Jaap Robben

 4.3 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Birk, Die Sauerdropse und weiteren Büchern.
Jaap Robben

Lebenslauf von Jaap Robben

Jaap Robben, geboren 1984, studierte Umweltkunde und machte eine Ausbildung am Theater. Er war Stadtdichter von Nimwegen und tritt heute regelmäßig als Theatermacher auf. Seit 2000 schreibt er Gedichte und Kurzgeschichten für Kinder und Erwachsene. Seine Gedichte wurden in mehrere Sprachen übersetzt. „Die Sauerdropse“ wurde 2011 in die White Ravens der Internationalen Jugendbibliothek aufgenommen.

Alle Bücher von Jaap Robben

Birk

Birk

 (26)
Erschienen am 15.08.2016
Die Sauerdropse

Die Sauerdropse

 (2)
Erschienen am 08.01.2013
Josefina

Josefina

 (1)
Erschienen am 01.09.2015
Birk / druk 1

Birk / druk 1

 (0)
Erschienen am 09.03.2015

Neue Rezensionen zu Jaap Robben

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Babschas avatar

Rezension zu "Birk" von Jaap Robben

Schrecken auf Lummerland
Babschavor einem Jahr


Verstört stürzt der neunjährige Mikael Hammerman zu seiner Mutter in die Küche und berichtet, dass sein Vater Birk, mit dem er zusammen am Strand war, plötzlich unter Wasser verschwunden und nicht wieder aufgetaucht sei. Eine sofortige Suchaktion unter Einbindung der Küstenwache bleibt genau so erfolglos wie die halbherzigen Versuche in den Folgewochen, noch irgendeine Spur von ihm zu finden. Zwangsläufig aber geht das Leben weiter auf der winzigen namenlosen Insel zwischen Schottland und Norwegen, auf der neben dem Jungen und seiner Mutter nur noch der herunter gekommene Fischer Karl lebt. Nach einigen Wochen offenbart Mikael seiner Mutter dann endlich, was wirklich dort am Strand passiert ist. Danach ist zwischen Mutter und Sohn nichts mehr so, wie es war. Quälende Jahre vergehen in der Einöde des selbstgewählten Inselexils und die mentalen Entwicklungen aller Beteiligten steuern Richtung Apokalypse.



Eine Geschichte mit viel Potential, deren schriftstellerische Intensität und Dringlichkeit sich aber leider nach einem starken Auftakt zunehmend verliert und irgendwie abdriftet in Wiederholungen, Beliebigkeiten und Beiläufigkeiten. Dies gilt insbesondere für die Metamorphose von Dora, die auf so schreckliche Weise ihren Mann verliert. Hier hätte der Autor noch viel tiefer in deren Kopf einsteigen und den Leser an ihrer Verwandlung teilhaben lassen müssen. Zu vieles bleibt unklar und banal und der Deutung des Lesers überlassen. Generell ist das ja gut, hier aber hätte man abgeholt, mitgerissen werden wollen in die Dynamik schwarzschäumender Gedankenfluten. Stattdessen Ebbe und unbekannte Wasser.

Natürlich ist zuletzt alles nachvollziehbar und halbwegs logisch, aber das hätte man auch ganz anders erzählen können (oder sollen). Für mich damit insgesamt eine ziemliche Enttäuschung und nur Mittelmaß.

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pardens avatar

Rezension zu "Birk" von Jaap Robben

Keine Inselidylle...
pardenvor 2 Jahren

KEINE INSELIDYLLE...

Auf einer kleinen Insel zwischen Schottland und Norwegen stehen drei Häuser. Eines davon verfällt zusehends, da dessen letzte Bewohnerin bereits vor einiger Zeit verstorben ist. In den beiden anderen Häusern leben zum einen der dicke Fischer Karl und zum anderen der 9jährige Mikael mit seinen Eltern. Doch eines Tages ist der Vater des Jungen verschwunden.

Davongeschwommen sei er, erzählt Mikael seiner Mutter, unter Wasser sei er geschwommen. Eine groß angelegte Suchaktion verläuft ergebnislos, der Vater bleibt verschwunden - ertrunken. Zurück bleiben drei Menschen in größter Einsamkeit.


