J.M. Coetzee Sommer des Lebens

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Inhaltsangabe zu „Sommer des Lebens“ von J.M. Coetzee

Mit ›Sommer des Lebens‹ gewährt uns J. M. Coetzee überraschend Einblick in seine entscheidenden Lehrjahre als Schriftsteller. Aus Amerika zurückgekehrt, tuscheln die Verwandten hinter seinem Rücken: warum lebt er nur wieder hier in Südafrika bei seinem Vater und betoniert den Hof? Den Kopf voll Büchern und wilden Plänen, eine akademische Karriere, die nicht ins Laufen kommt, eine verheiratete Frau, die von dem rätselhaften Langhaarigen fasziniert ist, eine brasilianische Tänzerin, deren Tochter Nachhilfe braucht, schließlich die Cousine Margot und ein missglückter Ausflug ins Feld, der großen offenen Steppe, in der die Coetzee schon immer ihr Vieh hüteten.

Voller Ironie und Witz dreht Coetzee die Erzählperspektive um: nicht er schildert die Geschichte, sondern ein junger Autor, der ihn nie kennengelernt hat, aber nun an seiner Biographie schreibt. Um Stoff zu gewinnen, interviewt er die Frauen dieses Sommers. Auf seinem Tonband sammeln sich ungeschminkte Porträts eines Künstlers als junger Mann, der über sein eigenes Begehren stolpert, aber schließlich die Stimme findet, deren Unbestechlichkeit wir so bewundern.

Kein Roman im klassischen Sinne, aber dennoch interessant und lesenswert.

— wlatata

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  • Fesselnd

    Sommer des Lebens

    Giselle74

    02. October 2017 um 11:26

    m dritten Band seiner ungewöhnlichen Biographie erzählt Coetzee von seiner Rückkehr nach Südafrika und seinem Leben dort. Vielmehr, er lässt erzählen. Ein Biograph interviewt nach seinem (fiktiven) Tode wichtige Personen seines Lebens: die Geliebte, eine Cousine, den Arbeitskollegen etc. Aus diesen Puzzleteilchen setzt sich ein Leben zusammen, einsam und ein bißchen langweilig. Coetzee ist kein Frauenheld, eher ungeschickt im Umgang mit ihnen, auf der Suche nach der Einen, die sein Leben verändert. Man erfährt, daß er mit seinem Vater in einem verlotterten Haus zusammen wohnt, als Lehrer eher unbegabt ist und auch als Schriftsteller nicht ernst genommen wird. Coetzee schont sich nicht. Und er scheint auch keine allzu hohe Meinung von sich selbst zu haben. Ein durchaus fesselndes Buch, das möglicherweise tatsächlich Einblick gibt in das Wesen des Nobelpreisträgers. Lesenswert, weil realitätsnah und nicht beschönigend das Leben eines normalen Menschen beschreibend. Auch, wenn der im Endeffekt so normal gar nicht ist.

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  • Selbstreflexion in fiktiver Form

    Sommer des Lebens

    wlatata

    11. August 2015 um 18:55

    Kurz zum Inhalt: J.M. Coetzee erzählt von einem britischen Journalisten, der eine Biographie über den toten Coetzee schreiben will und dazu Personen interviewt, die während seiner Dreißiger eine Rolle in seinem Leben gespielt haben. Das Buch ist kein Roman im klassischen Sinne mit Spannungsbogen und Plot etc. Trotzdem ist es interessant und spannend wie der Autor sich selber in den Augen seiner Bekannten beschreibt und so Puzzlestück für Puzzlestück ein Bild dieses Lebensabschnitts und des Selbstbildes entsteht, das der Autor von sich selber entwirft. Daneben erfährt man viel über sein Bild von Südafrika während der 70er Jahre, über die Apartheid und die kritische Reflexion der kolonialen Vergangenheit Europas. Das Buch lässt sich durch den Interviewstil sehr gut lesen. Es war das erste Buch, das ich von Coetzee gelesen habe, aber es wird auf keinen Fall das letzte bleiben. Es ist keine leichte Sommerlektüre aber hochinteressant und durchaus lesenswert!

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  • Rezension zu "Sommer des Lebens" von J.M. Coetzee

    Sommer des Lebens

    variety

    24. May 2010 um 10:35

    Die erste Geschichte fand ich noch faszinierend. Bei der zweiten bin ich fast eingeschlafen. Deshalb habe ich die Lektüre auch abgebrochen... sorry, aber mehr kann ich dazu nicht schreiben. Ich habe einfach viel mehr von diesem Buch erwartet. Mich hat die Hauptfigur auch nicht wirklich menschlich berührt.

  • Rezension zu "Sommer des Lebens" von J.M. Coetzee

    Sommer des Lebens

    Wolkenatlas

    18. February 2010 um 08:43

    Tabula Rasa J. M. Coetzees neuestes Buch "Sommer des Lebens" ist bezeichnenderweise mit dem Untertitel "Scenes from Provincial Life" versehen und ist der (möglicherweise) letzte Teil seiner autobiographischen Romane, nach "Der Junge" (Boyhood) und "Die jungen Jahre" (Youth). Damit weist der in Adelaide lebende Nobelpreisträger aus Südafrika J. M. Coetzee darauf hin, dass dieses Buch weder als Autobiographie, noch als Roman gelesen werden sollte. Ein Journalist schreibt ein Buch über den (wie man erst später erfahren wird) soeben, oder vor einigen Jahren verstorbenen Nobelpreisträgers John Coetzee. Er orientiert sich an den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts, an den Jahren, in denen der Autor seine Stimme fand und die ersten Erfolge einfuhr. Zu Beginn dieses Buches liest man scheinbar beliebig ausgewählte Tagebucheinträge des verstorbenen Autors. Danach kommen in Interviews verschiedene, auf ganz unterschiedliche Art und Weise für den Autor wichtige Menschen zu Wort. Die ehemalige Geliebte, die Lieblingscousine, die Mutter einer Schülerin des Autors, ein Kollege und eine Kollegin. Wer jetzt eine Beweihräucherung vermutet, liegt weit daneben. Coetzee zeichnet ein Selbstportrait, bzw. ein Portrait seines literarischen Alter Egos, das ihn als kalten, eigenwilligen, kleinen Mann und unbefriedigenden Liebhaber bezeichnet. Ein Bild, dass ihn die Mutter einer Schülerin in ihren Augen aus Leidenschaft verfolgen lässt. Ein Bild, das ihm jegliche Fähigkeit, einen anderen Menschen zu lieben eigentlich abspricht. Ein Mann, dessen Literatur von seiner Kollegin (und kurzzeitigen Geliebten) sogar mit den Attributen unterkühlt, kraftlos und uninspiriert versehen wird. "Sommer des Lebens" als literarisch inszeniertes, Lob suchendes "Ich-Bashing"? Eindeutig nein. Als Pendant zu den Tagebuchauszügen vom Anfang veröffentlicht der britische Journalist am Ende unvollendete Prosafragmente des Autors, die er vermutlich knapp vor seinem Tod geschrieben hat. Fragmente, die sich in erster Linie um den Vater des Autors, der Beziehung zum Vater und um eine sehr weibliche Mitarbeiterin des Vaters drehen. Fragmente, die zuerst vermeintlich wenig zum Verständnis des vorher Geschehenen beitragen, die die Perspektive der ca. 230 vorangegangenen Seiten jedoch bald unvermeidlich verändern, bzw. frisch beleuchten. Mit all diesen Zutaten ergibt sich ein höchst kunstvolles Selbstportrait des Autors, das möglicherweise weit vom wirklichen Autor entfernt ist, möglicherweise aber auch nicht. Ich denke, dass das Wissen um den Wahrheitsanteil in diesem Buch absolut nicht notwendig ist, da sich das literarische Kunstwerk weit über die Frage nach Fiktion und Autobiographie erhebt. "Sommer des Lebens" ist ein literarischer Geniestreich, ein Meisterwerk. Unverständlich, wie dieses Buch (obschon in der Shortlist des Booker Prizes 2009) nicht mit dem Booker-Prize ausgezeichnet wurde. "Sommer des Lebens" ist ein Höhepunkt im an Höhepunkten reichen Schaffen J. Coetzees. Seine formelle Anlage, die Stimmenführung und das polyphone Gesamterlebnis sind ein Erlebnis, meine Bewunderung gilt diesem Roman nicht nur in literarischer Hinsicht, sondern auch als Kunstwerk per se. Seine Entscheidung, diese Zeit seines Lebens aus der Perspektive Dritter durch Interviews "posthum" erzählen zu lassen, gibt ihm die Möglichkeit, jegliche Ich-Befindlichkeit zu vermeiden, die er ja schon in den ersten beiden Romanen dieses Zyklus vehement vermieden hat. Ein bewegendes Buch, das viele Fragen aufwirft, das kritisch mit Südafrika umgeht und ein sehr lebhaftes Portrait des Lebens in Kapstadt und Südafrika der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts zeichnet. Knapp vor dem Ende des letzten Interviews bemängelt die französische Ex-Kollegin und Geliebte, dass John Coetzee ein Autor gewesen wäre, der nie versucht hätte, die literarischen Welten einzureißen um aus dem Schutt der Tradition eine neue Literatur, eine neuartige Stimme zu entwickeln. Möglicherweise hat Coetzee mit den Worten seiner Protagonistin recht. J. M. Coetzee musste nur nie irgendwelche Traditionen einstürzen lassen, um seine Werke zu schaffen, seine Stimme zu finden, seinen persönlichen Stil. Sein Oeuvre ist an Eigenständigkeit, Ernsthaftigkeit und Präzision, an literarischer Leidenschaft, die wohlgemerkt zum Großteil eine Art geschlechtslose, der Kunst dienende Leidenschaft ist, an Wichtigkeit und künstlerischer Innovation im Rahmen der Tradition kaum zu überbieten. Und wahre, zeitlose Kunst kann sich nur auf Basis der Tradition entwickeln. Bleibt nur noch zu hoffen, dass J. M. Coetzee noch weitere literarische Glanztaten folgen lässt.

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