König Alkohol

von Jack London 
4,2 Sterne bei61 Bewertungen
König Alkohol
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Kapitel7s avatar

Jack London beschreibt mit humorvollem Unterton seinen Weg in die Alkoholsucht

buchbunts avatar

Schöne Biografie und Beschreibung der Alkoholsucht von Jack London selbst!

Alle 61 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "König Alkohol"

"König Alkohol" (Originaltitel: "John Barleycorn") ist ein autobiographischer Text des Schriftstellers Jack London von 1913.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783746076942
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:180 Seiten
Verlag:Books on Demand
Erscheinungsdatum:14.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist bei ZYX Music erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne25
  • 4 Sterne24
  • 3 Sterne10
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern1
  • Sortieren:
    Kapitel7s avatar
    Kapitel7vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Jack London beschreibt mit humorvollem Unterton seinen Weg in die Alkoholsucht
    Alkoholische Memoiren

    Im Jahr 1911 stimmt Kalifornien über das Frauenwahlrecht ab. Jack London stimmt dafür. Sein Grund: Er ist sich sicher, dass die Frauen sich für ein Alkoholverbot einsetzen werden. Denn Jack London trinkt. Er trinkt seit früher Jugend und er trinkt mehr, als es für ihn gut ist. Er ist sich dessen bewusst, auch wenn er sagt:

    Aber meine Geschichte ist nicht die Geschichte eines bekehrten Säufers. Ich bin nie ein Säufer gewesen und bin auch nicht bekehrt. 

    König Alkohol sind seine „alkoholischen Memoiren“. Jack London erzählt uns, wie er im Lauf seines Lebens mit Alkohol in Kontakt gekommen ist, wie es kam, dass er zum Trinker wurde. Immer wieder nennt er die Gesellschaft als Grund. Wo Menschen zusammenkommen, dort wird getrunken. Es ist eine Form gesellschaftlichen Umgangs, das Schmiermittel der Gemeinschaft. Man will eine gute Zeit zusammen verbringen und so wird getrunken, auch wenn der Alkohol gar nicht schmeckt. Nein zu sagen wäre ein Affront gegen den, der die Runde ausgibt. Der physische Widerwille gegen den Alkohol wird der Gesellschaft wegen besiegt.

    König Alkohol, das ist John Barleycorn. John Barleycorn ist eine verharmlosende Bezeichnung für Whiskey. Dies sollte man wissen, um anfangs nicht verwirrt zu sein. Hier ist der Anhang mit Anmerkungen sehr hilfreich.

    Durch diesen Kunstgriff, durchgehend von John Barleycorn als Person zu sprechen, werden Jack Londons alkoholische Memoiren lebendig. Zeitgleich spricht sich Jack London dadurch allerdings auch von eigener Schuld frei, distanziert sich. Der Alkohol, John Barleycorn ist wie eine andere, eine durchtriebene, Persönlichkeit mit eigenem Willen, die auf ihn wirkt und gegen die er machtlos ist.

    Trotz aller Beteuerungen, es sei vor allem die Struktur der Gesellschaft, die ihn zum Trinken verleitet hat, ist König Alkohol nicht weinerlich oder apologetisch. Der Text trägt im Rückblick auf vergangene Ereignisse stets eine leichte Selbstironie in sich, was ihn unterhaltsam macht. Dazu hat Jack London bekanntlich ein unfassbar buntes Leben gelebt. Seine zahlreichen verschiedenen Berufe haben ihn weit herumgebracht. Seine Bereitschaft, sich widrigen Umständen auszusetzen, hat ihn zahlreiche Erfahrungen machen lassen.

