EVIL

von Jack Ketchum 
4,3 Sterne bei768 Bewertungen
EVIL
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (633):
prudaxs avatar

Musste das Buch ab und zu mal weg legen, weil es ZU krass war. Dennoch sehr spannend und nach einer wahren Begebenheit

Kritisch (32):
Lena151s avatar

War mir zu grausam. Ich liebe eigentlich das Genre Horror, aber nur stumpfe Gewalt reicht einfach nicht.

Alle 768 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "EVIL"

Jack Ketchums beunruhigender, grenzüberschreitender Horrorthriller gilt unter Experten als eines der großen Meisterwerke des Genres. Die Geschichte eines Jungen, der inmitten einer amerikanischen Vorstadtidylle mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert wird, steigt tief hinab in die Abgründe der menschlichen Psyche. Nachdem der brillant geschriebene Roman viele Jahre unter der Hand als geheimer Klassiker die Runde gemacht hatte, erhielt er nicht zuletzt dank Stephen King, der zu diesem Werk auch eine ausführliche Einleitung verfasst hat, die verdiente Aufmerksamkeit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453677005
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Heyne, W
Erscheinungsdatum:08.09.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    melanieliests avatar
    melanieliestvor 2 Monaten
    Schauderhafte Gruppendynamik


    In diesem Buch treffen wir auf Dave, der von seiner düsteren Vergangenheit erzählt.
    Aufgewachsen ist er in einer idyllischen Kleinstadt, in der es keine Kriminalität gibt. Wir lernen die Clique aus seiner Straße kennen und erfahren von den Streichen, die sie ausgeheckt haben. Eines Tages trifft Dave an einem Bach auf Meg und ist sofort fasziniert von ihr. Schließlich erfährt er, dass sie mit ihrer Schwester von nun an im Nachbarhaus bei ihrer Tante wohnt, nachdem sie durch einen schrecklichen Autounfall ihre Eltern verloren haben.
    Tante Ruth war immer nett zu den Jungs und ließ ihnen einiges durchgehen – doch irgendwann beginnt sie sich zu verändern und fängt an, die Mädchen für banale Sachen zu bestrafen. Nachdem auch die Nachbarskinder in die Gewalttaten einbezogen werden, beginnt die Sache allmählich aus dem Ruder zu laufen…
    Die ersten 150 Seiten beginnen wie ein normaler Roman, wir lernen Dave kennen, seine Freunde und Ruth, die Mutter seines besten Freundes, bei denen er und die Nachbarskinder jederzeit ein- und ausgehen können. 
    Die zweite Hälfte des Buches ist allerdings nicht für zart besaitete Gemüter. Anfangs beginnt das „Mobbing“ der Mutter und der Nachbarskinder gegen die beiden Mädchen noch relativ harmlos, schaukelt sich aber hoch zu brutalen Szenen. Wer ein Problem mit sexuellem Inhalt oder schroff dargestellten sexuellen Praktiken oder Vergewaltigungsszenen hat, dem rate ich dringend von dem Buch ab. Das Mädchen wird in der kompletten zweiten Hälfte des Buches ausschließlich nur gefoltert und aufs grausamste gedemütigt und entwürdigt. Der Autor hat hierbei eine sehr bildhafte Beschreibung.
    Es hat sehr stark an meiner Schmerzgrenze gekratzt, ich hatte bei manchen Szenen Tränen in den Augen, weil ich so mit dem Mädchen mitgefühlt habe und auch Dave teilweise nicht verstanden habe. Er war in einem Zwiespalt aus Mitmachen oder dem Opfer helfen. 
    Noch verstörender ist, dass das Buch tatsächlich von einem echten Mordfall inspiriert wurde, der ähnlich wie im Buch passiert ist (Der Mordfall an Sylvia Likens)
    Anfangs fand ich es fast langatmig und dachte nicht, dass das Buch ab der Hälfte dann solche Fahrt aufnimmt. Ich mag Bücher, die an meiner Schmerzgrenze kratzen und mich hat es sehr nachdenklich gemacht! Selten bei einem Buch so verblüfft zurückgelassen worden und so mitgelitten. 
    Den Schluss fand ich trotz der Dramatik sehr gelungen und für mich war eine kleine Genugtuung dabei.

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    linda-liests avatar
    linda-liestvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: „Ihr glaubt, ihr wisst, was Schmerz ist?“ (S. 19)
    „Ihr glaubt, ihr wisst, was Schmerz ist?“ (S. 19)

    „Ihr glaubt, ihr wisst, was Schmerz ist?“ (S. 19)

    So beginnt Evil nachdem Vorwort von Stephen King. Davids zweite Frau glaubt es zu wissen. Sie hat vor Jahren zwei kämpfende Katzen erlebt. Dabei ging eine auf sie los und die Verletzungen mussten mit zahlreichen Stichen zusammengenäht werden. Sie hat keine Ahnung von Schmerzen.

