J.J. Voskuil Das Büro

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Inhaltsangabe zu „Das Büro“ von J.J. Voskuil

Als Maarten Koning eine Stelle als wissenschaftlicher Beamter in einem volkskundlichen Büro antritt, ändert sich sein Leben schlagartig. Von nun an beschäftigt er sich mit Wichtelmännchen – und mit den lieben Kollegen. Der graue Büroalltag wird aufgelockert durch ergebnislose Sitzungen, nutzlose Dienstreisen und feuchtfröhliche Kongresse. Und bei alledem versteht es Direktor Beerta meisterhaft, immer neue Projekte und Stellen zu schaffen... Was Joanne K. Rowling für England war, war J. J. Voskuil für die Niederlande: Sein monumentaler Büro-Roman loste eine wahre "Büromanie" aus mit Fanklubs und langen Schlangen im Morgengrauen vor den Buchhandlungen. Mit seinen knappen Schreibtischdialogen, lakonischen Schilderungen von Arbeitsabläufen

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    Das Büro
    ralf_boldt

    ralf_boldt

    31. October 2014 um 12:30

    Das Büro ist der erste Band von insgesamt sieben rund um jenes holländische Büro. Der Autor J.J. Voskuil schrieb die Bücher mit einem Gesamtumfang von rund 5000 Seiten in den Jahren 1996 bis 2000. Nun liegt der erste Band in der deutschen Übersetzung von Gerd Busse im C.H. Beck Verlag vor. Die Handlung ist eigentlich schnell erzählt. Maarten Koning nimmt 1957 eine Stelle in einem volkskundlichen Büro an. Er ist sogenannter „wissenschaftlicher Beamter“ und soll als erste Aufgabe Karten mit Darstellungen von Volksaberglauben mit Kommentaren versehen, aber die über Irrlichter nicht berücksichtigen. Es soll ein Atlas für Volkskultur herausgegeben werden. Im Büro gibt es aber auch andere Mitarbeiter, die z.B. niederländische Volksnamen untersuchen. Auf mehr als 800 Seiten beinahe nichts zu erzählen und auch eigentlich keinen wirklichen Plot zu haben oder auch nur irgendeinen Spannungsbogen erkennen zu lassen, ist eine Kunst für sich. Dies aus dem Holländischen zu übersetzen sicher noch schwerer. Dem Autor geht es sicher nicht darum, eine spannende Geschichte zu schreiben; und Spannung im Sinne von „Was kommt jetzt?“ oder „Wie geht es weiter?“ findet sich an keiner Stelle des voluminösen Buches. Der Autor erzählt. Er beginnt vorne und berichtet dann linear weiter. Im Fernsehen der heutigen Zeit wäre so etwas eine Doku-Soap, würde der erste Band nicht im Jahre 1957 spielen… Es werden Menschen gezeigt, die etwas Alltägliches ja nahezu sinnfreies tun und dies immer wieder. Dabei wird aber nicht kommentiert oder bewertet. Ob die Geschichte oder die Menschen real sind oder fiktiv, spielt keine Rolle. Wen interessiert das auch schon? Den Autor scheinbar nicht. Er berichtet nur und scheint kein irgendwie geartetes Verhältnis zu den Charakteren zu haben. Er bevorzugt keinen und niemanden und bewertet Handlungsweisen oder Marotten der Figuren nicht. Er scheint auch die Zukunft nicht zu kennen. Der Roman – so er denn einer ist und keine