    König Alkohol ist voller Selbstreflektion, doch es ist keineswegs ein trauriges Buch. Was herauskommt, ist eine unterhaltsame (alkoholische) Lebensgeschichte, die trotz einer gewissen Wiederholung der grundlegenden Muster nie langweilig wird. (Können Memoiren eines Trinkers überhaupt trocken sein? *Badumm-tsss*)

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    Duffys avatar
    Duffyvor 6 Monaten
    Eine leicht konfuse Trinkerbeichte

    Es ist keine Autobiografie im eigentlichen Sinn, die London hier verfasste, sondern es ist seine Biografie als Trinker. Von frühester Kindheit (mit 5) beginnt diese und zieht sich bis an sein Lebensende. Dabei nennt er den Alkohol "König" Alkohol, gibt ihm fast menschliche Züge, die eines Begleiters und führt sogar Dialoge. Knapp vor einer Mystifizierung macht er jedoch seine Trunksucht, von der er behauptet, dass ihn der Geschmack des Trinkens abstößt und es ihm nur um die Rauschzustände geht, zur unabdingbaren Voraussetzung von Männlichkeit, wie er auch die ganze Zeit über nie die Problematik bei Frauen sieht.Im Gegenteil. In seinem letzten Kapitel, in dem er ein flammendes Plädoyer gegen die Trunksucht hält und die Kinder und Jugend beschützt wissen will, erhebt er die Frau zur letzten Chance, die Männerwelt vom Trinken abzuhalten. Nur aus diesem Grund stimmt er z.B. für das Wahlrecht für Frauen.
    Seine Zeit als Arbeiter und Abenteurer schildert er penibel wie ein Buchhalter, seine Exzesse und die Zeiten der Abstinenz reiht er aneinander, als wären es Stationen auf einer Bahnfahrt. Vieles klingt auch einfach zu sehr nach Romancier und das, was den Leser am meisten interessieren könnte, nämlich die Auswirkungen auf sein Schreiben, erwähnt er nur in einigen Nebensätzen. Überhaupt kommt sein Leben als Schriftsteller fast gar nicht vor. Immerhin ist er einer der wenigen seiner Zeit, die den Erfolg noch miterleben können.
    Unter dem Strich kann man sagen, dass er bis zum Schluss rein verstandesmäßig seinen Alkoholismus nicht unter Kontrolle hat, trotzdem er es gerne beahuptet. Dazu fehlte ihm einfach der Wille. Wie die meisten Alkoholiker hat er die Notwerndigkeit gesehen, sich davon auch geistig trennen zu müssen (auch diesen erstrebenswerten geistigen Zustand betont er oft und negiert eine körperliche Versehrtheit durch den Alkohol), doch er wollte es nicht, meinte, die Ausnahme sein zu können. Dass ihm der "König Alkohol", dem er die "Weiße Logik" zugestand, immer überlegen sein würde, wollte er einfach nicht wahrhaben.
    Ein Buch, das zwiespältige Empfindungen hinterlässt. Londons Biografie ist eigentlich gut aufgearbeitet worden, da scheint seine "Beichte" eigentlich überflüssig, was er im Moment der Niederschrift natürlich noch nicht wissen konnte. Sie ist auch deswegen zwiespältig, weil man nicht alles glauben muss, was er schreibt. Sein früher Tod mag sicher auch mehr mit dem Alkohol zu tun haben, als er vermuten konnte. Für alle, die es interessiert, aber nicht zwingend.

    Kommentieren0
    8
    Teilen
    Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren
    Ein eindrucksvolles Zeugnis menschlicher Hilflosigkeit

