Birk

von Jaap Robben 
4,3 Sterne bei26 Bewertungen
Birk
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Für seinen Debütroman erhielt Robben m.E. zurecht den Preis der niederländischen Buchhändler für das beste Buch des Jahres...

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Keine Inselidylle, sondern ein beeindruckendes Kammerspiel des Grauens - von Menschen, die Gefahr laufen, selbst zu Inseln zu werden...

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Inhaltsangabe zu "Birk"

Auf einer abgelegenen Nordseeinsel lebt der neunjährige Mikael mit seinen Eltern. Eines Tages bricht das Schicksal in diese Abgeschiedenheit ein: Birk, der Vater, ertrinkt unter tragischen Umständen im Meer – bei dem Felsen, von dem Mikael eigentlich »nie-nie-nie, schau mich an« runterspringen darf. Mikael kehrt nach Hause zurück und verschweigt seiner Mutter, was genau passiert
ist. Verschweigt, dass Birk in den Fluten verschwand. Behauptet, der Vater sei einfach weggeschwommen. Die Mutter setzt eine großangelegte Suchaktion in Gang, doch Birk bleibt unauffindbar. Mikael, geplagt von Schuldgefühlen, zieht sich immer weiter in seine eigene Welt zurück. Und seine Mutter beginnt langsam, aber unaufhaltsam, psychische Gewalt auszuüben. Sucht sie in ihrem Sohn einen Ersatz für den verlorenen Ehemann? Will sie Mikael für den Verlust bestrafen? Existenzielle Fragen, die in einen dramatischen Schluss münden ...

Sensationelles Debüt: ausgezeichnet mit dem Preis der
niederländischen Buchhändler für das beste Buch des Jahres.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783869137186
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:247 Seiten
Verlag:ars vivendi
Erscheinungsdatum:15.08.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Babschas avatar
    Babschavor 9 Monaten
    Schrecken auf Lummerland


    Verstört stürzt der neunjährige Mikael Hammerman zu seiner Mutter in die Küche und berichtet, dass sein Vater Birk, mit dem er zusammen am Strand war, plötzlich unter Wasser verschwunden und nicht wieder aufgetaucht sei. Eine sofortige Suchaktion unter Einbindung der Küstenwache bleibt genau so erfolglos wie die halbherzigen Versuche in den Folgewochen, noch irgendeine Spur von ihm zu finden. Zwangsläufig aber geht das Leben weiter auf der winzigen namenlosen Insel zwischen Schottland und Norwegen, auf der neben dem Jungen und seiner Mutter nur noch der herunter gekommene Fischer Karl lebt. Nach einigen Wochen offenbart Mikael seiner Mutter dann endlich, was wirklich dort am Strand passiert ist. Danach ist zwischen Mutter und Sohn nichts mehr so, wie es war. Quälende Jahre vergehen in der Einöde des selbstgewählten Inselexils und die mentalen Entwicklungen aller Beteiligten steuern Richtung Apokalypse.



    Eine Geschichte mit viel Potential, deren schriftstellerische Intensität und Dringlichkeit sich aber leider nach einem starken Auftakt zunehmend verliert und irgendwie abdriftet in Wiederholungen, Beliebigkeiten und Beiläufigkeiten. Dies gilt insbesondere für die Metamorphose von Dora, die auf so schreckliche Weise ihren Mann verliert. Hier hätte der Autor noch viel tiefer in deren Kopf einsteigen und den Leser an ihrer Verwandlung teilhaben lassen müssen. Zu vieles bleibt unklar und banal und der Deutung des Lesers überlassen. Generell ist das ja gut, hier aber hätte man abgeholt, mitgerissen werden wollen in die Dynamik schwarzschäumender Gedankenfluten. Stattdessen Ebbe und unbekannte Wasser.

    Natürlich ist zuletzt alles nachvollziehbar und halbwegs logisch, aber das hätte man auch ganz anders erzählen können (oder sollen). Für mich damit insgesamt eine ziemliche Enttäuschung und nur Mittelmaß.

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    pardens avatar
    pardenvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Keine Inselidylle, sondern ein beeindruckendes Kammerspiel des Grauens - von Menschen, die Gefahr laufen, selbst zu Inseln zu werden...
    Keine Inselidylle...

