J.L. Carr Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

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Inhaltsangabe zu „Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land“ von J.L. Carr

Sommer 1920 im nordenglischen Oxgodby: Als auf dem Bahnhof ein Londoner aus dem Zug steigt, weiß gleich das ganze Dorf
Bescheid: Er ist der Restaurator, der das mittelalterliche Wandgemälde in der örtlichen Kirche freilegen soll. Doch was steckt hinter der Fassade des stotternden und unter chronischen Gesichtszuckungen leidenden Mannes? Tom Birkin hat im Ersten Weltkrieg gekämpft, als traumatisierter Veteran wurde er von seiner Frau verlassen. Er hofft, in der Ruhe und Einfachheit Yorkshires zu gesunden. Und tatsächlich: Je näher er dem Meisterwerk hinter der Kirchendecke kommt, desto näher kommt er auch sich selbst. Und seinen Mitmenschen. Langsam gelingt es ihm, sich der Welt um sich herum zu öffnen, vielleicht sogar der Liebe. Der Monat auf dem Land ist ein Monat der Heilung. Was Birkin hier erlebt, wird er sein Leben lang mit sich tragen…
J. L. Carr erzählt von einem Mann, der überlebt, und von der Rettung, die in uns wie den anderen liegt. Dieser moderne Klassiker der englischen Literatur ist in seiner sprachlichen Leichtigkeit und Eleganz eine echte Wiederentdeckung.

Der Titel enthält zusätzlich ein 16-seitige Leseprobe aus "Wie die Steeple Sinderby Wanderers den Pokal holten".

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    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Daphne1962

    29. March 2017 um 15:41

    Wieder, aber ganz unbewusst habe ich erneut ein Buch über eineGemälde gewählt. Dieses Mal ist es allerdings ein Wandgemälde(Fresko genannt).1920 in England, der Krieg ist zu Ende, die Menschen leiden nochimmer unter den seelischen Folgen. So auch der aus London stammende Restaurator Tom Birkin. Er stottert und hat Gesichtszuckungen und ist traumatisiert. Bei seiner Arbeit versucht er zu vergessen.So wie Tom Birkin in der Dorfkirche nach und nach das Fresko freilegt, dabei immer mehr über den schaffenden Künstler versucht zu erfahren, so erfährt der Leser dieses kleinen künstlerischen Bandes mehr und mehr über den verwundeten Restaurator und den Dorfbewohnern von Oxgodby. Sie haben ihn in ihr Herz geschlossen und würden ihn auch gerne dort behalten wollen. Ehrlich interessiert an ihm und seiner Arbeit, eine schöne Abwechslung in ihrem Alltag. Dieses Buch ist so herrlich leicht geschrieben. Der Autor hatte das Talent einige Dinge melancholisch zu umschreiben, aber nicht zu sehr in die Tiefe zu dringen. Der Leser lernt in diesem Buch das englische Landleben kennen und man ist in Versuchung so ein Leben toll zu finden. Sonntags mit der Kutsche abgeholt zu werden und ein intaktes Gemeindeleben zu erleben.Gerne hätte ich noch ein paar Tage länger in Oxgodby verweilen mögen, aber leider hat der Restaurator seine Arbeit beendet und es wurde langsam Winter. Durch Denis Scheck von Druckfrisch bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und es war ein sehr guter Tipp. 

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  • Ein Klassiker, poetisch, aber ein wenig langweilig

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Federfee

    24. March 2017 um 12:36

    Eine Novelle, ein Büchlein über einen jungen, vom Krieg geschädigten Restaurator, der eine Zeit lang auf dem Land in einer Kirche an einem Wandgemälde arbeitet. Wie er das beschreibt, ist interessant. Auch die Schilderungen des Dorflebens um 1920 und die poetischen Natureindrücke mögen gefallen. Aber alles in allem fand ich das Büchlein trotz der sympathischen Personen langweilig.
    3,5 Sterne

  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 20.10.2017: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   259 Punkte Astell                                           ---    9 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  691 Punkte Beust                                          ---   352 Punkte Bibliomania                               ---   233 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  444,5 Punkte ChattysBuecherblog                --- 285 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   154,5 Punkte Code-between-lines                ---  154 Punkte DieBerta                                    ---   ?  Punkteeilatan123                                 ---   80 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   216 Punkte Frenx51                                     ---  103 Punkte glanzente                                  ---   94 Punkte GrOtEsQuE                               ---   84 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   181 Punkte Hortensia13                             ---   148 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  191 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    95 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   135 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   88 Punkte Katykate                                  ---   121 Punkte Kerdie                                      ---   239 Punkte Kleine1984                              ---   145 Punkte Kuhni77                                   ---   129 Punkte KymLuca                                  ---   110 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   285 Punkte Larii_Mausi                              ---    63 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   257 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   181 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  148 Punkte Nelebooks                               ---  245 Punkte niknak                                       ----  313 Punkte nordfrau                                   ---   143 Punkte PMelittaM                                 ---   242 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   132 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   67 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 76 PunkteSandkuchen                              ---   241 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   195 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   315 Punkte SomeBody                                ---   189,5 Punkte Sommerleser                           ---   215 Punkte StefanieFreigericht                  ---   236,5 Punkte tlow                                            ---   165 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   97 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   184 Punkte Yolande                                       --   189 Punkte

