Jackie Morse Kessler Hunger

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  • Rezension zu "Hunger" von Jackie Morse Kessler

    Hunger

    Bissfan

    16. December 2011 um 20:37

    (Rezension von Shiku) Lisa hat ein ernsthaftes Problem, sie ist magersüchtig. Allerdings will sie selbst das nicht sehen, während andere es längst erkannt haben. Mit ihrer Freundin hat sie sich deswegen bereits zerstritten, derweil quälen sie Gedanken daran, wie fett sie sei, obwohl sie gerade mit ihrem Freund zusammen ist und glücklich sein könnte. Es ist die „Thin voice“, die ihr all das einflüstert, sie verfolgt und immer wieder zum Hungern antreibt. Dies alles hat kein Ende, als plötzlich ein seltsames Paket bei ihr abgeliefert wird, das eine altmodische Waage enthält. Sie sei der Schwarze Reiter, sagt der Bote. Sie sei einer der Apokalyptischen Reiter: Famine (zu Deutsch: Hunger). Aber es ändert etwas, Lisa muss anfangen zu lernen – zu erkennen und auch zu kämpfen. Nicht nur mit und um ihre Macht, sondern auch mit sich selbst. Das Erste, was bei „Hunger“ ins Auge fällt, ist das wirklich fantastische Cover. Es zeigt die erwähnte Waage, die Lisa erhält, als sie Famine wird, und die von sowohl weichen Schnörkeln als auch harten Linien – Ästen vermutlich – umgeben ist. Ein schöner und gewagter Kontrast … aber auf jeden Fall ein Blickfänger, der erst einmal Aufmerksamkeit erregt. Was gut ist, da „Hunger“ aufgrund seiner Kürze auch schnell mal untergehen könnte. Tatsächlich ist das auch eines seiner größeren Mankos, wenn man es so nennen will. Lisas Geschichte ist ein sehr kurzweiliges Abenteuer und ich für meinen Teil hatte nach dem Lesen das Gefühl, dass allein diesem Abschnitt aus Lisabeth Lewis’ Leben auch mehr Platz geben hätte werden können. So ist es ein kurzer Roman, der schnell voranschreitet und dessen Wendungen manchmal sehr plötzlich kommen. Natürlich gehen dabei auch ein paar Informationen verloren und generell die Möglichkeit, die Charaktere richtig kennenzulernen oder mehr über ihre Hintergründe zu lernen. Gerade was die Apokalyptischen Reiter anbelangt, hätte ich gern mehr Informationen erhalten. Es wird praktisch nichts über die Reiter gesagt – nur dass sie existieren und was ihre Aufgaben sind (bzw. der jeweilige Reiter als solche versteht). Ein paar Grundelemente werden eingeführt, aber das war es dann auch schon wieder. Bei der Länge des Buches ist das kein Wunder, aber gerade deswegen wären ein paar Seiten mehr ja so schön gewesen. Es ist wirklich schade – macht „Hunger“ aber deswegen noch zu keinem schlechten Buch. Trotz der Knappheit der Informationen, sind einige Charaktere dabei, die Interesse und Sympathie wecken. Zum einen wäre da Death, der als Kurt-Cobain-Verschnitt auftritt und eine seltsam gruselige, aber auch wunderbare Art an sich hat – etwas, das im Grunde nur von Midnight getoppt werden kann, Famines Ross. Dieses schwarze (ganz und gar nicht natürliche) Pferd mit einer Vorliebe für Pralinen ist mein heimlicher Favorit unter den Charakteren, war es eigentlich schon nach seinem ersten Auftritt. Aber auch Lisa geht nicht spurlos am Leser vorbei. So kurz das Vergnügen miteinander auch ist, der Einblick in Lisas Leben geht sehr tief, wie das auch zu erwarten war. Ich für meinen Teil habe vor allem gegen Ende großen Anteil an ihrem Schicksal nehmen müssen – ob ich sie nun mochte oder nicht, ich habe dem Ende entgegen gefiebert und das Beste gehofft. Das ist insofern erstaunlich, dass das teilweise selbst dicksten und detailliertesten Romanen nicht gelingt – hier glückt es der Autorin innerhalb weniger Seiten. Schön zu lesen ist auch Lisas teilweise sarkastische Art – ich persönlich habe ja ein Faible für diese Art Humor und lese solche Texte besonders gern. Außerdem reiht sich „Hunger“ in die Reihe der Bücher ein, die allzu deutlich zeigen, dass Hunger und Essstörungen allzu real sind und ebenso verzweifelnd. Als Leser geht es einem wie im echten Leben: Man weiß darüber, sieht es vielleicht sogar, weiß aber gar nicht so recht, was man dagegen tun kann. Mit dem Unterschied, dass man beim Buch tatsächlich nur lesen und nichts machen kann, wohingegen das Leben Institutionen und andere Hilfen bietet. Das mag kein neues Thema sein, aber es ist eines, das ruhig immer wieder aufgegriffen werden kann, da es vermutlich auch immer irgendwie real und aktuell sein wird. „Hunger“ ist also trotz allem ein spannendes und gewissermaßen wichtiges Buch, das seine – wenn auch plötzlichen – Wendungen hat und überzeugt. Etwas mehr Platz hätte nicht nur dem fantastischen Aspekt der Geschichte, sondern auch den Charakteren gut getan. Dennoch: Es ist ein gutes Buch, das ich sofort weiterempfehlen würde.

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  • Rezension zu "Hunger" von Jackie Morse Kessler

    Hunger

    Shiku

    06. April 2011 um 13:19

    Lisa hat ein ernsthaftes Problem, sie ist magersüchtig. Allerdings will sie selbst das nicht sehen, während andere es längst erkannt haben. Mit ihrer Freundin hat sie sich deswegen bereits zerstritten, derweil quälen sie Gedanken daran, wie fett sie sei, obwohl sie gerade mit ihrem Freund zusammen ist und glücklich sein könnte. Es ist die „Thin voice“, die ihr all das einflüstert, sie verfolgt und immer wieder zum Hungern antreibt. Dies alles hat kein Ende, als plötzlich ein seltsames Paket bei ihr abgeliefert wird, dass eine altmodische Waage enthält. Sie sei der Schwarze Reiter, sagt der Bote. Sie sei einer der Apokalyptischen Reiter: Famine (zu Deutsch: Hunger). Aber es ändert etwas, Lisa muss anfangen zu lernen – zu erkennen und auch zu kämpfen. Nicht nur mit und um ihre Macht, sondern auch mit sich selbst. Das Erste, was bei „Hunger“ ins Auge fällt, ist das wirklich fantastische Cover. Es zeigt die erwähnte Waage, die Lisa erhält, als sie Famine wird, und die von sowohl weichen Schnörkeln als auch harten Linien – Ästen vermutlich – umgeben ist. Ein schöner und gewagter Kontrast … aber auf jeden Fall ein Blickfänger, der erst einmal Aufmerksamkeit erregt. Was gut ist, da „Hunger“ aufgrund seiner Kürze auch schnell mal untergehen könnte. Tatsächlich ist das auch eines seiner größeren Mankos, wenn man es so nennen will. Lisas Geschichte ist ein sehr kurzweiliges Abenteuer und ich für meinen Teil hatte nach dem Lesen das Gefühl, dass allein diesem Abschnitt aus Lisabeth Lewis’ Leben auch mehr Platz geben hätte werden können. So ist es ein kurzer Roman, der schnell voranschreitet und dessen Wendungen manchmal sehr plötzlich kommen. Natürlich gehen dabei auch ein paar Informationen verloren und generell die Möglichkeit, die Charaktere richtig kennenzulernen oder mehr über ihre Hintergründe zu lernen. Gerade was die Apokalyptischen Reiter anbelangt, hätte ich gern mehr Informationen erhalten. Es wird praktisch nichts über die Reiter gesagt – nur dass sie existieren und was ihre Aufgaben sind (bzw. der jeweilige Reiter als solche versteht). Ein paar Grundelemente werden eingeführt, aber das war es dann auch schon wieder. Bei der Länge des Buches ist das kein Wunder, aber gerade deswegen wären ein paar Seiten mehr ja so schön gewesen. Es ist wirklich schade – macht „Hunger“ aber deswegen noch zu keinem schlechten Buch. Trotz der Knappheit der Informationen, sind einige Charaktere dabei, die Interesse und Sympathie wecken. Zum einen wäre da Death, der als Kurt-Cobain-Verschnitt auftritt und eine seltsam gruselige, aber auch wunderbare Art an sich hat – etwas, das im Grunde nur von Midnight getoppt werden kann, Famines Ross. Dieses schwarze (ganz und gar nicht natürliche) Pferd mit einer Vorliebe für Pralinen ist mein heimlicher Favorit unter den Charakteren, war es eigentlich schon nach seinem ersten Auftritt. Aber auch Lisa geht nicht spurlos am Leser vorbei. So kurz das Vergnügen miteinander auch ist, der Einblick in Lisas Leben geht sehr tief, wie das auch zu erwarten war. Ich für meinen Teil habe vor allem gegen Ende großen Anteil an ihrem Schicksal nehmen müssen – ob ich sie nun mochte oder nicht, ich habe dem Ende entgegen gefiebert und das Beste gehofft. Das ist insofern erstaunlich, dass das teilweise selbst dicksten und detailliertesten Romanen nicht gelingt – hier glückt es der Autorin innerhalb weniger Seiten. Schön zu lesen ist auch Lisas teilweise sarkastische Art – ich persönlich habe ja ein Faible für diese Art Humor und lese solche Texte besonders gern. Außerdem reiht sich „Hunger“ in die Reihe der Bücher ein, die allzu deutlich zeigen, dass Hunger und Essstörungen allzu real sind und ebenso verzweifelnd. Als Leser geht es einem wie im echten Leben: Man weiß darüber, sieht es vielleicht sogar, weiß aber gar nicht so recht, was man dagegen tun kann. Mit dem Unterschied, dass man beim Buch tatsächlich nur lesen und nichts machen kann, wohingegen das Leben Institutionen und andere Hilfen bietet. Das mag kein neues Thema sein, aber es ist eines, das ruhig immer wieder aufgegriffen werden kann, da es vermutlich auch immer irgendwie real und aktuell sein wird. „Hunger“ ist also trotz allem ein spannendes und gewissermaßen wichtiges Buch, das seine – wenn auch plötzlichen – Wendungen hat und überzeugt. Etwas mehr Platz hätte nicht nur dem fantastischen Aspekt der Geschichte, sondern auch den Charakteren getan. Dennoch: Es ist ein gutes Buch, das ich sofort weiterempfehlen würde.

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