Jacqueline Carey Kushiel's Scion

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Inhaltsangabe zu „Kushiel's Scion“ von Jacqueline Carey

A compelling and seductive epic of adventure, intrigue and swordplay. (Quelle:'Flexibler Einband/22.09.2008')
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  • Rezension zu "Kushiel's Scion" von Jacqueline Carey

    Kushiel's Scion

    Shiku

    07. December 2012 um 19:52

    4,5 _______ Imriel nó Montrève de la Courcel ist ein Junge, der viele Wurzeln hat. Er ist Melisande Shahrizais leiblicher Sohn, lebte aber zehn Jahre lang in dem Glauben, eine Waise zu sein, und hütete in dieser Zeit Schafe. Dann war er Sklave und musste Folter und sexuellen Missbrauch über sich ergehen lassen, bis schließlich Phèdre nó Delaunay de Montrève ihn befreien konnte – und ihn zusammen mit ihrem Gefährten, Joscelin Verreuil, adoptierte. Gleichzeitig ist er aber auch ein Cousin der Königin und damit möglicher Thronfolger, was viele misstrauisch beobachten; immerhin ist seine leibliche Mutter die größte Verräterin, die das Land je gesehen hat. Es ist ein schwieriges Umfeld, in dem er aufwachsen muss, weiter erschwert durch die Erfahrungen, die er während seiner Sklaverei machen musste, und der Herkunft seiner Familie. Die Shahrizai sind direkte Nachkommen Kushiels, des Gottes, der strafte und dennoch liebte. Wie kann er begehren, anderen das anzutun, womit er damals gequält wurde? Dass es nicht das Gleiche ist, muss der Junge erst noch lernen, genauso wie er von vielem anderen trotz seiner Erfahrungen nicht weiß. Und dies ist die Geschichte davon. Lange, viel zu lange habe ich mich geziert, endlich die Kushiel-Reihe fortzusetzen. Die ersten drei Bände haben mich damals weggehauen und sie waren auch, von einigen Potter-Bänden einmal abgesehen, die ersten Wälzer, die in mein Regal wanderten. Aber das war Phèdres Geschichte, außerdem habe ich die Bücher auf Deutsch gelesen. Wie würde ich mit Imriel zurechtkommen, der bisher nur im dritten Band vorkam und dort ein kleiner Junge war? Würde ich das Englisch überhaupt verstehen? Der damalige Plan, die ersten drei Bände zunächst noch einmal auf Englisch zu lesen, wurde nie in die Tat umgesetzt, aber mit den Jahren trudelten so langsam alle Bücher der Reihe ein. Nun, da wirklich alle Bücher der Autorin in meinem Regal stehen, stand fest, dass daran etwas geändert werden muss. Projekt Imriel wurde gestartet und was soll ich groß sagen? Ich bin hin und weg. Imriel ist nicht Phèdre. Sie haben unterschiedliche Charaktere, eine unterschiedliche Vergangenheit, andere Stärken und Schwächen; ja, die größten Gemeinsamkeiten scheinen ihre Liebe füreinander und die Verbundenheit zu Kushiel zu sein, wobei auch hier jeder anders damit umgeht. Dennoch ähnelt der erste Band dieser Trilogie ein wenig dem der anderen – das Buch lässt sich Zeit. Wir starten nicht sofort in die Handlung, sondern bekommen ausreichend Zeit, die bekannten Charaktere neu zu entdecken, vor allem aber Imriel richtig kennenzulernen und seine Entwicklung mitzuverfolgen. Er hat viel durchgemacht, daher gibt es einiges, das erst einmal verstanden werden muss – das gilt für uns wie auch für ihn. Wer aber denkt, dass das langweilig werden könnte, kennt Jacqueline Carey schlecht. Sie entführt uns erneut in ihre Version eines Europas der Renaissance mit all seinen wunderbaren und nicht-so-wunderbaren Charakteren, die man lieben und hassen kann, mit denen man leidet, die man ins Herz schließt, und die man verflucht, dass man selbst über sich staunen muss, wie bösartig man werden kann. Dieses Buch steckt voller Emotionen, auch ohne dass wahnsinnig viel passiert, so dass gar keine Langeweile aufkommen kann. Stattdessen habe zumindest ich mich Seite für Seite erneut in die Autorin, ihre Kreativität, ihre Welt verliebt und fing traurig an, daran zu denken, dass das Buch „nicht einmal“ tausend Seiten hat. Ganz ohne Spannung muss man trotzdem nicht auskommen, und das letzte Drittel hat es in sich. Hat jemand den Autoren schon einmal gesagt, dass es sich nur schlecht lesen lässt, wenn man beständig Tränen in den Augen hat? Wenn dem so ist, hat Mrs. Carey es nicht mitbekommen, denn was sie da auffährt, ist ein Herzschmerz jeder Art, der selten überboten wurden. Es ist ja auch kein Wunder – die Charaktere, und auch der Leser, bieten eine sehr große Angriffsfläche. Warum? Nun, dieses Buch steckt so voller Liebe. Romantische Liebe, wahre Freundschaft, verbotene Liebe, unerwiderte Liebe, die Liebe einer Mutter, eines Vaters, eines vertrauten Menschen … „Love as thou wilt“ ist der Leitspruch, dem die D’Angelines folgen und genau das vermittelt auch das Buch. Und als wäre ich nicht längst hoffnungslos in die Geschichte vernarrt, ist das Ganze auch noch wunderschön geschrieben. Also wunderschön wie in „sagenhaft“ oder „oft zu Tränen rührend“. Zwar fiel der Satz „when all is said and done“ ein wenig zu oft, so ist Jacqueline Carey dennoch eine wahre Künstlerin mit Worten. Gerade Sexszenen geraten viel zu schnell vulgär. Von solchen Szenen gibt es hier einige, wenn auch nicht ständig welche, und sie schafft es jedes Mal, die Intensität und die … ja, was? Heiligkeit?, rüberzubringen. Sex ist für die D’Angelines eine Form, Liebe zu zeigen – und nichts anderes – und somit auch ein religiöser Akt. Ob er nun aus Lust oder Mitleid oder Sorge oder was auch immer geschieht, es geschieht um einander Freude zu schenken, einander zu heilen und den Gottheiten ihres Landes einen Dienst zu erweisen. Ein beinahe paradiesisches Konzept, das in ihrer Welt funktioniert und wenn man die Szenen liest, kommt man nicht umhin, es einfach zu verstehen. Hier ist nichts vulgär oder ungelenk, sondern wie der Rest des Buches auch: wunderschön. Einen halben Stern Abzug gibt es, weil sich die Geschichte anfangs doch ein wenig zieht, weil wir Imriel und alles andere erst (wieder) kennenlernen müssen. Danach aber gibt es nichts, was wirklich kritisiert werden kann. Ihr seid auf der Suche nach einem atmosphärisch dichten und ansatzweise erotischen Fantasy-Roman, der euch auch ohne übermäßig Spannung mitreißen und begeistern kann? Dann seid ihr mit „Kushiel’s Scion“ fündig geworden.

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