    Nach Davids Meinung ist das kein Schmerz. Schmerz, der einen von innen heraus zerreißt ist viel schlimmer, als jegliche körperliche Empfindung.

    Evelyin, seine erste Frau, hat da schon mehr Erfahrung. Schließlich ist ihr Auto von der Fahrbahn abgekommen, mit ihrem damaligen Freund auf dem Beifahrersitz. Nachdem alles passiert ist, hat er nicht mehr neben ihr gesessen. Er war nur noch ein blutiger Klumpen inmitten blutbespritzer Glasscherben.

    Doch dennoch ist das nicht vergleichbar mit ihm. Sein Leben ist eine Katastrophe: „Seit dem Tag im Sommer 1958, an dem Ruth, Donny, Willie und wir anderen Meg Loughlin und ihre Schwester Susan kennen gelernt haben.“ (S.23)

    In dem Buch erfährt man den gesamten Leidensweg. Man erfährt Stück für Stück, die Schmerzen, die nicht nur er empfand, sondern jemand anderes noch viel stärker. Wobei er es ist, der diese Schmerzen noch viele Jahre später mit sich herumträgt.

    Das Buch habe ich an einem Tag durchgelesen. Ich denke, das sagt alles. Ich habe es in die Hand genommen, begonnen zu lesen und erst aufgehört, als ich es beendet hatte. Und das, obwohl ich die Verfilmung bereits kannte und mich das Buch eigentlich nicht mehr überraschen konnte. Dennoch war es etwas anderes. In einem Film sieht man, was passiert. In einem Buch erfährt man die Gefühlswelt der Protagonisten, da diese beschrieben ist. Ein Film vermag es nicht dies rüberzubringen, zumindest nicht vollständig, finde ich.

    Jack Ketchum ist es wieder einmal gelungen mit seinem einfachen direkten Schreibstil zu überzeugen. In diesem Buch überzeugt er nicht ausschließlich mit schockierenden Abscheulichkeiten, die jemanden körperlich zugefügt werden, auch wenn diese natürlich auch fundamentaler Bestandteil dieses Buches sind. Dennoch enthält es noch viel mehr. Er überzeugt vor allem auch durch den seelischen Zwiespalt, den David durchlebt. Einerseits ist er angetan von den Taten, andererseits weiß er aber auch, wie falsch es ist und will helfen.

    Eine Charaktergrafik, ein Bild zum Buch und meine vollständige Bewertung gibt es unter folgendem Link: Evil - Jack Ketchum

    Meinen Eindruck vor dem Lesen des Buches erfahrt ihr auf meinem Blog: Vor dem Lesen - Evil von Jack Ketchum

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    Ultravioletts avatar
    Ultraviolettvor 5 Monaten
    Im Abgang ziemlich fies!

    Ich habe mir dieses Buch nach Empfehlungen geholt, die auf der Frage meinerseits beruhten, was "wirklich harte literarische Kost" sei!
    Es sollte sich bewahrheiten. Was hier geboten wird ist wirklich hart! Die detaillierte Schilderung der kompletten physischen und psychischen Zerstörung einer Teenagerin. Entlang meiner Bewertungsskala wirkt sich jedoch negativ aus, dass die ersten ca. 150 Seiten der Geschichte zum größten Teil nur langweilendes Gelaber sind! Man könnte sich dieses erste Drittel des Romans getrost sparen und hätte trotz allem den kompletten storymäßigen Überblick, was den fortführenden Handlungsstrang betrifft.
    Klar, Ketchum versucht hier die schöne, heile Welt einer behüteten Kindheit in einer Kleinstadtidylle in den USA der 50er-Jahre zu schildern, allerdings tut er dies dermaßen ausgeprägt, dass es mir schon einen hohen Anteil an Durchhaltevermögen abverlangte, um den Plot nicht bereits im Mittelteil vor lauter Langweiligkeit abzubrechen... Davy trinkt Cola mit seinen Kumpels, Davy schaut sich Baseballspiele an, Davy entdeckt seine ersten Neigungen zum anderen Geschlecht, Davy schnippt Steine über's Wasser... Okay, okay - die Botschaft kam an, aber benötigt man dafür wirklich 150 Seiten?

    Was dann allerdings folgt ist eine stakkatoartige Aneinanderreihung von Grausamkeiten, Misshandlungen, Folterungen und Ekelhaftigkeiten, die ihresgleichen suchen und den Spannungsbogen bis zum finalen Abschluss kontinuierlich erhöhen!
    Ab hier war ich absolut gebannt und musste mich von da an mit einer Gefühlsmischung aus Abscheu und Voyeurismus anfreunden, die bis zur letzten Seite anhielt! Ketchum nötigt einen beinahe regelrecht dazu, die von Seite zu Seite ansteigende Perversion der Gräueltaten zu erfahren und das Buch entwickelt sich dadurch doch noch zu einem echten Page-Turner!

