Jake Lamar

 3,4 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf

Jake Lamar, geboren 1961, wuchs in der Bronx, New York, auf. Nach seinem Abschluss an der Harvard University schrieb er sechs Jahre lang für das »Time Magazine«. Er lebt seit 1993 in Paris und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Elitehochschule Sciences Po. Er schreibt Romane, Essays, Rezensionen, Kurzgeschichten und Theaterstücke. Jake Lamar ist Träger des Lyndhurst-Preises und des Grand Prix für den besten ausländischen Thriller. Sein Kriminalroman »Viper's Dream« erhielt 2024 einen CWA Dagger Award. »Das schwarze Chamäleon« wurde mit dem Deutschen Krimipreis 2024 (Platz 1 International) ausgezeichnet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Jake Lamar

Cover des Buches Das schwarze Chamäleon (ISBN: 9783960543749)

Das schwarze Chamäleon

(5)
Erschienen am 02.09.2024
Cover des Buches Viper’s Dream (ISBN: 9783960544708)

Viper’s Dream

(2)
Erschienen am 01.09.2025

Neue Rezensionen zu Jake Lamar

Cover des Buches Das schwarze Chamäleon (ISBN: 9783960543749)
mariameerhabas avatar

Rezension zu "Das schwarze Chamäleon" von Jake Lamar

mariameerhaba
Es zieht sich ungemein in die Länge

Der Anfang ist spannend. Da taucht Freund vom Protagonisten auf, schimpft herum, ist völlig neben der Spur und bettelt den Protagonisten, ihn zu begleiten, damit er einen Artikel darüberschreiben kann. Worüber? Das will der Freund nicht erzählen, weil der Protagonist das mit seinen eigenen Augen sehen soll.

Er zeigt ihm die Leiche und das bringt den Protagonisten durcheinander, und all das wird so gut erzählt. Ich war dabei, habe die Frau gesehen, den Schock erlebt und jeder Gedanke des Protagonisten war so nah, als hätte ich ihn selbst formuliert.

Die Handlung wird vorangetrieben, der Spannungsbogen wird extrem, dann kommt der nächste Tag und die Ernüchterung, die darauffolgt, war zu erwarten. Der Protagonist ordnet seine Gedanken, denkt nach und der Autor macht einen Sprung weit nach hinten und zieht plötzlich die Handlung arg in die Länge. Das war es dann mit dem Spannungsbogen.

Die Leiche wird entdeckt, die Leute reden, der Autor macht wieder einen Sprung in die Vergangenheit, zieht die Handlung nochmals in die Länge, und als ich aufwachte, lag mein Kindle auf dem Boden und ich war überrascht, wie schnell ich beim Lesen eingenickt bin.

Immer wieder tauchen Figuren auf, die der Autor als bares Gold zu verkaufen versucht, aber die alle langweilen. Er geht ständig auf die Hintergrundgeschichten der Figuren ein, ohne diese wirklich in die Handlung einzubauen. Taucht einer auf, wird er bis auf den letzten Dezimalpunkt geschildert und ich denke mir, wieso? Wieso muss ich mir das antun? Wieso baust du das nicht verdammt nochmal einfach in die Handlung ein!

Und dann die Fixierung auf die Hautfarbe. Wie der Protagonist versucht, in der Haut eines anderen immer nach einem schwarzen Vorfahren zu suchen. Die Ermittlerin hat einen Oliventon, den er nicht ganz einordnen kann und ich denke mir: Was soll's? Und wen juckts?

Mir ist klar, dass in solchen Büchern die Hautfarbe eine zentrale Rolle spielt, aber mir ist es eigentlich egal. Rassismus, den will ich beim Lesen fühlen, wie die Gesellschaft auf einen Schwarzen reagiert, wie Schwarze schlechter behandelt werden als Weiße. Aber mir ist es egal, ob einer weniger Schwarz ist oder mehr Schwarz als der andere. Wieso diese Fixierung?

Bis zur 100. Seite habe ich mir das alles angetan und dann wollte ich nicht mehr weiterlesen. Es macht einfach keinen Spaß mehr. Die Handlung zieht sich so weit in die Länge, das wird unerträglich.

Cover des Buches Das schwarze Chamäleon (ISBN: 9783960543749)
Sanne54s avatar

Rezension zu "Das schwarze Chamäleon" von Jake Lamar

Sanne54
Vom "Black Panther" zum "schwarzen Chamäleon"

Ich bin zufällig auf diesen Kriminalroman gestoßen, der aber kein typischer Krimi ist. Ich würde eher von einem literarischen Krimi sprechen. Tatsächlich angesprochen hat mich das Cover, das ich sehr ungewöhnlich finde.

Zum Inhalt: Clay Robinette ist ein Journalist, der seine Reputation verloren hat und seine Tage nun als Dozent im Bereich kreatives Schreiben fristet. Er ist der Erzähler. Eines Nachts steht der Inhaber des amerikanisch-afrikanischen Instituts, Reggie Burges vor seiner Tür und bittet ihn um Hilfe. Er hat in seinem Büro eine offensichtlich ermordete, nackte weiße Frau gefunden. Clay begleitet ihn an den Tatort und stellt zu seinem Entsetzen fest, dass die ermordete Studentin die ist, mit der er eine Affäre hatte. Reggie ist ein ehemaliger "Black Panther", der in den Augen seiner Fans aus radikalen Zeiten, ziemlich verweichlicht ist. Seine aufgeweichte Gesinnung spiegelt sich in seinem außer Form geratetenem Körper. So wurde er vom "Black Panther" zum "Black Chamäleon".
Während Reggie untertaucht, versucht Clay sich unauffällig zu verhalten und stellt Nachforschungen an. Schnell gerät sein geordnetes Leben immer mehr in Gefahr. Klar ist, er hat die junge Frau nicht auf dem Gewissen, aber dadurch dass ihr Leben im Fokus der Ermittlungen steht, wird auch sein kleinbürgerliches Idyll gefährdet.

Dieses Buch ist unglaublich lässig geschrieben, die Figuren sind witzig, bedauernswert, oft auch überzeichnet und dennoch irgendwie auch authentisch. Lamar schreckt in seinen Beschreibungen nicht vor Schmerzgrenzen zurück. Er verlässt auch praktisch nicht den Mikrokosmos Arden Universität. Dennoch gelingt es ihm große gesellschaftliche Themen wie Rassismus in der modernen amerikanischen Gesellschaft (das Buch spielt Anfang der 90er) sowie die Hürden des Feminismus und der Diversität abzubilden. Die Frage nach politischer, persönlicher oder gesellschaftlicher Identität wird durch gut ausgearbeitete Figuren von verschiedenen Seiten beleuchtet, oftmals auch in Erinnerungen der Hauptfigur. 

Die Polizeiarbeit passiert eigentlich nur nebenbei, repräsentiert durch eine ziemlich kantige Polizistin und Ex-Nonne. 

Ich habe dann irgendwann gemerkt, dass mich die Lösung des Falls gar nicht mehr so sehr interessiert hat, immerhin löst er sich gefühlt auch eher durch Zufall als durch solide Polizeiarbeit; spannender als die Abgründe eines durchgeknallten Täters sind die Abgründe, die sich darüberhinaus auftun, z.B.die Hintergrundgeschichte des Opfers. 

Wirklich spannend ist der Kontrast zwischen den sehr straighten Frauenfiguren - v.a. der Powerfrau Penelope an Clays Seite, die Mitarbeiterin des Instituts mit dem sprechenden Zweitnahmen "Authentika", eine echte Idealistin sowie die taffe Polizistin - denen Männerfiguren gegenüberstehen, die ich eher als schwach und wankelmütig beschreiben würde. 

Wer mal einen etwas anderen Krimi lesen möchte, dem kann ich das Buch sehr empfehlen! Wer Spannung, Action und echte, klassische Polizeiarbeit sucht, wird ihn wahrscheinlich eher langweilig finden.

Cover des Buches Das schwarze Chamäleon (ISBN: 9783960543749)
walli007s avatar

Rezension zu "Das schwarze Chamäleon" von Jake Lamar

walli007
Peporterinstinkt

Nachdem er als Reporter gescheitert ist, arbeitet der schwarze Clay Robinette als Dozent an der Uni von Arden, Ohio. Als eines Nachts das Telefon klingelt liegt er neben seiner friedlich schnarchenden Frau Penelope. Mühsam wälzt er sich aus dem warmen gemütlichen Bett. Schnell ist sein Kopf wieder klar, sein Kollege Reggie Brogus bittet ihn um Hilfe. Was dann passiert konnte sich Clay in seinen schlimmsten Träumen nicht ausdenken, In seinem Büro am Institut für Afrikamerika Studien hat Reggie eine weibliche Leiche gefunden, die ihm mit Sicherheit das FBI untergeschoben hat. Dass Clay die junge Frau erkennt, macht es nicht besser.


In seiner verfahrenen Situation sieht Clay Robinette keine andere Chance als herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Zunächst hilft er Reggie, der sich von einem Revoluzzer zum Erzkonservativen gewandelt hat, was für einen Schwarzen eigentlich nicht möglich ist, sich vom Ort des Geschehens zu entfernen. Doch was soll er mit dem Wissen anfangen, dass er die Tote kennt. Nicht zur das, er hatte auch was mit ihr. Das wirft natürlich kein gutes Bild auf ihn. Könnte er etwa selbst in Verdacht geraten? Und so sicher, dass Reggie es nicht war, ist sich Clay auch nicht. 


Im Original wurde der Roman bereits im Jahr 2001 veröffentlicht. Angesiedelt ist die Handlung im Februar 1992. Man ist dann doch erstaunt, wie wenig sich die Diskussionen von damals zu heute geändert haben. Es hat wenig Fortschritt gegeben und heutzutage kann von Fortschritt nicht mehr gesprochen werden. Eingebettet in die Handlung des Kriminalfalls ist also auch einiges an Gesellschaftskritik. Dabei kommt Clay ganz schön ins Hadern und Lavieren. Wie soll er nur den Kopf aus der Schlinge ziehen. Das Opfer heißt im Original wegen ihres deutschen Diplomatenvaters Jennifer Wolfsheim, sie nennt sich Seeräuber-Jenni. Warum sie dann in der Übersetzung Wolfshiem genannt wird, erschließt sich nicht. Die Amerikanische Geschichte erschließt sich europäischen Lesern wahrscheinlich nicht immer. Auch hier werden Ereignisse erwähnt, die einem nicht so nah sind. Andere sind natürlich präsent. Doch in Gänze bleibt es einem doch etwas fremd. Dennoch schafft es der Autor Spannung aufzubauen, die einen bis zum Schluss am Ball bleiben lässt.


3,5  Sterne

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