Dokumentation realer Vorgänge - der Autor hat in so einem Büro selbst gearbeitet – ist völlig unaufgeregt, laut oder reißerisch. Die Handlung und damit die beschriebenen Tage fließen wie ein ruhiger Fluss in eine bestimmt nicht aufregende Zukunft. Ein Tag vergeht wie der andere und eigentlich weiß jeder Person schon heute, was geschehen wird. Nämlich nichts! Dem Leser beginnen die Personen schon fast Leid zu tun in ihrer täglichen Sinnlosigkeit, wo schon der alltägliche Bürokaffee den Gipfel der Spannung darstellt. Nur nicht auffallen, nur nicht anecken, nicht seine Kompetenzen überschreiten und immer gut auskommen mit dem jeweiligen Vorgesetzten ist die Devise. Das Buch ist mit seiner Geschichte schon etwas Besonderes. Ecken und Kanten scheinen der Handlung zu fehlen und damit muss man sich erst einmal in die Geschehnisse einlesen und sich auch sie einlassen. Die Dialoge sind stellenweise wirklich köstlich. Zwei Personen unterhalten sich, reden aber gar nicht miteinander. Die Themen sind stellenweise absurd. Einige Gespräche sind bisweilen absolut nichtssagend und die Sätze meist lakonisch kurz. Doch beim Lesen kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, weil die Situationen einen subtilen Humor nicht verbergen können. Was der Roman aber immer in Gänze auszeichnet, ist seine innere Glaubwürdigkeit. Die Themen passen, die Charaktere sind stimmig und es gibt keine Brüche im Handlungsfaden. Der Roman baut damit eine eigene kleine und damit überschaubare Welt auf. Dieser Mikrokosmos eines funktionierenden Kleinstbiotops ist wohl auch das Geheimnis des Erfolges der Bücher in den Niederlanden. Ob der Roman (und vielleicht die noch nachfolgenden sechs weiteren Bände) auch in der Übersetzung bei der Leserschaft in Deutschland erfolgreich sein wird, kann ich leider mangels eine funktionierenden Glaskugel nicht voraussehen. Dem C.H. Beck-Verlag ist aber auf alle Fälle ein großes Kompliment für das Buch zu machen. Es ist ein schöner Halbleineneinband mit hohlem Rücken und liebevoll gesetzt und ausgestattet. In Farben rot und weiß mit einem roten Gummiband, mit dem das Buch geschlossen werden kann, hat es eine sehr schöne Anmutung. Erwähnenswert und äußerst hilfreich ist das Nachwort des Übersetzers, der weitere Einblicke in die Welt des Büros gibt und damit zur allgemeinen Verständlichkeit des Romans beiträgt. Zum Autor: J.J. (Han) Voskuil, 1926 - 2008, war von 1957 bis 1987 als Beamter an einem volkskundlichen Institut in Amsterdam beschäftigt. Er debütierte 1963 mit einem Roman, doch seinen Durchbruch als Schriftsteller erlebte er erst mit dem Mega-Roman „Het Bureau“, der in den Jahren 1996 bis 2000 in sieben Bänden (mit zusammen rund 5.000 Seiten) erschien. Weitere Romane folgten. Am 1. Mai 2008, dem Tag der Arbeit, schied J.J. Voskuil nach schwerer Krankheit freiwillig aus dem Leben. 

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  • Große Foto-Buchverlosung zum Kultroman "Das Büro" von J.J. Voskuil

