? Fazit: Hier wird die menschliche Psyche und der Klassenkampf der Gesellschaft sehr deutlich an einem ungewöhnlichem Schauplatz aufgezeigt. Diese Kombination macht das Buch so reizvoll, denn es zeigt was passieren kann, wenn sich alle im Recht fühlen. Das Original ist bereits 40 Jahre alt und bei der hier rezensierten Ausgabe handelt es sich um eine Neuauflage von Diaphanes.

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