Jacques Le Goff

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Die Geburt Europas im Mittelalter

Die Geburt Europas im Mittelalter

 (3)
Erschienen am 22.07.2015
Kaufleute und Bankiers im Mittelalter

Kaufleute und Bankiers im Mittelalter

 (2)
Erschienen am 01.09.2009
Franz von Assisi

Franz von Assisi

 (2)
Erschienen am 01.12.2006
Das Hochmittelalter

Das Hochmittelalter

 (2)
Erschienen am 01.05.2005
Wucherzins und Höllenqualen

Wucherzins und Höllenqualen

 (1)
Erschienen am 07.03.2008
Das Mittelalter für Kinder

Das Mittelalter für Kinder

 (1)
Erschienen am 27.03.2012
Geschichte ohne Epochen?

Geschichte ohne Epochen?

 (0)
Erschienen am 01.01.2017

Neue Rezensionen zu Jacques Le Goff

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Rezension zu "Kaufleute und Bankiers im Mittelalter" von Jacques Le Goff

Vom Geld im Mittelalter
Sokratesvor 4 Jahren

Jacques Le Goff, der neben Philippe Aries wohl bekannteste Vertreter der Annales-Schule aus Frankreich, widmet sich in diesem schmalen Bändchen der Rolle von Kaufleuten und Bankiers im Mittelalter. Bereits früh schimmert die Frage durch, ob denn das mittelalterliche Kaufmannswesen bereits (früh)kapitalistische Züge getragen hat. Im Verlauf des im essayhaften Stil geschriebenen schmalen Buches beantwortet Le Goff diese Frage mit „Ja“ – und dass die Kaufleute des Mittelalters mit ihrem Handeln gegen Gesetze der katholischen Kirche verstießen (Zinsverbot etc.) schadete dieser Entwicklung keinesfalls. Vielmehr löste sich der anfängliche Widerstand der Kirche allmählich in Luft auf: zunehmende ökonomische Verquickungen der Kirche selbst, das Profitieren vom Einfluss der Kaufleute/Bankiers auf die Gesellschaft sowie die Wirtschaft und die zunehmende Assimilation vorwiegend der Kaufmannsschicht in katholische Orden ebneten der schrittweisen Legitimation der Geld akkumulierenden Gesellschaftsschicht den Weg in die Legalität. Mit dem Ende des Mittelalters hatten Kaufleute und Bankiers den Geist der Gesellschaft bereits dermaßen verändert, dass ihre Existenz und Notwendigkeit in Gänze unumstritten war. – Le Goff ist ein großer „Geschichtenerzähler“; seine Texte lesen sich mit einer Eleganz, als dass man ohne große Mühe durch sie hindurchsteigt. Es macht auf jeder Seite Spaß, sich auf seine Ausführungen einzulassen. Das liegt mit Sicherheit auch an seinem Erzählstil: Kurze, prägnante Sätze, wenig Künsteleien, wenig Prosa. Statt dessen werden die Fakten korrekt, aber auch einfach präsentiert – Geschichte wird auf diese Weise zu keiner komplizierten Wissenschaft, die nur durch eigene Fachbegriffe geprägt ist, sondern ist einzig durch Neugier auf eine andere Epoche geprägt, die wenig spezielle Vorkenntnisse erfordert, um verstanden zu werden. Diese Art der Darstellung gelingt nur sehr wenigen Historikern.

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Sokratess avatar

Rezension zu "Der Mensch des Mittelalters" von Jacques Le Goff

Rezension zu "Der Mensch des Mittelalters" von Jacques Le Goff
Sokratesvor 7 Jahren

Kulturgeschichtlich gelungene Darstellungen zu einzelnen Personengruppen, Berufen oder den Geschlechtern, doch kommt die Reihe nicht über die anspruchsvolle Populärliteratur nicht hinaus: es fehlen Fußnoten, Genannten kann so nicht anvollzogen oder für wissenschaftliche Arbeiten herangezogen werden. Daher "leider" nur für den geschichtsinteressierten Laien zu empfehlen.

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wolfschwerdts avatar

Rezension zu "Wucherzins und Höllenqualen" von Jacques Le Goff

Rezension zu "Wucherzins und Höllenqualen" von Jacques Le Goff
wolfschwerdtvor 8 Jahren

Obwohl die Wucherei im Mittelalter als eine der größten Sünden galt, setzte sie sich seit dem 12. Jahrhundert als, wie der Autor des Buches "Wucherzins und Höllenqualen", Le Goff meint, Wegbereiter des Kapitalismus durch.
Für die Kirche war die Sache klar: wer ungerechtfertigte Zinsen erhebt oder Geld gegen Zinsen verleiht, ja wer erwartet, mehr zurückzubekommen, als er gibt, der sündigt und hat keine Chance, in den Himmel zu kommen. Allerdings gilt das für „Geschäfte“ mit dem Bruder, also für Geschäfte von Christen untereinander. Fremden gegenüber, das galt für Christen und Juden, darf man Wuchern, ohne zu sündigen.
In einer regelrechten Kampagne gegen die Wucherei, sie wurde im Laufe des 12. und 13. Jahrhunderts auf fünf Konsilien streng verurteilt, verteufelte die Kirche das Geld, den Mammon und sein Opfer, den Wucherer.
Dessen ungeachtet florierte der Handel mit dem Geld, denn die sich entwickelnde Wirtschaft und der Fernhandel benötigten Kredite und damit auch Kreditgeber.
So blieb der Wucher zwar eine Sünde, dem Wucherer eröffneten sich jedoch mit einer Veränderung der kirchlichen Sichtweise von Sünde und Buße, Auswege aus dem Dilemma.
Das Fegefeuer als Chance, für den, der seine Sünden aufrichtig bereut, in den Himmel zu kommen, statt ewig in der Hölle zu schmoren, bot nun auch dem Wucherer bzw. dem Geldverleiher die Möglichkeit, trotz sündigen Lebens in den Himmel zu kommen. Und damit ist nach Auffassung von LeGoff ein Meilenstein auf dem Weg zum Kapitalismus erreicht.
Le Goff beschreibt durch zahlreiche Beispiele in Form von Zitaten die komplexe Problematik zwischen den christlichen Prinzipien, einer sich entwickelnden (Geld-) Wirtschaft, des christlich- jüdischen Verhältnises, des mentalen und sozialen Drucks, der durch die geistlichen Vorgaben und die Prozesse der realen Welt entsteht.
Das klassische Werk, ganz im Stile der Nouvelle Histoire zieht den Leser tief in die fremdartigen Denkweisen des Mittelalters hinein. Keine Aneinanderreihung von historischen Daten oder Taten großer Männer. Das Thema und die Geschichte wird hier als langwieriger gesellschaftlicher Prozess begriffen und beschrieben.
Jaques Le Goffe ist einer der führenden Vertreter der Nouvelle Histoire, der in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts im Elsaß entstandenen Schule der Sozial- und Mentalitätsgeschichte, die erst in den 70er Jahren auch in Deutschland Fuß fassen konnte. Der 2008er Neuauflage der rund 20 Jahre alten Arbeit Le Goffes ist nun eine recht umfangreiche Einführung von Johannes Fried hinzugefügt worden, die die detaillierten und zitatenreichen Ausführungen des international anerkannten Mittelalterspezialisten noch einmal übersichtlich zusammenfasst.

Histoire

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