    Dieser Text des für seine Abenteuergeschichten bekannten Autors Jack London bietet dem Leser einen erschreckenden, weil schonungslosen und vor allem authentischen Blick in das Seelenleben eines großen Literaten. Von Anbeginn seiner Kindheit, über eine bewegte und zu früh beendete Jugend bis ins Mannesalter reicht der Überblick über die Beziehung Londons zum Alkohol, zu John Barleycorn, wie er vom Autor genannt wird. Dabei entspinnt sich eine tragische, schleichende und unabwendbare Abhängigkeit, deren körperliche Auswirkungen Jack London an einigen Stellen genauer beschreibt. Dennoch kann er das Trinken nicht verhindern, sondern sieht sich als Lebemann in der Pflicht, gesellschaftliche Konventionen zu pflegen, zu denen Trinkfestigkeit und gute Qualitäten als Gastgeber gehören. Häufig wird die Omnipräsenz des Alkohols als eigentliches Übel für die Alkoholsucht angeführt. Im Amerika des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde eine stark entwickelte Saloon-Kultur gelebt, die die Ausgabe von harten Alkohol auch an unmündige Jugendliche nicht sanktionierte. So führte der Weg des jungen Jack London schnell über die Bekanntschaften in Oakland und an anderen Orten der Welt in eine Sucht, deren Perfidie darin bestand, dass sie vom Autor selbst nie als solche wahrgenommen wurde. Wie ein Mantra wiederholt er, dass keine körperliche Notwendigkeit bestand, Alkohol zu konsumieren. Auch schafft er es vermehrt, über längere Zeiträume das Trinken einzustellen. Doch nur, um in der Folge um so ausgiebiger zu alten Mustern zurückzukehren.
    "König Alkohol" zeigt, dem Titel entsprechend, die Herrschaft des Getränks über einen Menschen, der zwar in der Lage ist, seine Handlungen klar zu reflektieren, aber eine Abwendung vom Gift, dass ihn zerstört, nicht bewerkstelligen kann. Insofern liegt eine enorme Tragik in diesem Werk, dass uns Jack London von einer psychologischen Seite zeigt, wie sie so sonst nicht sichtbar ist. London wurde ein Opfer seiner Sucht, seine Schrift wurde nach seinem Tod zu einer zentralen Waffe der Anti-Alkohol-Liga in Amerika. Das Buch ist nicht nur für Freunde Jack Londons eine Empfehlung wert, sondern kann heute von allen Menschen gelesen werden, die einen Zugang zu authentischen gesellschaftskritischen Schriften suchen.

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    M
    Mario_Veraguthvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Erschütterndes Mahnmal wider der leidigen, unauslöschbaren Bagatellisierung und Glorifizierung der Volksdroge
    Rezension zu "König Alkohol" von Jack London

    Die Schlussfolgerung Londons, sich als Befürworter des Frauenwahlrechts und der Emanzipation engagieren zu müssen, um dadurch einen gesellschaftlichen Wandel hin zu Prohibition und einer nicht von Drogen vergifteten Jugend und Millionen leidender Angehöriger in Gang zu setzen, ist hehr und nachahmenswert. Leider scheitert sie an der Realität.

    Eindrücklich wird der Weg in den Niedergang eines Menschen in einer von Toleranz und Glorifizierung der Trunksucht geprägten Welt beschrieben. Beginnend mit der Verharmlosung der gefährlichen ersten Begegnungen mit Alkohol im Kindesalter, die von den involvierten Erwachsenen als lustige Anekdoten wahrgenommen werden, über den Gruppenzwang und dem Bedürfnis, reif und erfahren wirken zu wollen, spannt sich der Bogen bis zum verhängnisvollen regelmäßigen Konsum. Wo London in seinen wilden Jugendjahren noch durch exzessiven, aber zu seinem Glück regelmäßig unterbrochenen, Alkoholkonsum auf Messers Schneide balanciert, verfällt er mit zunehmenden Alter in einen immer ausschweifenderen und unkontrollierbaren Drang nach dem ihm niemals sonderlich mundenden Gift. Ironischerweise richtet er sich auf dem Höhepunkt seines Schaffens als gemachter und angesehener Mann, der ohne Methanolnachschub nicht einmal mehr zum Schreiben fähig ist, systematisch zu Grunde. Die Konditionierung seiner von Armut und harter Arbeit geprägten Kindheit und Jugend legten das Fundament für die spätere Vernichtung.

    Lebensnah werden auch die Metamorphosen beschrieben, die mit dem Suff einher gehen. Von blitzschnellen Stimmungsumschwüngen, in denen aus Freundschaft Mordlust wird; ekstatischer Verzückung, die in lebensbedrohliche Vergiftung umschlägt; trügerischer Eloquenz und Charme zu tiefer Depression und Selbstmordabsicht. Und über all dem stets das Banner der gruppendynamischen Illuminierungsverherrlichung.