    Das Büro
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Für Betroffene & Geschädigte, Stromberg-Fans, Büromanen und alle, die es werden wollen: Als Maarten Koning eine Stelle als wissenschaftlicher Beamter in einem volkskundlichen Büro antritt, ändert sich sein Leben schlagartig. Von nun an beschäftigt er sich mit Wichtelmännchen – und mit den lieben Kollegen. Der graue Büroalltag wird aufgelockert durch ergebnislose Sitzungen, nutzlose Dienstreisen und feuchtfröhliche Kongresse. Und bei alledem versteht es Direktor Beerta meisterhaft, immer neue Projekte und Stellen zu schaffen... "Als Amerikaner wäre Voskuil für den Nobelpreis vorgeschlagen worden, aber als Amerikaner hätte er dieses abgründige, erschütternde und zugleich urkomische Opus magnum aus der Welt der Geisteswissenschaften eben auch nicht schreiben können." Dirk Schümer, FAZ Die Seite zum Buch mit weiteren Informationen & Leseprobe: http://www.das-büro-der-roman.de J.J. (Han) Voskuil, 1926 - 2008, war von 1957 bis 1987 als Beamter an einem volkskundlichen Institut in Amsterdam beschäftigt. Er debütierte 1963 mit einem Roman, doch seinen Durchbruch als Schriftsteller erlebte er erst mit dem Mega-Roman „Het Bureau“, der in den Jahren 1996 bis 2000 in sieben Bänden (mit zusammen rund 5.000 Seiten) erschien. Weitere Romane folgten. Am 1. Mai 2008, dem Tag der Arbeit, schied J.J. Voskuil nach schwerer Krankheit freiwillig aus dem Leben. Wir verlosen zusammen mit C.H. Beck zehn Exemplare des 850 Seiten starken Romans "Das Büro" unter allen, die uns bis zum 03. Oktober 2012 ein Bild ihres "Büros" vermitteln! Postet uns ein Foto Eures Arbeitsplatzes (siehe unsere angehängten Beispielbilder) - gerne auch mit Euch darauf. Wir würden diese gern auf Facebook veröffentlichen. Solltet Ihr dies nicht wollen, dann gebt einfach im Beitrag Bescheid! Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!!!

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  • Rezension zu "Das Büro" von J.J. Voskuil

    Das Büro
    AlineWirths

    AlineWirths

    27. October 2012 um 23:27

    Meine Meinung Ja da hab ich es doch geschafft das Buch bis zum Ende zu lesen. Eigentlich war es nicht so schwer, aber das Buch war anspruchsvoller als die bisherige Lektüre ;-) . Man kann, nein man darf dieses Buch nicht in einem Flutsch durchlesen, dazu ist es nicht gemacht. Und damit meine ich nicht die Seitenzahl. Die finde ich mit über 800 Seiten gar nicht so erschreckend. Man braucht hier schon mehr Zeit und Konzentration für das Buch. Hier werden an dem Leser Ansprüche gestellt. Es trocken ohne Bilder. Eher sachlich gehalten. Aber, und nun kommts, der Autor hat einen tollen Schreibstil, der dir den Büroalltag näher bringt. Man wird mit Maarten, dem Hauptprotagonisten, in eine etwas skurile Bürowelt hineingezogen. Ein Wechsel zwischen Macht, Intrigen und Büroalltag wird dir hier fein säuberlich gemalt. Der Autor hat hier schon einen sher seltsamen Humor. Aber wirklich lesenswert. Exentrisch würde ich den ein oder anderen Charakter in diesem Buch schon beschreiben. Auch wenn mir niemand richtig nahe kommt, muss ich doch sagen, das es viele tolle lesenswerte Episoden gab, die einem Charakter leben eingehaucht haben. Du nimmst Teil bei einem etwas sonderbareb Alltag, wo es doch im Grunde nur ums Überleben und Leben geht. Man will nichts anderes, als die Nase über Wasser halten. Der Schreibstil ist, wie schon erwähnt, eher erzählerisch. Das beherrscht der Autor sehr gut, auch wenn es in diesem Buch doch auch langatmige Stellen gab, wo man den Mut haben musste zu lesen und nicht einfach weiterzublättern. Für mich immer die Zeit, einen Tee zu machen, um nicht aufzugeben. Wenn ihr versteht, was ich meine. Ansonsten kann man ihn sehr gut folgen. Auch die Dialoge haben hier seinen eigenen Stil, an den man sich gerne gewöhnt. So wechselt sich dann doch das Langatmige mit etwas Lustigen. Im Großen und ganzen ist es ein sehr anstrengendes aber lesenswertes Buch für Leute, die anspruchsvolle Bücher lieben. Und tara, soweit ich das sagen kann, wird es hier noch weitere sechs Bücher geben, auf die man sich freuen darf. Und wie immer verzichte ich hier auf eine Zusammenfassung. Entdeckt das Buch für euch.

