Jaafar Abdul Karim

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Lebenslauf von Jaafar Abdul Karim

Vermittler zwischen den Welten: Jaafar Abdul Karim wurde 1981 im westafrikanischen Liberia als Sohn libanesischer Eltern geboren. Er wuchs im Libanon und in der Schweiz auf und lebt nach Studienjahren in Dresden, Lyon und London heute in Berlin. Abdul Karim arbeitet als Journalist, Blogger und Moderator. Dabei baut er Brücken zwischen der arabischen Welt und seiner heutigen deutschen Heimat. Als Redakteur von „Jugend ohne Grenzen“ produzierte er für die Deutsche Welle abwechselnd aktuelle Beiträge in Berlin und Kairo. Großer Beliebtheit erfreut sich die Talkshow „Shabab Talk“, die im arabischen Programm der Deutschen Welle ausgestrahlt wird und die Jaafar Abdul Karim bereits seit 2011 moderiert. Besonders wichtig wurde Abdul Karims Rolle als Vermittler zwischen Flüchtlingen und der deutschen Gesellschaft. So moderierte er auch ein Expertengespräch mit Bundespräsident Joachim Gauck zum Thema Integration und ging gemeinsam mit Dunja Hayali der Frage des Sexismus nach den Silvester-Ereignissen in Köln nach. Jaafar Abdul Karim wurde 2016 vom Medium Magazin zum Journalisten des Jahres (Kategorie Reporter) gewählt, wobei insbesondere seine Fähigkeit, authentische Diskussionen zwischen Menschen zu schaffen, gewürdigt wurde. In seinem ersten Buch „Fremde oder Freunde?“ (2018) gibt er viele Einblicke in diese ungewöhnlichen Begegnungen mit Menschen in Deutschland und Arabien.

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Fremde oder Freunde?

Fremde oder Freunde?

 (1)
Erschienen am 21.08.2018

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Rezension zu "Fremde oder Freunde?" von Jaafar Abdul Karim

Emanzipatorische Nebenwirkungen
jamal_tuschickvor 3 Monaten

Sie kommen aus Syrien nach Deutschland und noch bevor sie ausgepackt haben, engagieren sie einen Scheidungsanwalt. Sie trennen sich von Männern, die ihnen in Zwangsehen zugemutet wurden. Das berichtet Jaafar Abdul Karim in „Fremde oder Freunde?“. Den Titel unterschreibt: „Was die junge arabische Community denkt, fühlt und bewegt.“
Der Autor porträtiert Frauen, die sich ihrer Fesseln entledigen und die Werkzeuge der Befreiung in Facebook Gemeinschaften austauschen. Er beschreibt Emanzipationsschübe und Diskursverschiebungen als Migrationsfolge. Syrerinnen, die auf der Flucht vor dem Krieg in der Türkei als Kellnerinnen das Geld für die Weiterreise nach Westeuropa verdienten, wollen ihre auf die harte Tour gewonnenen Freiheitsgewinne nicht mehr in der Verhandlungsmasse eines Ehealltags untergehen lassen.
Natürlich ragen über den emanzipatorischen Nebenwirkungen von Flucht und Vertreibung Elendsmassive auf. Karim besteigt sie professionell. Er moderiert die mehrfach ausgezeichnete arabischsprachige DW-Sendung Shabab Talk, in der sich junge Leute mitteilen können und die schon für manchen Eklat gesorgt hat. Karim geht dahin, wo es wehtut, ohne seine Ängste zu verschweigen. In „Fremde oder Freunde?“ erzählt er noch einmal die Geschichte vom Arabischen Frühling, als via Facebook und Twitter die Zensur umgangen wurde und ein Rausch der Ermächtigung Millionen erfasste, die sich als eine Generation im Aufbruch erlebten. Man merkt Karims einladendem Schreibstil noch an, wie bewegungsorientiert und sozialmedial der Anfang war. Leute mitnehmen, ihnen eine Stimme geben und da, wo sie selbst sprechen wollen, ein Mikrofon: dieser Impetus spricht sich im Text aus.
„Die junge Generation ist voller Energie und Ambitionen und will etwas aus ihrem Leben machen. Was die Älteren nicht raffen, ist, dass sich die Jugend per Knopfdruck in andere Welten beamen und sich Zugang zu Informationen verschaffen kann.“
Inzwischen rangiert Karim als Mentor „der jungen Leute“, die ihn überall erkennen und für seinen Aufstieg mehr achten als für seine Ideen. In ihrer kritischen Bewunderung – „Jaafar, du gibst den Frauen zu viele Rechte“ - erkennt er seinen Auftrag. Karim macht keinen Hehl daraus, dass er sich den westlichen Werten verpflichtet fühlt. Er will nicht, dass ethnisch differente Gruppen in Deutschland nach ihren eigenen Rechtsbegriffen handeln und die Dinge „unter sich“ austragen. Er weiß aber, „dass die Angst vor dem Skandal diese Menschen beherrscht“. Schande wiegt schwerer als der Tod.
Dagegen geht der Journalist aufklärerisch vor. Doch findet auch seine Findigkeit keinen Dreh zum Glück mehr, wenn er irgendwo in Afrika einen Flüchtling aufgabelt, der drei Mal im Mittelmeer gekentert ist und nun das Geld für den vierten Versuch, nach Europa zu gelangen, auf die mühseligste Weise zusammenkratzt. Dabei ist ihm sonnenklar, dass er als asylunwürdiger Wirtschaftsflüchtling angesehen wird und ihm in der weißen Welt nur die Hinterzimmer der Illegalität nicht vollkommen verschlossen bleiben.      

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