Jacques Poulin

 4.1 Sterne bei 40 Bewertungen

Lebenslauf von Jacques Poulin

Klassiker der frankokanadischen Literatur: Jacques Poulin, Jahrgang 1937, ist ein kanadischer Schriftsteller. Er studierte Psychologie und arbeitete nach seinem Abschluss als Übersetzer, bis er sich ganz dem Schreiben widmete.

Sein Debüt als Autor gab er mit seinem Roman „La Tournée d´automne“. Den Internationalen Durchbruch schaffte er mit seinem mehrfach ausgezeichneten und international bekannten Werk „Volkswagen Blues“. Mit diesem Buch schuf Poulin einen modernen Klassier der frankokanadischen Literatur.

Neue Bücher

Volkswagen Blues

 (39)
Neu erschienen am 21.09.2020 als Hardcover bei Hanser, Carl.

Alle Bücher von Jacques Poulin

Cover des Buches Volkswagen Blues (ISBN: 9783446267619)

Volkswagen Blues

 (39)
Erschienen am 21.09.2020
Cover des Buches La Tournée d'automne (ISBN: 9782742709922)

La Tournée d'automne

 (1)
Erschienen am 15.01.1997

Neue Rezensionen zu Jacques Poulin

Neu

Rezension zu "Volkswagen Blues" von Jacques Poulin

Stilles "Roadmovie"
Wolfgang_Kunerthvor 2 Tagen

Volkswagen Blues von Jacques Poulin wird schon als Kultbuch gepriesen, soweit würde ich zwar nicht gehen, das soll das Buch allerdings keineswegs herabwürdigen. Dieses geschriebene Roadmovie ist ein sehr ruhiges Buch, was aber meiner Meinung nach genau seine große Stärke ist. So wird die mehr oder weniger abenteuerliche Reise der beiden Hauptcharaktere Jack und Pitsémine in ihrer Langsamkeit sehr authentisch geschildert. Ihre Suche nach Jacks Bruder fließt eigentlich unspektakulär dahin, immer wieder unterbrochen und gleichzeitig bereichert von Nebengeschichten und teilweise unterhaltsamen Ereignissen. Die Beziehung der beiden entwickelt sich ebenso unaufgeregt und Pitsémines Katze und der VW Bus sind als Nebendarsteller eine absolute Bereicherung. 

Diese unaufgeregte  Handlungsschilderung ist sicherlich nicht jedermanns (-fraus) Sache, doch empfinde ich sie als perfektes Stilmittel für dieses Buch. Eine so lange Reise kann man meines Erachtens nur so perfekt schildern und die kleinen Geschichten rundherum, vor allem die Besiedlungs- und Ureinwohnerproblematik Amerikas betreffend, sind eine schöne Bereicherung. 

Wie anfangs erwähnt, vielleicht kein Kultbuch, aber ein sehr unterhaltsamer stiller Roman und von meiner Seite eine absolute Leseempfehlung.

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Rezension zu "Volkswagen Blues" von Jacques Poulin

Kurz-episodenhafter Reisebericht, der tiefgründiger und spannender hätte sein können
simone_richtervor 19 Tagen

Ich habe mir den kanadischen Kultroman über ein ungewöhnliches Paar, welches in einem alten VW-Bus von Québec bis nach San Francisco fährt, schöner und spannender vorgestellt. Jack Waterman ist ein schüchterner, unbeholfener Schriftsteller in der Schreibkrise und auf der Suche nach seinem verschollenen Bruder Théo. Die Halbindianerin Pitsémine – wegen ihrer langen, dünnen Beine auch die Große Heuschrecke genannt – ist rastlos und ein Bücherwurm. Sie sichten alte Karten und Bücher hören zusammen Musik und suchen Théo durch den amerikanischen Kontinent.

Sicherlich ist es ein ungewöhnliches Paar – der eine schweigsam; die andere ein hageres Automechaniker-Mädchen mit ihren Kater Chop Suey. Aber mir war das Roadnovel mit zu wenigem Witz und dahinschleichender kurzer Geschichte erzählt, bei der sich bei mir keine Wärme eingestellt hat. Schön sind die Reisen in die Vergangenheit, die nebenbei erzählt werden, wenn die zwei mit ihrem alten VW-Bus über die damaligen Siedlerstraßen des Oregon-Trail fahren. Leider sind auch die Geschichten vom einst Bison tötenden Buffalo Bill oder dem Massaker an die Indianer richtenden Colonel Chivington sehr kurz erzählt und es entsteht für mich nie ein richtiger Lesefluss. Der fortwährend ungleiche Kampf französischstämmiger Siedler gegen die Indianer, zieht sich wie ein blutroter Faden durch die Fahrt, und der Bulli ist irgendwie der dritte Protagonist. Poulin schreibt melancholisch und in sehr kurzen Episoden und es ist am Ende egal, ob Waterman und die Große Heuschrecke den Bruder finden, denn sie lernen sich gemeinsam und die Geschichte der Nordamerikaner kennen. Für mich hätte das Ganze berührender sein können.

Kommentare: 13
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Rezension zu "Volkswagen Blues" von Jacques Poulin

Auf Théos Spuren und zu sich selbst
Antje_Waldschmidtvor einem Monat

Ein Schriftsteller mit Schreibblockade in seiner Midlife-Crisis und ein junges indigenes Mädchen mit einem Kätzchen treffen zufällig aufeinander. Er ist auf der Suche nach seinem vor mehr als 20 Jahren verschollenen Bruder Théo, von dem ihm nichts weiter als eine letzte Postkarte geblieben ist. Gemeinsam begeben sich der Mann, Jack Waterman und das Mädchen, die Große Heuschrecke, auf Théos Spur in einem altem VW-Bus durch den nordamerikanischen Kontinent, von Québec bis San Francisco.

Jacques Poulins Werk „Volkswagen Blues“ gilt als moderner Klassiker der frankokanadischen Literatur und wurde dort bereits 1984 erstveröffentlicht. Dass der Roman nach mehr als 35 Jahren in der Übersetzung nun auch den deutschsprachigen Raum erreicht, ist sicherlich vorrangig der Frankfurter Buchmesse und dem (geplanten) Ehrengast Kanada zu verdanken. Eine Bereicherung ist das Werk in jedem Fall. 

„Volkswagen Blues“ ist ein leiser Roman, der zwischen den Zeilen gelesen werden muss und nicht mit großen Abenteuern und Spannungselementen lockt. Vielmehr sind die beiden Protagonisten auf der Suche … das nicht vordergründig nach Jacks Bruder Théo, sondern nach sich selbst! Das bringt der US-amerikanischen Schriftsteller und Nobelpreisträger Saul Bellow, den die beiden Protagonisten auf ihrer Reise treffen, gut auf den Punkt, indem er sagt: „Wer seinen Bruder sucht, sucht alle Menschen.“ Jack wird auf dieser Reise klar, dass er nie wirklich gelernt hat zu leben, die Große Heuschrecke sucht ihre Wurzeln und Antworten auf das Schicksal ihrer Vorfahren. Zum roten Faden des Werkes wird die Route, die Jack und die Große Heuschrecke mit ihrem Bulli einschlagen und die ein spannendes Stück der fast durchweg sehr blutigen nordamerikanischen Geschichte erzählt. So resümiert auch Jack: „Man fängt an, über die Geschichte Amerikas zu lesen, und findet überall Gewalt. Als wäre ganz Amerika auf Gewalt gebaut.“

Dass Poulin einst Psychologie studierte, lässt die Art, wie er seine Romanhelden sprechen lässt, schnell vermuten. Die Dialoge sind oft subtil – und sicherlich nicht jedermanns Sache. Ebenso ist es die Schwere, die Jack teilweise anhaftet. So hat dieser den Drang stets mit alten Männern, die aufs Gewässer schauen, sprechen zu müssen, da diese darin ihr baldiges Ableben erkennen zu scheinen. Oder aber auch sein „Tauchgang“, in dem er sich tagelang im Bulli unter der Decke in Depri-Stimmung zurückzieht und von der Welt verabschiedet. Was ihn neben seiner Schreibblockade vor allem bedrückt, scheint die Erkenntnis, nie wirklich Nähe und Liebe zugelassen zu haben. Doch weder Jack noch die Große Heuschrecke werden als Charaktere in ihrer Gedankenwelt und Tiefe vollständig von Poulin dargestellt. Was sie bedrückt und antreibt erschließt sich dem Lesenden häufig nur aus den Momentaufnahmen und Dialogen.

„Volkswagen Blues“ ist ein sanftes Werk, das vom Zauber des Moments und einer unbefangenen Begegnung zweier Menschen erzählt, eingebettet in den geschichtlichen Rahmen Nordamerikas, der von Eroberung, Vernichtung, aber auch Neuanfang erzählt. Das tut Poulin auf charmante, humorvolle, aber auch sehr melancholische Weise. Wer gern träumt und sich auf Reisen mitnehmen lässt, der wird seine Freude an diesem zeitlosen Buch der frankokanadischen Literatur haben. 

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Gespräche aus der Community

Neu
Cover des Buches Volkswagen Blues

Ein Träumer mit Schreibblockade auf der Suche nach seinem Bruder und Inspiration, eine Halb-Innu mit unersättlichem Bücherdurst und stetiger Rastlosigkeit, gebündelt in einem charmanten alten VW-Bus auf dem Weg in das Abenteur ihres Lebens. Mit viel Wärme, Einfühlungsvermögen und Witz erzählt Jacques Poulin eine Geschichte, die uns mit einem ungewöhnlichen Paar von Québec bis nach San Francisco führt. 

Wir suchen 35 Leser*innen, die das Buch vor dem Erscheinungstermin lesen
und auf LovelyBooks sowie drei weiteren Seiten rezensieren möchten.

Wer hat Lust, es sich auf dem Nebensitz eines sehr ungewöhnlichen Pärchens für einen Roadtrip durch Nordamerika gemütlich zu machen?

Diese Geschichte berührt das Herz und zeigt: manchmal ist die simple Bekanntschaft mit einem Fremden der Beginn eines neuen Selbst. 

Gemeinsam mit dem Hanser Verlag vergeben wir vor dem offiziellen Erscheinungstermin 35 Rezensionsexemplare von Jacques Poulins "Volkswagen Blues".

Wir möchten alle Gewinner*innen bitten, ihre Rezensionen bis zum 24.09.2020 sowohl hier auf LovelyBooks zu teilen, als auch auf drei anderen Plattformen (Buchshops, Blogs und Co.).

Hier können die Rezensionen geteilt werden:

- Amazon

- Thalia

- Hugendubel

- Instagram

- Facebook

- Blog

- Weltbild

- Pustet

- buecher.de

Wir freuen uns auf eure Rezensionen!

Bitte beantwortet folgende Frage, um teilzunehmen:
Würdet ihr einen Roadtrip machen wollen? Und wenn ja, wohin? Bitte gebt außerdem mit an, auf welchen 3 Seiten - zusätzlich zu LovelyBooks - ihr eure Rezension teilen werdet!

Wenn ihr keine Aktionen von den Hanser Literaturverlagen verpassen wollt, dann folgt der Verlagsseite.

231 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  Wolfgang_Kunerthvor 2 Tagen

Leider erst sehr spät hier meine Rezension von Jacques Poulins Volkswagen Blues, was zugegebenermaßen nicht nur am späten Erhalt des Buches liegt, wofür ich mich entschuldigen möchte. Aber gottseidank sind Bücher ja zeitlos und meine Rezension auch zu etwas späterem Zeitpunkt noch hilfreich. Ich habe sie neben lovelybooks noch bei amazon, thalia und literaturcafe.de veröffentlicht. Nochmals herzlichen Dank, dass ich daran teilnehmen durfte, doch jetzt zum Buch:


Volkswagen Blues von Jacques Poulin wird schon als Kultbuch gepriesen, soweit würde ich zwar nicht gehen, das soll das Buch allerdings keineswegs herabwürdigen. Dieses geschriebene Roadmovie ist ein sehr ruhiges Buch, was aber meiner Meinung nach genau seine große Stärke ist. So wird die mehr oder weniger abenteuerliche Reise der beiden Hauptcharaktere Jack und Pitsémine in ihrer Langsamkeit sehr authentisch geschildert. Ihre Suche nach Jacks Bruder fließt eigentlich unspektakulär dahin, immer wieder unterbrochen und gleichzeitig bereichert von Nebengeschichten und teilweise unterhaltsamen Ereignissen. Die Beziehung der beiden entwickelt sich ebenso unaufgeregt und Pitsémines Katze und der VW Bus sind als Nebendarsteller eine absolute Bereicherung.

Diese unaufgeregte Handlungsschilderung ist sicherlich nicht jedermanns (-fraus) Sache, doch empfinde ich sie als perfektes Stilmittel für dieses Buch. Eine so lange Reise kann man meines Erachtens nur so perfekt schildern und die kleinen Geschichten rundherum, vor allem die Besiedlungs- und Ureinwohnerproblematik Amerikas betreffend, sind eine schöne Bereicherung.

Wie anfangs erwähnt, vielleicht kein Kultbuch, aber ein sehr unterhaltsamer stiller Roman und von meiner Seite eine absolute Leseempfehlung.

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