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    • 2509
  • Ein verzauberter Sommer

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Karin_Kehrer

    07. January 2017 um 19:15

    Yorkshire, im Sommer 1920: Der Restaurator Tom Birkin kommt in das idyllische Dörfchen Oxgodby, um ein Wandgemälde in der Kirche freizulegen.Er leidet unter den Nachwirkungen von Kriegsverletzungen, seine Frau hat ihn verlassen und so hofft er, in der ländlichen Umgebung zur Ruhe zu kommen.Was auch geschieht. Er lernt die Dorfbewohner kennen und wird in deren Leben integriert. Und er verliebt sich. Aber dieser Sommer ist nur einer von vielen seines Lebens und nichts ist von Dauer.Eine wunderbare, stimmungsvolle Erzählung über einen Mann, der nach einem Ruhepunkt in seinem Leben sucht und ihn für einen Sommer in einem Dorf im nördlichen England findet. Er ist ein kompetenter Restaurator, der es versteht, das Wesen des Künstlers, der dieses Werk vor hunderten von Jahren geschaffen hat, zu erfassen. Tom Birkin spricht nicht viel, beobachtet lieber. Seine Arbeit, der Kontakt mit der Dorfbevölkerung, die beschauliche, enge Welt, in die er gerät, hilft ihm, sein Kriegstrauma zu bewältigen.Der bildhafte, sehr sinnliche Schreibstil lässt dieses englische Dorf in den 20-er Jahren so richtig vor dem Auge des Lesers entstehen, man riecht förmlich den Duft der Blumen, spürt die Hitze des Sommers und sieht die Landschaft vor sich. Schön auch der feine Humor, der auch in den Dialogen zum Ausdruck kommt. Dieses Buch ist Balsam für die Seele!

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  • Ein Monat auf dem Land

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Bibliomania

    04. January 2017 um 21:45

    Tom Birkin hat im ersten Weltkrieg gedient. Doch davor war er Restaurator und möchte dies nun wieder augnehmen. Da kommt ihm die Aufgabe in einer Kirche in Yorkshire gerade recht. Hier soll er ein Gemälde freilegen. Ein schlecht bezahlter Job, jedoch in einer derart schönen ländlichen Idylle, dass er hofft die grausigen Erinnerungen an seinen Kriegsdienst zu vergessen.Mal davon abgesehen, dass Tom Birkin länger als einen Monat restauriert, ist es eine ganz nette Story, die mich jedoch nicht vom Hocker gerissen hat. Allerdings finde ich den Gedanken schön, die negative Vergangenheit durch eine detaillierte Arbeit abzuschütteln beziehungsweise überwinden zu können. Man kann sich die Hitze, die verfliegende Zeit während der Ausübung einer geliebten Arbeit vorstellen, die erzwungene Keuschheit und die Resignation des Priesters, der doch einfach gerne sehen möchte, dass auch die Kirchengänger glühen möchten beim Gedanken an Gott. Super für unterwegs, die Sprache einfach und hübsch.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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    • 2951
  • Eine Art literarischer Naturspaziergang