    KEINE INSELIDYLLE...

    Auf einer kleinen Insel zwischen Schottland und Norwegen stehen drei Häuser. Eines davon verfällt zusehends, da dessen letzte Bewohnerin bereits vor einiger Zeit verstorben ist. In den beiden anderen Häusern leben zum einen der dicke Fischer Karl und zum anderen der 9jährige Mikael mit seinen Eltern. Doch eines Tages ist der Vater des Jungen verschwunden.

    Davongeschwommen sei er, erzählt Mikael seiner Mutter, unter Wasser sei er geschwommen. Eine groß angelegte Suchaktion verläuft ergebnislos, der Vater bleibt verschwunden - ertrunken. Zurück bleiben drei Menschen in größter Einsamkeit.


    „Papa nannte sie nie wieder ‚Papa‘, sondern nur noch ‚Birk‘. Ihren Birk, um mich spüren zu lassen, dass die Schuld auf meiner Seite war und der Kummer auf ihrer. Näher als zwei Tischkanten kamen wir uns nicht mehr.“  (S. 77)       


    Schuld. Verzweiflung. Sehnsucht. Fortan lebt der kleine Mikael in einem Kokon der Lieblosigkeit, meist allein mit sich und seinen Gedanken, die Mutter unerreichbar, die mit dem Verlust ihres Mannes einfach nicht fertig wird und ihrem Sohn daran die Schuld gibt - und ihn dies auch spüren lässt. Auch schon vor Birks Tod war der Umgang mit der Mutter nicht unkompliziert, doch der Vater wusste sie stets zu besänftigen.


    "Wenn Mama fand, Papa hätte etwas gutzumachen, suchte er (...) nach einem Geschenk für sie. Was genau er falsch gemacht hatte, sagte sie ihm aber nie." (S. 39)


    Überhaupt war der Vater derjenige, der durch seine liebevolle Art das empfindliche Gleichgewicht zwischen den Menschen auf der nahezu isolierten Insel im Lot hielt. Seit seinem Tod gerät dieses Gleichgewicht zunehmend in Schieflage. Sechs Jahre seit dem Unglück umfasst die Erzählung, und Mikaels Heranreifen gestaltet die Situation auf der Insel nicht leichter. Er wird seinem Vater immer ähnlicher, und in der Wahrnehmung der Mutter verschwimmen die Grenzen zwischen dem Vater und seinem Sohn immer mehr.


    "Ich trockne ab, genau wie sie es am liebsten hat. Erst die Gläser, dann die Teller und zum Schluss die Töpfe. Die Gläser und das Besteck (...) halte ich noch einmal besonders lange ins Spülwasser, damit sie aus Versehen meine Hand berühren könnte." (S. 210)


    Aus der Sicht zunächst des kleinen Jungen, später des Jugendlichen, werden die dramatischen Geschehnisse auf der Insel erzählt. Im Kontrast zu dem einfachen und klaren, fast nüchternen Schreibstil steht die Schwere des Inhalts, die düstere Stimmung. Kurz gehalten sind die Kapitel, vieles schwingt zwischen den Zeilen mit und ist beklemmender oft als das Geschriebene selbst.

    Die Dramatik wird durch eine in die Erzählung verschlungene Parabel um ein Möwenjunges nocht verstärkt. Mikael findet dieses Junge mit dessen Mutter in dem verfallenden Haus auf der Insel und schaut ihm beim Wachsen zu. Und doch ist ihm klar, an welch seidenem Faden das Leben der kleinen Möwe hängt. Diese Parabel weist eine bedrückende Parallelität zu den Geschehnissen auf der Insel auf und verdeutlicht in ihrer Symbolhaftigkeit die sich zuspitzenden Ereignisse auf der kleinen, abgeschiedenen Insel.

    Keine Inselidylle hat Jaap Robben hier geschaffen, sondern ein beeindruckendes Kammerspiel des Grauens - von Menschen, die Gefahr laufen, selbst zu Inseln zu werden. Eine Erzählung mit Nachhall...