    Als Wermutstropfen bleibt leider das sehr, sehr zähe und langweilende BlaBla der ersten 150 Seiten.

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    C
    Cubivor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch was hinter die Fassade von menschlichem Abgründen blicken lässt. Leider für einige Kinder Realität.
    Abgründe des menschlichen Handelns

    Infos:

    Verlag: Heyne Verlag; Auflage: 4. Auflage (31. März 2014)
    Originaltitel: The Girl Next Door
    Seitenanzahl: 336
    ISBN: 9783453675025
    Preis: 9,99 €
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    Inhalt:

    Jack Ketchums beunruhigender, grenzüberschreitender Horrorthriller gilt unter Experten als eines der großen Meisterwerke des Genres. Die Geschichte eines Jungen, der inmitten einer amerikanischen Vorstadtidylle mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert wird, steigt tief hinab in die Abgründe der menschlichen Psyche. Nachdem der brillant geschriebene Roman viele Jahre unter der Hand als geheimer Klassiker die Runde gemacht hatte, erhält er jetzt nicht zuletzt dank Stephen King, der zu diesem Werk auch eine ausführliche Einleitung verfasst hat, die verdiente Aufmerksamkeit und erscheint nun endlich auch als deutsche Erstausgabe.

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    Meinung:

    1. Aufmachung/Schreibstil/Allgemein:
    Das Cover ist ansprechend gestaltet, durch die kurze und prägnante, blutig untermalte Überschrift. Es läd den Leser in die Welt des Horrors ein. Zudem ist durch das vielversprechende Vorwort von Stephen King die Spannung erweckt. Mit rund 330 Seiten und als kleines Taschenbuch wirkt das Buch als kurzweiliger schneller Horror für zwischendurch. Der Schreibstil ist immer gleichbleibend souverän und einfach gehalten. Das Buch ist in 5 Teilen untergliedert und besitzt 46 Kapitel. Das erste Kapitel und der Epilog sind aus der Sicht eines erwachsenen Mannes, der im folgenden sein Erlebnis aus dem Sommer 1958 schilderte. Das gesamte Buch ist aus der Sicht des Protagonisten David geschrieben, der den Leser zurück in die 50er Jahre versetzt.
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    2. Inhaltliche Ausseinandersetzung:
    Wir befinden uns inmitten einer amerikanischen Vorstadtidylle, so wie man es oft aus Filmen her kennt. Jeder kennt jeden, Nachbarschaft wird groß geschrieben, alle helfen einander. Kinder werden von ihren Eltern mit Strenge erzogen, treffen sich nahezu täglich draußen, um ihrem Kindsein nachzugehen. Sie zeigen sich völlig normal (jeder mit seiner eigenen Macke) und probieren sich aus (rauchen, Bier trinken etc.). David der Hauptprotagonist trifft sich oft mit seinen Nachbarsfreunden, Donny, Willie, Woofer, Eddie und Denise. Donnie, Willie und Woofer lebten bis zum Sommer 1958 allein bei deren Mutter Ruth, als die Cousinen Meg und Susan bei ihnen einzogen. Bei einem Autounfall kamen die Eltern ums leben und die beiden Mädchen überlebten teils schwer verletzt. Meg traf das erste mal auf David, als dieser am Bach Krebse fangen wollte. Sie kamen ins Gespräch und erste Details um die Mädchen wurden beschrieben. Susan die kleine Schwester hat ziemlich lange im Buch eine geheime Rolle, da diese erst viel später auf David zum ersten Mal traf, obwohl er des öfteren im Hause war. Die Mutter Ruth hat eine Rolle inne, die nach und nach ihr wahres Ich zeigt. Sie ist der eigentliche Treibende Keil zwischen den Kindern. Sie schührt den Hass gegenüber den beiden Mädchen und annimiert die Jungs mehr und mehr unmenschliche, aggressive Tendenzen zu zeigen. Sie wandelt zwischen gut und böse hin und her, so dass die Brutalität schleichend zunimmt und somit kaum durch die Kinder hinterfragt wird. Bis zur hälfte des Buches pläschert die Geschichte dahin. Der Leser erfährt einiges aus dem Leben der einzelnen Figuren und wird ab der hälfte des Buches von immer mehr Gewalt zwischen den Kindern erfahren. Die Brutalität geht bis aufs Äußerste und lässt nichts an Aggressivität aus. Der Schluss geht dann Schlag auf Schlag und plötzlich ist das Buch zu Ende.
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    Fazit:

