Jacques Monod Zufall und Notwendigkeit

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Inhaltsangabe zu „Zufall und Notwendigkeit“ von Jacques Monod

Der Molekularbiologe und Medizin-Nobelpreisträger Jacques Monod stellt in seinem vieldiskutierten Buch die These auf, daß das Leben in all seinen Formen durch enen einzigen unwahrscheinliche Zufall entstanden ist.§

Engagiert weist der Molekularbiologe und Nobelpreisträger Jacques Monod nach, dass die Natur nicht einem göttlichen Ziel folgt.

— PhilippWehrli

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  • Eine Streitschrift gegen die Teleologie

    Zufall und Notwendigkeit

    PhilippWehrli

    29. August 2017 um 20:35

    Gleich im ersten Kapitel bin ich uneins mit Monod. Er behauptet da: „Der Grundpfeiler der wissenschaftlichen Methode ist das Postulat der Objektivität der Natur. Das bedeutet die systematische Absage an jede Erwägung, es könne zu einer „wahren“ Erkenntnis führen, wenn man die Erscheinungen durch eine Endursache, d. h. durch ein „Projekt“, deutet.“ – Konkret bedeutet dies, die Wissenschaften setzten zum Vornherein voraus, dass es keinen Gott gibt, der ein Ziel verfolge. Das ist Unsinn! Es wäre durchaus denkbar, dass Wissenschaftler einen Gott entdecken und dazu beitragen, dessen Gedanken und Ziele besser zu verstehen. Für viele Wissenschaftler vergangener Jahrhunderte war gerade das die Motivation, die Natur zu erforschen. Es wäre im Gegenteil unwissenschaftlich, einen Gott zum Vornherein auszuschliessen. Natürlich, da hat Monod recht, haben die Wissenschaften bisher gezeigt, dass wir zumindest sehr viele ganz wichtige Fragen klären können, ohne ein Ziel, einen Plan oder ein Design dahinter zu vermuten. Und es ist durchaus begrüssenswert, wenn Monod speziell diesen Punkt betont, dass in der Natur bisher nirgends ein Ziel oder ein Design sichtbar wurde. Aber dass wir die Vielfalt der Arten ohne göttliches Design erklären können, ist eine Erfahrungstatsache, nicht eine Voraussetzung.Tatsächlich können wir auch sehr komplizierte Organe erklären, ohne dahinter ein Design oder ein göttliches Ziel zu sehen. Dies ist aber keine neue philosophische Erkenntnis, da es bereits von Darwin am Beispiel des Linsenauges vorgeführt wurde. Ausserdem scheint mir Monod übers Ziel hinauszuschiessen, wenn er Lamarcks Theorie mit Teleologie, also quasi mit göttlichem Design, in einen Topf wirft. In Monods Worten:„Lamarck war der Ansicht, dass die Anspannung bei den Bemühungen, die ein Tier entwickelt, um ‚im Leben Erfolg zu haben’, gewissermassen auf sein Erbgut zurückwirkt, sich ihm eingliedert und unmittelbar die Nachkommenschaft formt.“... „Diese Hypothese ist heute natürlich unannehmbar, ...“Darwin hat bewiesen, dass es Lamarcks Mechanismus zur Erklärung nicht braucht. Aber Darwins Erfolg schliesst nicht aus, dass auch der von Lamarck propagierte Mechanismus in gewissen Fällen vorkommt. Vor 22 Jahren notierte ich deshalb an den Seitenrand: „? Evtl. über Hormone im Mutterleib: Eine Mutter, die oft zu aggressivem Verhalten gezwungen wird, kriegt Kinder, die aggressiver sind?“ – Seit der Jahrhundertwende ist die sogenannte Epigenetik zu einem zentralen Thema der Genetik geworden. Sie zeigt, dass die Lebensumstände die Gene verändern und dass diese Veränderung sogar an Enkel weitervererbt werden kann. Dies kommt aber Lamarcks Vorstellung zumindest sehr nahe. Mir scheint, das Buch wird den Erwartungen nicht gerecht, die der Untertitel ‚Philosophische Fragen der modernen Biologie’ weckt. Da hätte ich wesentlich mehr philosophischen Weitblick erwartet, wie ich ihn z. B. bei Erwin Schrödingers Buch 'Was ist Leben?' finde.In anderen Kapiteln zeigt der Nobelpreisträger Jacques Monod aber seine Grösse. Bei der Betrachtung von Lebewesen drängt sich sehr bald die Frage auf, wie diese so geordnet sein können. In der Physik gilt der 2. Hauptsatz der Thermodynamik, nach dem die Unordnung immer zunehmen muss. Wie also können Lebewesen eine solche Komplexität und Ordnung erreichen? – Viele schlossen daraus, Lebewesen folgen zumindest in diesem Punkt nicht der Physik, es müsse noch eine zusätzliche Lebenskraft geben. Hier zeigt der Biochemiker Monod seine Meisterschaft und erklärt ausführlich, dass die Biologie sehr wohl mit dem 2. Hauptsatz in Übereinstimmung ist.Andere Kapitel, etwa zur molekularen Ontogonese und über Mutationen waren sicher zur Zeit der Abfassung vom biologischen Standpunkt her auf höchstem Niveau, gehören sie doch zur Kernkompetenz des Autors. Allerdings haben sich diese Gebiete seither weiter entwickelt und die Ausführungen sind wohl vor allem von historischem Interessen. Mit wieder anderen Bemerkungen erscheint mir der Autor sehr fremd, etwa wenn er von der „Angst“ schreibt, „die uns zwingt, den Sinn des Daseins zu erforschen.“ Bei den mir bekannten Wissenschaftlern erlebe ich Begeisterung für die Forschung, Leidenschaft und einen Forschungstrieb, der allenfalls bis zur Sucht ausarten kann. Aber Angst scheint mir für einen Top-Forscher eine sehr ungewöhnliche Motivation.Ausserdem scheint mir die Sprache unnötig umständlich und trocken, was an der Übersetzung liegen mag. Einem Laien würde ich das Buch nicht als Einstieg in die Evolutionstheorie empfehlen. Dazu eignet sich Hoimar von Dithfurt, ‚Der Geist fiel nicht vom Himmel’ oder auch mein Buch ‚Das Universum, das Ich und der liebe Gott’ besser. Für Biologie-Studenten ist das Buch durchaus lesenswert. Es ist auch sehr rasch gelesen.

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