J.R. Moehringer

 4.1 Sterne bei 249 Bewertungen
Autor von Tender Bar, Knapp am Herz vorbei und weiteren Büchern.
J.R. Moehringer

Lebenslauf von J.R. Moehringer

J.R. Moehringer führte mit seinem ersten Buch ›Tender Bar‹ weltweit monatelang die Bestsellerlisten an. Er wurde 1964 in New York geboren, er studierte in Yale und war Reporter bei der Los Angeles Times. 2000 gewann er den Pulitzer-Preis.

Alle Bücher von J.R. Moehringer

Tender Bar

Tender Bar

 (392)
Erschienen am 01.04.2008
Knapp am Herz vorbei

Knapp am Herz vorbei

 (91)
Erschienen am 24.04.2014
Knapp am Herz vorbei

Knapp am Herz vorbei

 (8)
Erschienen am 21.03.2013
Tender Bar

Tender Bar

 (1)
Erschienen am 21.03.2013
Tender bar / druk 2

Tender bar / druk 2

 (0)
Erschienen am 28.02.2014

Neue Rezensionen zu J.R. Moehringer

Neu
Herbstroses avatar

Rezension zu "Knapp am Herz vorbei" von J.R. Moehringer

Willie Sutton, Bankräuber der Herzen
Herbstrosevor einem Jahr


New York, Weihnachten 1969. Nachdem er die letzten siebzehn Jahre im Attica State Prison inhaftiert war, wird Willie Sutton vorzeitig entlassen. Sein halbes Leben verbrachte er wegen diverser Bankeinbrüche hinter Gittern, jetzt ist er 68 Jahre alt, krank und hinfällig. Für ein Exklusivinterview, das seine Anwältin für eine New Yorker Zeitung vereinbart hatte, ist er nun einen Tag lang mit dem Reporter „Schreiber“ und dessen Fotografen „Knipser“ unterwegs. Kreuz und quer fahren sie mit ihm durch das verschneite New York, wo sie chronologisch die Stationen seines früheren Lebens aufsuchen. Und Willie erinnert sich …

Der Autor J. R. (John Joseph) Moehringer wurde 1964 in New York City geboren. Nach seinem Studium an der Yale University arbeitet er als Reporter und Korrespondent für namhafte amerikanische Zeitungen. 2002 wurde er mit dem Pulitzer-Preis für Fachliteratur ausgezeichnet. 2005 schrieb er seinen ersten autobiographischen Roman „Tender Bar“, 2009 verfasste er zusammen mit Andre Agassi dessen Autobiographie „Open“. Die Originalausgabe des vorliegenden, teils biographischen, Romans erschien 2012 unter dem Titel „Sutton“. Titel und Cover der deutschsprachigen Ausgabe sind meiner Meinung nach völlig undpassend und nicht nur knapp, sondern weit am Inhalt vorbei.

Wie Moehringer bereits zu Anfang des Buches bemerkt, handelt es sich bei „Knapp am Herz vorbei“ nicht um eine reine Biographie, jedoch stimmt vieles aus Suttons Leben und einiges könnte so gewesen sein. Sutton lässt an diesem Weihnachtstag 1969, als er mit dem Reporter und dem Fotografen in New York unterwegs ist, seine Vergangenheit Revue passieren, und der Leser ist bei den wichtigsten Stationen seines Lebens dabei: Als Kind irischer Einwanderer wurde er 1901 in Brooklyn geboren, wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf, erlebte als Jugendlicher die Depression, fand keinen Job und lernte schon früh seine große Liebe Bess kennen. Es sind harte Zeiten, er möchte seinem Mädchen etwas bieten, aber Geld ist kaum vorhanden. So erfolgt dann zwangsläufig der erste Einbruch, die erste Verhaftung, die erste Gefängnisstrafe, der erste Ausbruch – eine Gangsterkarriere nahm seinen Lauf. Da seine Raubzüge stets gewaltlos abliefen, hatte er bald die Sympathien einer breiten Bevölkerungsschicht und erlangte eine fragwürdige Berühmtheit – er wurde zu einem amerikanischen „Hero“.

Auch der Autor war von Sutton fasziniert, seit er ein kleiner Junge war, er sah in ihm, laut eigener Aussage, einen modernen Robin Hood. Und auch ich bin beeindruckt, begeistert vom Schreibstil Moehringers, von seinen kurzen knappen, teils abgehackten Sätzen, die so gut zu der Geschichte passen. Kein Wort zu viel, trotzdem sehr eindringlich und berührend. Dass bei wörtlicher Rede die Kennzeichnung fehlt, merkt man alsbald nicht mehr. Aber man merkt, wie man von Sutton und dessen Lebenslauf gefesselt wird und wie man von diesem „Gentleman-Bankräuber“, der die Literatur liebt und gerne philosophiert, fasziniert ist. Man hofft für Sutton, dass alles gut ausgeht und ist erschüttert über die damaligen brutalen Methoden der amerikanischen Polizei und des Strafvollzugs, an denen sich bis heute wohl nicht viel geändert haben dürfte. Auch die Situation der New Yorker Bevölkerung, die während der Depression und Prohibition verzweifelt nach Arbeit und Auskommen sucht, wird eindringlich beschrieben und regt zum nachdenken an.

Fazit: Eine überaus interessante und informative „halbwahre“ Biographie über einen ungewöhnlichen Menschen seiner Zeit.

