Jackie Thomae

 3,7 Sterne bei 151 Bewertungen
Autorin von Brüder, Glück und weiteren Büchern.
Autorenbild von Jackie Thomae (© Franziska Sinn)

Lebenslauf

Für sich oder in Kooperation ein Erfolg: Jackie Thomae (rechts im Bild) wird 1972 in Halle an der Saale geboren. Sie lebt heute in Berlin und arbeitet hauptberuflich als Journalistin und Autorin für das Fernsehen.

2015 erscheint ihr erster Roman, »Momente der Klarheit«. Bereits zuvor veröffentlichte Thomae gemeinsam mit Heike Blümner (links im Bild) mehrere Ratgeberbücher, das erste mit dem Titel »Eine Frau – Ein Buch« erschien 2008. Für ihren Roman »Brüder« wird Thomae für den Deutschen Buchpreis 2019 nominiert.

Alle Bücher von Jackie Thomae

Cover des Buches Brüder (ISBN: 9783442772070)

Brüder

(64)
Erschienen am 08.08.2021
Cover des Buches Glück (ISBN: 9783548073651)

Glück

(43)
Erschienen am 25.09.2025
Cover des Buches Eine Frau. Ein Buch. (ISBN: 9783442472505)

Eine Frau. Ein Buch.

(22)
Erschienen am 08.12.2010
Cover des Buches Momente der Klarheit (ISBN: 9783548068961)

Momente der Klarheit

(15)
Erschienen am 27.06.2024
Cover des Buches Stadt (ISBN: 9789175897257)

Stadt

(0)
Erschienen am 03.03.2025
Cover des Buches Glück (ISBN: B0D9JLQCYH)

Glück

(6)
Erschienen am 01.08.2024
Cover des Buches Momente der Klarheit (ISBN: 9783864843150)

Momente der Klarheit

(1)
Erschienen am 23.07.2015

Neue Rezensionen zu Jackie Thomae

Cover des Buches Glück (ISBN: 9783548073651)
leseleas avatar

Rezension zu "Glück" von Jackie Thomae

leselea
Should I stay or should I go now?

Marie-Claire und Anahita haben keine Kinder. Und das ist eigentlich gut so. Der richtige Partner ist ihnen nie über den Weg gelaufen, die Karriere als erfolgreiche Podcasterin bzw. als Politikerin hatte Priorität. Doch dann wird Marie-Claire von ihrer Frauenärztin mit der Einsicht konfrontiert, dass mit fast vierzig Jahren die fetten fruchtbaren Jahre zu Ende gehen. Gleichzeitig fragt sich Anahita, ob sie eine erfolgreiche Senatorin für Familien sein kann, wenn sie selber alleinstehend ist. Sollten beide nicht doch ein Kind bekommen? Wollen sie überhaupt? Ist eine Frau ohne Mutterschaft überhaupt eine richtige Frau? Oder liegt das wahre Glück nicht in der Selbstbestimmtheit? Die Antworten auf diese Fragen sind nicht leicht und gleichzeitig tickt die biologische Uhr unfassbar laut.

Jackie Thomae hat mit Glück einen Roman geschrieben, der ein meiner Meinung nach sehr wichtiges Thema in den Mittelpunkt stellt: kinderlose bzw. kinderfreie Frauen, also Frauen, die sich bewusst gegen Mutter- und Elternschaft entschieden haben. Denn diese Frauen gibt es – auch wenn die Gesellschaft dies immer noch schwer begreift und entweder mit Mitleid („Es hat wohl nicht geklappt.“) oder Überzeugungseifer („Warte nur, bis du den richtigen Mann triffst!“) reagiert. Glück hätte deswegen ein Plädoyer in Romanform werden können, das die Lebens- und Erfahrungswelten dieser Frauen aufzeigt, verständlich macht und vor allem betont: Muttersein ist nicht das höchste Ziel im Leben einer Frau!

Leider verschenkt Thomae aber das Potential ihres Romans. Zwar lässt sie ihre Figuren sich durchaus mit den Möglichkeiten und Grenzen von Mutterschaft auseinandersetzen und beleuchtet ein potentiell kinderfreies Leben; gleichzeitig reflektiert sich, wie die Gesellschaft Mütter und Nicht-Mütter betrachtet und welche Erwartungen sie auf beide projiziert. Doch der Roman wirkt auf den knapp 420 Seiten überfrachtet: Thomae führt zahlreiche Nebenfiguren ein, die mit einer oder beiden Hauptfiguren in Verbindung stehen und die dem Thema weitere Perspektiven und Nuancen hinzufügen sollen. Die Gedanken der Nebenfiguren sind bisweilen interessanter als die der Hauptfiguren, länger als ein Kapitel dürfen wir sie jedoch nicht begleiten, was die Geschichte für mich brüchig macht. Hinzu kommt im zweiten Teil die Utopie (oder Dystopie?) einer Pille, die die Menopause der Frau außer Kraft setzt und quasi lebenslange Fortpflanzung garantiert. Für die einen mag das ein gelungener Twist sein, mir selber war dieser Handlungsstrang zu fiktiv in einer Geschichte, die sonst so fest in der Berliner Medien- und Politikszene verankert ist.