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Buchraettin

    25. December 2016 um 10:46

    Die Geschichte wird aus Sicht eines Restaurators erzählt. Er arbeitet an der Freilegung eines Gemäldes in der Dorfkirche. Die Geschichte spielt im Sommer 1920. Zaghaft nähern sich die Dorfbewohner dem Mann, der sich nicht als Künstler, sondern als Handwerker sieht. Sie knüpfen zarte Banden, erste Bekanntschaften, sie unterstützen ihn, sind neugierig. Immer wieder unterbrochen werden diese Szenen von Naturbeschreibungen, der Landschaft und des Ortes. Momentaufnahmen der ihn umgebenen Natur. Auch seine Bekanntschaft mit einem Archäologen wird angesprochen. Es ist ein ruhiges Buch. Ein eigener Stil. Es vermittelt Langsamkeit, Innehalten, eine Art Durchatmen, Momente der Stille und der Ruhe. Der Duft des frisch gemähten Heus liegt dem Leser in der Nase und ich spürte das Sonnenlicht wärmend im Gesicht, als ich den im Sonnenstrahl tanzenden Schmetterling mir vorstellte. Ich spürte die Natur in diesem Dorf. Die Sonne im Gesicht, der leichte Wind, der durch das Buch streift, die Düfte der Wildblumen- ein Buch für alle Sinne. Es entführt den Leser in die Geschichte und wird zu einer Art literarischem Naturspaziergang. Es hat etwas Zeitloses. Der ruhige Ton, das Freilegen des Gemäldes, das Treffen mit dem Archäologen, das ist zeitlos und es könnte so auch heute geschehen sein, wäre da nicht kleine Hinweise auf die Zeit der Geschichte. Der ich- Erzähler der Geschichte lässt mich hautnah dabei sein. Immer wieder gibt es auch die direkte Ansprache- aber an wen? Mich, den Leser?   Aber dennoch, er blieb für mich auf Distanz, ich konnte Eintauchen in den Flair, den das Buch erschafft, aber dieser Zauber konnte mich nicht vollkommen ausfüllen, da die Figuren für mich nicht ganz greifbar wurden. Es ist eine Art Zeitreise in ein Dorf,  in der die Zeit still zu stehen scheint. Ein kleines Büchlein, das den Leser gefangen nimmt.  Das ist wie eine kleine Auszeit von der Schnelligkeit des Alltags und es entführt seinen Leser zu einigen schönen entspannten Lesestunden.  

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    • 4
  • Eine Studie über das Zusammenleben auf dem Land

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    tination

    07. December 2016 um 20:51

    Das Buch: Sommer 1920. Tom Birkin reist nach Oxgodby, ein kleines Dörfchen in Yorkshire, um dort einen neuen Job anzutreten: er soll ein mittelalterliches Fresko in der Dorfkirche freilegen. Und so begegnet er den Kirchenmitgliedern und Dorfbewohnern. Er hilft bei der Ernte mit, unterstützt die Sonntagsschule, hält einen Gottesdienst, berät einen Orgelkauf und andere für ihn sonderbare Dinge. Und das alles, um den inneren Frieden nach den ersten Weltkriegserfahrungen wieder zu finden. Ob er nun Frieden in diesem Sommer auf dem Land findet? Lesen! Mein Fazit: J.L. Carr lässt Tom Birkin mit einer Leichtigkeit die Geschehnisse rund um Oxgodby erzählen. Schnell aber nicht ohne einer Brise Ironie kommt Tom Birkin daher. Und unser Protagonist erzählt ausführlich über die vielen Personen in diesem Örtchen. Einige haben es ihm besonders angetan. Da darf natürlich ein klein wenig Liebe und Freundschaft nicht fehlen. Denn nicht ohne Grund soll er das Fresko freilegen und sein Mitstreiter Moon ein Grab im Kirchgarten finden. Doch dieses Geheimnis geht durch die umliegenden Charaktere leider ein wenig unter. In diesem Buch stehen nun einmal die unterschiedlichen Charaktere im Ort im Vordergrund. Und alle begegnen Birkin mit einer anderen Sichtweise. Ob es nun eine kleine junge Verehrerin ist, der griesgrämige Pfarrer, die schöne Pfarrersfrau, der Bahnhofsverwalter. Und Birkin studiert diese Charaktere. Denn er weiß, dass er bei Beendigung der Malerarbeit in der Kirche den Ort verlassen wird. In der Hoffnung auf Frieden. Denn Frieden sucht Birkin überall. Der Krieg hinterließ Spuren bei ihm. Und die müssen nun heilen. Dafür lohnt sich ein Besuch in Oxgodby allemal. Denn dieser Ort steht für England. Genau so hätte ich es auch dargestellt. Trotzdem hat man das Gefühl, etwas zu verpassen. Man wird mit Tom Birkin nicht vollständig warm. Er bleibt auch für den Leser ein Einzelgänger. Da das Geheimnis um das verschollene Grab und dem Fresko doch eher nebenbei abgehandelt wird, bleibt es nur ein Erlebnisbericht vom Lande. Und dort ist scheinbar die Welt noch völlig in Ordnung. Es gibt geregelte Strukturen, doch Drama birgt nur dieses Geheimnis. Und das war wohl dann doch zu viel Theater für den Autor. Zusammenfassend ist es ein leichtes, leises Buch über das gute ländliche Leben. Auf viel Drama und Aktion darf man bei diesem Buch nicht erwarten. Und so ist es ein Buch für alle Liebhaber der stillen Bücher mit vielschichtigen Lebensläufen. https://booksoftination.wordpress.com/2016/12/07/j-l-carr-ein-monat-auf-dem-land/

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  • Kraftvolles, poetisches Buch!