Die „echte“ Biographie über Willie Sutton ist im Internet auf der Website des FBI nachzulesen: https://www.fbi.gov/history/famous-cases/willie-sutton

Kommentieren0
97
Teilen
dominonas avatar

Rezension zu "Tender Bar" von J.R. Moehringer

ein Ort zu dem man immer wieder zurück kehrt
dominonavor 3 Jahren

Am Anfang dachte ich wirklich, der Autor wolle nur verschleiern, dass aus ihm ein Alkoholiker geworden ist, aber damit tut man dem Buch unrecht. Es beschreibt hauptsächlich ein Leben autobiographisch und streift aber so viele Bereiche des Lebens, dass ich oft genau wusste was er meint, obwohl mein Leben ganz anders verlaufen ist. Zwischendurch hat er mir die Männlichkeits-Schiene zu stark ausgewalzt, aber das Buch ist ebenso sympathisch wie der Schreibstil und ich wäre gerne im Dickens Gast gewesen.

Kommentieren0
3
Teilen
j125s avatar

Rezension zu "Knapp am Herz vorbei" von J.R. Moehringer

Nichtssagend
j125vor 3 Jahren

Inhalt:
Anfang des 20. Jahrhunderts wird William Sutton als Sohn irischer Einwanderer in New York geboren. Sein Leben ist geprägt von zwei älteren Brüdern die ihn schikanieren und misshandeln und von den diversen Bankenkrisen, aufgrund derer viele Leute arbeitslos sind und am Hungertuch nagen. Mit seinen Freunden Eddie und Happy dreht Willie „the Actor“ Sutton bald die ersten krummen Dinger und ziemlich schnell wird er Amerikas liebster und meistgesuchtester Bankräuber.

Meine Meinung:
Laut Vorwort des Autors, ist der Roman seine Vermutung dessen, was am Weihnachtsfeiertag 1969 geschah, als der echte William Sutton einen Tag mit zwei Journalisten verbrachte. Die Rahmenhandlung fand also tatsächlich so statt, aber wie es tatsächlich war weiß niemand. Genau das fand ich irgendwie faszinierend und ansprechend, weshalb ich das Buch unbedingt lesen wollte.

Zu Beginn habe ich mich geärgert, dass ich nicht die Leseprobe gelesen habe. Das Buch ist in der Gegenwart geschrieben und wörtliche Rede wird nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet. Beides mag ich nicht so. Ich konnte mich dann aber doch recht schnell daran gewöhnen, sodass ich flüssig lesen konnte.

Sutton besucht mit einem jungen Journalisten und einem permanent bekifften Fotografen wichtige Schauplätze seines Lebens. So erfährt man nach und nach Willies Lebensgeschichte und wie er zu so einem beliebten Bankräuber werden konnte. Mir war er leider so gar nicht sympathisch. Im Gegenteil, ich halte ihn für einen alten, von sich selbst überzeugten Knacki. Ins Gefängnis kam er nämlich immer nur durch die Fehler anderer und eigentlich gehört er da ja auch gar nicht hin, sondern die Banker. Wenn er Arbeit hätte, müsste er nicht rauben, aber er hat keine Arbeit, weil einfach jeder Arbeit sucht und alles nur wegen der Banken.

Im Nachhinein fällt mir auf, dass das meiste immer nach dem gleichen Muster abläuft. Es herrscht Depression, Sutton verliert seinen Job, lebt von seinen Ersparnissen, dann ist er vollkommen pleite, sucht und findet eine neue Masche an Geld zu kommen, lebt in Saus und Braus und wird gefasst.
Das Ende fand ich dann an einem Punkt sehr verwirrend und sonst wie das ganze Buch: Nichtssagend. Ich hab selten ein Buch gelesen, dass so wenig bei mir ausgelöst hat. Es gibt ja nicht mal etwas daran, das so schlecht ist, dass ich mich drüber aufregen könnte. Dieses Buch ist einfach… da.

Fazit:
Nichtssagendes Buch, an dessen Stil man sich erst gewöhnen muss.

Kommentieren0
1
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
DieBuchkolumnistins avatar

"Knapp am Herz vorbei" von J.R. Moehringer 

New York, Weihnachten 1969. Willie Sutton packt seine Bücher ein und räumt die Zelle. Endlich Freiheit. Nach siebzehn Jahren. Doch die Zeit hat ihre Bedeutung verloren. Mit einem Fotografen und einem Reporter fährt er durch das verschneite New York auf den Spuren seiner legendären Vergangenheit: Die Kindheit im irischen Viertel, der erste Raub, dann 200 Banküberfälle, ohne je einen einzigen Schuss abzufeuern - und immer wieder Bess, die ihm das Herz brach. Wie ein Puzzle setzt sich Seite für Seite Suttons Leben zusammen. Was dabei Wirklichkeit und was Erfindung war, werden wir nie erfahren. Aber was macht das schon, bei solch einer Geschichte ... (Leseprobe)

Willie Sutton ist so etwas wie eine kriminelle Legende in den USA. J.R. Moehringer hat sich nach seinem Weltbestseller "Tender Bar" wieder einem zutiefst amerikanischen Thema gewidmet und verbindet so die wahre und harte Geschichte mit seiner typisch bewegenden Erzählweise und nimmt uns mit auf eine Reise voller Spannung und Emotion. Zusammen mit dem Fischer Verlag suchen wir 25 Testleser, die "Knapp am Herz vorbei" bereits vor dem offiziellen Erscheinungstermin am 21. Februar lesen und rezensieren wollen! Bitte bewerbt Euch mit einem Kommentar bis einschliesslich 13.02.2013, warum Euch das Leben und Lieben von Willie Sutton so interessiert.
Hier gibt es weitere Hintergrundinformationen zu Willie Sutton: WillieSutton.com + Spiegel Online 


Autor J.R. Moehringer über seinen neuen Roman:

###YOUTUBE-ID=v8WwS5cc_5U###
Zur Leserunde

Community-Statistik

in 432 Bibliotheken

auf 35 Wunschlisten

von 10 Lesern aktuell gelesen

von 5 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks