Jaap Robben Birk

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Inhaltsangabe zu „Birk“ von Jaap Robben

Auf einer abgelegenen Nordseeinsel lebt der neunjährige Mikael mit seinen Eltern. Eines Tages bricht das Schicksal in diese Abgeschiedenheit ein: Birk, der Vater, ertrinkt unter tragischen Umständen im Meer – bei dem Felsen, von dem Mikael eigentlich »nie-nie-nie, schau mich an« runterspringen darf. Mikael kehrt nach Hause zurück und verschweigt seiner Mutter, was genau passiert ist. Verschweigt, dass Birk in den Fluten verschwand. Behauptet, der Vater sei einfach weggeschwommen. Die Mutter setzt eine großangelegte Suchaktion in Gang, doch Birk bleibt unauffindbar. Mikael, geplagt von Schuldgefühlen, zieht sich immer weiter in seine eigene Welt zurück. Und seine Mutter beginnt langsam, aber unaufhaltsam, psychische Gewalt auszuüben. Sucht sie in ihrem Sohn einen Ersatz für den verlorenen Ehemann? Will sie Mikael für den Verlust bestrafen? Existenzielle Fragen, die in einen dramatischen Schluss münden ... Sensationelles Debüt: ausgezeichnet mit dem Preis der niederländischen Buchhändler für das beste Buch des Jahres.

Für seinen Debütroman erhielt Robben m.E. zurecht den Preis der niederländischen Buchhändler für das beste Buch des Jahres...

— LitteraeArtesque
LitteraeArtesque

Keine Inselidylle, sondern ein beeindruckendes Kammerspiel des Grauens - von Menschen, die Gefahr laufen, selbst zu Inseln zu werden...

— parden
parden

Beklemmendes Inselfeeling...Robben rockt!

— dreamlady66
dreamlady66

Erschreckend, beklemmend!

— Nelebooks
Nelebooks

düster, beklemmend, doch logisch und fesselnd erzählt. Drei Menschen, eine einsam gelegenen Insel und die dramatischen Folgen.

— vielleser18
vielleser18

Eine heftige Geschichte über Verlust, Einsamkeit und Hilflosigkeit - rau, aber eindringlich und konsequent erzählt!

— miro76
miro76

Der bleiche Fleck unter Wasser, der Mikaels Leben noch schlimmer macht

— X-tine
X-tine

Beklemmend, verstörend, aufrüttelnd. Fast unerträglich, trotzdem mit einem starken Sog.

— Gruenente
Gruenente

sehr beklemmend, psychologisch hochinteressant, stilistisch sehr gut. Empfehlenswert,aber man sollte wissen worauf man sich einlässt.

— Gwendolina
Gwendolina

Ein hervorragendes Stück Literatur, das thematisch nicht gefallen kann, den Leser aber mitnimmt und berührt.

— leselea
leselea

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  • Keine Inselidylle...

    Birk
    parden

    parden

    10. February 2017 um 18:46

    KEINE INSELIDYLLE... Auf einer kleinen Insel zwischen Schottland und Norwegen stehen drei Häuser. Eines davon verfällt zusehends, da dessen letzte Bewohnerin bereits vor einiger Zeit verstorben ist. In den beiden anderen Häusern leben zum einen der dicke Fischer Karl und zum anderen der 9jährige Mikael mit seinen Eltern. Doch eines Tages ist der Vater des Jungen verschwunden. Davongeschwommen sei er, erzählt Mikael seiner Mutter, unter Wasser sei er geschwommen. Eine groß angelegte Suchaktion verläuft ergebnislos, der Vater bleibt verschwunden - ertrunken. Zurück bleiben drei Menschen in größter Einsamkeit. „Papa nannte sie nie wieder ‚Papa‘, sondern nur noch ‚Birk‘. Ihren Birk, um mich spüren zu lassen, dass die Schuld auf meiner Seite war und der Kummer auf ihrer. Näher als zwei Tischkanten kamen wir uns nicht mehr.“  (S. 77)        Schuld. Verzweiflung. Sehnsucht. Fortan lebt der kleine Mikael in einem Kokon der Lieblosigkeit, meist allein mit sich und seinen Gedanken, die Mutter unerreichbar, die mit dem Verlust ihres Mannes einfach nicht fertig wird und ihrem Sohn daran die Schuld gibt - und ihn dies auch spüren lässt. Auch schon vor Birks Tod war der Umgang mit der Mutter nicht unkompliziert, doch der Vater wusste sie stets zu besänftigen. "Wenn Mama fand, Papa hätte etwas gutzumachen, suchte er (...) nach einem Geschenk für sie. Was genau er falsch gemacht hatte, sagte sie ihm aber nie." (S. 39) Überhaupt war der Vater derjenige, der durch seine liebevolle Art das empfindliche Gleichgewicht zwischen den Menschen auf der nahezu isolierten Insel im Lot hielt. Seit seinem Tod gerät dieses Gleichgewicht zunehmend in Schieflage. Sechs Jahre seit dem Unglück umfasst die Erzählung, und Mikaels Heranreifen gestaltet die Situation auf der Insel nicht leichter. Er wird seinem Vater immer ähnlicher, und in der Wahrnehmung der Mutter verschwimmen die Grenzen zwischen dem Vater und seinem Sohn immer mehr. "Ich trockne ab, genau wie sie es am liebsten hat. Erst die Gläser, dann die Teller und zum Schluss die Töpfe. Die Gläser und das Besteck (...) halte ich noch einmal besonders lange ins Spülwasser, damit sie aus Versehen meine Hand berühren könnte." (S. 210) Aus der Sicht zunächst des kleinen Jungen, später des Jugendlichen, werden die dramatischen Geschehnisse auf der Insel erzählt. Im Kontrast zu dem einfachen und klaren, fast nüchternen Schreibstil steht die Schwere des Inhalts, die düstere Stimmung. Kurz gehalten sind die Kapitel, vieles schwingt zwischen den Zeilen mit und ist beklemmender oft als das Geschriebene selbst. Die Dramatik wird durch eine in die Erzählung verschlungene Parabel um ein Möwenjunges nocht verstärkt. Mikael findet dieses Junge mit dessen Mutter in dem verfallenden Haus auf der Insel und schaut ihm beim Wachsen zu. Und doch ist ihm klar, an welch seidenem Faden das Leben der kleinen Möwe hängt. Diese Parabel weist eine bedrückende Parallelität zu den Geschehnissen auf der Insel auf und verdeutlicht in ihrer Symbolhaftigkeit die sich zuspitzenden Ereignisse auf der kleinen, abgeschiedenen Insel. Keine Inselidylle hat Jaap Robben hier geschaffen, sondern ein beeindruckendes Kammerspiel des Grauens - von Menschen, die Gefahr laufen, selbst zu Inseln zu werden. Eine Erzählung mit Nachhall... © Parden 

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    • 12
  • Beklemmender Roman über ein seltsames Mutter-Sohn-Verhältnis

    Birk
    Federfee

    Federfee

    09. November 2016 um 16:20

    Eine einsame kleine Insel, auf der nur der Fischer Karl lebt und eine Familie: Vater Birk, die Mutter und Sohn Mikael. Eines Tages verschwindet Birk im Meer. Erst nach und nach kommt heraus, warum sich der kleine Sohn Mikael am Tod seines Vaters die Schuld gibt. Er meint, seinen Vater noch überall zu sehen und auch die Mutter will den Tod ihres Ehemannes nicht wahr haben.Während Mikael heranwächst, nehmen die seltsamen Szenen zu und am – offenen – Ende wird dem Leser klar, warum der Roman 'Birk' heißt.Eine einfühlsam geschriebene Geschichte über ein unnormales, zerstörerisches Mutter-Sohn-Verhältnis

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  • Sehr düster und beklemmend, aber auch tiefe psychologische Einblicke

    Birk
    anushka

    anushka

    29. October 2016 um 23:34

    Mikael Hammerman lebt mit seinen Eltern auf einer abgelegenen Insel in der Nordsee. Als er 9 Jahre alt ist, wird er Zeuge wie sein Vater ertrinkt. Doch das verschweigt er seiner Mutter, die eine große Suche organisiert. Mikael wird von Schuldgefühlen geplagt, während seine Mutter psychisch immer übergriffiger wird. Birk ist der Name von Mikaels Vater, um den nach dem Ertrinken alles kreist. Mikael flüchtet sich in Halluzinationen und Bilder vom ihm, während die Mutter Mikael immer öfter für Birk hält. Die Stimmung in diesem Roman ist bedrückend und düster. Auf der Insel leben nun mehr 3 Menschen, die selten Kontakt zu anderen haben. Mikael hätte auch so keine normale Kindheit gehabt, aber so ist er nun auch noch der psychischen Gewalt seiner Mutter wehrlos ausgesetzt und die Situation wird auch beim Lesen immer unerträglicher. Und gleichzeitig möchte man wissen, wie es mit Mikael weitergeht und ob er sich letztlich befreien kann. Dabei ist die Entwicklung auch auf diesen eher wenigen Seiten schleichend und glaubhaft. Die Geschichte ist ein eindringliches Psychogramm der einzelnen, verbliebenen Inselbewohner und dessen, was Einsamkeit und Trauer auslösen können.Der Schreibstil ist flüssig, aber auch poetisch. Der Autor kann mit kurzen Kapiteln und knappen Darstellungen sehr viel vermitteln. Besonders gut hat mir das Gleichnis am Ende und überhaupt das Ende gefallen, das noch einmal sehr viel Symbolik beinhaltete."Birk" ist nicht das, was man als schönes Buch bezeichnen würde, aber es ist eindringlich, führt in die menschlichen Abgründe und macht diese greifbar. Trotz des ernsten, deprimierenden Themas und der durchgängig bedrückenden Stimmung kann ich das Buch einfach nur als genial bezeichnen. So etwas habe ich selten gelesen.

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  • Leserunde zu "Birk" von Jaap Robben

    Birk
    ars-vivendi-Verlag

    ars-vivendi-Verlag


    • 283
  • Beklemmendes Inselfeeling...Robben rockt!

    Birk
    dreamlady66

    dreamlady66

    20. October 2016 um 18:31

    BIRK - ein Roman von Jaap Robben mit 243 Seiten sowie 55 teilweise recht kurzknappen Kapiteln Das Cover in weiß/blau als Himmel mit einer fliegenden Möwe wirkt vielversprechend, gar schon idyllisch... Zum Inhalt: Auf einer abgeschiedenen Nordseeinsel lebt ein kleiner Junge namens Mikael mit seinen Eltern. Es gibt nur noch einen Nachbarn namens Karl. Eines Tages verschwindet Mikaels Vater unter mysteriösen Umständen, indem er vor den Augen seines kleines Sohnes ertrinkt. Der kleine Sohn kann ihm nicht helfen. Er steht unter Schock und glaubt, dass er daran Schuld sei. Mikael vermisst seinen Vater sehr und leidet unter Einsamkeit. Seine Mutter ist ihm keine Hilfe und Freunde hat er ja keine. Auch der Nachbar Karl kann nicht helfen. Als die Einsamkeit immer noch grösser wird, findet Mikael eine kleine Möwe, die er versucht aufzuziehen. Fazit: Der Autor Jaap Robben schafft es, den Leser für die einsame Insel zu begeistern. Bei nur 4 Protagonisten gelingt es ihm, eine tolle Spannung aufzubauen. Mikael ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen, weil er auf so Vieles aus dem Leben verzichten muss. Seine Mutter handelt unverantwortlich, weil Mikael keine Schulausbildung erhält. Was soll später mal aus ihm werden? Die Geschichte ist traurig, aber lesenswert, gar fasselnd und regt den Leser zum Nachdenken an...ganz grosses Kino!

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  • Unglaublich gut getroffene Schilderungen

    Birk
    hundeliebhaber

    hundeliebhaber

    17. October 2016 um 20:13

    Der neunjährige Mikael lebt mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel in der Nordsee. Der einzige andere Bewohner ist Nachbar Karl. Eines Tages kommt Mikael abends ohne seinen Vater zurück nach Hause. Seiner Mutter Dora erzählt er, dieser sei weggeschwommen. Tatsächlich ist er unter Umständen, wegen denen sich Mikael schuldig fühlt, ertrunken - seine Leiche bleibt unauffindbar.Jaap Robben beschreibt, wie sich die beiden Menschen auf ihre eigene Art abschotten. Mikael zieht sich in seine eigene Welt zurück, findet Dinge, mit denen er sich beschäftigen kann und die ihm in gewisser Weise halt geben. Dora kann den Tod ihres Ehemannes nicht verkraften und übt psychische Gewalt gegenüber Mikael aus. Der Autor versteht es, die Rollenentwicklung, die stattfindet, implizit zu veranschaulichen. Alle Prozesse werden deskriptiv behandelt, die Rückschlüsse zieht der Leser. Die sechs auf den Unfall folgenden Jahre werden in kurzen Kapiteln erzählt. Die Entwicklung scheint von Beginn an negativ, was durch Robbens Schreibstil untermalt wird. Er nutzt viele Metaphern, Vergleiche und parallele Ebenen, die das Geschehen auf verschiedene Weisen verständlich und nachvollziehbar machen. Auf Mitleid oder Trauer wird nicht gepocht. Der Roman erscheint als Schilderung der Entwicklungen zweier Persönlichkeiten, die unabhängig voneinander sein wollen, gleichzeitig jedoch in einem starken Abhängigkeitsverhältnis stehen, was von den äußeren Umständen unterstützt wird. Beide sind auf der Suche nach Liebe, Halt und Zuversicht, und können nicht auf Anhieb finden, was sie brauchen.Jaap Robben hat hier einen Roman geschrieben, der nicht beschönigt und so unter die Haut geht.

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  • Birk / Mikael

    Birk
    Nelebooks

    Nelebooks

    16. October 2016 um 13:58

    Allgemein: Das Cover ist recht schlicht, aber "stille Wasser sind tief"! Der Schreibstil ist schonungslos.Meinung: Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen. Es ist sehr erschreckend, heftig, hoffnungslos, negativ, frustrierend, verstörend und traurig. Der recht distanzierte Schreibstil ermöglicht dem Leser jedoch, nicht zu emotional zu werden. Einiges wird offen gelassen, was die Phantasie anregt. Trotz dieser negativen Gefühle, konnte ich das Buch schwer wieder aus der Hand legen. Auch wenn es sehr gut geschrieben ist und ich es immer weiterlesen musste, hat es mich verstört und ich wollte es nicht noch einmal lesen oder jemandem empfehlen.Fazit: Ein wirklich trauriges erschreckendes Buch, das man auf jeden Fall nicht heranziehen sollte, wenn man sich aufheitern möchte.(c) Nelebooks

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  • Trauer, Schuld, Einsamkeit

    Birk
    Gwendolina

    Gwendolina

    12. October 2016 um 21:15

    Einen geliebten Mensch zu verlieren ist nie einfach, wenn dies aber in einem Umfeld völliger Isolation ohne sozialen Rückhalt geschieht, ist es nicht ertragbar. Diese Situation haben wir als auf einer einsamen abgelegen Nordseeinsel mit nur zwei bewohnten Häusern der Vater des 9jährigen Mikaels unter tragischen Umständen vor dessen Augen ertrinkt. Der Junge steht unter Schock und kämpft mit einer selbstauferlegten Schuld, für den Unfall verantwortlich zu sein. Trauer und Einsamkeit bestimmen das Leben von Mikael. Seine Mutter ist keine Hilfe, sie selbst driftet in Ihrer Trauer im Laufe der Zeit immer mehr in ihre eigene Welt ab und schwenkt ständig zwischen Schuldzuweisung, Klammern und völliger Introvertiertheit hin und her. Die Jahre ziehen ins Land ohne wirklichen Kontakt zur Außenwelt und die Schnur rund um die Zurückgebliebenen zieht sich immer fester zusammen und mündet in einer unerträglichen Enge. Mutter und Sohn verlieren sich immer mehr ineinander, eine Person wird immer präsenter immer stärker der Vater, der Ehemann, den beide verloren haben, Birk. Ein Buch das mich mitgenommen, aber nicht emotional berührt hat. Nicht weil es nicht tragisch ist, aber weil ich mich selbst schon vor dem Lesen des Buches abgehärtet habe, zumindest so gut es ging. Hinzukommt, dass der Autor Jaap Robben sicherlich bewusst einen sehr sachlichen Ton gewählt hat, um eine Distanz zu schaffen, diese hat mir persönlich geholfen, das Buch in seinen Stärken anzunehmen, es bewusst zu lesen, aber mich nicht darin zu verlieren. Robben lässt vieles ungesagt, deutet an, baut die Geschichte langsam auf und treibt den Leser zu Spekulationen an. Der Roman ist düster, eindringlich und es ist geradezu schmerzhaft, wie der Leser die Protagonisten unaufhaltsam bis zu deren persönlichen Abgründen begleitet. Es ist schon eine Zeit her, dass ich das Buch gelesen habe, aber es lässt mich nicht los und ich muss sagen trotz des schweren Themas, bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Das Buch hat mich aufgrund des sprachlich hohen Niveaus und der psychologischen Tiefe völlig überzeugt. Aber man muss wissen worauf man sich einlässt, da es thematisch sehr schwere Kost ist.

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  • Düster und beklemmend, aber fesselnd erzählt

    Birk
    vielleser18

    vielleser18

    12. October 2016 um 06:13

    Birk ist keine einfache Geschichte. Jaap Robben erzählt uns die Geschichte aus Sicht des anfangs 9jährigen Mikael, der mit Mutter und Vater und dem Nachbarn Karl auf einer einsam gelegenen und rauen Insel zwischen Norwegen und Schottland wohnt. Als sein Vater eines Tages, als er mit Mikael unterwegs ist, im Meer verschwindet, schweigt Mikael anfangs. Erst nach und nach rückt er mit der Wahrheit heraus. Fortan wird die Beziehung im Laufe der Jahre zwischen den beiden durch Schuld und Verlust immer weiter strapaziert. HInzu kommt die Isolation, die kaum nennenswerten Kontakte, in den nächsten Jahren. Schließlich spitzt sich die Situation zu. Es ist kein dickes Buch, Es sind knapp 240 Seiten, noch nicht mal immer jede Seite voll bedruckt. Viele kurze Kapitel. Dennoch wird soviel gesagt, soviel beschrieben, dass es unter die Haut geht. So viel Stoff, den der Leser gedanklich und vor allem aber auch auf der Gefühlsebene verarbeiten muss. Der Autor Jaap Robben hat es gekonnt geschafft, diese Geschichte aus Sicht des Heranwachsenden zu schreiben. Es ist eine verstörende, düstere, beklemmende Geschichte, dennoch aber auch fesselnd in seiner Entwicklung der Charaktere, es ist wie ein Sog, der den Leser beim Lesen nicht mehr loslässt. Spannend geschrieben mit manchmal knappen Sätzen kann der Autor soviel ausdrücken, mit diesen wenigen Seiten so viel Geschichte erzählen, so viel Kopfkino erschaffen. Wahnsinn. Beeindruckend. Es ist keine leichte Lektüre. Die Verlauf der sich verändernden Mutter-Sohn-Beziehung über ca. 6 Jahren beschrieben. Tiefgründig, erschreckend, entsetzt gefesselt, so empfinde ich es. Und doch - es ist nichts abgedrehtes, nichts, was nicht genauso hätte passieren können. Eingebettet in Mikaels Geschichte ist eine Parabel-Geschichte über ein Möwenjunges, dass Mikael aufzuziehen versucht, eingesperrt in dem leeren Haus einer verstorbenen Nachbarin. Auch Mikael lebt wie eingesperrt, er lebt von der normalen Zivilisation isoliert. Nur er und seine Mutter und der brummige, auch nicht alltägliche Nachbar Karl. Die Folgen dieser Isolation werden hier eindrucksvoll geschildert. Fazit: Was Einsamkeit, Schuld und Trauer auslösen können. Jaap Robben hat eindrucksvoll eine zutiefst verstörende, dennoch sehr gut erzählte Geschichte geschrieben, die einen lange nicht loslässt.

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    • 7
  • Verstörend, aber gut

    Birk
    Thala

    Thala

    11. October 2016 um 21:09

    Zum Inhalt: Der kleine Mikael lebt mit seinen Eltern auf einer abgeschiedenen Nordseeinsel irgendwo im Nirgendwo. Außer ihnen wohnt nur ein einziger Nachbar namens Karl auf der Insel. Eines Tages verschwindet Mikaels Vater Birk auf unerklärliche Weise. Seine Leiche wird nie gefunden, obwohl vermutet wird, dass er im Meer ertrunken ist. Mikael wird immer älter und sehnt sich nach seinem Vater. Genauso geht es seiner Mutter, die aus nicht weiter benannten Gründen bevorzugt, weiter auf der Insel zu leben. Mit der Zeit wird Mikael seinem Vater Birk immer ähnlicher. Er hat keinerlei Freunde in seinem Alter, da es außer ihm keine weiteren Jugendlichen auf der Insel gibt und seine Mutter ihm die Fahrt zur nächsten großen Stadt verbietet. Er freundet sich also mit einer kleinen Möwe an, die er in einem verlassenem Haus findet. Auch seiner Mutter fällt Mikaels äußere Ähnlichkeit mit seinem Vater auf und nach und nach scheint sie zu verdrängen, dass es sich bei Mikael um ihren Sohn und nicht um ihren Ehemann handelt... Meine Meinung: Dieses Buch hat mich voll und ganz in seinen Bann gezogen. Es gibt nur wenige Schauplätze und nur 4 Personen in dem Buch und trotzdem schafft der Autor, Spannung aufzubauen und keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ich habe mit Mikael mitgefiebert, ihm eine normale Jugend gewünscht, mit anderen Jugendlichen zur Schule gehen zu dürfen. Doch Pustekuchen. Mikael wird alles entzogen, was ein Kind zum Wachsen braucht. Wäre er eine Pflanze, wäre er schon längst vertrocknet. "Birk" liest sich wie ein literarisches Experiment mit ungewissem Ende. Mehr davon! Fazit: Ein ungewöhnliches, fesselndes Debüt, dass mich ganz und gar mitgenommen hat.

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  • düster, rau und eindringlich

    Birk
    miro76

    miro76

    05. October 2016 um 21:19

    Birk verschwindet im Meer. Sein Sohn Mikael hat es beobachtet, verschweigt es aber zunächst. Als die Suche nach Birk erfolglos bleibt, beginnt die Mutter ihrem Sohn die Schuld zu geben. „Papa nannte sie nie wieder ‚Papa‘, sondern nur noch ‚Birk‘. Ihren Birk, um mich spüren zu lassen, dass die Schuld auf meiner Seite war und der Kummer auf ihrer.“                                      (S. 77) Sie leben auf einer kargen, einsamen Insel. Es gibt drei Häuser und drei Leute. Eines der Häuser steht leer, seit ihre Bewohnerin verstorben ist. In einem lebt Mikael mit seiner Mutter Dora und im anderen ihr Nachbar Karl, ein Fischer. Mikael hat die Insel noch kaum verlassen. Er wurde zuhause von seinem Vater unterrichtet. Jetzt muss er seine Schulaufgaben allein bewältigen. Und allein ist Mikael fast immer. „Mit der Zeit wurde Mama richtig gut im Schweigen. Ich war es schon.“                              (S. 81) Während Mikael langsam heranreift, verliert sich seine Mutter immer mehr in ihrer Einsamkeit und Trauer. Mikael wird Birk immer ähnlicher und in Doras Wahrnehmung beginnen die Grenzen zwischen ihren beiden Männern zu verschwimmen. Mikael kämpft dagegen an, hält an seiner Persönlichkeit fest, doch kann er diesen Kampf gewinnen? Schonungslos lässt uns Jaap Robben in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Niemand ist eine Insel sagte einst John Donne. Aber was passiert, wenn jemand zur Insel wird, weil Einsamkeit und Trauer einen festen Griff haben und nicht so leicht loslassen. Was passiert, wenn man gezwungen wird, das Ich aufzugeben und zu einem Stellvertreter zu werden.Gefangen zwischen Mutterliebe und Selbstliebe versucht sich Mikael ein Leben aufzubauen, aber der Autor gibt uns wenig Hoffnung in diesem großartigen düsteren Werk. Es ist nicht leicht, diesem einzigartigen Buch gerecht zu werden. Die Geschichte ist schwer verdaulich, aber brillant erzählt. Die Stimmung ist von Anfang an sehr düster. Sollte man je darüber nachgedacht haben, auf einer einsamen Insel zu leben, lässt man das sicher fallen, nach der Lektüre. Jaap Robben räumt mit sämtlichen Illusionen auf. Die Geschichte ist rau, wie das Leben dort und der Autor bleibt konsequent. Auch das Ende ist nicht wirklich vielversprechend, aber alles andere wäre unrealistisch gewesen. Dieses Buch ist sicher eines der schwerst-verdaulichen in meiner Bibliothek. Dennoch habe ich es sehr gerne gelesen, denn es ist gut geschrieben, die Spannung lässt nicht los und es regt ordentlich zum Nachdenken an. Ich empfehle es allen, die keine Scheu vor schwerer Kost haben!

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    • 4
  • Birk von Jaap Robben

    Birk
    CanYouSeeMe

    CanYouSeeMe

    04. October 2016 um 19:41

    Auf einer abgelegenen Nordseeinsel lebt der neunjährige Mikael mit seinen Eltern. Eines Tages bricht das Schicksal in diese Abgeschiedenheit ein: Birk, der Vater, ertrinkt unter tragischen Umständen im Meer - bei dem Felsen, von dem Mikael eigentlich "nie-nie-nie, schau mich an" runterspringen darf. Mikael kehrt nach Hause zurück und verschweigt seiner Mutter, was genau passiert ist. Verschweigt, dass Birk in den Fluten verschwand. Behauptet, der Vater sei einfach weggeschwommen. Die Mutter setzt eine großangelegte Suchaktion in Gang, doch Birk bleibt unauffindbar. Mikael, geplagt von Schuldgefühlen, zieht sich immer weiter in seine eigene Welt zurück. Und seine Mutter beginnt langsam, aber unaufhaltsam, psychische Gewalt auszuüben. Sucht sie in ihrem Sohn einen Ersatz für den verlorenen Ehemann? Will sie Mikael für den Verlust bestrafen? Existenzielle Fragen, die in einen dramatischen Schluss münden ... Der Schreibstil des Autors ist von Beginn an sehr nüchtern und geradlinig, liest sich aber flüssig und zieht den Leser langsam aber sicher in seinen Bann. Die verwendete Sprache schafft auch gerade durch ihre Klarheit, und fast möchte ich sagen durch ihren Minimalismus, eine ganz eigene, surreale Atmosphäre, die auch noch nach dem Lesen in mir haften geblieben ist. Die Kapitel sind eher kurz, lesen sich kurz und knackig weg. Die gesamte Szenerie ist surreal - diese Insel ist für mich eher Alptraummaterial – auf ihr Leben nur drei Menschen, die mehr oder weniger von der Sozialisation isoliert sind. Die Charaktere sind sehr realistisch und auch authentisch dargestellt. Birk ist trotz seiner offensichtlichen Abwesenheit immer gegenwärtig. Die Mutter ist für mich unterschwellig der stärkste Charakter: Von ihr geht von Beginn an eine subtile Bedrohung aus, die mit fortschreiten der Handlung immer weniger subtil wird. Generell ist die Atmosphäre immer etwas bedrückt, düster und verstörend. Die klaren, schnörkellosen Beschreibungen des Autors verstärken dieses Gefühl meiner Meinung nach nur noch. Dieses Buch kann einem sehr an die Nieren gehen. Ich habe mich bereits vor dem Lesen darauf eingestellt, so dass ich während dem Lesen eine ausreichende Distanz zu den geschilderten Geschehnissen aufrechterhalten konnte. Insgesamt ist ‚Birk‘ ein überraschend düsteres, gar schon beklemmendes Buch, das den Leser so schnell nicht mehr loslässt: Ich habe noch Tage nach dem Beenden darüber nachgedacht.

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  • "Die Stille schlug uns ins Gesicht."