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Mira20

    04. November 2016 um 12:03

    Gut verborgen in einem, kleinen schlichten und dünnen Buch findet der Leser einen poetischen Schatz. Ich wurde von der Kraft dieses Buches richtig überrascht. Inhaltlich ist es schnell zusammengefasst. Ein junger Mann – Tom Birkin – kommt 1920 nach Oxgodby. Er soll ein mittelalterliches Fresko in der Dorfkirche freilegen. Einen Sommer lang wird er teil der Menschen von Oxgodby. Hier findet er nach den schrecklichen Erlebnissen im Krieg auch Stück um Stück wieder zu sich selber.Tom – der Ich-Erzähler – lernen wir im Verlaufe der Geschichte gut kennen. Differenziert bringt er dem Leser das Innenleben der Fresken näher. Ich werde wohl diese Kirchenbilder in Zukunft ganz anders betrachten. Tom haucht ihnen Leben ein. S. 43„Das war kein Christus aus dem Katalog, unerträglich blass und ätherisch. Das hier war ein frostiger Vertreter der harten Linie. Gerechtigkeit ja, Gerechtigkeit würde er erteilen. Aber keine Gnade. Das sprach aus jedem seiner Züge, und als ich am Ende der Woche bei seiner erhobenen rechten Hand angelangt war, sah ich, dass dies keine geheilte Hand war, sondern eine noch immer durchstossene.“Gerechtigkeit, Gericht, Hölle! Tom muss in der Höhe des Gewölbes der Kirche über vieles nachdenken. So vieles hat auch er im Krieg erlebt, worüber er nicht sprechen möchte. Aber je mehr er vom Bildnis des Jüngsten Gerichts freilegt, desto näher kommt er auch wieder zu sich selber.Liebevoll beschreibt der Autor von einem längst vergangenen Landleben, als noch Pferde die Fahrzeuge zogen und Fremde an den Tisch gebeten wurden. Tom gehört bald dazu und viele pilgern in die Kirche und reden mit ihm während er schweigend seine Arbeit verrichtet.S. 106„Sie hören zu. Und Sie wissen auch zu schweigen. Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass die Menschen in Ihrer Gegenwart nicht immer das Gefühl haben etwas sagen zu müssen? Ich meine, einfach etwas zu sagen, weil sie sich vor der Stille fürchten. Waren sie schon immer gut im Zuhören?“Tom steht an einem Wendepunkt. Soll er wieder zurück in sein altes Leben? Oder hätte er hier auf dem Lande eine Zukunft? Mit dem Fertigstellen lässt er sich Zeit, denn die Entscheidung fällt ihm schwer.Dieses Buch kann auch in einer Gruppe gelesen werden. Es gibt so viele wunderbare Stellen, die man teilen und laut vorlesen möchte! Wo man sich nur schon über den Klang freut. Ein grosses Kompliment auch an die Übersetzerin Monika Köpfer! Ich hatte nie das Gefühl ein übersetztes Buch zu lesen.Mit Freuden werde ich dieses Buch an Weihnachten verschenken! Eine unbedingte Leseempfehlung!

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    • 3
  • Eine traumhafte Wiederentdeckung