„Papa nannte sie nie wieder ‚Papa‘, sondern nur noch ‚Birk‘. Ihren Birk, um mich spüren zu lassen, dass die Schuld auf meiner Seite war und der Kummer auf ihrer. Näher als zwei Tischkanten kamen wir uns nicht mehr.“  (S. 77)       


Schuld. Verzweiflung. Sehnsucht. Fortan lebt der kleine Mikael in einem Kokon der Lieblosigkeit, meist allein mit sich und seinen Gedanken, die Mutter unerreichbar, die mit dem Verlust ihres Mannes einfach nicht fertig wird und ihrem Sohn daran die Schuld gibt - und ihn dies auch spüren lässt. Auch schon vor Birks Tod war der Umgang mit der Mutter nicht unkompliziert, doch der Vater wusste sie stets zu besänftigen.


"Wenn Mama fand, Papa hätte etwas gutzumachen, suchte er (...) nach einem Geschenk für sie. Was genau er falsch gemacht hatte, sagte sie ihm aber nie." (S. 39)


Überhaupt war der Vater derjenige, der durch seine liebevolle Art das empfindliche Gleichgewicht zwischen den Menschen auf der nahezu isolierten Insel im Lot hielt. Seit seinem Tod gerät dieses Gleichgewicht zunehmend in Schieflage. Sechs Jahre seit dem Unglück umfasst die Erzählung, und Mikaels Heranreifen gestaltet die Situation auf der Insel nicht leichter. Er wird seinem Vater immer ähnlicher, und in der Wahrnehmung der Mutter verschwimmen die Grenzen zwischen dem Vater und seinem Sohn immer mehr.


"Ich trockne ab, genau wie sie es am liebsten hat. Erst die Gläser, dann die Teller und zum Schluss die Töpfe. Die Gläser und das Besteck (...) halte ich noch einmal besonders lange ins Spülwasser, damit sie aus Versehen meine Hand berühren könnte." (S. 210)


Aus der Sicht zunächst des kleinen Jungen, später des Jugendlichen, werden die dramatischen Geschehnisse auf der Insel erzählt. Im Kontrast zu dem einfachen und klaren, fast nüchternen Schreibstil steht die Schwere des Inhalts, die düstere Stimmung. Kurz gehalten sind die Kapitel, vieles schwingt zwischen den Zeilen mit und ist beklemmender oft als das Geschriebene selbst.

Die Dramatik wird durch eine in die Erzählung verschlungene Parabel um ein Möwenjunges nocht verstärkt. Mikael findet dieses Junge mit dessen Mutter in dem verfallenden Haus auf der Insel und schaut ihm beim Wachsen zu. Und doch ist ihm klar, an welch seidenem Faden das Leben der kleinen Möwe hängt. Diese Parabel weist eine bedrückende Parallelität zu den Geschehnissen auf der Insel auf und verdeutlicht in ihrer Symbolhaftigkeit die sich zuspitzenden Ereignisse auf der kleinen, abgeschiedenen Insel.

Keine Inselidylle hat Jaap Robben hier geschaffen, sondern ein beeindruckendes Kammerspiel des Grauens - von Menschen, die Gefahr laufen, selbst zu Inseln zu werden. Eine Erzählung mit Nachhall...


© Parden 

Kommentare: 11
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Federfees avatar

Rezension zu "Birk" von Jaap Robben

Beklemmender Roman über ein seltsames Mutter-Sohn-Verhältnis
Federfeevor 2 Jahren

Eine einsame kleine Insel, auf der nur der Fischer Karl lebt und eine Familie: Vater Birk, die Mutter und Sohn Mikael. Eines Tages verschwindet Birk im Meer. Erst nach und nach kommt heraus, warum sich der kleine Sohn Mikael am Tod seines Vaters die Schuld gibt. Er meint, seinen Vater noch überall zu sehen und auch die Mutter will den Tod ihres Ehemannes nicht wahr haben.

Während Mikael heranwächst, nehmen die seltsamen Szenen zu und am – offenen – Ende wird dem Leser klar, warum der Roman 'Birk' heißt.

Eine einfühlsam geschriebene Geschichte über ein unnormales, zerstörerisches Mutter-Sohn-Verhältnis

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Gespräche aus der Community

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dreamlady66s avatar
https://www.lovelybooks.de/autor/Jaap-Robben/Birk-1241419926-w/

Hi all,
bin inzwischen wieder aus dem Urlaub zurück und es geht jetzt weiter mit meinen wöchentlichen Buchverlosungen.
Ich akzeptiere nur Bewerbungen aus dem Inland mit mindestens 3 Rezensionen sowie einem ausgefüllten Profil, bitte beachten.

Freue mich auf Eure Bewerbungen.
Bitte teilt mir mit, warum Euch gerade das Buch so interessiert.
Eine spätere Rezi ist Pflicht.
Viel Glück!
Zur Buchverlosung

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