Der Stil wirkt stellenweise sperrig. Thomae formuliert verschachtelte, metaphernreiche Sätze, die einem die beiden Protagonistinnen nicht näherbringen. Zudem lässt sie beide Figuren in einem lamentierenden Tonfall von ihrer Situation erzählen. Natürlich ist dies aufgrund der Thematik berechtigt, beide verharren aber über lange Zeit in ihren Gefühlen, ohne in irgendeiner Form ins Handeln zu kommen. Zum Schluss entscheiden sich beide bewusst gegen Kinder, ein starkes Zeichen und genau das, was ich in diesem Roman gesucht habe. Der Weg dahin war jedoch lang – und wird im Epilog dann doch gebrochen. Glück ist für mich daher in seiner Erzählstrategie nicht konsequent, die positive Vision eines kinderfreien Lebens wird nur teilweise erzählt.

Insgesamt ist Glück ein Roman, der meine Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die guten und wichtigen Gedanken gehen im emotionalen Dauergetöse der Figuren unter, das Ende hat mich sogar enttäuscht. Durchschnittliche drei Sterne für ein thematisch mutiges Buch, das sich erzählerisch jedoch selbst im Weg steht.

Cover des Buches Glück (ISBN: 9783546100465)
downey_jrs avatar

Rezension zu "Glück" von Jackie Thomae

downey_jr
Wichtiges Thema, sehr schwache Umsetzung

Das Buch „Glück“ von Jackie Thomae hatte ich irgendwo als Buchtipp bekommen, aber das war leider ein Flop für mich. Zu diesem Thema gibt es weitaus bessere Bücher.

 

Zum Inhalt: Einige sehr gut verdienende, privilegierte Karrierefrauen im Alter von Ende 30 bzw. Anfang 40 sind unglücklich, weil ihnen als letztes Statussymbol im Leben noch ein Kind fehlt. Sorry, dass ich es so krass formuliere, aber was diese Frauen hier machen, ist wirklich jammern auf höchstem Niveau.

Das Thema Kinderwunsch bzw. ungewollte Kinderlosigkeit finde ich sehr wichtig und interessant. Jedoch hat mir die Umsetzung hier überhaupt nicht gefallen. Die Charaktere konnten mich weder emotional erreichen noch überzeugen (am besten gefiel mir noch Lydia, wenn ich unbedingt wählen müsste). Auch die Story an sich hat mir nicht zugesagt. Das Buch las sich weitgehend sehr zäh und langatmig; viel Blabla und Geschwafel - Ehrlich gesagt, war ich ein paar Mal kurz davor, es abzubrechen. Dann kamen wieder ein paar gute Sätze und ich blieb dran ... aber es geht mehr um die Gefühlswelt einiger reichen Frauen als wirklich um das Thema Kinderwunsch. Das Thema wurde etwas verfehlt, finde ich.

Insgesamt hat mich das Buch hat leider überhaupt nicht begeistern können und ich war froh, als ich es beendet hatte. Meiner Meinung nach überhaupt nicht empfehlenswert.

Cover des Buches Glück (ISBN: 9783546100465)
Gwennileins avatar

Rezension zu "Glück" von Jackie Thomae

Gwennilein
Wie steht es um das Thema Kinderbekommen?


Eine Reise voller Reflexion und emotionaler Tiefe. Als jemand, der mit 40 Jahren immer wieder vor der Frage steht, ob Kinderbekommen der richtige Schritt ist, kann ich die Druckausübung und die Erwartungen, die damit einhergehen, gut nachempfinden. Thomae beleuchtet dieses komplexe Thema durch die Geschichten verschiedener Protagonisten und lässt uns an ihren individuellen Erfahrungen und Gedanken teilhaben.

Die Erzählweise ist manchmal etwas holprig, und die Verknüpfungen zwischen den einzelnen Geschichten hätten fließender sein können. Trotzdem war es spannend, die verschiedenen Perspektiven zu erleben. Der Blickwinkel auf das Glück, das sich in unterschiedlichen Lebensentwürfen manifestiert, hat mich berührt. Oft fühlte ich mich in den Erlebnissen und Gedanken der Charaktere wieder – ein Gefühl der Verbundenheit, das mich zum Nachdenken angeregt hat.

Obwohl ich keine klare Antwort auf meine Fragen gefunden habe, schätze ich die Vielfalt der Ansichten, die mir geholfen hat, meine eigenen Gedanken und Gefühle zu sortieren. Insgesamt ist "Glück" ein Buch, das dazu anregt, das eigene Leben und die eigenen Entscheidungen zu reflektieren. Es ermutigt uns, unseren Weg authentisch zu gestalten und die Möglichkeiten zu schätzen, die wir haben. Trotz der Unklarheit in manchen Erzählsträngen bleibt die zentrale Botschaft stark: Glück ist nicht nur ein Ziel, sondern ein Prozess, den wir aktiv gestalten können. Und dennoch ist es für jeden einzelnen individuell zu sehen.

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