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Julino

    20. October 2016 um 13:22

    Manchmal brauchen nicht-deutschsprachige Romane eine gewisse Zeit, um auf dem deutschen Buchmarkt anzukommen. Im Falle von Ein Monat auf dem Land (DuMont) von J. L. Carr sogar ganze 36 Jahre. Obwohl Carrs A Month in the Country bereits nach seinem Erscheinen in Großbritannien 1980 zum Booker-Preis nominiert wurde, gibt es erst seit Kurzem auch eine deutsche Übersetzung des Romans. Eine Wiederentdeckung, auf die ich sehr gespannt war. In Ein Monat auf dem Land begleiten wir den jungen Tom Birkin, der im Sommer 1920 für vier Wochen von London in das nordenglische Oxgodby zieht. Er hat einen Auftrag: Als Restaurator wird er engagiert, um das mittelalterliche Wandgemälde in der örtlichen Kirche freizulegen. Dabei ist er nicht allein. Die Bewohner des kleinen Oxgodby interessieren sich sehr für den Neuankömmling aus der großen Stadt, mal mehr, mal weniger skeptisch. Birkin wohnt fortan im Glockenturm der Kirche, weil er sich kein Zimmer zur Miete leisten kann. Er ist dabei in guter Gesellschaft. Direkt nebenan haust der geschäftige Charles Moon, welcher ebenfalls auf Zeit engagiert wurde. Er soll nach alten Gräbern suchen. Die beiden Männer freunden sich schnell an und bemerken, dass sie etwas verbindet: Beide haben im Ersten Weltkrieg gedient und leiden unter den Folgen ihrer Erlebnisse dort. So dient Birkins Monat auf dem Land nicht nur der Geldbeschaffung, sondern wird nach und nach auch zur Therapie für den Engländer. Das Leben in der Provinz baut ihn auf. Er genießt das Gefühl, gebraucht zu werden, und beginnt, nachdem ihn seine Frau kurz nach dem Krieg verlassen hat, sich endlich wieder der Liebe zu öffnen. Ein Monat auf dem Land lebt vor allem von der ruhigen und doch fesselnden Atmosphäre, die in diesem 144 Seiten langen Büchlein erzeugt wird. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, selbst in diesem Oxgodby der 1920er Jahre anwesend zu sein. Nicht zuletzt wird dieses Gefühl durch die liebevollen Beschreibungen im Buch hervorgerufen. Diese sind zwar detailliert, dabei aber keineswegs ausufernd. Auch die Kirchhofmauer war in gutem Zustand, allerdings war die Klinke des schmalen Tors abgebrochen, und es wurde von einer Schnurschlaufe zugehalten. Oftmals finde ich Texte mit großem Beschreibungs- und geringem Dialoganteil langatmig, bis teilweise gar dröge. Ein Monat auf dem Land allerdings findet genau das richtige Maß zwischen bloßer Beschreibung und zwischenmenschlichen Handlungen. Genau diese Ausgewogenheit hat mich so begeistert an J. L. Carrs Roman. Hinzu kommt, dass die Hauptfigur Tom Birkin sehr glaubwürdig und vielseitig gestaltet ist. Ich mochte es, seinen Gedankengängen zu folgen, die vor allem von Ehrlichkeit und Interesse für neue Dinge geprägt sind. Dabei werden durch die Figur Birkins fast wie nebenbei Fragen eines Menschenlebens behandelt. Dieses Subtile hat mir gefallen, weil hier niemand mit der offensichtlichen Pathoskeule schwingt. Ich sollte nie ein einziges Wort mit dem Colonel wechseln. […] Was mich anging, hätte er ebenso gut um die nächste Ecke biegen und tot umfallen können. Aber das trifft auf die meisten unserer Mitmenschen zu, nicht wahr? Darüber hinaus brachte mich Birkins erbarmungslose Ehrlichkeit immer wieder zum Schmunzeln. Obwohl die Geschichte um den Londoner Restaurator vor fast einhundert Jahren spielt, kommen mir die Figuren dieses Romans wie alte Bekannte vor und sind mir sehr nah. Auch Kunstinteressierten bietet der Roman von J. L. Carr einen Mehrwert. Das zu restaurierende Wandgemälde wird in seiner Gänze beschrieben und erläutert. Ich konnte hier vieles über historische Malerei lernen, sowohl über Symbolik als auch über Maltechniken. Birkins Gedanken drehen sich auch immer wieder um das Verhältnis von Kunstwerk und KünstlerIn. Diese Ausführungen sind sehr bereichernd und eröffneten mir eine ganz neue Perspektive auf die Bildende Kunst. Ein Monat auf dem Land hat mich durchweg überzeugt. Dieser Roman bietet eine kurzweilige sowie bereichernde Lektüre, die von einem ruhigen Erzählton geprägt ist. An dieser Stelle sei auch die Übersetzerin Monika Köpfer erwähnt, die mit großer Wahrscheinlichkeit maßgeblich zu der sprachlichen Stimmigkeit dieses Romans beigetragen hat. Ein Monat auf dem Land von J. L. Carr ist ein richtiger Schatz, den der DuMont Verlag hier wiederentdeckt hat. Noch ein kleiner Tipp von mir: Am besten lässt sich dieses Büchlein im Sonnenschein lesen, auch sehr gut im Hochsommer. Da passen dann erzähltes und reales Wetter so richtig schön zusammen. Zur Zeit sieht es ja eher etwas grau aus am Himmel, aber ich bin mir sicher, dass der „Goldene Herbst“ noch kommt. Wenn es dann soweit ist, wisst ihr, welches Buch ihr auf jeden Fall lesen könnt.

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  • Ein Monat auf dem Land

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Minoo

    16. October 2016 um 12:36

    Der Klappentext ist meines Erachtens perfekt gewählt, weshalb ich auf den Inhalt des Buches nicht tiefer eingehen möchte. "Ein Monat auf dem Land" ist die Geschichte eines Mannes, der vom Krieg stark traumatisiert in ein kleines Städtchen in Yorkshire kommt und sich innerhalb dieses Monats verändert. Er schließt Freundschaften, findet Freude an seiner Arbeit, kommt zur Ruhe. Mir als Leser bereitete dieses Buch große Freude. Ich genoss es, Toms Weg zu verfolgen und kam beim Lesen selbst zur Ruhe. Die Atmosphäre der Kleinstadt ging direkt auf mich über. Dies wurde nicht zuletzt durch den großartigen Schreibstil unterstützt. Dieser Roman ist voll sprachlicher Schönheiten, sodass ich bei einigen Sätzen lächeln musste und eine Gänsehaut bekam. J.L. Carr erzählt als Tom Birkin und mit einer gewissen Melancholie, seinen Monat auf dem Land. Er schreibt in der Retroperspektive und das besondere ist, dass der Leser, auch wenn er nicht weiß, wie es nach dem Monat mit Tom Birkin weiter ging, das Gefühl hat, dass er zu einem glücklichen Mann wurde. "Wir sind von Natur aus hoffnungsvolle Geschöpfe, stets bereit, von Neuem betrogen zu werden, voll banger Erwartung, welches Wunder sich möglicherweise in einem braunen, auch noch so schmuddeligem Packpapierpaket verbirgt." (S. 24) Während J.L. Carr also stets die perfekten Worte wählt und den Leser damit mitten ins Herz trifft, beschreibt er auch die Orte und Taten der Charaktere so genau, dass der Leser in den Glockenturm gesogen wird, ein Gemälde freilegt oder sich mit den Ellerbecks unterhält. Auch die Charaktere in diesem Buch mochte ich sehr gerne. Viele gibt es nicht. Da wären der junge Tom Birkin. Der mürrisch wirkende Pfarrer Keach, der mich insbesondere zum Schluss mit wundervoll gewählten Worten überraschte, und seine wunderschöne Frau Alice. Charles Moon, der Archäologe, der ein wichtiges Grab finden soll und zu Toms Freund wird. Besonders gut gefallen hat mir die junge Kathy Ellerbeck, die kein Blatt vor den Mund nimmt und von Tom Birkin mit folgenden Worten beschrieben wird: "(...) um des Redens willen zu reden, so wie manche Kinder Gefallen an Eiscreme hatten." (S. 45) Die Charaktere empfand ich als originell und authentisch in ihren Handlungen und ihrem Sein. 1980 war J.L. Carr mit diesem Werk für den Booker Preis nominiert. Mehr als 30 Jahre hat es gedauert, dass dieser Roman in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Fazit: Ein wunderschöner, lebendiger Roman, den ich sicherlich noch mehrmals lesen werde. Ich hoffe, dass auch die anderen Werke des Autors bald ins Deutsche übersetzt werden.

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  • Ein Tag, so wunderschön, wie heute...

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Jetztkochtsie

    29. September 2016 um 16:41

    Ich fühlte mich beim Lesen von J.L.Carrs Buch "Ein Monat auf dem Land" immer wieder an mein absolutes Lieblingsbuch "Der Schlachtenmaler" von Arturo Perez-Reverte erinnert. Dieses Buch hat mich vor Jahren einfach nur gepackt und nie wieder losgelassen. Zwar haben beide Bücher einen gänzlich anderen Schwerpunkt, aber in beiden Büchern gibt es den Maler /Restaurateur, das Gemälde und den Turm/ die Kirche in dem dieses sich befindet. Da "Der Schlachtenmaler" nun mal von mir heiß und innig geliebt wird, war recht schnell klar, dass auch "Ein Monat auf dem Land" genau meinem Geschmack entsprach. Das schmale Büchlein schildert in einer einfachen und klaren Sprache wie Mr. Birkin immer mehr des alten Gemäldes im Kirchenraum frei legt und während er das tut legt auch immer mehr der Dorfbewohner um sich herum frei, macht sie für den Leser sichtbar und tastet sich an sie heran, ebenso vorsichtig, wie er bei dem Gemälde Schicht um Schicht abträgt.Er erhält Einblick in eine vermeintlich heile Welt, schließt Freundschaften und verliebt sich. Doch nicht nur die Bewohner des Dorfes lernen wir nach und nach kennen, auch Mr. Birkin läßt den Leser Seite um Seite näher an sich heran, gewährt Einblicke in sein Leben, seine Traurigkeit und sein Trauma. Er leidet unter den Folgen des Weltkriegs und dem Verlassen werden von seiner Frau und versucht in diesem kleinen Örtchen Oxgodby Ruhe und Entspannung zu finden und findet dabei sehr viel mehr.Mich haben Text und Stil absolut gefange genommen, das war eines der berührendsten Bücher, die ich seit langem gelesen habe und das obwohl es nur wenige Seiten umfaßt und der Schreibstil eigentlich ein eher sachlicher und nüchterner ist. Als es schließlich dem Ende zu geht, hatte ich tatsächlich ein paar Tränchen im Auge, gut das heißt nicht viel, ich bin ja eine schreckliche Heulsuse, bei guten Büchern oder Filmen rinnen bei mir rasch die Tränen herab, aber hier war es einfach schön, sich der Traurigkeit und dem Weltschmerz ein wenig hinzugeben.Carr hat bei mir einen Nerv getroffen, auch ich sehne mich nach meinem Oxgodby, nach meinem Ort der Ruhe und Entspannung, an den man immer wieder gerne in Gedanken zurückkehrt, aber eben nicht real, da es niemals so sein wird, wie beim ersten Besuch.Besonders erwähnen möchte ich den unheimlich gelungenen Einaband, mit cremefarbener Leinenbindung und einem vogelförmigen Blatt. Hier habe ich während des Lesens immer wieder gerne drüber gestrichen und mich an diesem schönen Stück Buchbindekunst erfreut.Das Buch ist wirklich ein Traum, für jeden der eine schöne, ruhige und melancholische Geschichte schätzt und der einen hübschen Einband ausreichend zu schätzen weiß.