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  • Rezension zu "Das Büro" von J.J. Voskuil

    Das Büro
    Alienor

    Alienor

    17. October 2012 um 21:42

    Der Klappentext zu Voskuils „Büro“ suggerierte mir skurrile Gestalten und vergnügliche Unterhaltung. Eine Satire auf die Auswüchse des Beamtentums/Wissenschaftsbetriebes. Ob sich diese Erwartungen erfüllt haben? Zunächst muss man vorausschicken, dass „Het Bureau“, das Original, eine Art Kultserie in den Niederlanden der 90er Jahre war. Ganze sieben Bände umfasste der zwischen 1996 und 2000 herausgegebene Romanzyklus, der in Voskuils Heimatland für eine regelrechte Büromanie gesorgt hatte. Doch erst in diesem Jahr erschien der erste Teil in deutscher Übersetzung. Nun, ehrlich gesagt: Wie dieses Buch zu einem Bestseller avancieren konnte, ist mir ein Rätsel. Warum die Übersetzung hingegen so lange auf sich warten ließ, kann ich gut nachvollziehen. Immerhin dürften die dialektalen Dialoge, wenn Maarten auf diverse provinzielle Interviewpartner trifft, eine ziemliche Herausforderung dargestellt haben. Aber nun zum Inhalt: Maarten Koning steckt in einer Krise: Seinen Lehrerjob hat er gekündigt-einfach nicht das Richtige für ihn. Doch was nun? Da erhält er das Angebot, beim niederländischen Institut für Volkskunde einzusteigen. Direktor Beerta ist ihm aus seiner Zeit als studentische Hilfskraft noch bestens bekannt. Obwohl er zögert-denn er weiß, welch sinnfreies Dasein ihm blüht-nimmt er dennoch schließlich an. Im Folgenden macht ihm nicht nur seine Frau Nicolien das Leben schwer, die ihren Mann lieber arbeitslos zu Hause hätte und seine Gehaltserhöhung unmoralisch findet-überhaupt eine äußerst merkwürdige Gestalt, ganz am Rande…Maartens Hauptprojekt, der „Atlas der Volkskunde“, läuft bereits ins x-te Jahr, ohne die geringste Aussicht auf Fertigstellung. Doch gehorsam recherchiert er über merkwürdige Bräuche und Sprichwörter, interviewt Leute aus dem hintersten Hinterland und entdeckt, dass die Datenbasis für den Atlas eigentlich völlig unbrauchbar ist. Sein Vorgesetzter verbringt die Zeit mit Kaffeepausen und den Fahrten zu diversen mysteriösen Kongressen. Seine Kollegen sind allesamt merkwürdige Vögel, mal cholerisch, mal Einzelkämpfer, mal total durchgeknallt oder einfach nur unsympathisch. Maarten ist angewidert von der Sinnlosigkeit seines Tuns und wird-wen wundert’s-kaum warm an seinem Arbeitsplatz, den er immer wieder als „bedrohlich“ charakterisiert und der ihn in seiner Seelenlosigkeit zu verschlingen droht. Kommt er hier doch noch einmal heraus? Wenn Voskuil den Büroalltag als quälend wie die langwierige Lektüre dieses Buches darstellen wollte, so ist ihm dies durchaus gelungen. Natürlich haftet dem kleinkarierten Treiben auch eine gewisse Komik an, die mich jedoch nach rund 800 Seiten ereignisloser Beschreibungen kaum noch zu begeistern vermochte. Keiner der Charaktere taugt wirklich als Sympathieträger. Selbst Maarten, die Hauptperson, blieb mir seltsam fremd, was wohl an seinen eigenartigen Gedankengängen lag. Ein bisschen erinnerten mich die Gestalten im „Büro“ an die Bewohner eines Irrenhauses. Stilistisch kommt der Roman trocken wie die Büroluft daher. Das alles ist sicherlich irgendwo gekonnt, jedoch dem Lesevergnügen ziemlich abträglich. Gut möglich, dass dieses Buch anderen Menschen nobelpreisverdächtig vorkommt (laut Buchrückenzitat). Doch wie schon bei Effie Briest kann ich wohl nicht unbedingt mit jedem Stück Weltliteratur etwas anfangen.

