Die Farbe von Winterkirschen

von Jackie Copleton 
3,4 Sterne bei10 Bewertungen
Die Farbe von Winterkirschen
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Ein Buch, das einem nach einer schweren Reise durch die Vergangenheit, einen Abschluss präsentiert, der etwas aufatmen lässt.

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Anspruchsvoll erzählt: ein starker Inhalt mit einem in sich runden Abgang.

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Inhaltsangabe zu "Die Farbe von Winterkirschen"

Ein Tag, der alles zerstörte. Eine Mutter, die ihr Kind verlor. Und ihr Wunsch nach Vergebung, der nie verging – eine bewegende Geschichte um Liebe, Reue und Hoffnung.

Sie verlor ihre Tochter an dem Tag, an dem die Bombe fiel. Ama hatte sich mit Yuko verabredet, um mit ihr über den Mann zu sprechen, den Yuko so liebte und Ama gleichermaßen verabscheute. Doch dazu kam es nie. Ama war zu spät – und ihre Tochter und ihr Enkel tot. Ama ließ Nagasaki hinter sich, wanderte nach Amerika aus, aber der Schmerz blieb. Nie konnte sie sich verzeihen, gab sich selbst die Schuld am Tod, ja sogar am Schicksal ihrer Tochter. Sie zog sich immer mehr zurück und lebte in ihrer eigenen Welt voll Trauer und Schmerz – bis ein junger Mann an ihre Tür klopft. Er sagt, er sei Hideo, ihr totgeglaubter Enkel. Zuerst will sie ihm nicht glauben, doch dann öffnet sie ihr Herz und lässt die Hoffnung herein …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783809026662
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:350 Seiten
Verlag:Limes
Erscheinungsdatum:13.11.2017

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    friederickesblogs avatar
    friederickesblogvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch, das einem nach einer schweren Reise durch die Vergangenheit, einen Abschluss präsentiert, der etwas aufatmen lässt.
    Ein sehr beeindruckendes Buch

    Klappentext:

     

    Sie verlor ihre Tochter an dem Tag, an dem die Bombe fiel. Ama hatte sich mit Yuko verabredet, um mit ihr über den Mann zu sprechen, den Yuko so liebte und Ama gleichermaßen verabscheute. Doch dazu kam es nie. Ama war zu spät – und ihre Tochter und ihr Enkel tot. Ama ließ Nagasaki hinter sich, wanderte nach Amerika aus, aber der Schmerz blieb. Nie konnte sie sich verzeihen, gab sich selbst die Schuld am Tod, ja sogar am Schicksal ihrer Tochter. Sie zog sich immer mehr zurück und lebte in ihrer eigenen Welt voll Trauer und Schmerz – bis ein junger Mann an ihre Tür klopft. Er sagt, er sei Hideo, ihr totgeglaubter Enkel. Zuerst will sie ihm nicht glauben, doch dann öffnet sie ihr Herz und lässt die Hoffnung herein …

     

     

    Die Autorin:

     

     

    Jackie Copleton unterrichtete Englisch in Nagasaki und Sapporo, bevor sie wieder nach England zurückkehrte und als Journalistin arbeitete. »Die Farbe von Winterkirschen« ist ihr erster Roman, der von der Presse hochgelobt wurde. Außerdem wurde er gleich für den Baileys Women’s Prize for Fiction nominiert und von den englischen Lesern von Richard und Judys Buchclub als bestes Buch 2016 auserkoren.

     

     

    Cover:

     

     

    Das Cover zeigt die japanische Schneekirsche in voller Blüte auf zartem Hintergrund. Titel und Abbildung laden zusammen mit dem Klappentext ein, wissen zu wollen, was die Geschichte bereithält.