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  • "Ein Monat auf dem Land" von J. L. Carr

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. September 2016 um 18:01

    Autor: J. L. Carr Titel: Ein Monat auf dem Land Gattung: Roman; Erzählung Erschienen: 1980 Gelesene Ausgabe: DuMont, 2016 ISBN: 978-3-8321-9835-0 Gelesen auf: Deutsch (Englisch) Gelesen im: September 2016 Zum Buch: Die Geschichte in dem kleinen, unscheinbaren Dumont-Büchlein erschien bereits 1980 in Englisch, wurde allerdings erst dieses Jahr von Monika Köpfer ins Deutsche übersetzt. Optisch eher schlicht, von geringen Umfang, wäre „Ein Monat auf dem Land“ normalerweise nicht in meine erste Wahl in einem Buchladen, deswegen bin ich mehr als froh, dass es dennoch den Weg zu mir gefunden hat. „Ein Monat auf dem Land“ ist die fiktive Erinnerung des ebenso fiktiven Restaurators und Kriegsveteranen Thomas Birkin. Im Jahre 1920 ist er von der anglikanischen Gemeinde des englischen Örtchens Oxogdby angeheuert die örtliche Kirche und das dortige, noch übermalte, aber vermutlich kunsthistorisch beachtliche Wandgemälde zu restaurieren. Durch eine großzügige Erbschaft (deren Bedingung allerdings allerdings diverse Forschungen an dem Gemäuer sind), ist die Gemeinde wiederwillig verpflichtet Birkin sowie einen Archäologen auf ihrem Grund hausen zu lassen. Bescheiden lebt der Restaurator im Glockenturm, schließt Freundschaften, partizipiert am dörflichen Leben und arbeitet unaufhörlich an der Freilegung des Meisterwerkes aus dem 14. Jahrhunderts. Entspannt bietet das Büchlein den Blick auf einen Lebensausschnitt eines Menschen. Eine Rolle spielt dabei nicht nur seine Kriegserinnerungen, und seine Arbeit, sondern auch eine zarte Liebe. Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, es liest sich wunderbar und legt sich wie ein weicher Kaschmirschal wärmend um einen. Eine der Lieblingsstellen: Zitat: "Keine Knochen, keine Kohle?" "Du lieber Himmel, nein. Ich bin kein Knochenjäger. Der Vertrag besagt, dass ich >über einen angemessenen Zeitraum hinweg einen angemessenen Aufwand> betreiben muss. Und die Testamentsvollstrecker meinten, dass sie mit drei oder vier Wochen zufrieden wären und ich mir keine grauen Haare wachsen solle, wenn nichts zum Vorschein komme."[1] Stil und Sprache: leicht poetisch, aber auch ins Fachliche verfallend, wenn es um Birkins Arbeit geht. Zitat: "Sogar die Steine zwischen den Strebepfeilern waren gut behauen und kamen mit nur einem Hauch Mörtel aus, und obwohl ich schier im Regen ertrank, zollte ich den Steinmetzen Bewunderung."[2] Schlüssigkeit der Handlung: Obwohl es ein Rückblick ist, ist es bis auf einige Einwürfe chronologisch erzählt. Das hat mir gefallen: Die Leichtigkeit dieser Erzählung, ohne ins Nichtige abzudriften. Das hat mir nicht gefallen: Mein Interesse an Birkin ist geweckt, ich möchte mehr als 145 Seiten! In One Sentence: Das perfekte Buch für einen verregneten Nachmittag um den güldenen Sommer noch einmal aufleben zu lassen! Sterne: 5 [1] S.34 [2] S.12

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  • "Eine nette, unterhaltsame Geschichte"

