Fremde oder Freunde?

von Jaafar Abdul Karim 
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Fremde oder Freunde?
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Brauchbarer Beitrag zur Migrationsdebatte.

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Inhaltsangabe zu "Fremde oder Freunde?"

Der mehrfach preisgekrönte Moderator und Deutsche Welle Reporter Jaafar Abdul Karim gilt als Vermittler zwischen der deutschen und der arabischen Community: politisch unabhängig, mutig und frei. In seinem ersten Buch erzählt er sehr persönlich von seinen Begegnungen, Erfahrungen und von Menschen, die er begleitet hat. Er vermittelt spannende und bislang unbekannte Einblicke in Themen, die die arabische (Flüchtlings-)Community in Deutschland und Arabien bewegen und berichtet u.a. von Polygamie in Deutschland, dem Kampf von mutigen Frauen und Homosexuellen für ihre Freiheit und ihre Rechte, aber auch vom schwierigen Ankommen der Geflüchteten in Deutschland und den Hürden der Integration, von kleinen Momenten des Glücks und großen Herausforderungen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499633904
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:21.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    jamal_tuschickvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Brauchbarer Beitrag zur Migrationsdebatte.
    Emanzipatorische Nebenwirkungen

    Sie kommen aus Syrien nach Deutschland und noch bevor sie ausgepackt haben, engagieren sie einen Scheidungsanwalt. Sie trennen sich von Männern, die ihnen in Zwangsehen zugemutet wurden. Das berichtet Jaafar Abdul Karim in „Fremde oder Freunde?“. Den Titel unterschreibt: „Was die junge arabische Community denkt, fühlt und bewegt.“
    Der Autor porträtiert Frauen, die sich ihrer Fesseln entledigen und die Werkzeuge der Befreiung in Facebook Gemeinschaften austauschen. Er beschreibt Emanzipationsschübe und Diskursverschiebungen als Migrationsfolge. Syrerinnen, die auf der Flucht vor dem Krieg in der Türkei als Kellnerinnen das Geld für die Weiterreise nach Westeuropa verdienten, wollen ihre auf die harte Tour gewonnenen Freiheitsgewinne nicht mehr in der Verhandlungsmasse eines Ehealltags untergehen lassen.
    Natürlich ragen über den emanzipatorischen Nebenwirkungen von Flucht und Vertreibung Elendsmassive auf. Karim besteigt sie professionell. Er moderiert die mehrfach ausgezeichnete arabischsprachige DW-Sendung Shabab Talk, in der sich junge Leute mitteilen können und die schon für manchen Eklat gesorgt hat. Karim geht dahin, wo es wehtut, ohne seine Ängste zu verschweigen. In „Fremde oder Freunde?“ erzählt er noch einmal die Geschichte vom Arabischen Frühling, als via Facebook und Twitter die Zensur umgangen wurde und ein Rausch der Ermächtigung Millionen erfasste, die sich als eine Generation im Aufbruch erlebten. Man merkt Karims einladendem Schreibstil noch an, wie bewegungsorientiert und sozialmedial der Anfang war. Leute mitnehmen, ihnen eine Stimme geben und da, wo sie selbst sprechen wollen, ein Mikrofon: dieser Impetus spricht sich im Text aus.
    „Die junge Generation ist voller Energie und Ambitionen und will etwas aus ihrem Leben machen. Was die Älteren nicht raffen, ist, dass sich die Jugend per Knopfdruck in andere Welten beamen und sich Zugang zu Informationen verschaffen kann.“
    Inzwischen rangiert Karim als Mentor „der jungen Leute“, die ihn überall erkennen und für seinen Aufstieg mehr achten als für seine Ideen. In ihrer kritischen Bewunderung – „Jaafar, du gibst den Frauen zu viele Rechte“ - erkennt er seinen Auftrag. Karim macht keinen Hehl daraus, dass er sich den westlichen Werten verpflichtet fühlt. Er will nicht, dass ethnisch differente Gruppen in Deutschland nach ihren eigenen Rechtsbegriffen handeln und die Dinge „unter sich“ austragen. Er weiß aber, „dass die Angst vor dem Skandal diese Menschen beherrscht“. Schande wiegt schwerer als der Tod.
    Dagegen geht der Journalist aufklärerisch vor. Doch findet auch seine Findigkeit keinen Dreh zum Glück mehr, wenn er irgendwo in Afrika einen Flüchtling aufgabelt, der drei Mal im Mittelmeer gekentert ist und nun das Geld für den vierten Versuch, nach Europa zu gelangen, auf die mühseligste Weise zusammenkratzt. Dabei ist ihm sonnenklar, dass er als asylunwürdiger Wirtschaftsflüchtling angesehen wird und ihm in der weißen Welt nur die Hinterzimmer der Illegalität nicht vollkommen verschlossen bleiben.      

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    Jaafar Abdul Karim ist ein Star, aber einer ohne Kult.

    Ein neues TV-Gesicht – und eines, das man sich merken sollte.

    Shababtalk gibt der arabischen Jugend eine Stimme.

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