     

     

    Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

     

     

    Ameratasu Takahashi hat sich mit ihrer Tochter verabredet, um über den Mann zu reden, den Yoko liebt und den sie als Mutter verachtet. Aber sie kommt zu spät. Es ist der Tag und die Stunde, als die Bombe fällt. Sie verliert dabei ihre Tochter und ihren Enkelsohn und gibt sich selbst die Schuld am Tod ihrer Tochter. Mit ihrem Mann wandert sie nach Amerika aus und vergräbt sich Jahrzehnte in ihrem Kummer. Bis eines Tages ein junger Mann vor ihrer Tür steht und behauptet ihr Enkelsohn zu sein.

     

     

    Meine Meinung:

     

     

    Das Buch beginnt mit dem Trauma der Atombombe von Hiroschima. Auch wenn man weiß, was damals passierte, ist die geschichtliche Einbettung in das direkte Leben einer Familie eine andere Empfindung, als die Kenntnisse aus dem Geschichtsbuch. So tauchte ich aus der Perspektive von Ameratasu in die furchtbaren Geschehnisse ein.

     

    Die Figuren sind wunderbar und feinfühlig ausgearbeitet. Alle Charaktere sind glaubhaft und strahlen das aus, was man ihnen zugeschrieben hat. Sie sind authentisch und nehmen die Leser emotional sehr mit.

     

    Der Schreibstil ist gut verständlich, sehr differenziert und präzise schildernd. Die Autorin wahrt etwas Distanz zu den Geschehnissen und erhebt damit jederzeit den Anspruch, die eingearbeitete Zeitgeschichte nicht zu übertreiben. Die Liebesgeschichte ist in die schrecklichen Geschehnisse sehr feinsinnig und ohne Klischees eingearbeitet. Die Schauplätze sind sehr genau beschrieben und lassen es zu, anschaulich nach Japan zu reisen.

     

    Das Buch erwartet beim Lesen volle Aufmerksamkeit, da es nicht nur die Geschichte von Ameratasu und ihrem Enkel erzählt, sondern häufig die Perspektive wechselt und viele zeitliche Sprünge vornimmt. Dabei nutzt die Autorin nicht die Chronologie der Ereignisse, sondern bindet Lebensabschnitt zu Gedanken, oder schildert Vorkommnisse ohne einen zeitlichen Bezug. Das ist aber sehr positiv zu bewerten, weil die Erzählung an Intensität, Spannung und Verständnis gewinnt. Zu Beginn eines Kapitels erfahren wir eine Begrifflichkeit über die japanische Kultur, die gerade in diesem Abschnitt eine Bedeutung hat.

     

    Dieses Familiendrama wird neben den Erinnerungen von Ameratasu, auch aus dem Tagebuch ihrer Tochter Yoko und Briefen von Shige geschildert. Insgesamt entsteht ein ziemlich komplexes Bild, getragen von japanischen Traditionen und Werten, ein Bild das außerdem die Vergangenheit der Protagonisten, die geschichtlichen Ereignisse und die neue Zeit miteinander verbindet. Im Mittelpunkt stehen eine unendlich tragische Familientragödie und die Folgen vom 09. August 1945.

     

    Ein Buch mit hohem Anspruch auf ebenso hohem Niveau. Ein Buch, das einem nach einer schweren Reise durch die Vergangenheit, einen Abschluss präsentiert, der etwas aufatmen lässt. Von mir gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung.

     

    Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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    Erdhaftigs avatar
    Erdhaftigvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Anspruchsvoll erzählt: ein starker Inhalt mit einem in sich runden Abgang.
    Vielschichtig

    Eine tragische Familiengeschichte im fernen Japan, eingebettet in die Gegenwart und das atomare Trauma Hiroshimas. Anderes Denken, andere Kultur und damit teils völlig andere Werte und Weltanschauungen als in Europa. Die Autorin hilft ihren Lesern die japanische Handlungs- und Denkweise ihrer Figuren zu verstehen: Jedes Kapitel enthält einen kurzen Prolog dazu und man tut gut daran diesen jeweils zu lesen. Es ist kein leicht zu lesendes Buch, aber eins, dass sich meiner Meinung nach zu lesen lohnt! Durch verschiedene Handlungsstränge ergibt sich eine Familiengeschichte von einerseits modern denkenden Mitgliedern, aber andererseits auch der älteren Generationen, die ihr traditionelles Wissen und Handeln mitbringen. So entstehen viele Streitereien und etliche Perspektiven. Im Zentrum stehen die Atombomben über Nagasaki und Hiroshima samt seiner Folgen, das Leben von Geishas, Japans Einmischung in den zweiten Weltkrieg und die Folgen der japanischen Gesellschaft im Kleinen und im Gesamten. Dies alles bringt die Autorin ihren Lesern auf manchmal verwirrende, aber immer sinnvoll zusammengesetzte Weise nahe.

    Der Sprachstil ist ausgefeilt, präzise und ein wenig distanziert. Dennoch fühlt man mit den Personen irgendwie mit und schafft es gut den Überblick über die einzelnen Ereignisse zu bewahren. Anspruchsvoll erzählt: ein starker Inhalt mit einem in sich runden Abgang.

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    TheBookAndTheOwls avatar
    TheBookAndTheOwlvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Eine wirklich berührende Geschichte über Trauerbewältigung, Hoffnung und Glück.
    Wirklich sehr berührend.

    Es war eine emotionale Achterbahnfahrt, die sich jedoch an einigen Stellen sehr gezogen hat.

    Die Art und Weise, wie hier von Verlust, Trauer und deren Bewältigung geschrieben wird, ist wirklich greifbar und sehr echt. Obwohl die Protagonistin sich durchgehend Vorwürfe macht, ihre Schuldgefühle erwähnt und sich noch weitere Wiederholungen erlaubt, bekommt man aber nicht das Gefühl, dass sie selbstsüchtig oder falsch ist, wenn ihr versteht was ich meine. In dem Roman „Zehn Wünsche bis zum Horizont“ hat die Autorin diesen Punkt beispielsweise ziemlich arg verhauen und somit die ganze Geschichte ruiniert. Das war zum Glück hier nicht der Fall. Aber aufgrund dieser Wiederholungen hat sich die Geschichte, wie bereits erwähnt, an einigen Stellen mächtig gezogen und man hatte das Gefühl, am käme nicht so ganz vorwärts.

    Ein weiterer Pluspunkt für mich war die Wörterbuchgliederung. Der Titel des Romans lautet auf Englisch „A Dictionary of Mutual Understanding“, wo bereits von Anfang an dieser Wörterbuch-Charakter unterstrichen wird. Damit gemeint ist schlichtweg, dass man zu Anfang jedes Kapitels ein Wort aus dem japanischen gesagt bekommt, welches dann sinngemäß erklärt wird. Das fand ich wirklich sehr interessant und barg auch einige wertvolle Informationen über die japanische Kultur an sich. Dieses „Wörterbuch“ hat den Leser noch einmal sehr gut an die Hand genommen und durch die Geschichte geführt.

    Zuletzt lässt sich eigentlich nur noch sagen, dass der Roman eine wunderbare, bittersüße Atmosphäre geschaffen hat, die einem vor allem am Ende sehr stark mitgenommen hat. Dennoch reicht es für mich nicht ganz bis zu den fünf Sternen und ich gebe gut gemeinte vier Sterne.

