J.L. Carr

 4.2 Sterne bei 116 Bewertungen

Lebenslauf von J.L. Carr

Vom Lehrer zum Verlagsinhaber: J. L. CARR wird 1912 in der Grafschaft Yorkshire geboren und stirbt 1994. Während des zweiten Weltkrieges ist er Teil der Royal Air Force und in Westafrika stationiert. Nachdem er jahrelang als Lehrer arbeitete, gründet er 1966 einen eigenen Verlag und verfasste acht Romane. ›Ein Monat auf dem Land‹ (DuMont 2016) ist 1980 für den Booker-Preis nominiert. Bei DuMont erscheint außerdem ›Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten‹ (2017). Seine Bücher wurden schon für den Guardian First Book Award und den Booker Prize nominiert.

Alle Bücher von J.L. Carr

Cover des Buches Ein Monat auf dem Land (ISBN: 9783832165185)

Ein Monat auf dem Land

 (82)
Erschienen am 12.07.2019
Cover des Buches Ein Tag im Sommer (ISBN: 9783832164829)

Ein Tag im Sommer

 (7)
Erschienen am 12.04.2019
Cover des Buches Ein Tag im Sommer: Roman (ISBN: B078BR7Z8W)

Ein Tag im Sommer: Roman

 (1)
Erschienen am 16.04.2018
Cover des Buches Ein Monat auf dem Land (ISBN: 9783742400048)

Ein Monat auf dem Land

 (3)
Erschienen am 10.03.2017

Neue Rezensionen zu J.L. Carr

Neu

Rezension zu "Ein Tag im Sommer" von J.L. Carr

Willkommen in Great Minden
katzenminzevor 5 Monaten

Bereits 1994 ist der britische Autor J. L. Carr verstorben. Erst ab 2016 erschienen seine Romane auch hierzulande in deutscher Übersetzung. Aber besser spät als nie! Denn Carr hat ganz wunderbare Geschichten geschrieben.

"Ein Tag im Sommer" ist exakt das, was der Titel verspricht. Ein Mann, Peplow, fährt mit dem Frühzug in die Kleinstadt Great Minden. Dort will er nichts anderes, als den Schausteller zu töten, der vor einem Jahr betrunken seinen kleinen Sohn totgefahren hat und vom Gericht freigesprochen wurde. Nur diesen einen Tag will er bleiben. Nur diese eine Aufgabe will er erledigen. Doch wie es der Zufall will, trifft er dort seinen ehemaligen Armeekameraden Ruskin, der an den Rollstuhl gefesselt und verbittert den Bewohnern von Great Minden und ihren kleinen Geheimnissen hinterherspioniert.

So lernen wir an diesem Tag nicht nur Peplow und Ruskin kennen, auch dem unbeliebten Pfarrer und seiner untreuen Frau folgen wir. Der früher einmal lebensfrohen und nun verbitterten Schuldirektorin und dem Lehrer Croser, ein Blender und Frauenheld, der nach oben buckelt und nach unten tritt aber in seinem selbstverschuldeten Elend trotzdem irgendwie sympathisch ist. Wir folgen dem im sterben liegenden Bellenger und seinem kleinen Sohn Nick, der seine Mutter nie kennengelernt hat. Der klatschsüchtigen Frisörin Effie und der Familie Thickness mit ihrem arbeitsscheuen Vater und der zu zahlreichen Kinderschar. All diese Leute sind auf verschiedene Art miteinander verbunden. Sie alle haben Geheimnisse oder Probleme, die an diesem Sommertag ihren Höhepunkt erreichen.

Carr erschafft trotz der dramatischen Umstände eine ruhige Atmosphäre. Die schwere des Sommers und das bunte Treiben der Kirmes am Abend sind stimmungsvoll beschrieben. Die bedrückenden Teile der Geschichte, in denen von Tod, Krieg und Verlust die Rede ist, werden durch Crosers strapaziöses Liebenleben oder diverse Kleinstadtstreitereien der bauernschlauen Einwohner aufgelockert.

