Jael McHenry

 4.5 Sterne bei 15 Bewertungen

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Jael McHenrySchokoladengeister
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Schokoladengeister
Schokoladengeister
 (15)
Erschienen am 13.08.2012

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Lissys avatar

Rezension zu "Schokoladengeister" von Jael McHenry

Tiefsinnig, lecker und berührend. Ein richtig gutes Buch.
Lissyvor 4 Jahren

Ginny hat von ihrer Mum immer Regeln aufgestellt bekommen, an die sie sich gehalten hat und noch immer hält. Das ist praktisch, denn dadurch kommt es nur selten zu Situationen, in denen sie ausrastet. Sie kann ihre Gefühle nur schwer ausdrücken und es ist ihr unerträglich, wenn fremde Menschen sie berühren. Wenn stressige Situationen auftreten, hilft es ihr, wenn sie an leckere Lebensmittel und deren Konsistenz denkt: Weintrauben, die süß und prall auf der Zunge liegen, Zwiebeln, die in der Pfanne erst glasig und dann braun werden,...


Ginnys Eltern machen eine Reise und kommen durch einen tragischen Unfall ums Leben. Deshalb müssen die beiden Schwestern sich um alles kümmern, wobei Amanda glaubt, auf Ginny aufpassen zu müssen, da diese ihrer Meinung nach an einer Krankheit leidet. Aber Ginny findet sich normal und meint, dass sie Persönlichkeit habe. 

Auf der Trauerfeier ihrer Eltern sind Ginny zu viele Menschen und deshalb beruhigt sie sich damit, dass sie Ribollita kocht, die Brotsuppe ihrer Großmutter. Und Ginny hält sich exakt ans Rezept und versinkt in der Tätigkeit. Plötzlich erscheint ihre schon lange verstorbene Großmutter und hat eine Botschaft...

Das Cover von Schokoladengeister hat mich ein lustiges, lebensfrohes, schokoladiges Buch erwarten lassen. Das, was ich gelesen habe, war anders: tiefsinnig, berührend, mitreißend, lebensverändernd. Man kann sich direkt in Ginny einfühlen, ich habe mehr Verständnis fürs Asperger Syndrom entwickelt und für die andere Sicht auf die Welt, die Ginny hat. Außerdem haben mich die Schokoladengeister dazu gebracht, meinen liebsten Milchreis zu kochen, der so wundervolle Aromen hat und bei dem ich eine halbe Stunde rühren muss. Also: das Buch ist nicht ganz so bunt wie das Cover, es ist besser. 
Ich wage zu sagen: eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe!

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Rezension zu "Schokoladengeister" von Jael McHenry

Rezension zu "Schokoladengeister" von Jael McHenry
Buechersuechtigvor 6 Jahren

DIE GESCHICHTE....
Ginny hat "eine Persönlichkeit", wie sie gern sagt. Auch wenn sie ihre Rituale braucht, sich nicht von Fremden berühren lässt oder seinem Gegenüber beim Sprechen nicht in die Augen sieht. Denn die 26-jährige Ginny "zieht sich gern in ihr Schneckenhaus zurück und weiß nicht, wie es nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern weitergehen soll... Ihrer Schwester wäre am liebsten, wenn das Elternhaus verkauft würde, doch Ginny, die liebend gern kocht, ist dagegen - denn sie hat erst kürzlich zufällig herausgefunden, wie sie mit den Rezepten ihrer verstorbenen Familie deren Geister heraufbeschwören kann und als ihr ihre verstorbene Nonna verrät, dass die etwas verhindern soll, versucht Ginny dahinter zu kommen, was genau sie vereiteln soll. Und dann lernt sie David, den sympathischen Sohn ihrer Putzfrau Gert, kennen...

MEINE MEINUNG:
Angelockt vom vielversprechenden Buchtitel und Klappentext, musste ich "Schokoladengeister" unbedingt haben, auch wenn das Cover eher anspruchslose Lesekost verheißt, doch in diesem Roman steckt noch viel mehr... Fast jedes Kapitel beginnt mit einem Rezept, das zum jeweiligen Abschnitt passt. Den Handlungsschauplatz hat die Autorin nach Philadelphia verlegt.

Ginevra "Ginny" Selvaggio ist eine Einzelgängerin und "anders". Die sechsundzwanzigjährige Frau mag keine Menschenansammlungen, keinen Körperkontakt, kann mit anderen Menschen nichts anfangen, weshalb sie auch keine Freunde hat und in ein tiefes Loch fällt, als ihre Eltern im Urlaub ums Leben kommen. Ginny ist an einer leichten Form des Autismus erkrankt und auch wenn sie weiß, dass sie nicht wie die meisten anderen Menschen gestrickt ist, besitzt sie ein "Normal-Buch", in dem sich verschiedene Auszüge zum "Normalsein" befinden. Sie liest und kocht leidenschaftlich gern, am liebsten nach Familienrezepten. Nach dem Tod ihrer Eltern besteht die Familie nur noch aus den Schwestern Amanda & Ginny und Amanda möchte ihr Elternhaus bzw. Ginnys Zuhause verkaufen, doch die Geister ihrer verstorbenen Familie sind anscheinend dagegen...

Die Protagonisten, allen voran Hauptperson Ginny, sind lebendig gestaltete Charaktere mit vielen Facetten, Ecken & Kanten, die eine beachtliche Weiterentwicklung durchmachen. Auch die reizvollen Nebenfiguren wie Ginnys ältere, vernünftige Schwester und deren eigene Familie, die liebenswerte Putzfrau Gert mit rumänischen & kubanischen Wurzeln und ihr verwitweter Sohn David fügen sich gut in die Handlung ein und sorgen für Abwechslung.

Es ist äußerst interessant, mitzuerleben, wie diese außergewöhnliche Hauptperson mit Asperger-Syndrom ihren Alltag bewältigt und wie genau sie mittels Kochrezepten die Geister ihrer Lieben beschwört. Ginny ist eine begnadete Köchin, die so wunderbare Gerichte kreiert, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Außerdem vergleicht sie Menschen mit Lebensmitteln. So hat Amanda eine Orangensaft-Stimme, ihr Vater hat eine Stimme wie Tomatensaft und Gerts Stimme erinnert Ginny an Mohnsamen.

"Schokoladengeister" ist eine traurig-schöne Geschichte über das Leben, die Facetten von Normalität und Asperger, über Freundschaft, Geister und das Kochen sowie über den Tod. Der Debütroman von Jael McHenry wartet mit vielen Emotionen, einigen übersinnlichen Elementen und den verschiedenen Nuancen von Ginnys Leben auf. "Schokoladengeister" enthält außerdem viele amüsante sowie ernste und berührende Szenen, aber auch einige Längen und überflüssige Passagen. Obwohl dieser Roman durchwegs abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet wurde, hat mich die Story nicht hundertprozentig überzeugt, denn irgendwie fehlt mir "das gewisse Etwas".

Geschildert werden die Geschehnisse aus der Sicht von Ich-Erzählerin Ginny, die uns mehr über ihre Träume, Wünsche & Ängste erzählt und uns einen tiefen Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt gewährt. Man fühlt schnell mit Ginny mit und wünscht der jungen Frau mit "Persönlichkeit" nur das Beste. Besonders gelungen sind die lebendigen Beschreibungen von Ginnys Koch- und Backversuchen, wodurch man alles förmlich vor seinem inneren Auge sieht. Dank der berührenden, ausdrucksvollen Schreibweise und der oftmals amüsanten Wortgefechte lassen sich die 416 Seiten schnell lesen.

FAZIT:
"Schokoladengeister" erzählt die Geschichte der jungen Ginny, die um ihre toten Eltern trauert und kurz danach feststellt, dass sie eine besondere Begabung hat: Indem sie die Rezepte von Verstorbenen nachkocht, kann sie deren Geister heraufbeschwören und bringt damit ihr Leben durcheinander... Das Erstlingswerk von Jael McHenry wartet neben einigen Längen sowie allzu ausgeschmückten Schilderungen mit einem abwechslungsreichen Plot voller Emotionen und Überraschungen, einer interessanten Protagonistin & einem gefühlvollen Schreibstil auf. Da mich die Geschichte wunderbar unterhalten hat, bekommt dieser Erstlingsroman von mir 4 1/2 STERNE.

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Cannellas avatar

Rezension zu "Schokoladengeister" von Jael McHenry

Rezension zu "Schokoladengeister" von Jael McHenry
Cannellavor 6 Jahren

Kurzbeschreibung
Eine bittersüße Geschichte über
die Suche nach dem Glück und den
Mut, man selbst zu sein

Ginny Selvaggios Leidenschaft ist das Kochen.
Bei dem Duft von schmelzender Schokolade fühlt sich die junge Frau geborgen. Das Leben außerhalb ihrer heimeligen Küche hingegen macht ihr oft Angst, denn sie leidet an einer leichten Form des Autismus. Als ihre Eltern bei einem tragischen Unfall sterben, bricht Ginnys wohlbehütete Welt zusammen. Doch zugleich entdeckt sie, dass eine ganz besondere Begabung in ihr schlummert: Indem sie die Rezepte ihrer verstorbenen Liebsten nachkocht, kann sie deren Geister heraufbeschwören. Und dies bleibt nicht die einzige Magie: Im Schutz ihrer geliebten Küche lässt Ginny den jungen Witwer David in ihr Leben, mit dem sie bald eine zarte Freundschaft verbindet.

Meine Meinung
Mein erstes gelesenes Buch im Jahre 2013.
Ich schlug das Buch mit großer Vorsicht und Bedacht auf, blätterte die ersten Seiten um und genoss das Gefühl, das erste Buch im neuen Jahr zu beginnen. Ein Buch, dessen Inhaltbeschreibung mir schon zuvor verriet, dass es sich um "Geister", "Rezepte" und das "Asperger Syndrom" dreht. Als ich beim ersten Kapitel ankam, fiel mir sofort das Rezept ins Auge. Vor oder in jedem Kapitel befindet sich ein Rezept, welches sich auch in der Geschichte wiederfindet. Diese kleinen Rezepte haben nämlich eine ganz besondere Bedeutung, die der Leser jedoch erst erfährt, wenn er die Geschichte liest und begreift. Mir persönlich haben die Rezepte oft Appetit gemacht, so findet sich im fünften Kapitel die kurze und einfach Beschreibung eines Omeletts, dass ich mich heute Mittag an den Herd trieb und anschließend von mir verspeist wurde. Die Autorin beschreibt die Nahrungszubereitung mit solch reizenden Worten, dass mir oft das Wasser im Mund zusammengelaufen ist.

Ginny, die Protagonistin, wurde mir gleich zu Beginn sympathisch. Auch, oder vielleicht gerade, wegen ihrer Eigenarten. Es gibt genug Anzeichen und später auch die Bestätigung, dass das Asperger Syndrom bei ihr vorliegt, eine leichte Form von Autismus. Ginny lässt sich jedoch in keine Schubladen stecken und währt sich gegen den Verdacht. Sie wird es nicht müde zu erwähnen, dass sie kein Asperger hat, sondern eine Persönlichkeit. Ich finde es großartig, dass sie sich in keine Schublade stecken lässt.

Die große Leidenschaft von Ginny ist das Kochen und Backen, weswegen auch so viele Rezepte in dem Buch zu finden sind. Ginny ist eine perfekte Köchin, konzentriert auf Details und ist mit viel Herzblut am Werk. Wenn sie die Lebensmittel beschrieb, hatte ich manchmal fast das Gefühl, dass auch ich die Zwiebeln und Zutaten auf meiner Zunge schmecken konnte. Eines Tages jedoch beschwört sie mit Hilfe der Rezepte Geister herauf; was ihr am Anfang noch befremdlich und seltsam erscheint, wird ihr mit der Zeit zur großen Hilfe. Sie spicht mit den Geistern, forscht nach der Vergangenheit und beginnt sich aus dem Gefängnis der Isolation zu befreien. Ginny beginnt, ihr Leben zu leben.

"Schokoladengeister" ist nicht nur ein hervorragender Titel, es ist ein fantastisches Buch, eine fabelhafte Geschichte. Die Charaktere wachsen einem ans Herz. Ich habe langsam, bedächtig und mit viel Ruhe mit dem Buch begonnen, konnte es nicht mehr aus den Händen legen und habe es in weniger als einem Tag beendet. Es ist wunderbar geschrieben, mit vielen tollen Rezepten, einer sympathischen Protagonisten und einer tollen Aussage.

Oder kurz gesagt: Dieses Buch ist einfach nur empfehlenswert!

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