Neuer Beitrag

Lilabella

vor 5 Jahren

(22)

Sisters Red ist ein Buch, auf das ich lange gewartet habe. Seit ich “The Childthief” von Brom gelesen habe, bin ich ziemlich begeistert von der Idee der Märchen-Adaptionen. Allerdings muss ich sagen, dass mir diese nicht allzu gut gefallen hat.
*
Zuerst einmal zum Schreibstil: Er ist ziemlich einfach gehalten, woran man unter anderem merkt, dass dieses Buch eher für die jüngeren Leser gedacht war, macht aber somit das Buch auch geeignet für Anfänger. Dieser einfache Schreibstil für das junge Publikum widerspricht sich dann allerdings mit der Darstellung von abgetrennten Ellbogen und leeren Augenhöhlen, die uns im Buch schon mal öfter begegnen. Die Namen der beiden Protagonistinnen, Scarlett und Rosie, könnten allerdings besser nicht getroffen sein. Die Ältere und die Jüngere, die Toughe und die Behütete, Scartell und Rosie. Wunderbar.
*
Wenn man sich dann allerdings mal die Charaktere an sich anschaut, bin ich schon wieder wenig begeistert. Sie kommen alle ziemlich unreif rüber, was bei Rosie (16) vielleicht noch verständlich ist, bei Scarlett und Silas allerdings weniger. Zudem kann Rosie immer nur Schwarz oder Weiß sehen und ist ständig von Schuldgefühlen gegenüber ihrer Schwester geplagt, tut allerdings nichts um das in irgendeiner Weise wieder gut zu machen. Zu Scarlett braucht man eigentlich auch nichts weiter zu sagen, als dass sie er pessimistischste Mensch der Welt ist: Die Welt ist für sie immer Schwarz und Böse und sie versinkt den lieben langen Tag in Selbstmitleid. Nun gut, die beiden haben wirklich viel mitgemacht, aber irgendwie war mir das alles ein bisschen zu übertrieben.
*
Generell fand ich das Buch an sich ein bisschen übertrieben. Ich finde die Idee mit den Werwölfen (eigentlich heißen sie ja Fenris, lieber Klappentext…) und ihren Clans ziemlich gut, auch die Story, die sich darum befindet, aber warum muss man das alles in die reale Welt hineinknallen, die dann zu allem Überfluss noch keine Ahnung hat, was da vor sich geht? Die Anzahl der Fenris war einfach zu groß dafür, dass niemand ein Ahnung hatte, was da vor sich geht (ganz zu Schweigen von den Körperteilen, die die Polizei eigentlich andauernd finden müsste). Sehr unglaubwürdig das Ganze, und auch wenn die Glaubwürdigkeit in Fantasyromanen nicht an erster Stelle steht, hätte ich mir das ganze in einer anderen Welt oder wenigstens in einer anderen Zeit vorgestellt. Ach ja, eine Sache noch….. Fühlt sich noch jemand außer mir extreeeeeem an die Beziehung Dean/Sam Winchester erinnert…?
*
Das Ende war auch nicht sonderlich überraschend, eigentlich ist es für mich schon ab knapp Seite 100 vorhersehbar gewesen. Nichtsdestotrotz war es im Endeffekt spannend und hat mich auch gefallen, der Epilog hingegen hätte man ruhig weglassen können, er ist dem Schreibstil der Geschichte nicht richtig angepasst und hat mich zuerst nur verwirrt, bis ich dann man herausgefunden habe, was da eigentlich vorgeht. Das Ende an sich hätte gereicht.

Autor: Jackson Pearce
Buch: Sisters Red
Neuer Beitrag