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    Miramisvor 9 Monaten
    Anspruchsvolle Lektüre für Japan-LiebhaberInnen

    Ameratasu Takahashi ist Japanerin und lebt in Amerika. Als Augenzeugin des Atombombenabwurfs über Nagasaki suchte sie räumlichen Abstand zu dem Ort, an dem sie dieses Trauma erfuhr und dabei ihre Tochter und ihren Enkel verlor. Aber auch in dem fernen Land lassen sie die Erinnerungen nicht los und sie lebt mit ihrer Trauer, abgekapselt und zurück gezogen. Da taucht eines Tages ein junger Mann auf, der behauptet, ihr Enkel zu sein. Er wurde gerettet und seine Spur verlor sich in den Wirren der Nachkriegszeit. Ameratasu kann es nicht glauben, aber aufgerührt durch diese Begegnung werden ihre ganzen Erinnerungen aufgewühlt. Schafft sie es, sich der Vergangenheit zu stellen und alle abgerissenen Fäden wieder zu verbinden? In diesem Buch kommen ganz viele Aspekte zusammen, die zusammen genommen ein rundes und eindrucksvolles Bild einer fernen Kultur und eines unvorstellbaren kollektiven Traumas ergeben, eingebettet in einen tragische Familiengeschichte. Japan und die Japaner sind mir fremd, daher war es für mich sehr interessant und aufschlussreich, dass die Autorin am Beginn eines jeden Kapitels eine kurze Abhandlung über japanische Denkart und Werte gesetzt hat. Diese feingeistigen Abschnitte dienen einerseits zur Einstimmung, aber auch zum Verständnis der Verhaltensweisen der verschiedenen Protagonisten im folgenden Kapitel. Um der Handlung folgen zu können, ist ein aufmerksames Lesen dringend notwendig. Wir werden nämlich nicht nur mit der Rahmenhandlung um Ameratasu und Hideo konfrontiert, sondern in vielen Abrissen mit Ameratasus Erinnerungen, aber auch mit den Tagebucheinträgen ihrer Tochter Yuko und mit Briefen von Shige, einer weiteren handlungstragenden Figur. Dies im bunten Mix, so dass sich die verschiedenen Perspektiven kaleidoskopartig ineinanderfügen und auch wieder auseinander brechen. Auch die Chronologie ist nicht geradlinig, sondern springt losgelöst von Zeit und Raum durch die Jahre und Orte. Dabei enthüllt sich das Bild einer Familiengeschichte, die einerseits von traditionellen japanischen Werten geprägt ist, andererseits aber durch neuzeitliche Einflüsse und Denkweisen Konfliktpotential erhält. Der Bogen ist dabei sehr weit gespannt und die Geschichte schrammt geradeso an der Überfrachtung vorbei. Dennoch war es für mich sehr spannend, die verschiedenen Schicksale und Aspekte zu verfolgen. Im Mittelpunkt steht natürlich der Atombombenabwurf über Nagasaki, der sehr eindringlich und erschütternd geschildert wird, samt seiner Folgeerscheinungen. Aber auch das Leben der Geishas, die Verwicklung der Japaner ins Kriegsgeschehen und die Folgen für die Gesellschaft werden anhand von Einzelschicksalen ausgearbeitet. Die Autorin schafft es durch ihren ausgefeilten, präzisen und fast schon distanzierten Sprachstil, dass diese emotionsgeladene Geschichte niemals kitschig wirkt. Ihre Hauptfigur Ameratasu zeigt sie in allen Facetten; sie versucht nicht, sie besonders sympathisch oder bemitleidenswert darzustellen, sondern liefert eine ehrliche und manchmal auch harte Charakterzeichnung. Fast war ich erleichtert, als das Ende sich sehr rund und harmonisch präsentierte, bei all dem starken Tobak vorweg. Ich möchte das Buch als anspruchsvolle Lektüre auf einem hohen sprachlichen und erzählerischen Niveau weiter empfehlen, natürlich besonders für Japan-LiebhaberInnen, die daran sicher ihre Freude haben werden.

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    W
    Wielivor 7 Monaten
    Tounys avatar
    Tounyvor 8 Monaten
    pixi17s avatar
    pixi17vor 8 Monaten
    Gackelchens avatar
    Gackelchenvor 10 Monaten
    BilboBeutlin79s avatar
    BilboBeutlin79vor einem Jahr
    bee2000s avatar
    bee2000vor einem Jahr

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