Jack London

 4.1 Sterne bei 739 Bewertungen
Autor von Wolfsblut, Der Seewolf und weiteren Büchern.
Jack London

Lebenslauf von Jack London

Jack London wurde am 12. Januar 1876 als John Griffith Chaney in San Francisco geboren. Er verbrachte seine Kindheit in der San Francisco Bay Area an mehreren Orten, da sein Stiefvater versuchte, als Farmer erfolgreich zu arbeiten. 1886 zog die Familie nach Oakland, wo Jack eine zweite Mutter in Virginia Prentiss fand, eine ehemalige Sklavin, die von Jacks leiblicher Mutter als Ziehmutter bezahlt wurde. London verließ schon mit 13 Jahren die High School und musste fortan arbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen. Dennoch fand er Zeit, um Bücher in Massen zu verschlingen, unterstützt von der Bibliothekarin Ina Coolbrith. Mit 15 wurde er der jüngste Austern-Pirat von San Francisco, schloss sich danach der Fischereipolizei an und verbrachte einige Zeit auf See als Robbenjäger oder auch auf Reisen. 1897 segelte er nach Kalifornien, um erfolglos nach Gold zu suchen. Als er mittellos nach Kalifornien zurückkam, veröffentlichte er in kurzer Folge Reiseromane, Reportagen, Artikel und Kurzgeschichten und wurde schnell zum Bestsellerautor. Die meiste Bekanntheit erlangte er durch "Ruf der Wildnis", "Wolfsblut" und "Der Seewolf". Diese Abenteuerromane trafen den Nerv der Zeit und gaben gleichzeitig einen großen geographischen Überblick über die Orte, die London bereist hatte. Vom eingenommenen Geld baute er sich eine Yacht, die *Snark*, mit der er sogar bis nach Australien segelte. 1903 lernte er seine zukünftige Ehefrau kennen, mit der er zwar keine Kinder hatte, deren glückliche Ehe aber bis Londons Tod anhielt. Jack London starb mit 40 Jahren auf seiner Farm.

Neue Bücher

Mord auf Bestellung

 (8)
Erscheint am 10.12.2018 als Taschenbuch bei Penguin.

Martin Eden

 (16)
Neu erschienen am 31.08.2018 als Taschenbuch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Jack London

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Wolfsblut

Wolfsblut

 (204)
Erschienen am 27.03.2018
Der Seewolf

Der Seewolf

 (126)
Erschienen am 21.11.2014
Der Ruf der Wildnis

Der Ruf der Wildnis

 (118)
Erschienen am 01.12.2013
König Alkohol

König Alkohol

 (62)
Erschienen am 14.03.2018
Lockruf des Goldes

Lockruf des Goldes

 (22)
Erschienen am 14.03.2018
Martin Eden

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 (16)
Erschienen am 31.08.2018
Meistererzählungen

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 (8)
Erschienen am 22.02.2011
Mord auf Bestellung

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 (8)
Erschienen am 10.12.2018

Neue Rezensionen zu Jack London

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Rezension zu "König Alkohol" von Jack London

Alkoholische Memoiren
Kapitel7vor einem Monat

Im Jahr 1911 stimmt Kalifornien über das Frauenwahlrecht ab. Jack London stimmt dafür. Sein Grund: Er ist sich sicher, dass die Frauen sich für ein Alkoholverbot einsetzen werden. Denn Jack London trinkt. Er trinkt seit früher Jugend und er trinkt mehr, als es für ihn gut ist. Er ist sich dessen bewusst, auch wenn er sagt:

Aber meine Geschichte ist nicht die Geschichte eines bekehrten Säufers. Ich bin nie ein Säufer gewesen und bin auch nicht bekehrt. 

König Alkohol sind seine „alkoholischen Memoiren“. Jack London erzählt uns, wie er im Lauf seines Lebens mit Alkohol in Kontakt gekommen ist, wie es kam, dass er zum Trinker wurde. Immer wieder nennt er die Gesellschaft als Grund. Wo Menschen zusammenkommen, dort wird getrunken. Es ist eine Form gesellschaftlichen Umgangs, das Schmiermittel der Gemeinschaft. Man will eine gute Zeit zusammen verbringen und so wird getrunken, auch wenn der Alkohol gar nicht schmeckt. Nein zu sagen wäre ein Affront gegen den, der die Runde ausgibt. Der physische Widerwille gegen den Alkohol wird der Gesellschaft wegen besiegt.

König Alkohol, das ist John Barleycorn. John Barleycorn ist eine verharmlosende Bezeichnung für Whiskey. Dies sollte man wissen, um anfangs nicht verwirrt zu sein. Hier ist der Anhang mit Anmerkungen sehr hilfreich.

Durch diesen Kunstgriff, durchgehend von John Barleycorn als Person zu sprechen, werden Jack Londons alkoholische Memoiren lebendig. Zeitgleich spricht sich Jack London dadurch allerdings auch von eigener Schuld frei, distanziert sich. Der Alkohol, John Barleycorn ist wie eine andere, eine durchtriebene, Persönlichkeit mit eigenem Willen, die auf ihn wirkt und gegen die er machtlos ist.

Trotz aller Beteuerungen, es sei vor allem die Struktur der Gesellschaft, die ihn zum Trinken verleitet hat, ist König Alkohol nicht weinerlich oder apologetisch. Der Text trägt im Rückblick auf vergangene Ereignisse stets eine leichte Selbstironie in sich, was ihn unterhaltsam macht. Dazu hat Jack London bekanntlich ein unfassbar buntes Leben gelebt. Seine zahlreichen verschiedenen Berufe haben ihn weit herumgebracht. Seine Bereitschaft, sich widrigen Umständen auszusetzen, hat ihn zahlreiche Erfahrungen machen lassen.

König Alkohol ist voller Selbstreflektion, doch es ist keineswegs ein trauriges Buch. Was herauskommt, ist eine unterhaltsame (alkoholische) Lebensgeschichte, die trotz einer gewissen Wiederholung der grundlegenden Muster nie langweilig wird. (Können Memoiren eines Trinkers überhaupt trocken sein? *Badumm-tsss*)

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Rezension zu "Die Eiserne Ferse" von Jack London

Leider ziemlich fader Sozialismusunterricht
Kapitel7vor einem Monat

Welche Enttäuschung ist ähnlich groß als die, ein Buch eines seiner Lieblingsautoren todlangweilig zu müssen? Leider ist genau das bei Die eiserne Ferse der Fall. Ich kann dem Buch nichts gutes abgewinnen und war selten erleichtert, es zuschlagen zu können.

 

Der Rahmen wird gerne mal weggelassen

Zunächst muss man bei diesem Buch unbedingt auf die Erzählsituation hinweisen, um es vernünftig zu verstehen. Jack London entwickelt hier eine Herausgeberfiktion: Im 27. Jahrhundert wird in einem Versteck ein Manuskript gefunden, das von Avis Everhard verfasst wurde. Avis Everhard war die Gattin des Sozialistenführers Ernest Everhard, der in den niedergeschlagenen Aufständen und Revolutionen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine gewichtige Rolle spielte.
An sich ein interessanter Kunstgriff, mit dem sich sicherlich einige gute Geschichten erzählen ließen – theoretisch, aber nicht hier.

Diese Information erhält der Leser aus einem Vorwort des fiktiven Herausgebers, das seltsamerweise allerdings in einigen deutschen Auflagen des Buches – so auch in meiner – fehlt. Hat man diese Information nicht, kann der Einstieg in den Text sehr merkwürdig werden. (Diese Entscheidung des Verlags wird noch merkwürdiger dadurch, dass im Nachwort des realen Herausgebers auf das gelegentliche Fehlen des Vorwortes hingewiesen wird. Wtf?) Unterstützt wird die Herausgeberfunktion von Zahlreichen Fußnoten, die dem fiktiven Leser des 27. Jahrhunderts weiteres Hintergrundwissen zur Zeit Everhards liefern.

Wer genau sind nun Avis und Ernest Everhard und was ist ihre Geschichte?

Sozialismus, Sozialismus und noch mehr Sozialismus

Avis ist eine Tochter aus wohlhabendem Haus, Ernest kommt aus ärmeren Verhältnissen. Später wird sie seine Ehefrau. Ernests Hauptanliegen ist die Ausbeutung der Arbeiterschaft durch die Oligarchie, der Kampf von Arbeit und Kapital. Ein Sozialist in Reinform eben. Auch der Autor, Jack London, war zu dieser Zeit seines Lebens glühender Sozialist und vieles davon fließt in dieses Buch ein.

Bereits der erste Teil des Buches ist äußerst ermüdend, denn er besteht zu einem großen Teil in der Wiedergabe von Ernests Ausführungen zu Arbeit und Kapital, zu Arbeiterschaft und herrschender Klasse, der sogenannten „eisernen Ferse“, die ein unterdrückerisches System hervorbringt. Wer nicht dem System dient, der wird früher oder später unschädlich gemacht, etwa durch Rufmord oder Entzug seiner finanziellen Mittel. Auf diese Weise fallen etwa Avis‘ Vater oder Bischof Morehouse der eisernen Ferse zum Opfer.

Das Buch wirkt durch und durch wie Sozialismusunterricht und man muss wohl selbst Sozialist sein, um das halbwegs gut oder interessant zu finden, vor allem mit unserer historischen Erfahrung. Es ist als solle man belehrt und bekehrt werden. Viel zu offensichtlich wird konsequent nach gut und böse eingeordnet. Everhard ist in Diskussionen brillant, alle seine Prognosen treffen ein. Anders gesagt, er ist eine fehlerlose, übermenschliche und stinklangweilige Figur.

Kein bisschen unterhaltsame alternative history

Die zweite Hälfte des Buches enthält glücklicherweise weniger Diskussion und dafür einen Bericht des Verlaufs der sozialistischen Organisation, Aufstände, des Partisanenkampfes und der Rebellion, die schließlich blutig niedergeschlagen wird. All das ist leider ebenfalls unendlich fad. Das Buch hat mit einem Roman wenig zu tun, es wirkt, als würde man ein schlechtes (und eben fiktives) Geschichtsbuch lesen. Namen reihen sich an Namen, Ereignisse an Ereignisse, hängen bleibt wenig. Partisanen gut, Eiserne Ferse böse und ausbeuterisch.

Somit handelt es sich eigentlich um eine Dystopie. Aus dem Rahmen (der wie erwähnt in manchen deutschen Ausgaben fehlt – vielleicht ideologische Gründe?) erfährt man, dass nach einigen weiteren blutigen und gescheiterten Revolutionen die Arbeiter nach ein paar Jahrhunderten doch irgendwann Erfolg hatten und das sozialistische Paradies eingetreten ist. Dadurch wird das Buch zur sozialistischen Utopie.


Es wundert mich wenig, dass es von diesem Buch keine aktuelle Ausgabe gibt. Selten war ich so froh, ein Buch zuschlagen zu können. Ich möchte es auch gar nicht auf den Punkt der sozialistischen Ideologie herabbrechen, Die eiserne Ferse ist ganz einfach kein unterhaltsam geschriebenes Buch. Es ist besser, sich bei Jack London an seine großartigen Abenteuerromane zu halten.

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Rezension zu "Wolfsblut" von Jack London

Zwischen Natur und Zivilisation
Kapitel7vor 2 Monaten

Wolfsblut erzählt die Geschichte des jungen Wolfes White Fang aus dessen Perspektive.

Der Gegensatz von Natur und Gesellschaft ist ein Element, das im Werk Jack Londons immer wieder auftaucht. White Fang macht in Wolfsblut die genau gegensätzliche Entwicklung durch, die der Hund Buck in Ruf der Wildnis durchmacht. Die Umwelt seiner frühen Jahre hat White Fang geprägt und hart werden lassen. Sein Leben war ein Überlebenskampf, der die Schwachen bestrafte; in seiner brutalen Welt gab es keine Liebe und kein Mitleid. Erst spät begegnen ihm diese Dinge und er muss lernen, sie zu begreifen, und sie zuzulassen. White Fang muss Treue, Liebe und Moral lernen und seine Wildheit in der Gesellschaft bremsen. Die großen Themen von Wolfsblut sind der Daseinskampf und das Verhältnis von Natur und Zivilisation.

"Die Gefangenschaft hatte ihn weich gemacht. Keine Verantwortung tragen zu müssen, hatte ihn weich gemacht. Er hatte vergessen, wie man für sich selbst sorgte."

Jack Londons Protagonisten sind immer dann glücklich, wenn sie tätig sind, und wenn im Einklang mit ihrer Natur und ihren Instinkten sind. Denn dann fühlen sie sich lebendig. Das entspricht – stark vereinfacht – Jack Londons Philosophie eines guten Lebens: in Einklang mit der inneren Natur tätig sein.

Die Sprache, mit der Jack London diese Parts schildert, ist mitreissend und direkt. Wir erleben Leid, Staunen und Freude White Fangs. Die harte Realität von Fressen und Gefressen werden wird nie beschönigt oder umschrieben, sondern immer ungetrübt und wenn nötig in ihrer Brutalität kalt und ehrlich dargestellt. Diese faszinierende Direktheit ist eines der Elemente, die mir in den Romanen Jack Londons immer besonders gefallen.

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Gespräche aus der Community

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Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden
Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. 

Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost!

Für den Juni haben wir uns Wolfsblut von Jack London ausgesucht.

Klappentext:
Mit »Wolfsblut« schuf der amerikanische Schriftsteller Jack London (London, Jack 1876 - 1916) das glanzvolle Gegenstück zu seinem drei Jahre zuvor erschienenen Tierroman »Ruf der Wildnis«. Erzählt wird die Lebensgeschichte des Wolfshundes White Fang, der als Jungtier von Indianern gefangen wird und fortan einen harten und entbehrungsreichen Daseinskampf unter den Menschen führt. Erst als der mitfühlend freundliche Ingenieur Weedon Scott ihn vor dem sicheren Tod rettet, ist er wirklich bereit, sich mit der zivilisierten Welt anzufreunden…

Die Leserunde beginnt in der ersten Juniwoche und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns an „Wolfsblut“  lesen will.:-)

Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben gibt.

Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung.
Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen!

• Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit  die Leserunde übersichtlich bleibt.
• Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen!


Zur Einteilung der Leseabschnitte
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Meine Ausgabe ist in 5 Teile gegliedert und danach habe ich die Leserunde eingeteilt:

1) Teil
Kapitel 1: Auf der Fährte nach Fleisch
Kapitel 2: Die Wölfin
Kapitel 3: Heulender Hunger

2) Teil
Kapitel 1: Der Kampf mit den Zähnen
Kapitel 2: Das Lager
Kapitel 3: Das graue Junge
Kapitel 4: Die Wand der Außenwelt
Kapitel 5: Das Recht auf Fleisch

3) Teil
Kapitel 1: Die Feuermacher
Kapitel 2: Die Knechtschaft
Kapitel 3: Der Ausgestoßene
Kapitel 4: Die Fahrt der Götter
Kapitel 5: Der Bund mit den Menschen
Kapitel 6: Die Hungersnot

4) Teil
Kapitel 1: Der Feind seiner Gattung
Kapitel 2: Der tolle Gott
Kapitel 3: Das Regiment des Hasses
Kapitel 4: Im Rachen des Todes
Kapitel 5: Unzähmbar
Kapitel 6: Der Gebieter

5) Teil
Kapitel 1: Die lange Fahrt
Kapitel 2: Das Südland
Kapitel 3: Des Herrn Besitztum
Kapitel 4: Die Stimme des Blutes
Kapitel 5: Der schlafende Wolf
S
Letzter Beitrag von  sKnaerzlevor 3 Jahren
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Jack London wurde am 12. Januar 1876 in San Francisco (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

Community-Statistik

in 954 Bibliotheken

auf 67 Wunschlisten

von 14 Lesern aktuell gelesen

von 18 Lesern gefolgt

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