    Wer ein Buch lesen möchte, welches über die menschliche Moral und Empathie hinaus geht ist mit diesem Buch gut bedient. Es lässt nichts an menschlichen Abgründen aus und lässt ein Gefühl des Eckels zurück. Menschlich Grauenvoll? Definitiv. Horror? Leider nein. Das Cover lässt durch den Aufdruck "Roman" die eigentliche Kategorie erblicken. Als Leser des Buches hinterlässt es viele Fragen hinsichtlich des Protagonisten David. Ich weiß das Kinder grauenvoll sein können und diese Geschichte sehr wohl nach einer wahren Begebenheit geschrieben sein kann, allerdings habe ich keine Sympathien für den jammernden David aufbauen können. Wenn ihm Meg so leid tut, warum unternimmt er nichts? Er ist alt genug um seine Eltern um Hilfe zu bitten, statt dessen schaut er zu und ist mehr am jammern als das eigentliche Opfer. Absolut kein Verständnis für seine Rolle. Die Mutter Ruth ist schlicht weg selbst psychisch so krank, dass diese Meg als eigenen Spiegel vor sich stehen hat. Somit ist sie in ihrer eigenen Kindheitsgeschichte gefangen und reagiert somit völlig realitätsfremd. Ihre Kinder handeln nur nach den Worten ihrer Mutter und handeln völlig Loyal in ihrem eigenen Konflikt zwischen gut und böse. Die Geschichte an sich ist ein trauriger Blick in die Abgründe eines Menschen, welches sicher nicht nur einmal auf dieser Welt gibt. Leider ist das für einige Kinder tägliche Realität. Aber die Art und Weise, wie der Autor die Geschichte abhandelt ist für mich nicht ansprechend und zudem kein Horror. Durch den wirklich schleppenden Anfang und dem Protagonisten David, der für mich genauso ein Täter ist wie alle anderen, ist mir das Buch leider nicht mehr als schwache 3 Sterne wert.

    Das Buch erhält von mir 3/5 Vikis

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    LeseBlicks avatar
    LeseBlickvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Immer wieder ein Highlight
    Ketchum zeigt zu was Menschen in der Lage sind

    Inhaltsangabe
    Die USA in den 50er- Jahren. Nach außen hin eine heile Welt, doch inmitten der amerikanischen Vorstadtidylle wird ein Junge mit unvorstellbaren Grausamkeiten konfrontiert. Jack Ketchum zeigt in seinem beunruhigenden, grenzüberschreitenden Horrorthriller die Abgründe der menschlichen Seele auf.

    Meine Meinung
    Dieses Buch habe ich über die Jahre schon mehr als einmal gelesen und ich weiß, dass ich es noch viele weitere Male lesen werde. Der zwölfjährige David, welcher in diesem Roman den Ich-Erzähler darstellt, schildert anfänglich das Leben einer amerikanischen Vorstadtidylle im Jahr 1958.

    „Diese Geschichte ist für dich, Ruth“ (S. 32)

    Diese Worte vom erwachsenen David stehen allerdings in keinem Fall für eine nett gemeinte Widmung. David erzählt viele Jahre später in welchen Sumpf aus Schrecken und kaum glaubhafter Gewalt er hineingezogen wurde.

    Jeder, der dieses Buch liest, wird anfänglich merken, dass Jack Ketchum den Leser ganz langsam und sacht an dieses Buch heranführt. Mit kleinen Schritten nähert man sich dem großen Schrecken.
    David lebt in einer beschaulichen Nachbarschaft. Da die Beziehung zu seinen Eltern nicht gerade die herzlichste ist, zieht es ihn sehr oft nach nebenan ins Nachbarhaus. Hier lebt Ruth mit ihren drei Söhnen Donnie, Willie und Ralphie. Vor allem mit Donnie verbindet David eine Freundschaft, da beide im gleichen Alter sind. Durch die Beschreibungen aus Davids Sicht wird sehr schnell klar, dass Ruth eine sehr spezielle Erziehung anwendet. Sie hat kein Problem, wenn ihre Söhne Alkohol trinken oder sich mit sexuell basierten Filmen im Fernsehen die Zeit vertreiben. David ist gerne bei der Familie Chandler nebenan, einfach weil alle locker miteinander umgehen und es keine Regeln gibt. Ruth ist weniger eine Erwachsene, eher eine Freundin der Jungs.

    Eines Tages trifft David auf Meg, welche nach einem Schicksalsschlag mit ihrer kleinen Schwester Susan zu ihrer Tante Ruth ziehen. Von Anfang an ist David fasziniert von Meg, doch schnell wird klar, dass Ruth mit den Mädchen nicht so umgeht, wie es eine Tante tun sollte.
    Für die beiden Mädchen war es im Endeffekt das schrecklichste Omen, dass ihre Obhut an ihre Tante Ruth ging. Von nun an verändert sich das Leben aller…

    Vom Ich-Erzähler bekommt man noch kurze Einblicke in sein Erwachsenenleben. Gescheiterte Ehen, Ängste und Kinderlosigkeit. Und dass er keine Kinder hat, liegt vor allem an dem Wissen, zu was Kinder in der Lage sind.