    Birk
    Kopf-Kino

    Kopf-Kino

    Das Leben hatte wenig Gewicht. Es wog eigentlich nichts. Mikael, gerade einmal neun Jahre alt, kommt nach Hause zurück, setzt sich an den Esstisch und löffelt seine Suppe. Der Frage der Mutter, wo denn der Vater sei, weicht er aus; die Mutter belässt es dabei und widmet sich wieder dem Haushalt. Als Mikael Minuten später doch etwas sagt, verlässt die Mutter stürmisch das Haus, ruft vergebens den Namen des Vaters und benachrichtigt schließlich die Polizei. Tage vergehen, doch Birk, der Vater, bleibt verschwunden. Als Mikael schließlich sein Schweigen bricht, wird die kleine Insel, auf der die Familie samt einem Nachbar lebt, zu einer Festung der Einsamkeit. Ein Meer aus ungeahnten Abgründen tut sich langsam, aber sicher auf... Die Küche schien kleiner geworden zu sein. Es gab für uns beide nicht genug Platz, um frei zu atmen. Mit 'Birk' ist dem niederländischen Autor Robben ein beklemmender und dichter Roman, der mich ob der gewählten Thematik seit Tagen im Hinterkopf begleitet, mit Tiefgang gelungen. Der Leser erlebt hautnah eine gänzlich von der kargen und kleinen Insel geprägte Welt, indem er - dank der Ich-Erzählung - die dramatischen Ereignisse und Entwicklungen aus der Perspektive eines Kindes, später aus der eines jungen Heranwachsenden, sieht. Mit der Zeit wurde Mama richtig gut im Schweigen. Ich war es schon. Der Schreibstil ist einfach und klar gehalten und weist eine gute Leserlichkeit auf. Diese sprachliche Leichtigkeit steht im harten Kontrast zu der Schwere des Inhalts, was ich gelungen finde. Die Kapitel sind recht kurz gehalten; u.a. bestehen sie lediglich aus drei Sätzen und lassen somit genügend Raum, um zwischen den Zeilen lesen und Lücken füllen zu können. Hier und da blitzen Bilder auf, die mich sowohl ob der Schlichtheit berühren als auch vom Können des Autors überzeugen konnten, wie bspw: Meine Tage mit Mama glichen einander so sehr, dass ich mich an die wenigsten erinnern konnte. Papa zog sich unmerklich in seine Fotos zurück. Besonders reizvoll ist die Deutung der eingebauten Parabel, eine Geschichte in der Geschichte, deren Tragweite sich erst nach und nach entfaltet. Somit erhält die Erzählung eine zweite Ebene, auf der gedeutet und weitergesponnen werden kann. Grundsätzlich darf der geneigte Leser – trotz der klaren Worte und Szenen – kein Buch erwarten, das alle Antworten auf dem Silbertablett präsentiert. Hier schätzte ich den Mut des Autors, nicht alles erzählen zu wollen; gerade das Nicht-Erzählte macht hierbei deutlich, wie sehr doch das ungeschriebene Wort mit dem Leser und dessen Kopfkino spielen kann. Ebenso arbeitet die Geschichte mit vagen Andeutungen – obgleich dem Leser recht früh dämmert, wohin das Ganze münden könnte, lässt der Autor sich genügend Zeit, um das Unvermeidliche geschehen zu lassen. Der Weg ist hierbei das Ziel. Der Halsausschnitt ist zwar weit, trotzdem beengt er mich. Papas Sachen werden durch mich zum Leben erweckt, nehmen bei jeder Bewegung wieder Gestalt an. Dem Buch einen eindeutigen Kern zuzuschreiben, fällt schwer. Es gleicht vielmehr einem Kaleidoskop, das von Verlust, Trauerbewältigung, Mutter-Sohn-Beziehung und der Frage, wo das eigene Ich anfängt und wo es endet, berichtet und erzählt, wie der Mensch zu einer Insel werden kann. Der Ort des Geschehens, die kleine Insel, lässt bereits anhand der kleinen Figurenkonstellation erahnen, dass Robben sich auf die zwischenmenschlichen Interaktionen und auf wenige Charakter konzentriert. Die Dynamik der Geschichte wird hierbei von den Figuren erzeugt, weniger von der Rahmenhandlung. Besonders für die Gefühlswelt des Jungen findet der Autor sehr anrührende Szenen, die zwar schlicht und ruhig sind, mich aber dennoch sehr bewegten. Das Schnappen wurde träger. Er schien etwas sagen zu wollen, hatte aber nicht mehr genug Leben in sich, um es zu tun. Vielleicht irgendetwas, das mein Vater seinem kalten Fischherz zugeflüstert hatte. Etwas, das er mir, wenn er mich traf, erzählen sollte. Ich zitterte heftig, als ich mir die glitschigen Schuppen gegen das Ohr drückte. Selbst nach Beendigung des schmalen Buches musste ich Tage später feststellen, dass mich die Geschichte nach wie vor nicht loslässt. Harter Tobak, aber keinesfalls reißerisch, sondern erschreckend nüchtern und beklemmend geschrieben. Bei einem Buch, das sticht und einen Nachhall in mir auslöste, kann ich lediglich eine Leseempfehlung aussprechen, obgleich ich es sehr verstörend und (dankbar) konsequent geschrieben fand. Die Geduld seiner Pullover, Hosen und Shirts beruhigten mich.

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    • 10
  • Birk = Mikael

    Birk
    Simi159

    Simi159

    03. October 2016 um 15:45

    Eine einsame Insel zwischen Schottland und Norwegen. dort lebt Mikael mit seinen Eltern Dora und Dirk. Außer dem Nachbar Karl, der Fischer ist, gibt es dort nichts außer Möwen und Einsamkeit. Eines Tages kehrt Mikael allein vom Strand zurück. Sein Vater ist verschwunden. Birk schwamm nach Aussage des Kindes ins offene Meer hinaus und tauchte ab. Warum Birk das machte und ob Mikael etwas verschweigt bekommt Dora nicht heraus…. …und so bringt das Verschwinden des Vaters das Gleichgewicht auf der kleinen Insel durcheinander… Fazit: Dieses Buch berührt und verstört zugleich..und doch läßt der Autor, Jaap Robben, vor den Augen des Lesers so eine karge, einsame, raue Welt und gleichzeitig einen Sog entstehen, dem man sich schon nach weniger Seiten nicht mehr entziehen kann. Man fühlt sich als allwissender Beobachter, der ein paar Tiere im Käfig bei einem Experiment zusieht. Die Charaktere sind klar gezeichnet, wenn auch vieles nicht genau beschrieben wird, so hat man doch sehr schnell ein Bild von den Drei- Karl-Dora-Mikael. Und vor allem, die Art wie und wo sie leben scheint ihre Art und ihr handeln auszumachen. Das verstört und fasziniert beim lesen, ahnt man doch schon nach dem ersten Drittel was wohl geschehen wird. Und doch liest man Seite um Seite gebannt bis zum Ende. So speziell wie der Titel „Birk“ ist auch die Geschichte, die darin steckt, sehr gut geschrieben in einer klaren wie direkten Sprache, unterkühlt wie die Insel-Gegend in der sie spielt. Clean wie in ein Labor und doch mit einer gefühlvollen Tiefe, wenn auch alles Ausgedacht und für mich fern der Realität, hat mich der Sog der Geschichte nicht mehr losgelassen. Von mir gibt es 3,5 aufgerundet 4 STERNE.

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  • Düster, traurig, realistisch, grausam und dennoch fesselnd und genial geschrieben

    Birk
    X-tine

    X-tine

    03. October 2016 um 14:51

    Mikael wohnt ziemlich abgeschieden mit seinen Eltern Birk und Dora auf einer einsamen Insel zwischen Schottland und Norwegen. Es ist Mikaels Schuld, dass der Vater sein Leben im Meer verliert. Wochenlang hoffen Mutter und Sohn, dass der Vater aus dem Meer zurückkehren wird. Mikael sieht den Vater überall in Miniaturformat im Haus erscheinen. Er kann es psychisch nicht verarbeiten, dass der Vater nicht zurückkehrt. Die Mutter kommt mit der Situation noch weniger klar. Zunächst verhält sie sich, als ob der Vater noch da wäre, deckt den Tisch für 3 etc. auch die Kleidung von Birk darf nicht angerührt werden. Karl, ein Freund der Familie, versucht sein Bestes, doch auch er schafft es nicht, den beiden zu helfen. Das Verhalten der Mutter gegenüber ihres Sohns wird zunächst distanzierter, er muss sie sogar beim Vornamen nennen, doch dies ändert sich in einer tragischen, ergreifenden, unfassbaren Szene, die den Leser sehr traurig stimmt und erschreckt. Mikael ist von Beginn an, auf sich allein gestellt. Er hat keine Altersgenossen in der Nähe, empfängt keine (körperliche) Liebe und Zuneigung von den Eltern und schreibt sogar seine eigene Todesbestätigung, um nicht weiter Schulmaterialien per Post zu erhalten. In dem Haus der verstorbenen Pernille Augusta (ehemalige Geliebte von Karl) findet er ein Möwenjunges, das er versucht aufzupäppeln. Die Möwenmutter schließt er mit dem Jungen ein. Gefangen in dem Zimmer, wie er selbst auf der Insel ...Fazit:In ergreifender, unfassbar tragischer, und dennoch genialer Art gelingt es Jaap Robben, den Leser mit auf die einsame Insel zu ziehen. Die Sprache ist sehr gut gewählt und das Verhalten der Menschen spitzt sich auf tragische Weise immer mehr zu. Ich persönlich konnte das Buch nicht weglegen, auch wenn solche erfassenden Storys nicht meine Lieblingsbücher sind. Es ist einfach super geschrieben und absolut Bestsellerverdächtig. Das Ende ist verstörrend, jedoch nachvollziehbar. Ein Buch, das man nicht einfach so unreflektiert liest. Es gibt einem wirklich zu denken ...

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