Wie schon "Ein Monat auf dem Land" hat mir "Ein Tag im Sommer" ausgesprochen gut gefallen. Das bunt gemischte Personal hat Hintergrund und Widererkennungswert. Die Mischung aus trockenem Humor und bedrückender Ernsthaftigkeit ist hervorragend gelungen. Und auch wie schließlich alles aufgelöst wird war spannend und durchweg passend. Wer beispielsweise Jane Gardam mag, wird auch mit J. L. Carr sehr glücklich werden.

Kommentieren0
5
Teilen

Rezension zu "Ein Monat auf dem Land" von J.L. Carr

Beim Lesen erwacht dieser Sommer erneut
wbetty77vor einem Jahr

Es ist Sommer 1920, als Tom Birkin seine Arbeit in einem kleinen Ort in Yorkshire antritt. Man hat ihm die Aufgabe anvertraut in der hiesigen Kirche ein mittelalterliches Deckengemälde freizulegen.

Immer noch gezeichnet vom Krieg, von seiner Frau verlassen, versucht der junge Londoner in dieser beschaulichen, ländlichen Idylle seinen inneren Frieden zurückzugewinnen. Voller Eifer und Sorgfalt beginnt er mit der Freilegung des vor ewigen Zeiten übertünchten Bildes hoch oben im Altarraum.

Täglich finden sich neugierige Dorfbewohner ein, die ihm bei der Arbeit zuschauen. Schnell wird Tom Birkin in ihre Gemeinschaft aufgenommen, findet Freunde und Anerkennung. Besonders genießt er die Gespräche mit der jungen Pfarrersfrau.

Es ist ein wundersamer Sommer, voller Licht und Wärme. Als dieser langsam dem ersten Herbsttau weicht, hat auch Tom Birkin seine Arbeit erledigt. Schweren Herzens nimmt er Abschied von diesem Ort, der die Ruhe und die Hoffnung in sein Leben zurückgebracht hat.

J.L. Carr hat mit unendlicher Leichtigkeit und spürbarer Lebensfröhlichkeit eine fast märchenhafte Geschichte komponiert. Man riecht förmlich den Duft des Sommers, spürt die kühle Mauer hoch oben in der Kirche und wird zu einem Teil dieser Geschichte.

Dieses Buch ist ein großer Schatz. Das Cover ist zwar schlicht, aber mit so viel Liebe gestaltet, das es ebenso entzückt, wie die Geschichte im Inneren.

Kommentare: 2
3
Teilen

Rezension zu "Ein Monat auf dem Land" von J.L. Carr

Eine Geschichte, die entschleunigt
Ritjavor einem Jahr


Ein sehr schönes leises Buch, welches ohne große Aufregung eine interessante Geschichte erzählt. Durch den schönen Schreibstil von J.L.Carr gleitet man ganz einfach durch die Geschichte und begleitet den Restaurator Tom Birkin zu seinem neuen Auftrag. In einer Kirche soll ein Fresko freigelegt und restauriert werden. Langsam setzt er sich mit seiner neuen Wohn- und Arbeitstätte auseinander und ebenso langsam erfährt man einiges aus seinem Leben und interessantes über das Fresko. 

Die Menschen in dem kleinen Ort sind zunächst skeptisch ihm gegenüber, aber öffnen sich immer mehr und so verbringt er immer häufiger seine Zeit mit ihnen. Doch wirklich ankommen, tut er nicht.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es entschleunigt den Leser, denn schnelles Lesen oder das Überfliegen des Textes ist hier kaum möglich, denn dann würde man die Feinheiten, die dieses Buch ausmachen, überlesen.

Kommentieren0
4
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

J.L. Carr wurde am 20. Mai 1912 in Carlton Miniott, North Yorkshire (Großbritannien) geboren.

Community-Statistik

in 164 Bibliotheken

auf 25 Wunschzettel

von 2 Lesern aktuell gelesen

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks