Jacques Rossiaud Dame Venus

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Inhaltsangabe zu „Dame Venus“ von Jacques Rossiaud

Vorwort von Duby, Georges 26 Abb. 239 S. (Quelle:'Fester Einband/01.01.1989')

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  • Rezension zu "Dame Venus" von Jacques Rossiaud

    Dame Venus

    Sokrates

    25. November 2011 um 10:00

    Ein Nischenthema, über das man gar nicht eine solche Fülle an Informationen erwartet hätte, aber: kulturgeschichtlich sehr interessant, denn in einer von engen Moralvorstellungen, Gottesfurcht, repressiver Sexualmoral (durch die katholische Kirche propagiert) sowie geringem Bildungsgrad charakterisierten Gesellschaft erwartet man keine besonders starke und zumal offensichtliche Präsenz des „ältesten Gewerbes der Menschheit“ – der Prostitution. Allerdings belehrt uns Rossiaud gleich zu Beginn seiner Monographie, dass Prostitution im Mittelalter alles andere war als ein verheimlichtes Gewerbe. Nein, Bordelle wurden vornehmlich von reichen Bürgern geführt; später – auf der Schwelle zum Hochmittelalter bzw. der Frühen Neuzeit – traten die Städte als Eigentümer der Bordelle hervor. Der Grund hierfür war zum Teil ein solcher, der auch heute noch das Gewerbe durch den Staat beobachten und kontrollieren lässt: die überwachte Zulassung eines ansonsten im Illegalen operierenden Gewerbes, dass besser obrigkeitlich gelenkt wird, als im Dunkeln zu operieren. Und: Oberschicht und Stadt haben sich an den Einnahmen der Bordelle eine goldene Nase verdient. – Rossiaud beschäftigt sich neben den bereits beschriebenen Formen der Bordelle (privat geführt, städtisch geführt) mit den allgemeinen Regeln des Sexualverhaltens im Mittelalter – also all dem, was man in damaliger Zeit als Usus erwarten darf / muss -, mit dem Thema Vergewaltigung, den allgemeinen Heiratsgewohnheiten und schließlich mit dem Teil der Prostitution, der am undurchsichtigsten ist: den Kupplern, Zuhältern und schließlich mit den Freiern (Alter, Herkunft etc., soweit aus den Quellen ermittelbar). Rossiaud arbeitet nah an den Quellen, insoweit eine enorme Recherchearbeit, die mit vielen Indirektnachweisen arbeiten muss, denn Prostitution war nun eben kein Gewerbe, was Schriftquellen produzierte. Er schreibt lebendig, anschaulich; hilfreich ist es jedoch, zum besseren Verständnis doch ein wenig über das städtische Leben im Mittelalter zu wissen. Daher eine überaus lesenswerte Fachlektüre.

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