    © Parden 

    Kommentare: 11
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    Federfees avatar
    Federfeevor 2 Jahren
    Beklemmender Roman über ein seltsames Mutter-Sohn-Verhältnis

    Eine einsame kleine Insel, auf der nur der Fischer Karl lebt und eine Familie: Vater Birk, die Mutter und Sohn Mikael. Eines Tages verschwindet Birk im Meer. Erst nach und nach kommt heraus, warum sich der kleine Sohn Mikael am Tod seines Vaters die Schuld gibt. Er meint, seinen Vater noch überall zu sehen und auch die Mutter will den Tod ihres Ehemannes nicht wahr haben.

    Während Mikael heranwächst, nehmen die seltsamen Szenen zu und am – offenen – Ende wird dem Leser klar, warum der Roman 'Birk' heißt.

    Eine einfühlsam geschriebene Geschichte über ein unnormales, zerstörerisches Mutter-Sohn-Verhältnis

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    anushkas avatar
    anushkavor 2 Jahren
    Sehr düster und beklemmend, aber auch tiefe psychologische Einblicke

    Mikael Hammerman lebt mit seinen Eltern auf einer abgelegenen Insel in der Nordsee. Als er 9 Jahre alt ist, wird er Zeuge wie sein Vater ertrinkt. Doch das verschweigt er seiner Mutter, die eine große Suche organisiert. Mikael wird von Schuldgefühlen geplagt, während seine Mutter psychisch immer übergriffiger wird.

    Birk ist der Name von Mikaels Vater, um den nach dem Ertrinken alles kreist. Mikael flüchtet sich in Halluzinationen und Bilder vom ihm, während die Mutter Mikael immer öfter für Birk hält. Die Stimmung in diesem Roman ist bedrückend und düster. Auf der Insel leben nun mehr 3 Menschen, die selten Kontakt zu anderen haben. Mikael hätte auch so keine normale Kindheit gehabt, aber so ist er nun auch noch der psychischen Gewalt seiner Mutter wehrlos ausgesetzt und die Situation wird auch beim Lesen immer unerträglicher. Und gleichzeitig möchte man wissen, wie es mit Mikael weitergeht und ob er sich letztlich befreien kann. Dabei ist die Entwicklung auch auf diesen eher wenigen Seiten schleichend und glaubhaft. Die Geschichte ist ein eindringliches Psychogramm der einzelnen, verbliebenen Inselbewohner und dessen, was Einsamkeit und Trauer auslösen können.
    Der Schreibstil ist flüssig, aber auch poetisch. Der Autor kann mit kurzen Kapiteln und knappen Darstellungen sehr viel vermitteln. Besonders gut hat mir das Gleichnis am Ende und überhaupt das Ende gefallen, das noch einmal sehr viel Symbolik beinhaltete.

    "Birk" ist nicht das, was man als schönes Buch bezeichnen würde, aber es ist eindringlich, führt in die menschlichen Abgründe und macht diese greifbar. Trotz des ernsten, deprimierenden Themas und der durchgängig bedrückenden Stimmung kann ich das Buch einfach nur als genial bezeichnen. So etwas habe ich selten gelesen.

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    dreamlady66s avatar
    dreamlady66vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Beklemmendes Inselfeeling...Robben rockt!
    Beklemmendes Inselfeeling...Robben rockt!

    BIRK - ein Roman von Jaap Robben mit 243 Seiten sowie 55 teilweise recht kurzknappen Kapiteln
    Das Cover in weiß/blau als Himmel mit einer fliegenden Möwe wirkt vielversprechend, gar schon idyllisch...


    Zum Inhalt:
    Auf einer abgeschiedenen Nordseeinsel lebt ein kleiner Junge namens Mikael mit seinen Eltern. Es gibt nur noch einen Nachbarn namens Karl.
    Eines Tages verschwindet Mikaels Vater unter mysteriösen Umständen, indem er vor den Augen seines kleines Sohnes ertrinkt. Der kleine Sohn kann ihm nicht helfen. Er steht unter Schock und glaubt, dass er daran Schuld sei.
    Mikael vermisst seinen Vater sehr und leidet unter Einsamkeit. Seine Mutter ist ihm keine Hilfe und Freunde hat er ja keine. Auch der Nachbar Karl kann nicht helfen.
    Als die Einsamkeit immer noch grösser wird, findet Mikael eine kleine Möwe, die er versucht aufzuziehen.

    Fazit:
    Der Autor Jaap Robben schafft es, den Leser für die einsame Insel zu begeistern.
    Bei nur 4 Protagonisten gelingt es ihm, eine tolle Spannung aufzubauen.
    Mikael ist mir wirklich sehr ans Herz gewachsen, weil er auf so Vieles aus dem Leben verzichten muss. Seine Mutter handelt unverantwortlich, weil Mikael keine Schulausbildung erhält. Was soll später mal aus ihm werden?
    Die Geschichte ist traurig, aber lesenswert, gar fasselnd und regt den Leser zum Nachdenken an...ganz grosses Kino!

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    H
    hundeliebhabervor 2 Jahren
    Unglaublich gut getroffene Schilderungen

    Der neunjährige Mikael lebt mit seinen Eltern auf einer kleinen Insel in der Nordsee. Der einzige andere Bewohner ist Nachbar Karl. Eines Tages kommt Mikael abends ohne seinen Vater zurück nach Hause. Seiner Mutter Dora erzählt er, dieser sei weggeschwommen. Tatsächlich ist er unter Umständen, wegen denen sich Mikael schuldig fühlt, ertrunken - seine Leiche bleibt unauffindbar.

    Jaap Robben beschreibt, wie sich die beiden Menschen auf ihre eigene Art abschotten. Mikael zieht sich in seine eigene Welt zurück, findet Dinge, mit denen er sich beschäftigen kann und die ihm in gewisser Weise halt geben. Dora kann den Tod ihres Ehemannes nicht verkraften und übt psychische Gewalt gegenüber Mikael aus.
    Der Autor versteht es, die Rollenentwicklung, die stattfindet, implizit zu veranschaulichen. Alle Prozesse werden deskriptiv behandelt, die Rückschlüsse zieht der Leser.
    Die sechs auf den Unfall folgenden Jahre werden in kurzen Kapiteln erzählt. Die Entwicklung scheint von Beginn an negativ, was durch Robbens Schreibstil untermalt wird. Er nutzt viele Metaphern, Vergleiche und parallele Ebenen, die das Geschehen auf verschiedene Weisen verständlich und nachvollziehbar machen. Auf Mitleid oder Trauer wird nicht gepocht. Der Roman erscheint als Schilderung der Entwicklungen zweier Persönlichkeiten, die unabhängig voneinander sein wollen, gleichzeitig jedoch in einem starken Abhängigkeitsverhältnis stehen, was von den äußeren Umständen unterstützt wird. Beide sind auf der Suche nach Liebe, Halt und Zuversicht, und können nicht auf Anhieb finden, was sie brauchen.
    Jaap Robben hat hier einen Roman geschrieben, der nicht beschönigt und so unter die Haut geht.

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    Nelebookss avatar
    Nelebooksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Erschreckend, beklemmend!
    Birk / Mikael

    Allgemein: Das Cover ist recht schlicht, aber "stille Wasser sind tief"! Der Schreibstil ist schonungslos.

    Meinung: Ich bin gut in die Geschichte hinein gekommen. Es ist sehr erschreckend, heftig, hoffnungslos, negativ, frustrierend, verstörend und traurig. Der recht distanzierte Schreibstil ermöglicht dem Leser jedoch, nicht zu emotional zu werden. Einiges wird offen gelassen, was die Phantasie anregt. Trotz dieser negativen Gefühle, konnte ich das Buch schwer wieder aus der Hand legen. Auch wenn es sehr gut geschrieben ist und ich es immer weiterlesen musste, hat es mich verstört und ich wollte es nicht noch einmal lesen oder jemandem empfehlen.

    Fazit: Ein wirklich trauriges erschreckendes Buch, das man auf jeden Fall nicht heranziehen sollte, wenn man sich aufheitern möchte.

    (c) Nelebooks

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: sehr beklemmend, psychologisch hochinteressant, stilistisch sehr gut. Empfehlenswert,aber man sollte wissen worauf man sich einlässt.
    Trauer, Schuld, Einsamkeit

    Einen geliebten Mensch zu verlieren ist nie einfach, wenn dies aber in einem Umfeld völliger Isolation ohne sozialen Rückhalt geschieht, ist es nicht ertragbar. Diese Situation haben wir als auf einer einsamen abgelegen Nordseeinsel mit nur zwei bewohnten Häusern der Vater des 9jährigen Mikaels unter tragischen Umständen vor dessen Augen ertrinkt. Der Junge steht unter Schock und kämpft mit einer selbstauferlegten Schuld, für den Unfall verantwortlich zu sein. Trauer und Einsamkeit bestimmen das Leben von Mikael. Seine Mutter ist keine Hilfe, sie selbst driftet in Ihrer Trauer im Laufe der Zeit immer mehr in ihre eigene Welt ab und schwenkt ständig zwischen Schuldzuweisung, Klammern und völliger Introvertiertheit hin und her. Die Jahre ziehen ins Land ohne wirklichen Kontakt zur Außenwelt und die Schnur rund um die Zurückgebliebenen zieht sich immer fester zusammen und mündet in einer unerträglichen Enge. Mutter und Sohn verlieren sich immer mehr ineinander, eine Person wird immer präsenter immer stärker der Vater, der Ehemann, den beide verloren haben, Birk.

    Ein Buch das mich mitgenommen, aber nicht emotional berührt hat. Nicht weil es nicht tragisch ist, aber weil ich mich selbst schon vor dem Lesen des Buches abgehärtet habe, zumindest so gut es ging. Hinzukommt, dass der Autor Jaap Robben sicherlich bewusst einen sehr sachlichen Ton gewählt hat, um eine Distanz zu schaffen, diese hat mir persönlich geholfen, das Buch in seinen Stärken anzunehmen, es bewusst zu lesen, aber mich nicht darin zu verlieren. Robben lässt vieles ungesagt, deutet an, baut die Geschichte langsam auf und treibt den Leser zu Spekulationen an. Der Roman ist düster, eindringlich und es ist geradezu schmerzhaft, wie der Leser die Protagonisten unaufhaltsam bis zu deren persönlichen Abgründen begleitet. Es ist schon eine Zeit her, dass ich das Buch gelesen habe, aber es lässt mich nicht los und ich muss sagen trotz des schweren Themas, bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Das Buch hat mich aufgrund des sprachlich hohen Niveaus und der psychologischen Tiefe völlig überzeugt. Aber man muss wissen worauf man sich einlässt, da es thematisch sehr schwere Kost ist.



    * Rezensionsexemplar über Lovelybooks / Verlag


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    vielleser18s avatar
    vielleser18vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: düster, beklemmend, doch logisch und fesselnd erzählt. Drei Menschen, eine einsam gelegenen Insel und die dramatischen Folgen.
    Düster und beklemmend, aber fesselnd erzählt

    Birk ist keine einfache Geschichte. Jaap Robben erzählt uns die Geschichte aus Sicht des anfangs 9jährigen Mikael, der mit Mutter und Vater und dem Nachbarn Karl auf einer einsam gelegenen und rauen Insel zwischen Norwegen und Schottland wohnt. Als sein Vater eines Tages, als er mit Mikael unterwegs ist, im Meer verschwindet, schweigt Mikael anfangs. Erst nach und nach rückt er mit der Wahrheit heraus. Fortan wird die Beziehung im Laufe der Jahre zwischen den beiden durch Schuld und Verlust immer weiter strapaziert. HInzu kommt die Isolation, die kaum nennenswerten Kontakte, in den nächsten Jahren. Schließlich spitzt sich die Situation zu.

    Es ist kein dickes Buch, Es sind knapp 240 Seiten, noch nicht mal immer jede Seite voll bedruckt. Viele kurze Kapitel. Dennoch wird soviel gesagt, soviel beschrieben, dass es unter die Haut geht. So viel Stoff, den der Leser gedanklich und vor allem aber auch auf der Gefühlsebene verarbeiten muss. Der Autor Jaap Robben hat es gekonnt geschafft, diese Geschichte aus Sicht des Heranwachsenden zu schreiben. Es ist eine verstörende, düstere, beklemmende Geschichte, dennoch aber auch fesselnd in seiner Entwicklung der Charaktere, es ist wie ein Sog, der den Leser beim Lesen nicht  mehr loslässt. Spannend geschrieben mit manchmal knappen Sätzen kann der Autor soviel ausdrücken, mit diesen wenigen Seiten so viel Geschichte erzählen, so viel Kopfkino erschaffen. Wahnsinn. Beeindruckend.

    Es ist keine leichte Lektüre. Die Verlauf der sich verändernden Mutter-Sohn-Beziehung über ca. 6 Jahren beschrieben. Tiefgründig, erschreckend, entsetzt gefesselt, so empfinde ich es.  Und doch - es ist nichts abgedrehtes, nichts, was nicht genauso hätte passieren können.
    Eingebettet in Mikaels Geschichte ist eine Parabel-Geschichte über ein Möwenjunges, dass Mikael aufzuziehen versucht, eingesperrt in dem leeren Haus einer verstorbenen Nachbarin.
    Auch Mikael lebt wie eingesperrt, er lebt von der normalen Zivilisation isoliert. Nur er und seine Mutter und der brummige, auch nicht alltägliche Nachbar Karl. Die Folgen dieser Isolation werden hier eindrucksvoll geschildert.

    Fazit:
    Was Einsamkeit, Schuld und Trauer auslösen können.
    Jaap Robben hat eindrucksvoll eine zutiefst verstörende, dennoch sehr gut erzählte Geschichte geschrieben, die einen lange nicht loslässt.

    Kommentare: 6
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    Thalas avatar
    Thalavor 2 Jahren
    Verstörend, aber gut

    Zum Inhalt: Der kleine Mikael lebt mit seinen Eltern auf einer abgeschiedenen Nordseeinsel irgendwo im Nirgendwo. Außer ihnen wohnt nur ein einziger Nachbar namens Karl auf der Insel. Eines Tages verschwindet Mikaels Vater Birk auf unerklärliche Weise. Seine Leiche wird nie gefunden, obwohl vermutet wird, dass er im Meer ertrunken ist.

    Mikael wird immer älter und sehnt sich nach seinem Vater. Genauso geht es seiner Mutter, die aus nicht weiter benannten Gründen bevorzugt, weiter auf der Insel zu leben. Mit der Zeit wird Mikael seinem Vater Birk immer ähnlicher. Er hat keinerlei Freunde in seinem Alter, da es außer ihm keine weiteren Jugendlichen auf der Insel gibt und seine Mutter ihm die Fahrt zur nächsten großen Stadt verbietet. Er freundet sich also mit einer kleinen Möwe an, die er in einem verlassenem Haus findet.

    Auch seiner Mutter fällt Mikaels äußere Ähnlichkeit mit seinem Vater auf und nach und nach scheint sie zu verdrängen, dass es sich bei Mikael um ihren Sohn und nicht um ihren Ehemann handelt...

    Meine Meinung: Dieses Buch hat mich voll und ganz in seinen Bann gezogen. Es gibt nur wenige Schauplätze und nur 4 Personen in dem Buch und trotzdem schafft der Autor, Spannung aufzubauen und keine Langeweile aufkommen zu lassen. Ich habe mit Mikael mitgefiebert, ihm eine normale Jugend gewünscht, mit anderen Jugendlichen zur Schule gehen zu dürfen. Doch Pustekuchen. Mikael wird alles entzogen, was ein Kind zum Wachsen braucht. Wäre er eine Pflanze, wäre er schon längst vertrocknet. "Birk" liest sich wie ein literarisches Experiment mit ungewissem Ende. Mehr davon!  



    Fazit: Ein ungewöhnliches, fesselndes Debüt, dass mich ganz und gar mitgenommen hat. 

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    dreamlady66s avatar
    https://www.lovelybooks.de/autor/Jaap-Robben/Birk-1241419926-w/

    Hi all,
    bin inzwischen wieder aus dem Urlaub zurück und es geht jetzt weiter mit meinen wöchentlichen Buchverlosungen.
    Ich akzeptiere nur Bewerbungen aus dem Inland mit mindestens 3 Rezensionen sowie einem ausgefüllten Profil, bitte beachten.

    Freue mich auf Eure Bewerbungen.
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    Viel Glück!
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    abas avatar


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