Jack D Schwager

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Alle Bücher von Jack D Schwager

Stock Market Wizards

Stock Market Wizards

 (1)
Erschienen am 31.10.2002
Magier der Märkte II

Magier der Märkte II

 (1)
Erschienen am 20.07.2006

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Rezension zu "Magier der Märkte II" von Jack D Schwager

Andere Trader, dieselben Erkenntnisse
R_Mantheyvor 3 Jahren

Merkwürdigerweise wird der zweite Teil von Schwagers unendlicher Interviewserie in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen als der erste. Nummer Eins enthält dagegen Interviews mit Leuten, die heute Giganten der Hedgefond-Szene und wirkliche Legenden sind.

Der Börsenpsychologe Van Tharp hat auf geheimnisvolle Weise ausgerechnet, dass es folgende "Bestandteile" des Tradings gibt: 60% Psychologie, 30% Position Sizing und 10% System. Irgendwie steckt in dieser Aussage die Voraussetzung, dass wir ein System oder eine Methode besitzen, die nachweislich profitabel ist, denn sonst nützen uns weder Psychologie noch Position Sizing wirklich etwas. Wir können davon ausgehen, dass alle in diesem Buch interviewten Trader eine solche profitable Handelsmethodik besaßen und sie erfolgreich anwandten.

Natürlich ist nicht zu erwarten, dass auch nur einer von ihnen uns verrät, wie er wirklich handelt. Noch werden wir erfahren, wie er sein Kapital einsetzt, wie groß seine Positionen sind und wie er diese Größe bestimmt. Eine wirklich singuläre Ausnahme bildet dabei Linda Bradford-Raschke mit ihrem Buch "Street Smarts". Aber selbst dort erfahren wir nur einen kleinen Teil der Wahrheit. Um tatsächlich von einem erfolgreichen Trader zu lernen, müssten wir die Gelegenheit haben, ihm ausreichend lange zusehen zu können und uns sein konkretes Vorgehen erklären zu lassen. Alles andere ist eine schöne Illusion.

Aber nehmen wir einmal an, uns wäre diese Gelegenheit gegeben worden. Dann würden wir vielleicht versuchen, das Gesehene zu kopieren und feststellen, dass wir es nicht können. Wir würden scheitern, nicht weil wir zu blöd sind, sondern weil wir eine andere innere Verfassung, ein anderes Temperament oder eine andere Denkweise besitzen. Bevor wir nicht unseren eigenen Stil gefunden haben, werden wir immer wieder Probleme bekommen.

Die Essenz dieses Buches, wie aller Interviews mit erfolgreichen Tradern, die ich jeden Monat in einer Fachzeitschrift lese, ist doch, dass alle diesen Prozess der Selbstfindung mehr oder weniger durchmachen mussten. Manchmal ist er lang und kostet viel Geld, manchmal ist er auch kürzer. Jeder, der Trader werden will, muss diesen Weg gehen und herausfinden, welche Art des Handelns zu ihm passt. Alle erfolgreichen Trader haben gemeinsame Eigenschaften: Sie sind extrem diszipliniert und wissen, dass sie es waren, die einen Fehler gemacht haben, wenn es einen gibt. Sie sind ungewöhnlich realistisch, mutig und entschlossen, wenn der Augenblick des Handelns kommt, und sie wissen, dass Verluste zum Geschäft gehören. Denn dies ist ein Geschäft. Es ist ein gnadenloser Spiegel unseres inneren Zustandes. Und nicht jeder hält das aus.

Diese Einsichten sind wie schon im ersten Teil das einzig wirklich Konkrete, was man aus diesem Buch entnehmen kann. Aber sie sind auch hier ihr Geld wert.

Man wird auch durch das Lesen eines weiteren Interview-Buches nicht wirklich schlauer. Aber es motiviert. Vielleicht baut es auch den einen oder anderen nach einem Fehlgriff wieder auf, wenn er hört, dass die meisten der hier Interviewten schon einmal pleite waren. Nur: wir machen konkrete Fehler und haben ein konkretes Problem, wenn es nicht so klappt wie es klappen sollte. Bei der Lösung solcher Probleme hilft das Buch natürlich nicht.

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Rezension zu "Stock Market Wizards" von Jack D Schwager

Offene Geheimnisse, die kaum einer wirklich glaubt
R_Mantheyvor 3 Jahren

Im dritten Teil seiner Interviewserie mit großen Tradern, lässt Schwager einige Größen des Aktienhandels zu Wort kommen. Wie schon in den ersten beiden Teilen verrät natürlich niemand von ihnen auch nur annähernd, nach welchem Erfolgsgeheimnis er vorgegangen ist. Deshalb kann der Wert dieser Interviews nur darin bestehen, dass man grundlegende Verhaltensweisen lernt. Und natürlich wird niemand durch das Lesen dieser Interviews ein erfolgreicher Trader werden. Man kann sich allerdings Bestätigung oder neue Motivation holen, wenn man hört, dass auch erfolgreiche Leute dämliche Fehler gemacht haben. Manche sogar mehrmals.

Den entscheidenden Punkt des erfolgreichen Tradings kann man in jedem der Interviews aufs Neue lesen. Mark Minervini formuliert es so (S.242): "Mit der richtigen Verlustbegrenzung hat man die Schlacht schon zu 90 Prozent gewonnen, ganz unabhängig davon, welche Strategie man verfolgt."

Genau an diesem Punkt trennen sich Spreu und Weizen. Natürlich ist die Grundvoraussetzung eines jeden Tradings, dass man eine in sich geschlossene, logische, komplette und vor allen Dingen selbst entwickelte Strategie besitzt, die Ein- und Ausstiegspunkte, Risikomanagement und Positionsgrößenbestimmung beinhaltet. Aber der entscheidende Punkt ist dabei tatsächlich die disziplinierte Verlustbegrenzung.

Man kann aus diesem Buch aber implizit auch noch viel über Fonds lernen. Die Interviewten leiten jetzt in der Regel ihren eigenen bankunabhängigen Fond. Fast immer haben sie jedoch bei großen Häusern angefangen und sind dort irgendwann nicht mehr vorwärts gekommen, weil ihre unfähigen Vorgesetzten sie ausgebremst hatten oder die Vorschriften so einschränkend waren, dass sie den Erfolg verhinderten.

Auch die meisten in Deutschland gehandelten Publikumsfonds sind eher eine Maßnahme zur Stützung der Aktienmärkte als der Versuch, das Geld der meist ahnungslosen Anleger zu vermehren. Wenn ein Fond auch in schlechten Börsenzeiten zu 80 Prozent investiert sein muss, dann ist dieser Schluss leider nahe liegend.

Das Buch enthält Interviews mit folgenden Aktien-Händlern: Stuart Walton, Michael Lauer, Steve Watson, Dana Galante, Mark D. Cook, Alphonse "Buddy" Fletcher Jr., Ahmet Okumus, Mark Minervini, Steve Lescarbeau, Michael Masters, John Bender, Claudio Guazzoni, David Show, Steve Cohen, Dr. Ari Kiev (der allerdings als Einziger kein Trader, sondern Psychologe ist). Den Interviews schließen sich 65 Schlussfolgerungen des Autors und ein kleines Kapitel über Optionen an.

Fazit.
Auch Schwagers drittes Interviewbuch hat seine Reize. Die einfachen Lehren wiederholen sich zwar von Buch zu Buch und von Interview zu Interview. Aber gerade deshalb werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Essenz eines guten Traders ausmachen. Sehr lesenswert.

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