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    R_Manthey

    18. September 2016 um 12:35

    So etwas zu verfassen, schwebte J. L. Carr nach eigenem Bekunden vor. Ein ländliches Idyll zu beschreiben - etwa im Stile von Thomas Hardy - war sein Ziel. "Um einen ganz eigenen Erzählton zu erzeugen, sollte der Erzähler wehmütig fünfzig Jahre später zurückblicken und sich an eine Zeit erinnern, die unwiederbringlich vorbei ist, und danach leise Trauer verspüren." Dass ein so kurzer Roman auch noch mit einem Vorwort des Autors geschmückt wird, ist etwas ungewöhnlich und in diesem Fall auch unnötig, denn all das, was Carr erreichen wollte, tritt beim Lesen auch tatsächlich ein. Warum dieses kleine, leicht lesbare und etwas wehmütig geschriebene Büchlein aber so eine weitläufige Begeisterung auslöst, ist mir dennoch nicht ganz klar geworden.  Je weiter Ereignisse von uns wegliegen, umso weniger reicht unsere Vorstellungskraft noch aus, sie wirklich zu begreifen. Offenbar treten dann andere Verarbeitungsmechanismen in Kraft. Vielleicht beginnen wir in solchen Situationen nachzuahmen, was andere vorgeben, empfunden zu haben. Ohne jeden Zweifel ist Carr mit diesem kleinen Roman ein schönes Stück Literatur gelungen. Man kann den helfenden Worten vieler Besprechungen in bekannten Medien also auch danken, dass sie es so bekannt gemacht haben. Interessant wäre es aber auch, zu wissen, was mit diesem Buch ohne diese Hilfe passiert wäre. Doch das wird man eben nie erfahren. Immerhin schon zwei Jahre nach dem fürchterlichen Ersten Weltkrieg erhält der Restaurator Birkin einen kleinen Auftrag im ländlichen Yorkshire. In einer Dorfkirche gilt es ein mittelalterliches Fresko freizulegen. Vielleicht soll man das Freilegen dieses  Wandgemäldes mit dem Aufbrechen der Verhärtungen in Birkins Seele verbinden. Der Krieg hat ihm ein Zucken im Gesicht und Stotteranfälle als äußerliche Zeichen des inneren Leidens hinterlassen. Im beschaulichen Oxgodby sitzt Birkin nun fast täglich stundenlang auf seinem Gerüst und trägt die Deckschichten und den Dreck der Jahrhunderte ab. Ab und zu besuchen ihn Frauen und schauen ihm in seinem Rücken zu. Zur wunderschönen, aber etwas überspannten Frau des Dorfpfarrers entwickelt er ein nie wirklich gezeigtes, noch gar ausgesprochenes Begehren. Versuche, Birkin ins Dorfleben einzubeziehen oder ihn zum Bleiben zu überreden, scheitern. Was bleibt, ist seine Erinnerung an diesen Monat, die für ihn aus späterer Sicht vielleicht eine der glücklichsten Perioden in seinem Leben war, weil er in ihr irgendwie aus der Zeit fiel. Wenn man etwas aus dieser schönen Geschichte mitnehmen kann, dann ist es vielleicht gerade dieses kleine Glück, das man empfinden kann, wenn man genau dies tut. 

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  • Ein Monat, der alles veränderte

    Taschenbücher / Ein Monat auf dem Land

    Bibliomarie

    14. September 2016 um 21:23

    Dieses schmale Buch ist eine echte Entdeckung. Bereits vor mehr als 30 Jahren in England geschrieben, sogar mit Colin Firth verfilmt, ist es erst jetzt in Deutschland erhältlich. Tom Birkin, ein junger Restaurator, ist gezeichnet von den Gräueln des 1. Weltkriegs. Stottern und unkontrolliertes Nervenzucken im Gesicht sind die Andenken, die er an Verdun zurückbehalten hat.Der Auftrag, in einer kleinen Dorfkirche ein mittelalterliches Fresko freizulegen, kommt ihm gerade recht. Seine Frau hat ihn verlassen und nichts hält ihn in London. So bezieht er für 4 sommerliche Wochen das Turmstübchen der Kirche und macht sich unter den kritischen Augen des Pfarrers an seine Aufgabe.Das Fresko ist eine Offenbarung für ihn. Die Darstellung des Jüngsten Gerichts in einer meisterhaften Ausfertigung lag jahrhundertlang unter konservierenden Putzschichten verborgen. Je weiter er das Werk freilegt, umso tiefer wird Rückschau zu seinem eigenen „Jüngsten Gericht“. Der Sommer in Osgodby, der in voller Blüte steht - der Herbst ist schon zu ahnen - birgt noch viele Überraschungen für ihn, Freundschaft und eine zarte Liebe begegnen ihm. Vier Wochen, die viel für ihn verändern! Hat man das schmale Bändchen durchgelesen, bleibt man in einer ganz besonderen Stimmung zurück, ich möchte es fast ein Glücksgefühl nennen. Die Geschichte ist so tief und zart und doch so leicht geschrieben, wie es wirklich nur Könner vermögen. Man darf es wirklich einen modernen Klassiker nennen und ich bedaure nur, den Autor nicht früher entdeckt zu haben.

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