Jack Barsky

 4,4 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Jack Barsky

Jack Barsky, Jahrgang 1949, wurde als Albrecht Dittrich aus Jena vom KGB rekrutiert und diente im Kalten Krieg 10 Jahre als "schlafender" Agent in den USA. 20 Jahre blieb er unentdeckt. 1997 enttarnte ihn das FBI. Seitdem wurde seine außergewöhnliche Geschichte von vielen Medien in den USA und in Deutschland erzählt (u.a. im Spiegel). Heute lebt Barsky als amerikanischer Staatsbürger mit seiner Frau Shawna und der jüngsten Tochter Trinity in Georgia.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jack Barsky

Cover des Buches Der falsche Amerikaner (ISBN: 9783775158268)

Der falsche Amerikaner

 (10)
Erschienen am 24.04.2018

Neue Rezensionen zu Jack Barsky

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Rezension zu "Der falsche Amerikaner" von Jack Barsky

Spannende Spionagegeschichte aus dem Kalten Krieg
Babschavor einem Jahr

Albrecht Dittrich wird 1949 im Osten Deutschlands geboren, mitten hinein in eine instabile, nachkriegsgeprägte und von der sowjetischen Besatzungsmacht gesteuerte Welt mit einer marxistisch-leninistischen Ideologie, die alles Westliche ablehnt und verteufelt, ganz vorne natürlich den Erzfeind Amerika. Nach einer eher freudlosen Jugend mit verständnislosen, emotionsarmen Eltern wird er zum Senkrechtstarter in der Schule und später an der Uni Jena zum Vorzeigestudenten, was das Interesse des KGB weckt, der ihn dann, gut infiltriert mit ausgeprägter klassenkämpferischer Grundhaltung, zum Wohle des Sozialismus rekrutiert, ausbildet und sodann als verdeckt operierenden Spion in die Vereinigten Staaten von Amerika schleust, um dort Fuß zu fassen und möglichst Kontakte zur politischen und wirtschaftlichen Oberschicht aufzubauen.

Mit Einreise in die USA in 1978 wird seine alte Identität ausgelöscht, er lässt in Deutschland alles zurück, pendelt über verschlungene Wege nur noch nach Moskau zur Berichterstattung und schafft es tatsächlich, sich im Laufe von zwanzig wechselhaften Jahren in den USA eine neue Existenz unter dem Namen Jack Barsky aufzubauen, allerdings unter Inkaufnahme vieler persönlicher Verluste. Als er in 1997 vom FBI enttarnt wird, bricht das ganze Kartenhaus zusammen.

Barsky legt mit seiner Autobiografie eine faszinierende Lebensbeichte vor, die mit äußerst interessanten Fakten aus den Wirkmechanismen und Machenschaften des KGB aufwartet und dabei  viele Einblicke in die verrückte, hochkomplizierte Welt der Spionage während des Kalten Krieges gewährt. Das Buch dient dem Autor ganz offensichtlich aber gleichzeitig als Rechtfertigungsmittel für seine eigene jahrzehntelange, angabegemäß ungewollte, weil völlig naive Verblendung mit  Verschreibung an den Sozialismus, von dem er sich in den USA zwar später sukzessive distanziert und dabei zum glühenden Verfechter sowohl des amerikanischen Traums wie auch des christlichen Glaubens transformiert, auf dem Weg dorthin allerdings im persönlichen Bereich offenen Auges jede Menge „verbrannte Erde“ zurücklässt, primär in Form verlassener Frauen mit von ihm gezeugten Kindern. Hierzu mag jeder Leser sich sein eigenes Urteil bilden; was mich bei der gerade im letzten Drittel des Buches sich stetig verstärkenden „mea-culpa-Mentalität“ bei der Aufarbeitung seines Lebens allerdings leicht gestört hat, war die trotz allem immer wieder durchscheinende innere Abgeklärtheit und Selbstgerechtigkeit seines Berichtes wie auch die von Anfang bis Ende offensichtlich unvermeidliche permanente Aufwertung und Betonung seines ach so brillanten Intellekts, der ihn als einen der hellsten Köpfe der DDR klassifizierte und ihm auch später in den USA zu einer steilen Karriere in der Versicherungswirtschaft verhalf. Weniger wäre eben manchmal durchaus mehr, gerade bei Biografien.  

Insgesamt aber ein absolut lesenswertes, spannendes Buch, das einem dieses inzwischen auch schon einiges zurück liegende Stück Zeitgeschichte nochmal plastisch nahe bringt.        

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Cover des Buches Der falsche Amerikaner (ISBN: 9783775158268)irismarias avatar

Rezension zu "Der falsche Amerikaner" von Jack Barsky

unglaubliche wahre Geschichte
irismariavor 3 Jahren

"Der falsche Amerikaner" von Jack Barsky ist die unglaubliche wahre Lebensgeschichte eines Mannes, der gegen Ende des Krieges in Deutschland geboren wurde, in der DDR aufwuchs und später als russischer Spion in Amerika lebte. Ich habe das Buch mit seinen über 400 Seiten innerhalb von 2 Tagen verschlungen, denn es war so fesselnd und unterhaltsam zu lesen, dass ich einfach nicht aufhören konnte. Der Autor erzählt unterstützt von einer weiteren Autorin ganz lebendig seine unglaubliche Lebensgeschichte und neben dem spannende Leben als Spion erfährt man auch viel über das Leben in der DDR in der damaligen Zeit. Sehr interessant fand ich es auch wie sich Barsky mit den verschiedenen Philosophien auseinandersetzte, die er in seiner Umgebung erlebte; so war er am Anfang überzeugter Kommunist, erlebte später das kapitalistische System in Amerika als ganz anders als es ihm immer erklärt worden war und wandte sich am Schluss dem christlichen Glauben zu.
Ich kann dieses Buch absolut empfehlen vor allem weil es ein spannendes Zeitzeugnis ist und durch den sehr flüssigen Stil wunderbar als Lektüre eignet.

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Rezension zu "Der falsche Amerikaner" von Jack Barsky

starkes Stück Zeitgeschichte
TobiSchubertvor 3 Jahren

Am Wochenende habe ich den "falschen Amerikaner" durchgelesen und kann es empfehlen.
Erst war ich schon skeptisch. Warum lässt ein Mann Frau und Kind in Deutschland sausen, nur um sich in Amerika ein schönes Leben aufzubauen? Das Ende des Buches hat mich dann aber überzeugt.

Die Lebensgeschichte von Herrn Dittrich der dann zu Jack Barsky wird, ist fesselnd geschrieben und wirklich lesenswert und ein großes Stück Zeitgeschichte.

Der Kalte Krieg und den knallharte Spionagewettkampf zwischen Sowjets und Amerikanern, alles erlebt Dittrich durch seine Anwerbung als KGB Agent hautnah mit.

Spannend wird sein Spionagetraining beschrieben und noch spannender wird es, als er dann wirklich nach Amerika geschickt wird, um Informationen zu beschaffen. Immer wieder hat er Glück und schafft es, sich durch Fleiß, Intelligenz und Ehrgeiz eine neue und glaubwürdige Identität als amerikanischer Staatsbürger aufzubauen.

Das er es später schafft auszusteigen und unbeschadet vom KGB loszukommen, grenzt wirklich an ein Wunder.

Im letzten Drittel des Buches wird er Christ und dieser Teil ist wirklich glaubwürdig geschrieben.

Mein Fazit: Eine starke Biografie,sehr gut für Männer geeignet und auch gut für Geschichtsinteressierte zu empfehlen.

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