    Obwohl man, ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen oder in die unsicheren Gefilde der politischen Inkorrektheit oder Geschlechterdiskriminerung abzudriften, durchaus sagen darf, dass der Suff ein zutiefst männliches Problem ist. Beginnend mit dem Gruppenzwang, Gruppenblödheit, dem Entsprechen von Erwartungshaltungen und der kulturellen Konditionierung fallen Männer aufgrund ihrem Hang zur Rudelbildung samt Hirnausschaltung viel eher der Sucht anheim als nicht nur in dieser Hinsicht sozial wesentlich kompetentere Frauen. Die traurige Ironie ist, dass die vorsichtigeren und ihrem Verstand vor der totalen Illuminierung den Vorzug gebenden Frauen die Hauptleidtragenden der zu vernünftigen Konsumformen unfähigen männlichen Bevölkerung sind.

    London als Vordenker einer anderen Art der Drogenpolitik zu bezeichnen, kann aufgrund des nachvollziehbar extremen Standpunkts der Prohibition nicht gut gehen. Eher hat er die Finger in die Wunde eines wohl unlösbaren Dilemmas gelegt, das zwischen rigidem Verbot samt drakonischer Strafen und liberaler Legalisierung auch zu harter Substanzen schwankt. Einen Mittelweg zu beschreiten wird schon allein aufgrund der psychologischen Schlüsselreize rund um Verbote und gesellschaftliche Zwänge unmöglich sein. Nur offenbart sich anhand der Thematik die Erbärmlichkeit der weltweiten Gesetzgebung, die willkürlich zwischen Todesstrafe und legalem Verkauf für ein und dieselbe Substanz steht und stark von kulturellen Strukturen geprägt ist.

    Man durchlebt an der Seite Londons eine ganze Säuferkarriere und die Motive, Ängste und Hintergründe wurden selten in solch eindringlichen Bildern gezeichnet. Ein leider wohl zeitloses Werk, da man eine Droge, die einmal so tief in das kulturelle und gesellschaftliche Leben eines Volkes hinein gewuchert ist, unmöglich wieder verschwinden lassen kann. Denn dafür wären Selbstkritik, Reflektion, generelles Umdenken, eine neue Gesellschaftsordnung und anderweitige Utopien notwendig, wie eine Zivilisation, die sich nicht mit der Glorifizierung krankmachender Gifte selbst beschämen muss, sondern es ihren Mitgliedern ermöglicht, ein würdiges und erfülltes Leben zu führen. Und damit dem Übel Wasser, Wurzel und Ursache abgräbt und durchtrennt.

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    SandraWers avatar
    SandraWervor 4 Jahren
    Kurzmeinung: John Barleycorn ist die Ursache des Übels. Jack London über sein Leben und den Alkohol, der ihn bis zum Ende begleitete
    John Barleycorn

    Dieses stark autobiographische Werk Jack Londons beschäftigt sich mit John Barleycorn und Jack Londons Beziehung zu John Barleycorn. John Barleycorn ist eine spöttische, meist verharmlosende Bezeichnung für den Alkohol.

    Beginnend mit seiner Kindheit erzählt Jack London seine schlimmsten oder auch prägendsten Erlebnisse, bei denen er mit Alkohol in Kontakt trat. Chronologisch geht er dabei vor, beginnend als Fünfjähriger, als er dem Vater einen Krug Bier aufs Feld bringen sollte.

    Er betont das ganze Buch über, dass er, wieviel er auch immer trank, den Alkohol nie brauchte, nie wahrlich abhängig war. Dabei wird auch in den Anmerkungen erwähnt, dass ein Bewusstsein über die Gefahren der Abhängigkeit zum Alkohol zu der Zeit als Jack London lebte noch nicht bekannt waren. Er trank als junger Mann stets in Gesellschaft, nie aber alleine. Sein Leben war sehr abenteuerlich. Er musste viel arbeiten, um auch seine Familie nach dem Tod seines Vaters unterstützen zu können. Erst als er als Schriftsteller zu arbeiten begann und damit auch Geld verdienen konnte, begann er nach seinem täglichen Schreibpensum von tausend Wörtern,  regelmäßig zu trinken. Jack London sprach sich für das Verbot des Alkohols aus. Zu der Zeit, als das Buch geschrieben wurde, bahnte sich die Prohibition in den Vereinigten Staaten schon an. In einigen Bundesstaaten, bestand bereits ein Verbot. Das Bundesweite Verbot von Alkohol wurde allerdings erst nach Jack Londons Tod im Jahre 1920 durchgesetzt.

    Am Anfang des Buches hatte Jack London seinen Alkoholkonsum immer im Griff. Es gab sowohl Alkohol Exzesse, als auch lange Phasen der Abstinenz. Erst im späteren Verlauf verlor er die Kontrolle und sah sich selbst in einer Situation, die ihn fest im Griff hatte. Er unternahm mehrere Segeltrips mit seiner Frau Charmian, auf denen er versuchte ohne Alkohol auszukommen, nicht zuletzt um seine Ehe zu retten.

    Besonders schockierend war das vorletzte Kapitel des Buches in dem wohl Jack Londons inneres Gefühlsleben zum Ausdruck gebracht wurde, das sehr von Depressionen, gesundheitlichen Problemen und dem Problemen von dem verstärkten Alkoholkonsum geprägt waren. Er selbst meinte, er wäre schon längst gestorben, hätte er nicht eine von Natur aus so starke körperliche Konstitution. Ich brauchte besonders lange für dieses Kapitel und musste das Buch des Öfteren beiseitelegen. Ich merkte dann, dass sich meine gegenwärtige Stimmung selbst, durch das gelesene zum Negativen beeinflusste. Ich fühlte mich niedergeschlagen und pessimistisch. Er selbst litt unter Depressionen und auch das Thema Tod, findet in diesem Kapitel einen wichtigen Platz. Erst zu Beginn des nächsten Kapitels verstand ich den Grund des zuvor Geschriebenen. Hier erklärte er nämlich, warum er den Leser für die vergangenen 15 Minuten in so eine Lage versetzen wollte. Er wollte seinen Zustand zum Ausdruck bringen, sein Inneres nach außen kehren und somit den Leser das Gefühl vermitteln, in dem er sich befand.

    Ich habe das Buch gelesen, weil ich mich für das Thema Alkohol und Sucht interessiere. Ich wollte das Phänomen des Alkoholsüchtigen verstehen. Dass nämlich der Alkohol den Trinker wirklich einnimmt, also das Leben soweit steuert, dass man nicht aus seinem eigenen Willen entscheiden kann, das zu machen, was man will also keinen Alkohol zu trinken. Der Alkohol hat den Abhängigen im Griff und kontrolliert auch seinen Willen. Den Willen zu trinken.

    Zum Buch selber würde ich sagen, dass Jack London ein großer für mich sehr interessanter Autor ist. In die Zeit einzutauchen, in der Jack London lebte ist ein weiteres Erlebnis. Amerika im beginnenden 20 Jahrhundert, Seefahrt und Goldsuchen; das ist alles sehr abenteuerlich.

    Bezüglich der Neuübersetzung wäre es vielleicht noch zu erwähnen, dass
    dem Buch ein Anmerkungsverzeichnis beigefügt ist, in dem Dinge erklärt
    werden, die Zeit, Ort und Parallelen bzw. Zusatzinformationen zu Jack
    Londons Leben enthalten.

    Aber um explizit ins Abentuer einzutauchen würde ich wohl eher Bücher, wie "Ruf der Wildnis" empfehlen. John Barleycorn – König Alkohol, zentriert sich auf das Abenteuer beim trinken!

    Kommentare: 1
    53
    Teilen
    Hypochrisys avatar
    Hypochrisyvor 4 Jahren
    - Hypochrisy -

    Als Fünfjähriger probiert er aus Neugier Bier, als Siebenjähriger trinkt er aus Todesangst einige Liter Rotwein: beide Male kostet es ihn fast das Leben. Doch schon der vierzehnjährige Jack London lernt, daß der ihm so widerliche Alkohol ein wesentlicher Bestandteil der wilden, für ihn von Abenteuer und Romantik erfüllten Männerwelt ist, die ihn fortlockt von seiner monotonen und schlechtbezahlten Fabrikarbeit. Und so trinkt er zum Zeichen der Männlichkeit und des Erwachsenseins, um die Freundschaft der von ihm bewunderten Austernräuber zu gewinnen. Fortan begleitet der Alkohol sein abenteuerliches Leben. ›König Alkohol‹ ist ein faszinierender, stark autobiographisch gefärbter Roman.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    B
    BlurOasisvor 8 Jahren
    Rezension zu "König Alkohol" von Jack London

