"Cataleya - Das Herz des Schicksals" klingt vom Untertitel her erstmal etwas "kitschig" und erinnert schnell an eine Romance, die dem Cover nach zu urteilen im Fantasy-Bereich anzusiedeln ist. Wer aber den ersten Teil kennt, weiß, dass Jacqueline V. Droullier mit diesem Zweiteiler nicht in diese Richtung sticht.
Aus dem ersten Teil blieb für die Protagonistin eine Aufgabe stehen, die dringend noch gelöst werden musste, um die drei Welten zu retten. Und somit wird der Leser hauptsächlich zum Begleiter auf der Suche nach dem Ort, wo die Lösung des Rätsels zur Erlösung der Menschheit wird. Hier wird auch "das Herz des Schicksals" zu einer Größe, die alles andere als Kitschig erscheint. Noch mehr zu darüber zu schreiben wäre ein tiefer Spoiler, den ich aber vermeiden möchte.
Insgesamt ist auch dieser zweite Teil in einem sehr jugendlichen, teilweise kindlichen Stil gehalten, was "Das Herz des Schicksal" nicht nur für Young-Adult-Fans interessant macht, sondern auch von jüngerem Publikum perfekt als Einstieg in die Fantasy-Welt der Literatur genutzt werden kann. Dabei wird Cataleya zwar deutlich erwachsener, doch die Geschichte um sie herum behält etwas unschuldiges, das in Gefahr gerät und durch die Protagonistin geschützt werden muss. Immer wieder musste ich über den einen oder anderen Augenzwinkerer schmunzeln und vor allem, wenn ein naseweises Kaninchen seine klugen Ratschläge verteilt oder wiedermal zur falschen Zeit am richtigen Ort erscheint, wird die Geschichte aufgelockert. Auch (wie schon im ersten Teil) immer wieder aufgenommene Klischees werden mehrfach durch die Protagonistin bedient und sofort aufgedeckt. Ein Umstand, der ebenfalls immer wieder für schmunzelnde Auflockerungen sorgt.
Um es nicht falsch rüberkommen zu lassen, muss ich allerdings auch erwähnen, dass es auch in Band zwei von "Cataleya" eine Liebesgeschichte gibt. Doch sie erdrückt die eigentliche Story nicht, sondern fügt sich als Notwendigkeit in die Ereignisse ein. Eine sehr gute Mischung, die von beiden Seiten nicht aufdringlich wirkt.
Jacqueline V. Droullier erwähnt in ihrem Buchabschluss, sie sei sich durchaus bewusst, dass die meisten sich ein anderes Ende gewünscht hätten, sie es aber nicht schreiben konnte, weil es sich für sie falsch angefühlt hätte. Ich muss sagen, dass sie absolut recht hatte, "Das Herz des Schicksals" auf diese Art zu schließen. Vieles andere hätte vom gesamten Geschichtsaufbau zwar vielleicht Sinn gemacht, wäre aber unglaubwürdig gewesen.
Alles in allem ist "Das Herz des Schicksals" ein würdiger Abschluss dieser Dilogie und für mich die volle Sternebewertung wert. Die kleine "Cataleya-Reihe" bleibt für mich entsprechend eine Leseempfehlung für alle, die gerne mal zu etwas leichterer Literatur greifen wollen, ohne auf einen gut gesponnenen roten Faden verzichten zu müssen.















