Jake Adelstein Tokio Vice

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Inhaltsangabe zu „Tokio Vice“ von Jake Adelstein

Jake Adelstein ist der einzige westliche Journalist, der jemals als Polizeireporter in Japan arbeiten durfte. Er berichtete viele Jahre für die führende japanische Zeitung über die dunkle Seite Japans, wo Erpressung, Mord, Menschenhandel und Korruption ebenso häufig vorkommen wie Ramen-Nudeln und Sake. Doch als er seinen letzten Knüller landen wollte, stand e rJapans berüchtigtstem Yakuza-Boss plötzlich persönlich gegenüber. Da ihm und seiner Familie der Tod drohte, gab er auf . . . vorübergehend. Dann schlug er zurück. In »Tokio-Mafia« erzählt Jake Adelstein, wie aus einem unerfahrenen Jungreporter – dessen Wing-Chun-Kampf mit einem älteren Kollegen nicht sein einziger Anfängerfehler war – ein wagemutiger Enthüllungsjournalist wurde, auf den die Yakuza ein Kopfgeld aussetzte. Mit seinen lebendigen, emotionalen Geschichten aus der Welt der modernen Yakuza, von der selbst Japaner wenig wissen, ist »Tokio-Mafia« von der ersten bis zur letzten Zeile ein ebenso faszinierendes wie informatives Buch und ein einzigartiger, aufschlussreicher Bericht aus erster Hand über die Schattenseiten der japanischen Kultur.

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  • Polizeireporter in Japan: Kein Job wie jeder andere

    Tokio Vice

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. November 2014 um 13:42

    Nach seinem Studium gelingt dem US-Amerikaner Jake Adelstein ein ungewöhnlicher Schritt in die Arbeitswelt: Er wird nach einem umfangreichen Aufnahmetest erster ausländischer Mitarbeiter der Yomiuri Shinbun, einer der großen japanischen Tageszeitungen. Und zwar nicht beim Englisch-sprachigen Ableger, sondern direkt im Mutterhaus. Adelstein recherchiert und schreibt auf Japanisch. Zugeteilt ist er als Polizeireporter und auch da liegt eine Premiere an: Adelstein wird als erster Ausländer zum Presseclub des Tokyo Metropolitan Police Departement zugelassen. Sein Job als Polizeireporter läuft rund um die Uhr und kostet Einsatz in vielerlei Hinsicht: Er kümmert sich um Pressekonferenzen, bedient zwei Abgabetermine pro Tag, fährt umgehend zu Tatorten, klappert Nachbarn und Bekannte von Opfern ab und pflegt parallel dazu sein Informationsnetzwerk. Neben namenlosen Informanten kümmern sich die Polizeireporterin Japan auch um einen guten Draht zu Polizisten. Neujahrsgrüße sind eine Selbstverständlichkeit, ein bisschen Eis für die Kinder oder Blumen für die Gattin. Alles in der Hoffnung, dass man für die Yomiuri eines Tages eine exklusive Information bekommt, die die anderen erst viel später kriegen werden. Der erste Teil des Buches beschreibt ausführlich und lebendig den Arbeitsalltag der Journalisten. Adelstein ist hartnäckig und leistet gute Arbeit. Aber der Job hat auch Schattenseiten wie viel zu wenig Schlaf und Hektik. Es gibt Arbeiten unter Zeitdruck, aber auch elendig lange Wochen, in denen Ermittlungen laufen und die einfach abgewartet werden müssen, um am Ende hoffentlich eine Story zu bekommen. Hinzu kommt immer wieder große Frustration, weil sich die Lücken in der Gesetzgebung allzu deutlich als Lücken in der Strafverfolgung fortsetzen. Menschenhandel zum Beispiel ist zu Adelsteins Yomiuri-Zeiten kaum verfolgbar, unter anderem, weil die Opfer auf Grund der Ausweisungsgesetze nicht als Zeugen fungieren können. Auch an die Yakuza ist schwer heranzukommen, weil Japan kein Zeugenschutzprogramm kennt. Für jemanden wie Adelstein, der sich intensiv in seine Stories hängt und durchaus selber zum Ermittler wird, sind solche Schlupflöcher sehr zermürbend. Mit seiner unnachgiebigen Art und seinem unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit macht sich Adelstein irgendwann allerdings mächtige Feinde. Er bekommt Wind davon, dass sich der hochrangige Yakuza Tadamasa Goto in den USA einer Organtransplantation unterzogen hat. In einem Land, in das er als bekanntes Mitglied der organisierten Kriminalität nicht einmal hätte einreisen dürfen. Monatelang recherchiert Adelstein, bis er den Fall nicht nur rekonstruieren, sondern auch beweisen kann. Das bringt ihm unerwünschten Besuch ein, der ihn vor die Wahl stellt: Sofortige Aufgabe oder sein Leben und das seiner Freunde ist in Gefahr. Tokyo Vice ist enorm spannende Lektüre. Nicht nur, weil Jake Adelstein einen aufreibenden Job ergattert hat und viel Einblick in die japanische Gesellschaft und die Arbeit der Exekutive gewährt. Nicht nur, weil Jake Adelstein als Journalist richtig unbequem wird und sich schlussendlich mit der Yakuza anlegt. Sondern auch, weil Adelstein einen unverstellten Blick auf sich selbst preisgibt. Ein Vergleich zu Goto liegt für dessen ehemalige Geliebte nahe: „Ihr seid beide arbeits- und adrenalinsüchtige, schamlose Frauenhelden mit starker Libido. Ihr trinkt zu viel, ihr raucht zu viel, und ihr fordert Loyalität. Ihr seid großzügig zu euren Freunden und rücksichtslos zu euren Feinden. Ihr tut alles, um zu bekommen, was ihr haben wollt. Ihr seid euch sehr ähnlich. […] Es gibt zwei große Unterschiede. Sie genießen es nicht, wenn andere leiden, und sie hintergehen Ihre Freunde nicht. Das sind gewaltige Unterschiede." Bis heute (Stand November 2014) gibt es von diesem Buch zahlreiche Übersetzungen, aber nach wie vor keine Veröffentlichung auf Japanisch (wenngleich in Adelsteins Schublade das japanische Original von Beginn an parat lag). So offen Kritik an der Yakuza zuzulassen oder indirekt die Gesetzgebung bloßzustellen, traut sich immer noch kein Verleger. Mehr als ein paar von englischen Zeitungen abgeschriebene Artikel haben die Japaner bis heute nicht lesen können. Nach Einschätzung von Adelstein wird sich das auch in der kommenden Zeit kaum ändern. Der einzige Verlag, der das Manuskript nicht postwendend abgelehnt hat, besteht für die Veröffentlichung auf einer Änderung von rund 90 Passagen. Doch so unnachgiebig, wie sich Adelstein präsentiert, dürfte es ziemlich unwahrscheinlich sein, dass er das Buch weichspülen wird. Dafür kann er einen anderen Erfolg verbuchen: Anfang 2015 werden in Tokyo die Dreharbeiten für die Verfilmung von "Tokyo Vice" beginnen.

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  • Rezension zu "Tokio Vice" von Jake Adelstein

    Tokio Vice

    bücherelfe

    11. December 2010 um 18:42

    Nein, es ist wirklich keine gute Idee, sich mit den Yamaguchi-Gum, Japans grösster Verbrecherorganisation anzulegen. 40’000 gereizte Mitglieder sind ganz schön viel…… Jake Adelstein hat in Japan das getan, was vor ihm Roberto Saviano in Italien auch tat. Er hat in ein Wespennest gestochen. Als Polizeireporter für die grösste japanische Zeitung, Yomiuri Shimbun, berichtet er in den Jahren von 1993 bis 2005 über Erpressung, Menschenhandel, Mord, Korruption und mehr. In diesem Zusammenhang hat er sehr häufig auch Berührung mit einzelnen Gruppen der Yakuza, die man auch die Mafia Japans nennen könnte. Er baut geschickt ein Netz aus Informanten auf und kann seine Arbeit mehr oder weniger unbehelligt tun, bis er eine Regel übertritt „Sie dürfen schreiben, was sie wollen, solange es um Bandenkriege, Tätowierungen oder sexuelle Ausbeutung geht. Aber wenn Sie herausfinden wollen, womit die wirklich ihr Geld verdienen, welche Firmen ihnen gehören, dann begeben Sie sich auf ein gefährliches Pflaster…“ Mit "Tokio Vice" bietet Jake Adelstein einen interessanten Einblick in die japanische Kultur im Allgemeinen und die Yakuza im Besondern. Das Buch liest sich wie eine überlange Reportage und ist äusserst spannend. Obwohl in Ich-Version geschrieben, scheint mir der Autor  aber wenig spürbar zu sein; sein Schreibstil ist sehr nüchtern. Das wirkt auf mich stellenweise irritierend, könnte aber durchaus beabsichtigt sein. Denn hier geht es seine Arbeit und nicht um ihn als Person. Die Gestaltung des Buchs passt zum Inhalt. Sowohl Cover als auch Schriftbild erinnern an eine Zeitung. Vermisst habe ich allerdings Bilder; natürlich können in einem solchen Buch schon alleine aus Sicherheitsgründen keine Beteiligten abgebildet werden. Aber ein paar stimmungsvolle Bilder aus Japan hätten das Lesen etwas aufgelockert. Jake Adelstein lebt heute mit seiner Familie wieder in den USA. Von 2006 bis 2007 war er als Chefermittler an einer von der US-Regierung finanzierten Studie über den japanischen Menschenhandel tätig. Er arbeitet als Autor und Berater sowohl in den USA als auch in Japan und leitet daneben die PR-Abteilung des Polaris Project Japan in Washington. Dieses Projekt kämpft gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern und gegen Menschenhandel. Ob er mit seiner Familie heute noch unter Polizeischutz lebt, geht aus dem Buch nicht hervor. Fazit: Interessante Reportage über die japanische Unterwelt. Absolut lesenswert.

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