    Das beste Nicht-Bukowski Buch über den Alkohol,dazu eine wunderbare Geschichte über das Erwachsenwerden und die Zwänge des Mannseins,ein absolute Leseempfehlung

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    Ines_Muellers avatar
    Ines_Muellervor 8 Jahren
    Rezension zu "König Alkohol" von Jack London

    Jack London, der am 12. Januar 1876 in San Francisco geboren wurde, führte in seiner Jugend bzw als junger Mann ein ziemlich wildes Leben. Als Jugendlicher plünderte er auf illegale Weise die Austernbänke San Franciscos, doch fast wäre ihm dies zum Verhängnis geworden: Öfters feierte London mit seinen Kameraden die Nacht durch und sprach dem Alkohol großzügig zu, wodurch er eines Tages vom Bord des Schiffes fiel. Er selbst beschreibt dieses Erlebnis wie folgt:

    "Eine leise Ahnung ergriff mich plötzlich, daß ich durch die Ebbe entführt würde. Ich hatte nie an Sterben gedacht. Selbstmordgedanken lagen mir fern. Und als sie jetzt kamen, erschienen diese mir als eine prachtvolle, glänzende Apotheose, als die Krönung meiner kurzen, aber strahlenden Laufbahn. Ich, der ich nie die Liebe eines Mädchens, die Liebe einer Gattin oder die Liebe von Kindern kennengelernt, der ich nie auf den weiten sonnigen Gefilden der Kunst gespielt, nie die sternkalten Zinnen der Philosophie erklommen und noch nicht mehr als einen Stecknadelkopf von der gewaltigen Welt vor Augen gesehen hatte - ich stellte fest, daß ich alles konnte, alles gesehen und erlebt hatte, was überhaupt erlebenswert war und daß es jetzt Zeit sei, zu verschwinden. Das war der Streich, den König Alkohol mir spielte!" ( König Alkohol, Seite 59 )

    In "König Alkohol" schildert er nun seine lebenslangen Erfahrungen mit dem Alkohol. So erzählt er zum Beispiel, wie er mit fünf Jahren das erste Mal aus Neugierde Bier trank und wie er als Siebenjähriger aus Angst soviel Wein trank, dass er mehrere Tage (!) lang in einem Delirium gefangen war. Als Erwachsener wird er schließlich abhängig, sodass er ohne Alkohol keinen Satz mehr zu Papier bringt.

    Bereits nachdem ich die ersten paar Seiten gelesen hatte, war ich so begeistert, dass ich mir sicher war, dass dieses Buch die volle Punktzahl verdienen würde. Jack London hat einen tollen Schreibstil, der zwar sehr sachlich gehalten ist, dadurch aber diese schlimmen Ereignisse seines Lebens noch untermauert. An manchen Stellen war ich einfach nur schockiert, besonders darüber, dass er bereits als kleines Kind anfing zu trinken (siehe oben) oder ich konnte nur noch den Kopf schütteln und denken: "Oh, mein Gott!" Das eindrucksvollste am Buch war aber, dass Jack London trotz aller Geschehnisse und auch obwohl er weiß, dass der Alkohol ein falscher Freund ist, der einem nur verspricht, aber nichts gibt, abhängig bleibt.

    Diesen Beitrag möchte ich gerne mit einem Zitat aus König Alkohol beenden: "Ich wünschte, meine Vorfahren hätten König Alkohol lange vor meiner Zeit in Bann gehalten. Ich bedaure es, dass er in der Gemeinschaft blüht und gedeiht, in der ich geboren bis, so dass ich seine Bekanntschaft machen musste und lange innig mit ihm verkehrt habe." (Seite 157)

    Treffender geht es wohl kaum, oder?