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  • Rezension zu "Das Büro" von J.J. Voskuil

    Das Büro
    Ritja

    Ritja

    28. September 2012 um 18:27

    Was habe ich mich auf das Buch von J. J. Voskuil gefreut. „Das Büro- Direktor Beerta“ war so hoch gelobt geworden, dass man fast nicht daran vorbeikam. Deshalb war ich auch glücklich, dass ich bei BloggdeinBuch ein Exemplar gewinnen konnte. Nach einiger Zeit war es da. Groß und dick und schwer und hoffentlich auch so gut. Hoffentlich – nun, es hat mich nicht gepackt. Ich habe es gelesen, ja, denn ich wollte es haben, aber endlose Begeisterung hat es bei mir leider nicht ausgelöst. Der Anfang war schleppend und wenig motivierend dabei zu bleiben. Doch jetzt abzubrechen, kam nicht in Frage. Also kämpfte ich mich durch das Jahr 1957 und hängte auch gleich noch 1958 dran. Die Geschichte bekam nur wenig Fahrt und plätscherte eher vor sich hin. Die Charaktere sprachen mir während der gesamten Geschichte nicht wirklich an. Warum wurde ich mit der Geschichte nicht warm? Alle mögen das Buch. Warum ich nicht? War es der Schreibstil? Nein, eigentlich nicht, denn Voskuil hat einen schönen und leicht zu lesenden Stil und man kann sich gut in die Geschichte hineinversetzen, auch wenn sie trocken und ohne Schnörkel ist. Waren es die vielen Seiten? Nein, denn dicke Bücher liegen mir normalerweise. Ich tauche gern lange Geschichten ein, denn man kann dabei so viel erfahren. Waren es die Figuren? Hier wohl das erste halbe Ja. Ich fand Maarten einfach nur langweilig und fad, auch seine Kollegen waren nicht ansprechender. Direktor Beerta war der Lichtblick, seine Art mit Kollegen umzugehen, seinen Arbeitsplatz zu erhalten, seine Ansichten waren manchmal herrlich böse. Die Frau von Maarten, Nicolien, hat mich nur angestrengt und genervt. Vielleicht konnte ich mich doch nicht so gut in die 50er und 60er Jahre hineinversetzen. Ich weiß es nicht. War es der Inhalt? Auch hier das halbe Ja, denn die Geschichte drehte sich im Großen und Ganzen nur um die Sinnlosigkeit der Arbeit, die Maarten, Beerta & Co. Nachgingen. Und statt etwas zu ändern, auszubrechen und neu anzufangen, bleiben sie dabei und richten sich ein. Frustrierend…nicht nur für die Figuren.

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  • Rezension zu "Das Büro: Direktor Beerta" von J. J. Voskuil

    Das Büro
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    21. August 2012 um 12:53

    Und wie es alle Vorurteile bestätigt Seit Jahren bereits unterhält der Niederländer J.J.. Voskuil sein Publikum mit seinem durchaus „opus magnum“ zu nennenden „Büroroman“, der durchaus auf eigene Erlebnisse und das eigene Leben zurückgeht. Nun erscheint auf Deutsch der erste der sieben Bände des Romanzyklus und bietet auch der hiesigen Leserschaft einen Eindruck dieses sprachlich und in seiner Charakterisierung der handelnden Personen durchaus genau beobachteten Romans. Eine gar nicht einmal satirisch daherkommende „Innenschau“ auf das Leben, den Alltag in einem eben kleinen „Büro“ in Amsterdam, in dem die Hauptperson des Romans, Maarten König, über einen Zeitraum von über 30 Jahren hinweg sein Dasein als Beamter fristet und den Leser teilhaben lässt an der „Sinnlosigkeit“ seiner Arbeit, dem täglichen Unbill mit seinen Untergebenen und den vielen Eigentümlichkeiten seiner Kollegen und der Besucher des Büros. Eine Innenschau, die für den Leser einen hohen Wiedererkennungswert hat in all den Sitzungen, dem Geplänkel, dem Bürotratsch und –klatsch, dem Neid, den Ellbogen, dem trüben die Tage dahin plätschern lassen. Angeführt von Direktor Beerta, dessen vordringlichste Aufgabe bei weitem nicht solch merkwürdige Fragen wie Sinn oder Effizienz wären, sondern der sich vor allem müht, das Büro in den Augen derer, die es bezahlen, am Laufen zu halten. Der mehr oder minder sinnentleerte Projekte und Aufgaben erfindet und auf den Weg bringt. Vor allem der fast schon berüchtigte „Atlas der Volkskultur“ steht seit mehr als 20 Jahren an und ist dankbarer Lieferant für ständige kleine und kleinste Ergänzungen, die ja nun erledigt werden wollen. „Van der Kasteele war Beigeordneter des Gemeinderats in Didam. Auf eigene Initiative hatte er dort bei den Bewohnern einer Wohnwagensiedlung und anderer Randexistenzen Erzählungen gesammelt und sucht dafür nun einen Verleger, wobei er in erster Linie an das Büro gedacht hatte“. Das sind Impulse, die Beerta wunderbar aufzugreifen versteht im Sinne einer Daseinsberechtigung seines Büros, bei weitem aber nicht unbedingt bearbeitet sehen will. Wozu auch, wen würde das wirklich interessieren? Wie Voskuil den Handlungsort anlegt, so setzt er seine Geschichte auch sprachlich um. Trocken eher, sachlich, teilweise nüchtern, eine lebhafte Bildsprache ist seine Sache nicht. Gerade aber in diesem eher beschreibenden Stil und den vielfältigen „Zusammenstößen“ der vielen, vielen „Bewohner des Büros“ und dessen Besucher treten typische Persönlichkeiten in den Raum, die es Seite für Seite mehr zu entdecken gilt. Ein öder Ort mit vordergründig eher blassen Gestalten, deren Eigenzentrierung und deren sinnlose Tätigkeiten Voskuil Seite für Seite beschreibt, nachvollzieht, den Leser mitten hinein nimmt in diesen Ort des eher „Nicht-Seins“. Kein Wunder, dass bei aller Trefflichkeit der Charakterisierungen und der genauen Beschreibung der Tätigkeiten der Leser doch Längen erlebt, manches Mal sich durch die Seiten kämpft, wenn es gar zu dröge wird. Wenn Seite um Seite immer wieder Alltag und nichts als leerer Alltag im „Dienst“ vor Augen geführt wird. Während andererseits äußerst unterhaltsam alle Vorurteile gegen versumpfende Dienstreisen Nahrung erhalten und auch in Kleinigkeiten des Alltags sich ein munterer Erzählstrang entfaltet. Ein Buch, indem sich lebendige Erzählphasen mit eher langatmigen Beschreibungen abwechseln und das durchaus im Gesamten Durchhaltevermögen vom Leser fordert. Bei dem die äußere Handlung meist nur „Beiwerk“ ist, um die diffizilen Charakterisierungen der Personen, deren Intrigen, deren Egozentrik und deren täglicher Versuch, einfach auch die Nase über Wasser zu halten den eigentlichen Inhalt ergeben. Durchaus treffend und lesenswert, wenn auch in Teilen sehr langatmig.

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