    Ab einem gewissen Punkt verändert sich die Atmosphäre im Buch erheblich.
    Jack Ketchum setzt einen Punkt hinter der heimischen Vorstadtidylle und nimmt den Leser mit zu einem Setting, welches jeden Leser packen und psychisch belasten wird.

    Dieses Buch bringt eine fesselnde und schockierende Story mit sich, spricht aber ebenso Themen an, welche weiterhin aktuell sind und mit denen man sich immer wieder auseinandersetzen sollte.
    Steckt in jedem etwas Böses?
    Aktivität vs. Passivität eines Handelnden.

    „Ich konnte es nicht mehr mit ansehen und schaute weg.“ (S. 144)

    Und immer wieder Fragen, wie: zu was wärst du in der Lage?

    Mit hat der Autor Bilder in mein Gehirn verpflanzt, die ich bereits nach dem ersten Mal lesen nicht mehr vergessen habe. Das wiederholte Lesen bringt mir jedes Mal das Grauen an sich näher.
    Im letzten Drittel traut man sich fast gar nicht mehr weiterzublättern.
    Wer dieses Buch als leichte Kost an sieht, der ist absolut abgehärtet.
    Meiner Meinung nach geschehen hier Dinge, die man einfach verachten muss.

    „Es gibt Dinge, die erzählt man nicht. Da stirbt man lieber.
    Dinge, von denen man weiß, dass man besser gestorben wäre, statt sie zu erleben.
    Diese Dinge habe ich erlebt.“ (S. 293)


    Mein Fazit
    Für mich ist und bleibt dieses Werk von Jack Ketchum einfach das Beste.
    „Evil“ kann ich ganz klar zu einem meiner Lieblingsbücher zählen.
    Und nicht aus dem Grund, weil ich es befürworte, was hier geschieht, sondern weil Ketchum den Leser hier sowas von in der Hand hat. Die Spannungskurze, ich nenne sie auch gern die Kurve des Grauens, fügt er so gekonnt in die Geschichte ein. Die Charakterdarstellungen sind brillant und die sehr detailgetreuen Beschreibungen packen jeden Leser emotional.
    Für jeden, der sich traut eine absolute Leseempfehlung.

    Das Buch wurde übrigens zwei Mal verfilmt.

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    NiWas avatar
    NiWavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Grenzüberschreitend.
    Grenzüberschreitend

    Mitten in der Vorstadt während eines idyllischen Sommers wird der Junge David mit traumatisierenden Grausamkeiten konfrontiert. Es zerrt ihn in den Keller der menschlichen Psyche hinab, was sein ganzes restliches Leben aus der Bahn werfen wird.

    „Evil“ ist der wohl bekannteste Splatter-Roman vom famosen Jack Ketchum, der mit seinem blutrünstigen, grenzüberschreitenden Hergang im Horror-Genre Geschichte geschrieben hat.

    Es beginnt als Rückblick auf die Kindheit im Stil eines Coming-of-Age-Romans. David erinnert sich an den verheerenden Sommer in den 1960ern als er das Nachbarsmädchen Meg kennenlernt.

    Meg ist mit ihrer jüngeren Schwester zu ihrer Tante Ruth gezogen, weil die Eltern bei einem Unfall gestorben sind. Sie haben ein neues Zuhause gefunden und noch ahnt niemand, dass das Grauen für die Mädchen erst beginnt.

    Sie versucht alles, um es ihrer Tante recht zu machen. Sie packt im Haushalt und im Garten an. Dabei ist sie stets bemüht, ihr neues Umfeld anzunehmen und Freunde zu finden. So bandelt sie etwas mit David an.

    David hat ein Auge auf Meg geworfen. Er steckt mitten in der Pubertät und merkt, wie sehr er sich für Mädchen begeistern kann. Er ist ein netter Junge, möchte Spaß und einen guten Sommer haben.

    Ruth ist die unberechenbarste Figur in diesem Roman. Als alleinerziehende Mutter zweier Jungs hat sie nun auch ihre Nichten am Hals. Anfangs agiert sie noch anständig, aber bald merkt man ihr die Überforderung an.

    Zu Beginn wirkt „Evil“ wie ein harmloser Coming-of-Age-Roman. Der Sommer ist da, die Stimmung ist gut und David freundet sich lose mit Meg an. Trotzdem hängt ein bedrohlicher Schauer über den Ereignissen. Die Luft wird immer dicker, die Atmosphäre ist drückend und gespannt. Man spürt, dass sich ein gewaltiges Gewitter entladen wird.

    Gewaltig und brutal ist es auf jeden Fall! Ketchum zeigt in blutigen Lettern, dass er kaum Grenzen kennt. Er erniedrigt, foltert, verbrennt, und bleibt damit so nahe an der Realität, dass es ordentlich auf den Magen drückt. Vielleicht wird manchmal übertrieben, eventuell scheint manche Konstellation konstruiert, aber nichts davon hat auf mich wie Fiktion gewirkt.

    Ich bin der Meinung, Jack Ketchum hat damals mit „Evil“ eine Grenze des Genres überschritten und zeigt, wie blutig-real Splatter sein kann. Denn obwohl das Buch harmlos beginnt, findet es im Blutrausch sein Ende, was man beim Lesen stellenweise kaum aushalten kann.

    Wer sich ab und zu an Splatter wagt, dem soll unbedingt zu Ketchums bösem Buch geraten sein. Wenn man ohnehin dem Genre nichts abgewinnen kann, gilt, die Finger davon zu lassen.

    Kommentare: 5
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    tinstamps avatar
    tinstampvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das verdeutlicht zu welchen Gräueltaten Menschen fähig sind und welches zum Nachdenken anregt. Nichts für Zartbeseitete!
    Von Manipulation und Grausamkeiten

    Über "Evil" hört man ja schon seit der Erstveröffentlichung viele Meinungen. Das Buch erschien bereits 2006 in der 4. Auflage im Heyne Hardcore Verlag (da gehört es auch hin) und es stand schon eine ganze Weile in meinem SuB-Regal. Da kam mir die Leserunde mit meinen lieben Bloggerfreunden gerade recht, denn das Buch soll ja harter Tobak sein...und ist es auch! Da liest es sich doch gemeinsam gleich viel "angstfreier".
    Das Vorwort von Stephen King verrät leider einiges und ich würde es auf jeden Fall erst danach lesen!

    Das Erschreckendste an Jack Ketchums Roman ist, dass er auf den wahren Fall von Sylvia Likens basiert.
    Es ist ein Sommer in New Jersey in den 1960iger Jahren. Als erwachsener Mann blickt David auf seine Kindheit zurück und auf die Schuld, die er damals auf sich geladen hat. Eine, die er seitdem mit sich herumträgt und ihn nicht vergessen lässt.
    David hatte bis zu diesem Sommer eine normale Kindheit. Meistens spielte er mit den Chandler Jungen aus dem Nachbarhaus. Ihre Mutter Ruth ist alleinerziehend und viele Kinder gehen bei ihr ein und aus. Eines Tages ziehen bei Ruth ihre zwei Nichten ein: Megan und Susan, die ihre Eltern bei einem Autounfall verloren haben. Susan ist noch immer auf ihre Krücken angewiesen, während Meg eine lange Narbe an ihrem Arm hat. David freundet sich mit Meg an, als die beiden Kinder am Bach Krebse fangen. Er verguckt sich in das etwas ältere Mädchen. Ruth ist nicht glücklich über den Neuzwachs und beginnt die beiden Mädchen zu schikanieren. Vorallem auf Meg hat sie es abgesehen. Zu Beginn noch eher harmlos, steigert sich ihr Hass auf das Mädchen rasant und wird in der zweiten Buchhälfte zur grauenhafter Folter im Bunkerkeller des Hauses. Das Schlimme daran ist, dass die alkoholkranke Ruth "nur" die Auftraggebende ist....Ausführer sind ihre Söhne und einige Nachbarkinder. David ist dabei Zuschauer, greift jedoch nicht ein.

    Ich wusste bereits, dass ich hier eine sehr grausame Geschichte vor mir habe, die noch dazu auf einer wahren Begebenheit beruht. Deswegen war ich anfangs sehr überrascht, dass der Roman über lange Zeit eher ruhig war und eher an einen Coming-of-Age Roman erinnert. Als Leser stand ich ziemlich unter Spannung, weil man automatisch darauf wartet, dass das Grauen zuschlägt. Doch es schleicht sich erst langsam heran... Was als Spiel beginnt, wird zu einem Vorgang, der komplett aus dem Ruder läuft. Es wird verstörend, grausam und brutal...

    Ketchum erzählt zu Beginn aus der Sicht des erwachsenen David in einer Art Rückblick, der Großteil jedoch ist aus der kindlichen Sicht des Jungen geschrieben. Man erlebt dabei Davids Gedanken und seine Gewissensbisse. Er weiß ganz genau, dass hier Unrecht geschieht, greift aber nicht ein. Hier kommen einige Aspekte zum Tragen: Manipulation, Angst, Gier, Voyeurismus und Gruppenzwang. Man kann diese Schlagworte heute genauso in anderen Situationen anwenden und wird immer wieder auf ähnliche Grausamkeiten stoßen, die in der Gemeinschaft viel schneller ausgeübt werden, als alleine.

    Ketchum zeigt sehr deutlich wozu wir Menschen fähig sind. Auch beim Lesen verfällt man in eine Art Schockstarre und will doch wissen, wie es weitergeht...

    Dem Autor ist hier ein Werk gelungen, das seinesgleichen sucht. Das Grauen beginnt in der Kleinstadtidylle erst unsichtbar um sich zu greifen, bis es dann ausbricht. Man kann sich in David gut hineinversetzen und Ketchum lässt einem die Frage stellen, wie man wohl selbst als 12jähriger gehandelt hätte...

    In all den Jahren wurde das Buch zweimal verfilmt. Einmal mit dem gleichnamigen Titel wie die deutsche Ausgabe und einmal unter "The Girl next door". Zusätzlich gibt es noch die Verfilmung der realen Geschichte: "An American Crime". Ich weiß, dass ich mir keinen der Film ansehen werde! Ich kann in Büchern wirklich viele blutige und grauenhafte Szenen lesen, aber im Film ansehen? NEIN!


    Fazit:
    Ein Buch, das verdeutlicht zu welchen Gräueltaten Menschen fähig sind und welches zum Nachdenken anregt. "Evil" hinterlässt auf jeden Fall einen bleibenden Eindruck, egal was man davon hält. Man sollte sich aber immer vor Augen führen, dass Jack Ketchum einen wahren Fall als Vorlage hatte! Nichts für Zartbeseitete!

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    imsoinlovewithbooksvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mich emotional sehr überfordert. Man muss die Grausamkeiten darin auf jeden Fall ertragen können. An sich nicht schlecht.
    Das Böse in Buchform

    Eigentlich dachte ich immer, ich sei kein Weichei. Ich dachte, ich mag Horrorgeschichten. Allerdings habe ich bei dieser Rechnung nicht berücksichtigt, dass meine Horrorerfahrungen sich größtenteils auf die Werke von Stephen King beziehen. Ketchum ist im Gegensatz zu ihm ein ganz anderes Leseerlebnis. Von Jack Ketchum las ich bisher lediglich ein Buch: "Beutezeit", das mir gut gefiel, weshalb ich gerne zu "Evil" gegriffen habe.

    Aber bei „Evil“ war es eine ganz andere Sache. Der Titel passt perfekt zum Inhalt. In Beutezeit hatte man wenigstens die Illusion der Fiktionalität, man konnte der Geschichte nicht viel Reales abgewinnen. Ein erfundenes Scenario, das hat Beutezeit für mich erträglich gemacht.

    Denkt man jedoch über die Geschehnisse in Evil nach, hat dies weitaus größeren realen Charakter. Dass diese Geschichte genauso stattgefunden hat, ist nicht unvorstellbar. Noch schlimmer ist, dass sie auf einer wahren Begebenheit beruht.

    Es fällt mir ziemlich schwer, diese Geschichte zu bewerten. Aber auf einige Punkte möchte ich trotzdem eingehen. Zum Einen wäre da der innere Konflikt Davids, der sich vor allem auf die Frage der Schuld bezieht. Mit David hat Ketchum einen Charakter erschaffen, der ein zwiespältiges Gefühl in mir auslöste. Ich war zwar unglaublich wütend, aber gleichzeitig hatte ich Mitleid mit ihm.

    Ein weiterer Punkt, der mich an dieser Geschichte fasziniert hat, ist der Wahnsinn, der ausbricht. Wie in „Beutezeit“ zeigt Ketchum, was Menschen bereit sind auszuleben, wenn nur eine Person sie antreibt. Dass diese Person einen an der Waffel hat, macht die Geschichte natürlich zu dem, was sie ist. Ketchum beschreibt demnach nicht nur die Grausamkeiten, sondern auch die Abgründe der menschlichen Psyche. Ich kann das Buch auf keinen Fall schlecht finden, aber es ist nichts für zart besaitete Leser. 

    Ketchums Schreibstil war sehr temporeich (Ich habe das Buch an einem Tag gelesen), aber er gibt einem immer wieder die Zeit, sich zu erholen, was mir gut gefallen hat.

    Einige der Figuren in diesem Buch bedienen ein gewisses Klischee, was mich jedoch nicht störte. Vielmehr passte es gut in die Geschichte und zeigte in gewisser Hinsicht eine Möglichkeit, wie Menschen zu dem werden, was sie sind.

    Ich werde vermutlich keinen Ketchum mehr lesen, jedenfalls nicht in naher Zukunft, aber ich empfehle das Buch trotzdem an Leser, die mehr aushalten können. Auf jeden Fall sollten sie mehr Erfahrung im Horrorbereich gesammelt haben, als ich.


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    Edaaas avatar
    Edaaavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Das schrecklichste Buch, was ich jemals gelesen habe! Aber dennoch faszinierend...
    Unglaublich...

    Wie schon gesagt, ist dieses Buch das schlimmste, was ich jemals gelesen habe. Mit jeder Seite, die ich gelesen habe, ist mein Herz ein Stückchen gebrochen.

    Wie können Menschen anderen Menschen solch ein Leid hinzufügen? Vor allem Kinder?! Und Ruth(die Tante von diesem Mädchen) ist eine Erwachsene Person und sollte wissen, dass man so etwas schlimmes nicht machen darf!

    Trotz der schlimmen Geschichte, hat es Jack Ketchum irgendwie geschafft, dass man das Buch weiter ließt. Egal was passierte...

    Da diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, ist es einfach umso schlimmer. Es passieren Dinge, wo man sich denkt, was zum Teufel mit der Menschheit eigentlich los ist. Wie kann man nur so grausam sein und Menschen so qüalen? Was ist der Grund für so ein Handeln?

    Der Glaube an die Menschheit ist verloren!

    Überlegt euch gut, ob ihr dieses Buch lesen wollt.

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    MrPolicemans avatar
    MrPolicemanvor einem Jahr
    Grausam und Gnadenlosen

    Jack Ketchum's Werk ,,Evil'' wurde vom Heyne verlag herausgegeben und gilt unter Experten als Meisterwerk im Bereich der Horrorthriller.

    Zum Inhalt:

    In Jack Ketchum's Werk ,,Evil'' geht es um die Geschichte eines Junge (Dave), die sich in den 1950er Jahren in einer idyllischen Kleinstadt in den USA abgespielt hat.

    Die Kleinstadt wird von Ketchum in einer malerischen Idylle beschrieben, wo sich alle Familien gegenseitig kennen und deren Kinder miteinander spielen und Spaß haben, bis eines Tages Meg zu Ihrer Tante Ruth zieht, da ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind.

    Kurz nachdem Meg mit ihrer kleinen Schwester in die Kleinstadt gezogen ist, beginnen die abscheulichen Misshandlungen von Ruth.

    Die sonst so nette Ruth beginnt Meg für die kleinsten Verfehlungen zu bestrafen, was schon bald von harmlosen Strafen wie Hausarrest oder Essensentzug zur Gewalt führt.

    Schließlich wird Meg das Opfer in dem ,,Spiel'' wie es die Kinder in der Kleinstadt mal genannt haben. Meg wird mehr und mehr geschlagen und im Laufe des Buches mit abscheulichen Methoden gefoltert, wobei Ruth alle Nachbarskinder mit einbezieht. Es entsteht ein Strudel der Gewalt, Folter und Vergewaltigung, der schließlich nicht mehr aufzuhalten scheint, da Ruth mehr und mehr die Kontrolle verliert und sich verändert und die Nachbarskinder ihre perfiden Vorstellungen ausleben, was letztlich den Tod von Meg bedeutet.

    Schreibstil und Fazit:

    Jack Ketchum bedient sich bei seinem Werk ,,Evil'' nicht nur seiner Fiktion, sondern bedient sich an dem Fall von Sylvia Likens, die in den USA als 16 jährige misshandelt und gefoltert wurde, nachdem sie und ihre an Kinderlähmung leidende Schwester in Obhut gegeben worden sind.

    Somit hat sich Ketchum eine traurige und abscheuliche aber wahre Begebenheit zu Nutzen gemacht und sein Werk ,,Evil'' geschrieben.

    Dies ist ihm in dem Sinne überaus gelungen, da er nicht nur die 1950er Jahre als auch die idyllische Kleinstadt sehr bildhaft und authentisch beschreibt, sondern auch die im Buch auftretenden Charaktere sehr authentisch und echt erscheinen lässt.

    Der Leser ist so gefesselt, dass er beim Lesen automatisch Gefühle im Hinblick auf die Geschehnisse entwickeln muss. Der Schreibstil ist dazu so fesselnd und spannend, dass zu keiner Zeit Hänger entstehen oder Langeweile aufkommt, denn der Leser fragt sich zu jeder Zeit, was wohl als nächstes für eine Abscheulichkeit auf ihn zukommt.

    So ahnt der Leser mehr und mehr, dass der Strudel der Gewalt irgendwann eskalieren und ausarten muss, was er im Endeffekt im Tod von Meg auch tut.

     

    Jack Ketchum's Werk ,,Evil'' ist auf seine ganz eigene Art und Weise sehr gelunge, da er, wie ich persönlich finde, dem Leser zeigt, dass Misshandlung, Folter und Gewalt gegenüber Kindern oder auch Schutzbefohlenen an der Tagesordnung ist und es das auch überall auf der Welt in dieser Form gibt. Es ist erschreckend zu sehen, wie detailliert Ketchum diese Geschehnisse und Misshandlungen gnadenlos beschreibt aber gerade das rüttelt den Leser in gewisser Weise auf und bringt ihn zum Nachdenken.

    Deshalb gebe ich für das Buch ,,Evill'' von Jack Ketchum eine absolute Leseempfehlung, da es die Sicht der Leser erweitert und dem Leser eine Seite zeigt, die viele nicht wahr haben oder sehen wollen, die es aber dennoch leider gibt.

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