    Kommentieren0
    41
    Teilen
    Bernhards avatar
    Bernhardvor 10 Jahren
    Rezension zu "König Alkohol" von Jack London

    Erschreckend realistisches Buch, über die Abgründe des Alkoholmissbrauchs.

    Kommentieren0
    6
    Teilen
    DriftinHearts avatar
    DriftinHeartvor 10 Jahren
    Rezension zu "König Alkohol" von Jack London

    Ein Zitat aus diesem Roman hat mich schwer beeindruckt und so möchte ich es als Anregung für die Lektüre erwähnen:

    "Meine Anklage gegen König Alkohol ist schwer und wuchtig. Denn gerade die guten Kameraden, die wertvollen, die Burschen mit der Schwäche allzu großer Kraft, die geistreichen, feurigen und von prachtvoller Tollheit entflammten, gerade die verdirbt und verführt er am liebsten. Selbstverständlich vernichtet er Schwächlinge; aber mit denen beschäftigen wir uns hier nicht. Ich behaupte, daß es gerade die besten von uns sind, die König Alkohol vernichtet. Und der Grund, daß diese besten vernichtet werden, ist der, daß König Alkohol an jeder Straße und jedem Wege mit offenen Armen unter dem Schutze der Gesetze und achtungsvoll von der Polizei gegrüßt steht, daß er jeden anspricht und ihn an der Hand dorthin führt, wo die guten Kameraden und die verwegenen Burschen sich treffen und stark trinken. Räumte man König Alkohol aus dem Wege, diese waghalsigen Burschen würden dennoch geboren, und dann würden sie Großtaten verrichten, statt wie jetzt zu Grunde zu gehen."

    Jack London schreibt in einem unheimlich schönen Stil, der sehr lebhaft und realistisch anmutet. Außer "Wolfsblut" (und das war in der Schulzeit) habe ich noch kein weiteres seiner Bücher gelesen und trotzdem muss ich sagen: Beeindruckend. London nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut keine noch so abschreckenden autobiografischen Erzählungen. Er lässt uns in seine tiefste Seele blicken und ist extrem ehrlich, was ihn meiner Meinung nach sehr sympatisch macht. Beim Lesen hat man stets das Gefühl, auf irgend eine Weise sein Freund und Begleiter für die Dauer der Erzählung zu sein und leidet, lacht und freut sich mit ihm. Das bringt einem die Bedeutung des Buches, die er dem Leser vermitteln will, noch näher, als dies vielleicht ein anderer Autor mit einem anderen Schreibstil und ohne jeglichen Bezug zum Erzählten, getan hätte.

    Als "Abschreckung" für Erwachsene ist dieser Roman sicherlich sehr gut geeignet, ich finde jedoch, dass - entgegen Londons ausfrücklicher Empfehlung für "die Jungen seiner Zeit" - Jugendliche es nicht unbedingt lesen sollten. Im allergrößten Teil des Buches wird nämlich äußerst positiv über den Konsum von Alkohol geschrieben und wie London durch ihn zu vielen Freunden und Erlebnissen gekommen ist. Man gewinnt den starken Eindruck, dass er eigentlich nichts gegen Alkohol hat und ihn teilweise sogar als notwendig für soziale Bindungen hält, und das, so denke ich, sollte man Jugendlichen und Heranwachsenden nicht eintrichtern. Auch am Ende fasst er den Entschluss, nie wieder alleine und in großen Mengen zu trinken, sondern nur noch in Gesellschaft, denn er habe so schöne Erfahrungen sozialer und kameradschaftlicher Art mit dem Alkohol gemacht, dass er ihn für solche Zwecke nicht mehr entbehren könne. Andererseits sagt er aber, dass es notwendig ist, die vollständige Prohibition einzuleiten und somit die kommenden Generationen von König Alkohol fernzuhalten. Trotzdem, wie gesagt, für Jugendliche nicht zu empfehlen, da man es auch komplett falsch verstehen könnte, vor allem, wenn man das Buch nicht zu Ende liest.

    Kommentieren0
    9
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks